Sechs Konzerte zur Auswahl - mehrere als Vorband von Gaslight Anthem oder Brian Fallon:

Dave Hause und The Gaslight Anthem, 25.10.2012, E-Werk

Dave Hause und Northcote, 26.11.2013, Köln, Gloria

Dave Hause und Tim Vantol, 17.06.2014, Bochum, Riff

Dave Hause and the Mermaid, 01.03.2017, Köln, Gloria

Dave Hause and the Mermaid, 06.10.2017, Köln, Gebäude 9

Dave Hause und Brian Fallon, 28.02.2018, Köln, Live Music Hall

Dave Hause und The Gaslight Anthem, 29.07.2018, Köln, Palladium

Dave Hause and the Mermaid, 09.05.2019, Köln, Bürgerhaus Stollwerck


Dave Hause, 26.11.2013, Köln, Gloria

Wieder so eine tolle Location wie das Forum in Hannover, ein altes Kino. Leider mitten in Köln neben dem Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt. Ich bin glaub ich noch nie so lange im Kreis ums Ziel herum gefahren wie hier. Aber es hat sich gelohnt, auch, dass ich trotzdem gefahren bin, obwohl wir heute morgen erst aus Florida wieder zurück gekommen ist und ich noch ein bisschen durcheinander bin wegen der Zeitverschiebung. Alles total egal, der Mann kann eine Halle in Null Komma Nichts um den kleinen Finger wickeln und hat für mich das Potenzial, wie bei New Model Army, mich dazu zu bringen, bis in die Pampa zu fahren, nur um an einem seiner magischen Abende teilzunehmen (ich würde also am Donnerstag auch nach Frankfurt in die Batschkapp fahren, wenn meine liebe Firma es nicht verhindern würde; die Kilometer sind es auf jeden Fall nicht!). Der Abend startete schon gut mit einem weiteren Singer/Songwriter, einem Baum von einem Mann, kräftig, groß mit Bart und eben einer Gitarre, mit der er die Leute schon jetzt mitgerissen hat. Northcote alias Matt Goud kommt aus Kanada, aus Saskatchewan, wohnt scheinbar jetzt auf Vancouver Island und hat musikalisch eine interessante Wende hinter sich gebracht, wenn ich seine Homepage richtig gedeutet habe: Vom Singen im heimatlichen Kirchenchor in Richtung punk/hardcore zum Singer/Songwriter. Sehr kräftige, eher rauhe Stimme, nette, kraftvolle Songs (45 Minuten, die Lieder liefere ich nach), witzige Geschichten. Eine fand ich ganz nett, sie seien jetzt schon recht lange auf Tour und würden immer wieder Hinweisschilder auf Köln sehen, immer drumherum, aber nie da, jetzt endlich! Er würde viel in Kanada auftreten, wäre aber noch nie hier gewesen und das wäre alles so großartig, jetzt würde ihm sogar jemand ein Handtuch bringen und er würde sich vorkommen wie ein Star (was er vielleicht in Kanada auch ist, immerhin hat er seine dritte Platte im Gepäck: Northcote, 2013 - daraus waren die meisten der heutigen songs, Gather no dust (2011) und Borrowed Chords, tired eyes (2009). Aber er hatte Spaß, hat natürlich auch den Witz mit "Scheiß Düsseldorf" gemacht, aber naja, hat gewirkt bei den Kölnern ;-). In jedem Fall hat der Mann recht schnell die Menge (ca. 800 im ausverkauften Gloria, größter Gig auf der Dave-Hause-Tour, wie die Jungs zwischendrin erzählten) im Griff gehabt, teilweise waren die Lieder auch schon bekannt, vielleicht von vorherigen Dave-Hause-Konzerten?

Im übrigen hat er sich bedankt, dass wir hier seien und ihm zuhören würden und irgendwie hat man es ihm abgenommen.

Songs: insgesamt 11:

Hope the good things never die,
How can you turn around
Find our own way
(ein Song über's sich selber finden)
hab den Titel nicht rausbekommen: "you've been forever a fool"
Counting down the days,
A thousand nights,
If we were strangers
(song über das Glück und auch ein LIebeslied, langsam, sehr schön),
When you cry (hat mir auch gut gefallen),
Walking home in the rain (lebt jetzt auf Vancouver Island (Victoria), wo es dauernd regnet, hier also ein Lied, das den Regen um Antworten bittet),
dann ein sehr nettes über seine musikalische Reise bis heute: "Jacket on" und zum Schluss eines mit Mundharmonika:
"just another face" hab ich verstanden.

Start um 20:00 h, Ende um 20:45 h.

Hier noch der Link auf die Seite: Homepage Northcote

Dann kam Dave, Punkt 21:00 h. Und hatte die Leute innerhalb von Sekunden voll in seinem Bann. Start mit Damascus, dem Opener seines neuen, mittlerweile zweiten, Albums Devour (the loved ones ruhen wohl). Er spielte auf Akustikgitarren, E-Gitarren, dem auf der Bühne aufgebauten Piano: "Immer so, wie ich den Song auch geschrieben habe", erzählte er zwischendrin. Dunkle Jeans, rot-schwarz-kariertes Hemd, no frills. Er ist einfach so präsent, hab ich schon 2012 bei seinem Auftritt als Vorband von The Gaslight Anthem gemerkt, sprich: das funktioniert auch mit größeren Hallen. Ich war allerdings sehr froh, ihn in einem doch recht kleinen Rahmen gesehen zu haben, gerne hätte ich es anfang des Jahres auch ins Gleis 22 nach Münster geschafft, aber wenn Mütter Geburtstag haben, geht das halt nicht ;-). Ich wünsche ihm alles Gute und ganz viel Erfolg - aber lieber Dave, bitte, bitte, hör nicht auf, kleine Hallen zu buchen und acoustic-sets zu machen! Begleitet wurde Dave übrigens bei den meisten Songs durch Mitch Townsend, der Gitarre gespielt hat, mal elektronisch, mal akustisch, mal als Leadgitarre, wenn Dave nur gesungen hat, mal als Rhythmusgitarre, was eben grade so erforderlich war. Wirklich großartig. Er ist auch Co-Producer des Albums Devour, stand auch schon mit anderen Künstlern (Jack Johnson u.a.) auf der Bühne. Hier hat er bescheiden im Hintergrund gesessen, vielleicht, damit nichts von Dave ablenkt. War aber gar nicht nötig, wäre eh nicht der Fall gewesen. Auch später, als Matt Goud, alias Northcote, mit auf der Bühne stand und Dave um einen halben Meter überragte, war das total egal. Im Gegensatz zu Brian Fallon, dem Frontmann von The Gaslight Anthem kann Dave richtig gut erzählen, bei Brian hab ich immer das Gefühl, dass es doch gar nicht schlecht wäre, wenn er einfach nur weitersingen würde, aber Dave kann man wirklich gut zuhören - fast schon wie Justin Sullvan und das ist das allerhöchste Kompliment, das ich verteilen kann ;-). Dave - und auch vorher Matt - wirkten einfach echt, der Dank ans Publikum wirkte authentisch, der Spaß, den sie auf der Bühne beim Auftritt hatten, nicht aufgesetzt. "Ich spiele so lange weiter, ich komme immer wieder, so lange auch ihr kommt und mich haben wollt" hat er sinngemäß mehrfach versprochen und damit das Versprechen erneuert, dass er auch schon bei seiner Teilnahme an der Revival Tour oder als Support von TGA versprochen hat. The Revival-Tour, bei der auch Tim McIlrath, der Sänger von Rise Against oder Frank Turner schonmal mitgewirkt hat, erinnert mich ebenfalls immer an meine Lieblinge von New Model Army, wenn Justin Sullivan zusammen mit Rev Hammer, Joolz Denby und Brett Selby als Red Sky Coven durch die Lande ziehen. Habe leider die Gelegenheit noch nicht gehabt, werde mir aber auf jeden Fall für die nächste Revival-Tour irgendwie Karten besorgen, denn auch Chuck Ragan war als Vorband von TGA sehr, sehr beeindruckend, Rise Against sind (wenn man mal das letzte Album kurz ignoriert) super und Frank Turner kann man sich wohl auch ab und an mal anhören ;-) und sie zusammen zu sehen macht bestimmt einen Heidenspaß. So, wieder zurück zu Dave und diesem Hammerkonzert. Vor Heavy Heart, einem der Highlights, erzählte er z.B., dass der heutige Tag ein recht schwerer sei, weil seine Mum, die vor 9 Jahren gestorben sei, an diesem Tag 59 geworden wäre und dieses Hammerkonzert ihm helfen würde, durch den Tag zu kommen: "don't let your heavy heart get you down". Wow, damit hatte er uns spätestens ;-). Und natürlich mit den diversen Einflechtungen des Namens Cologne in seine Songs (Köln statt San Francisco sag ich da nur) oder indem er einfach eine Pause machte nach einer Zeile wie "times like these" und jeder das wie natürlich beabsichtigt auf diesen Abend bezogen hat. Wirklich ein sehr guter Entertainer. Für die letzten drei Songs kam nochmal Matt mit auf die Bühne, ein Song wurde von Dave gesungen, einer von Matt und einer, der m.E. ein Cover war von Pearl Jam. In diesem Zusammenhang erzählte Dave auf jeden Fall eine nette Geschichte davon, wie er Matt kennengelernt hat: erst war's auf der Jagd (jaja, der Ami an sich hat auch so seine Vorurteile über seinen kanadischen Nachbarn ;-) ), dann - echt jetzt - im Supermarkt beim Verzehr einer Videokassette, Arielle war's ;-). Ist klar. Zwischendrin - vermutlich der letzte Song vor den Zugaben, wobei mir die Pause nicht so wirklich aufgefallen ist und ich daher etwas enttäuscht war, als das Publikum die angestellte Musik nach dem letzten Song einfach so akzeptiert hat und abgezogen ist - war halt größtenteils noch recht jung, vielleicht müssen sie noch üben, einfach auf noch mehr zu bestehen, Hintergrundmukke hin oder her ;-). Ups, ich schweife ab. Irgendwann zwischendrin also - nämlich am Ende der Hauptsets - hat es Dave dann nicht mehr auf der Bühne gehalten, erst ist er nur runtergeklettert, weil sein Mikro ja noch ein Kabel hatte, dann hat er kurz überlegt, sowas wie "egal" gesagt, hat das Mikro losgemacht und ist einfach in der Menge verschwunden, die ihn dann hochgehoben hat, so dass er einfach mitten aus dem Publikum heraus weiter gesungen hat. Ein Wahnsinnsmoment!!! Sehr besonders war auch Bricks, Gänsehaut pur - wenn nicht die beiden Mädels hinter mir genau das festgestellt haben, dann aber fröhlich weiter darüber gequatscht haben, wie besonders dieser Moment denn ist und den Nachbarjungs zu sagen, dass wenn sie jetzt anfangen würden zu weinen, dass doch bitte draußen machen sollen anstatt EINFACH MAL DIE KLAPPE ZU HALTEN UND DEN MANN MACHEN ZU LASSEN!!! ;-).

Hab ich schon erzählt, dass es richtig, richtig genial war? Ja? Ok, dann kann ich ja jetzt vielleicht zu den Songs kommen - eine Sache noch vorher: Dave hat versprochen, im Herbst mit Band wieder zu kommen und die Songs der Devour nochmal so zu spielen, wie sie auch aufgenommen wurden. Könnte auch spannend werden, ich bin auf jeden Fall dabei, akustisch oder mit Band, egal. Und gegen Ende des Konzerts, als er sich nochmal bedankt hat, dass wir mitten in der Woche hier sind, wollte er noch weiter feiern: call in sick or call in dead, no matter what, we meet at the bar after the concert! ;-) Ich musste trotzdem nach Hause, könnte mir aber vorstellen, dass Matt und er das wirklich in die Tat umgesetzt haben ;-).

Start also nach einem Intro mit Damascus: "welcome my friends to the show, dance and drink if you'd like or sit back and take notes. It's a fine night to test what you know, who you fear, who you love and who you cling to for hope", passte doch super. Weiter mit einem Stück von der Resolutions, Rankers and Rotters und dann wieder ein neues, das Dave auch angekündigt hat - und uns erstmalig zum mitsingen animiert hat (was er im weiteren häufiger getan hat, was das Publikum aber auch von ganz alleine gemacht hat - ein weiteres Element des "get to know each other and bond" wie es Matt anfangs mal erwähnt hat: Autism Vaccine Blues. Dann ein weiteres der neuen Songs, auch mit dem darauffolgenden eines der richtig starken: The great depression, diesmal mit Dave am Piano: kann ich nicht so gut, hat er gemeint, aber das Stück halt auf dem Klavier geschrieben, also wird's auch so gespielt. Danach We could be kings, die erste Single des neuen Albums und im Anschluss die Story mit seiner Mum und dem dazu natürlich wunderbar passenden Heavy Heart. Ein großer Moment und ein wahnsinnig toller Chor. Dann Stockholm Syndrome, ebenfalls neu, teilweise nur mit einem kleinen Licht, das Dave von hinten bestrahlt hat, der Rest lag im Dunkeln. Sowieso, das Licht. Hat eine große Rolle gespielt, denn es hat sehr, sehr häufig, vor allem wenn wir singen sollten, nicht oder nicht nur die Jungs auf der Bühne, sondern auch das Publikum angestrahlt. Schon speziell. Danach das erste Lied, das Dave wohl in Deutschland gespielt hat, wie er erzählte - Time will tell. Brauchte er auch gar nicht mehr singen, hat das Publikum für ihn erledigt, großes Kino. Hier übrigens alleine mit akustischer Gitarre, ohne Begleitung von Mitch ohne den, wie er vorher mal erwähnt hat, er nicht auf dieser Bühne wäre und auch das Album würde es ohne ihn nicht geben. Mitch, der hinter ihm saß, bekam einen fetten Applaus und schaute bescheiden zu Boden ;-). Danach kam als Verstärkung neben Mitch auch Matt auf die Bühne und sie spielten Same Disease (neu). Danach wieder ein älteres, Tuscon, so großartig!!! Danach Resolution, ebenfalls genial mit genialem Chor und Publikumsanimation (wohoho ;-) ) sowie einem geänderten Text (irgendwas mit Chuck Ragan hat er gesungen, hab's aber nicht genau gehört). Dann mein nächstes Gänsehautstück, Dave hat nur gesungen, das Gitarre spielen hat er Mitch überlassen (akustische Gitarre): Bricks. Wie gesagt, ohne das Gequatsche hinter mir sicherlich noch berührender, aber dafür ist es halt ein Konzert ;-). Dann wieder das Piano und mein Liebling C'mon kid, am Ende hat er nur noch das Publikum singen lassen, ebenfalls großes Kino. Eine Entscheidung, welches Stück mich am meisten beeindruckt hat, ist wirklich sehr, sehr schwierig und zum Glück muss ich das ja auch nicht... Zum Schluss des Hauptsets dann noch The shine, vorher nochmal eine Danksagung an uns alle, dass wir da sind, seine songs mögen und nochmal das Versprechen, so lange, wie wir ihn hören wollen, auch immer wieder zu kommen. The shine hat er dann nich nur auf der Bühne, sondern auch unten vor der Bühne und mitten im Publikum, hochgehoben von den Fans gesungen, ein ganz besonderer Moment - the shine besteht eigentlich aus zwei Teilen und der zweite Teil: you've got the shine (Dave), shine on (wir) wurde eingeleitet mit "you know your part"? Haben wir bestätigt und hat auch super geklappt, ganz ohne Anleitung :-). Dann kurzes Verschwinden, so lange, wie es eben dauert, ein Mikro wieder an den Ständer zu basteln und dann kam Dave, zunächst mal alleine wieder mit dem schon erwähnten, vermutliche Pearl Jam Cover, Got some.

Danach sind Mitch und Matt wieder mit auf die Bühne gekommen und es gab zunächst mal die oben erwähnte Story, wie Dave und Matt sich eigentlich kennengelernt haben. Gesungen wurde dann ein Stück von Northcote alias Matt: Worry, Matt wieder mit Gitarre und Mundharmonika. Das nächste dann begleitet von Matt mit einem Schelleninstrument (kein Tamburin, ich habe aber keine Ahnung wie das heißt) und einer sehr geilen Version von Prague! Wieder hoch in der Favoritenliste dieses an Highlights so reichen Konzerts. Zum Schluss noch das alles nochmal zusammenfassende Benediction, Dave zunächst am Piano, im weiteren Songverlauf Wechsel auf die Gitarre. Nochmal vielen Dank und call in sick, call in dead, we'll meet later at the bar und das war's um 22:36 h. Wer die Gelegenheit hat, weil er grade bei ihm vor der Haustür ist: schaut ihn euch an, auch wenn Ihr ihn nicht kennt, das war einfach nur der Wahnsinn! Vielen Dank Dave, bitte wiederkommen. Wobei er das ja versprochen hat, ich freu mich also auf das Ganze mit Bandvorstellung im Herbst - in einer hoffentlich nicht zu großen Halle!

Songs:

intro
Damascus
Rankers and Rotters
Autism Vaccine Blues
The great depression
We could be kings
Heavy Heart
Stockholm Syndrome
Time will tell
Same disease
Tucson
Resolution
Bricks
C'mon kid
The shine
---
Got some (Cover Pearl Jam?)
Worry (von und mit Northcote)
Prague
Benediction

Der Link auf die Homepage von Dave: Homepage Dave Hause

(c) bat 11/13

PS: die folgenden Bilder sind nicht so der Hit, ich stand einfach ungeschickt - dabei hätte es wirklich sehr, sehr schöne Fotomomente gegeben!

Bild von Northcote Dave Hause und Mitch
Charlie und zwei der Drummer


Dave Hause, 17.06.2014, Riff, Bochum

Zunächst mal hatte ich das Riff irgendwie größer in Erinnerung, wohl irgendwie verklärt. In Summe nicht viel größer als das Gloria in Köln, vielleicht ein bisschen kleiner. Gemäß Dave war es "nah an ausverkauft". Mein Eindruck war: gut gefüllt aber nicht gestapelt, angenehm.

Start um 20:00 mit der Vorband, Tim Vantol. Blonder, bärtiger Mann aus Amsterdam mit Gitarre. Acoustic-Folk-Punk. Super-schöne Stimme vor allem dann, wenn er nicht grade geschrieen hat ;-). Erste Platte, "Road sweet road" 2009, jetzt seine zweite "If we go down, we'll go together". War auch schon Support von Chuck Ragan - schade, wenn ich am 10.06.2014 nicht in Urlaub gewesen wäre, hätte ich ihn vielleicht als Support gleich ein zweites Mal gesehen... Hat mir gut gefallen, so ein bisschen wie Northcote, Matt, den Dave im November in Köln mit dabei hatte, nur mit noch schönerer Stimme und netter anzuschauen ;-).

Tim spielte 11 songs, startete mit einem, das ich leider noch nicht identifizieren konnte: "we're not gonna make it out alive" war zumindest das, was sich wiederholt hat. Danach Caged birds, gefolgt von if we would know (mit einer Menge goddamn). Der nächste Song handelte von einem Freund, der im betrunkenen Zustand wohl nicht so nett war und sich fünf Jahre später dafür entschuldigt hat: Apologies, I have some. Danach broken mirror und die Erwähnung, dass Tim ja in zwei Wochen schon wieder in Bochum sei: wer ihn also nochmal sehen möchte: bei Bochum Total am donnerstag, 03.07.2014 auf der Sparkassenbühne um 20:45 h (sagt die Bochum-total-Seite).

Der nächste Song war dirty boots gefolgt von einem Kommentar, dass er gehört hätte, wir hätten kein Gesetz für Sterbehilfe (auf deutsch gesagt) mit dem dazu passenden Song: Mercy will kill me (von jemandem, der auf jede erdenkliche Art versucht, aus dem Leben zu scheiden, weil er nicht mehr kann). Dann hat uns Tim erzählt, dass er ja auch mal einen anständigen Beruf hatte, vor fünf Jahren aber alles hingeworfen hat und angefangen hat zu reisen, im Rahmen dessen hat sich das mit der Musik ergeben und das macht er immer noch und ist dankbar und glücklich, dass es so gut klappt. Er hat aber, weil er halt immer unterwegs ist, auch Freunde verloren: Bitter morning taste; diesen Song hat er zwischendrin sogar ohne Micro gesungen, und war trotzdem gut zu verstehen. Kann wirklich gut singen, wow.

Lied 9 war dann Nothing - eines, das zum einen wohl dem einen oder anderen aus dem Publikum bereits bekannt war, dem Rest hat er es beigebracht und dann gab's das erste singalong, sehr nett! ;-). Lied 10 dann Hands full of dust. Und dann Lied 11, das, was wohl auch jeder kennen mag, der ihn schon mal irgendwo gesehen oder gehört hat: If we go down we will go together. Großartiges Scheitern des "ich lass das Publikum mal alleine singen" zu Beginn des Songs ;-)). Nochmal gestartet und dann hat's zumindest mit dem Mitsingen ganz gut geklappt ;-). Das Lied hörte auf, tosender Applaus, Tim sprach kurz mit den Menschen, die den abend organisiert haben, kam wieder und sagte " I got 2 more minutes" und sang das Lied ohne Gitarre einfach weiter, begleitet von einigermaßen rhythmischem Klatschen. Sehr nett, echt gute Wahl als Vorband, hat mir gut gefallen. Ende des Sets dann leider schon um 20:38 h.

Songs:

"we're not gonna make it out alive"
Caged birds
If we would know
Apologies, I have some
Broken Mirror
Dirty Boots
Mercy will kill me
Bitter Morning taste
Nothing
Hands full of dust
If we go down, we will go together

Link auf die Homepage von Tim Vantol: Tim Vantol

Start Dave Hause um 21:00 h. Vorher lief ein junger Mensch mit netten Tattoos auf den Armen (eher auf einem, der andere sah so aus, als hätte er erstmal das Geld für das Konturenzeichnen zusammen bekommen und das Ausmalen würde noch kommen, vielleicht war's aber auch so gedacht) auf der Bühne rum und stimmte Gitarren, stellte Mikrohöhen ein, probierte das Keyboard aus u.s.w. Und dieser junge Mann tauchte dann auch mit Dave um 21:00 h wieder auf, wie sich herausstellte, der 20-jährige kleine Bruder Tim von Dave. Also nix mit voller Band und Sachen werden so gespielt wie auf der Platte. Eher noch weniger Zusatzmusiker als in Köln, wo neben dem Herrn, der das Keyboard oder die zweite Gitarre gespielt hat, (Mitch) noch Matt alias Northcote eine Rolle gespielt hat. Dieser konnte aber wohl in Bochum nicht, hab ich verstanden. Kann also gut sein, dass er bei anderen Konzerten mit dabei war. Egal, war trotzdem schön. Es gab diesmal scheinbar auch ein Motto: spiele möglichst alle Lieder irgendwie anders als auf den Platten. Grundsätzlich wirkte Dave irgendwie aufgekratzer, die Gags oder auch die bedeutungsvollen Pausen waren irgendwie ein wenig liebloser als noch in Köln, aber wenn man überlegt, dass er seitdem die ganze Zeit tourt und jeden Abend das gleiche macht, nutzt sich das halt irgendwann ab und wirkt vielleicht nicht mehr ganz so authentisch...

Nach dem Intro Start wieder mit dem genialen Damascus "welcome my friends to the show, dance and drink if you like or sit back and take notes", Dave an der Gitarre, Tim am Keyboard . Gefolgt von der ersten Setlist-Variation: Melanin, beide Jungs mit Gitarren. Bei beiden songs sehr deutlich das Motto zu erkennen: spiele die Dinge möglichst anders als sonst. Macht das Mitsingen schwieriger, ging aber trotzdem irgendwie ,-). Danach als dritter Song wie auch in Köln Autism Vaccine Blues. Danach das bejubelte Time will tell, gefolgt von Same Disease. Sehr großartig dann Tucson, das Dave alleine ohne Tim nur mit Gitarre gespielt hat. Dave fragte dann, wer überhaupt aus Bochum sei, das waren nicht sooo viele, er hätte bis vor 2 Wochen auch noch gar nicht gewusst, wo das denn überhaupt ist. Er wollte dann wissen, woher wir denn sonst so wären und einer schrie "Boston". Das weckte natürlich des Amis Interesse und es schloss sich ein Austausch sowie eine Erläuterung an, dass sich im sportlichen Umfeld Boston und Philadelphia so gar nicht grün seien, da Dave mit Sport aber nichts am Hut habe, könne Jake aus Boston also sein Freund sein.. da freut sich Jake sich bestimmt ;-).

Gut, das auf dieses Geplänkel folgende Lied war dann Years from now. Weiter mit Before, einem Lied über Scheidung, wie Dave uns erläuterte. Danach das geniale We could be kings, die erste single des aktuellen Albums und hier war das Publikum doch sehr textsicher, echt schön. Irgendwo hier hat er dann von seinem kleinen, 20-jährigen Bruder Tim erzählt und dass sie schon deshalb gerne in Deutschland touren würden, weil das Kind hier schon trinken dürfte; ergänzt durch eine Jameson-auf-der-Bühne-und-Mormonen-davor-Geschichte von einer der letzten Touren. Hier gab sich Dave mit einer Flasche Rotwein zufrieden, die zum Ende des Konzerts auch durchaus schon bessere Füllstände gesehen hatte, Tim begnügte sich mit Bier. Weiter im Text: Prague, sogar mit Titelansage - und im Fluss unterbrochen, weil Dave zwischendurch einfiel, dass sein kleiner Bruder Tim ja vier Jahre deutsch gelernt hätte und daher auch Dinge auf deutsch sagen kann: "fuck Ronaldo, Thomas Müller ist super, Tor Tor Tor" (ist halt WM, vielleicht meinen sie, dass das Publikum das erwartet? Naja, Tim Vantol hat das Thema WM weggelassen, war auch besser so ;-). Und gegen die Amis spielen wir ja erst noch, war also noch ungefährlich ;-)). Dave ist dann rausgerannt, kam wieder rein und malte seinem kleinen Bruder Deutschland-Fahnen-Streifen auf die Wangen und die Stirn - blöderweise auf dem Kopf, was durch das Publikum auch kommentiert wurde ("it's upside down" "how should I fucking know?!"). Bruder lachte sich schlapp, fand's blöd, das Lied ging weiter, danach musste Tim aber schnell mal von der Bühne, Gesicht waschen ;-). Dave spielte derweil einen Song seiner ehemaligen Band The Loved ones: I swear. Sehr schön und dem Publikum auch ausreichend bekannt, so dass es mitsingen konnte. Dann ein song, den Dave immer mit den Bouncing Souls aus New Jersey in Verbindung bringt und bei dieser Gelegenheit wurden auch noch alle anderen Bands aus New Jersey erwähnt unter anderem Springsteen, Alkaline Trio (und seine anderen Revival-Tour-Kumpels) The Gaslight Anthem sowie Bon... ;-). Ach ja, der Song: The Shine. Super. Wieder mit Abtauchen im Publikum mitsamt Gitarre und Mikroständer im zweiten Teil des Songs, wie auch schon in Köln. Großartig! Und da wir schon mal so schön dabei waren mitzusingen, ging das ganze dann auch noch weiter mit C'mon Kid, ich liebe dieses Lied! Dann war es 22:09 h und die Herren verschwanden. Nicht ihr Ernst! Zum Glück nicht. Zugabenset: The great depression, sehr, sehr schön, nur Dave, Gitarre, leichtes Echo, wow. Irgendwann jetzt startete das Brüderchen mit Dave-Ärgern, stellte mitten beim Singen das Mikro immer höher, was für den doch eher kleinen Dave dann doch schwierig wurde ;-). ich glaub, es war tatsächlich beim nächsten Song Resolutions, der ebenfalls sehr bejubelt und noch lauter mitgesungen wurde. Das nächste war dann das schon in Köln gebrachte Cover von Pearl Jam, obwohl Dave was von The Loved Ones erzählt hat, vielleicht gerne auch von denen gecovert? Get some. Im Lauf des Songs verpasste Brüderchen Dave noch einen scheußlichen Bayernhut, den er zumindest eine Weile auch aufgelassen hat ("if my mother could see me now...". Gruselig ;-). Zum Schluss und ohne Bayernhut Benediction, der Zusammenfassung fast aller Songs des Abends und natürlich eine schöne Klammer: "Oh my friends, time to go did you enjoy the show? Did you dance? Did you drink? Did you take any notes?" Und nochmal mit Ausflug ins Publikum, diesmal auf der linken Seite der Bühne und nur mit Mikro. Ganz und gar großartig.

Schluss leider um 22:35 h. Viel zu kurz, trotzdem sehr schön, obwohl mir die Versionen der Songs in Köln besser gefallen haben - zumindest von denen, die er dort auch gespielt hat, denn netterweise war die Setlist ja durchaus eine andere. Und wenn man schon sooo lange tourt, braucht man auch mal eine Abwechselung. Jammern auf hohem Niveau also. Daher: gerne wieder, bitte bald und zhwar solo, nicht auf irgendwelchen Festivals!

Songs:

Intro
Damascus
Melanin
Autism Vaccine Blues
Time will tell
Same Disease
Tucson
Years from now
Before
We could be kings
Prague
I swear (The loved ones)
The Shine

C'mon Kid
---
The great depression
Resolutions
Get some (Cover)
Benediction

Zur Homepage von Dave: Dave Hause

(c) 06/14 bat

Tim Vantol
Dave Haus mit kleinem Bruder Dave Hause mit Seppelhut

Dave Hause and the Mermaid, 01.03.2017, Gloria, Köln

Lange hat er sich Zeit gelassen um wieder zu touren und auch die letzte Platte Bury me in Philly hat ein bisschen gebraucht, bis sie Gestalt angenommen hat - produziert netterweise von einem Mitglied einer meiner Lieblingsbands in meiner früheren Jugend, den Hooters, Eric Bazillian und von William Wittman, der u.a. Cyndi Lauper und Mick Jagger produziert hat. Bazillian hört man an der einen oder anderen Stelle auch, bilde ich mir ein. Und was soll ich sagen, das Album ist wieder sehr, sehr schön geworden. Bei vielen Bands hab ich Lieblingsalben und immer ist "das alte" besser als "das neue", hier gar nicht. Alle drei Alben sind super, ich finde sie alle drei für sich genial, ähnliche Melodien, ähnliche Themen, ganz viele Ohrwürmer, die sich ins Hirn winden und für Tage nicht wieder loszuwerden sind, einfach großartig. Und der Mann beherrscht, kaum ist er da, die Bühne und die Halle wie kein anderer. Insbesondere, wenn man das mal mit Daves erstem Opener vergleicht, auch ein Typ mit Singer-/Songwriter-Sachen und Gitarre. Da wo damals als Vorband von The Gaslight Anthem bei Dave fast sofort Stille eintrat und er die Leute in seinem Bann hatte, wurde hier unhöflicherweise einfach weiter gequatscht. Bevor ich jetzt also weiter über Dave schwärme, sollte ich mich mal mit den Vorbands befassen.

Wieder Gloria, diesmal ohne Weihnachtsmarkt und zum Glück knapp nach Karneval, Parken also kein Thema. Der Rockpalast hatte kurz vorher beschlossen, das Konzert aufzunehmen, nett, Sendetermin am 10.04.2017 ;-).

Start also mit Vorband Nr. 1: Robyn G. Shiels als Belfast. In Jeans gekleidet, 80er-Jahre-Brille, Gitarre. Folk-Rock, Singer-Songwriter, durchaus düster angehaucht. Ich fand's in Ordnung, mir hat nur diese wahnsinnige Energie gefehlt, die Dave damals als Vorband auf der Bühne gezeigt und die mich in seinen Bann gezogen hat. Zudem war ich leider recht weit weg und das unhöfliche Volk hat doch sehr viel gequatscht, bin mal auf die Rockpalast-Aufnahme gespannt. Start um 20:00 h bis 20:25 h, 7 songs:

1 A man to your wife
2 (If I were thy) demon
3 an offering as such
4 assault and battery (AC/DC-Cover hab ich verstanden, wenn ich aber der Rockpalast-Setlist glaube und nach dem Song suche, scheint es ein Cover einer Band namens Rose Tattoo gewesen zu sein, die auch aus Australien sind und den gleichen Produzenten haben wie AC/DC, wer's besser weiß, möge sich melden ;-))
5 This Deathly Charm
6 unterneath a night of stars
7 Hello death my old friend

Danach dann Umbau und der zweite Support-Act Dead Heavens startete um 20:44 h. Aus New York.Gegründet erst 2015, die Herrschaften haben aber Vorgeschichte und sind nicht mehr grade taufrisch (Jahrgang Schreifels 1969, Jahrgang Kostabi 1962): 2013 gestartet als Backing-Band für Walter Schreifels, von dem ich vorher auch noch nie gehört habe, was auch überhaupt gar nicht schlimm ist. War wohl in Bands wie Youth of Today, Gorilla Biscuits, Quicksand (Heavy-/Hardcore), vielleicht sagt euch das ja was. Walter jedenfalls hier als Leadsänger und Gitarrist auf der Bühne zu finden, Drew Thomas an den Drums, Nathan Aguilar am Bass (weil Karneval gewesen ist, hatte er schicke geflochtene Zöpfchen - vielleicht war's auch völlig ohne Karneval-Zusammenhang) und Paul Kostabi an der Leadgitarre (u.a. White Zombie und Inhaber des Plattenstudios Thunderdome Studios). Ich dachte, auch er hätte Karneval mit blonder Langhaar-Perücke und Hut, aber scheinbar sieht er immer so aus, zumindest auch auf anderen Fotos, die man so im Netz findet. Die Musik hörte sich an wie Rock/Blues-Rock und nach 70er Jahre. Der Gesang zunächst jammerig wie bei Muse o.ä., danach nicht mehr mit so viel Gejaule, aber so richtig warm bin ich damit nicht geworden, um nicht zu sagen gar nicht, ein oder zwei Lieder waren ganz ok, aber das war's dann auch schon. Ganz verloren haben sie mich dann mit ihrem Abschlussgejamme, bei dem jeder meiner Umstehenden gehofft, hat, dass es dann, wenn es sich so anhörte, auch wirklich endlich vorbei war, aber sie haben uns von 21:17 h bis 21:25 h ganze 8 (!) Minuten gequält, ich fürchtete schon, sie würden bis 21:30 h bezahlt, war aber scheinbar nur bis :25 h der Fall. Uah! Wer aber auf 70er Rock steht mit schrägen Gitarren, der kam bestimmt auf seine Kosten.

Songs:

1 Basic cable
2 Feel low
3 36 chambers
4 Do you remember I love you (?) ganz ok
5 straight outta blindness (auch ganz ok)
6 Adderal Highway (ok, aber langweilig)
7 Hyacinth
8 Away from speed
9 Gold Tooth

Start Dave Hause um 21:52 h. Dieses Mal tatsächlich mit Band, wie er uns schon mehrfach versprochen hat. The Mermaid sind Kevin Conroy - Drums, Miles Bentley - Bass, Kayleigh Goldsworthy - Keyboard, Backing Vocals, Gitarre und "my guitar hero" und kleiner Bruder Tim Hause, Backing Vocals und Gitarre. Schon ganz anders als sonst, wo er maximal einen oder für einige Songs auch mal zwei Begleitmusiker mit auf der Bühne hatte. Mir gefällt beides, egal wie es kommt, ich bin da ;-).

Start mit der neuen Single with you. Hatte vorher mal nachgeschaut, welche Songs er denn auf dem amerikanischen Abschnitt der Tour gesungen hat und die ersten Songs waren erstmal identisch, nach With you ging es zurück zum ersten Album mit dem viel bejubelten Melanin. Dann weiter mit der neuen Platte und The Flinch. Dann ein Ausflug auf die zweite Platte mit Autism Vaccine Blues und wieder zurück zu einem der oben erwähnten Ohrwürmer der neuen Platte: Divine Lorraine. Auch hier durchaus schon Mitsinger, obwohl die Platte noch gar nicht soo lange draußen ist. Weiter mit Time will tell und Same disease, beides sehr sehr schöne Songs. Dave wie immer sehr sympathisch, nicht ganz so aufgedreht wie beim letzten Mal, vielleicht auch, weil es aufgenommen wurde, wer weiß? Wirkte aber nicht unecht oder aufgesetzt, war einfach Dave. Weiter ging's mit My Mistake, alles immer noch analog der Setlist der Konzerte in Amerika. Danach aber - akustisch und sehr zurückhaltend instrumentiert: Wild love, von der neuen Platte. Sehr sehr schön. Die Band wirkte ein bisschen irritiert, wie's denn nun weitergeht und Dave stellte fest: I fucked up the setlist, sorry, no pizza for me after the concert ;-). Weiter ging es jedenfalls mit dem genialen C'mon kid, das bei den Konzerten vorher eher eine der Zugaben war. Gekommen wäre es eh, wann ist fürchterlich egal ;-). Toller Chor. Weiter mit The great depression, entstanden in einer Zeit, als es Amerika gar nicht mal so gut ging - immer noch besser als jetzt allerdings, stellte Dave fest. Weiter mit einem weiteren song aus der Ohrwurm-Kategorie: Shaky Jesus. Und dann nochmal Attacke auf Trump: Dirty Fucker. Klasse song, vor allem in diesem Kontext ;-). Hier hat Dave dann nochmal in Summe seine Mermaids vorgestellt, zwischendrin hat er immer schon mal einen Namen fallen lassen, aber nie alle auf einen Haufen. Zum Schluss dann noch We could be Kings. 22:54 h. Zugaben gab es natürlich auch, dieses Mal Damascus, der Opener der letzten Tour, Prague im Raggae-Rhythmus (Revive me!) und zum Schluss natürlich Bury me in Philly. Schluss um 23:10 h, sehr, sehr, sehr großartig! Ich freu mich, dass ich es am 10.04. aufnehmen kann und immer wieder sehen kann, aber die Aufnahme selber war ein bisschen schade, weil es doch arg hell war in der Halle, etwas weniger gut beleuchtete Konzerte mag ich ein bisschen lieber ;-).

Und wenn mein Papa nicht Geburtstag hätte, wäre ich am Samstag in Münster. So wünsche ich Euch allen viel Spaß und hoffe, das Dave nicht wieder so lange braucht, bis er sich hier mal wieder sehen lässt!

1 With you
2 Melanin
3 The Flinch
4 Autism Vaccine Blues
5 Divine Lorraine
6 Time will tell
7 Same disease
8 My Mistake
9 Wild love
10 C'mon Kid
11 The great Depression
12 Shaky Jesus
13 Dirty Fucker
14 We could be kings
---
15 Damascus
16 Prague
17 Bury me in Philly

Fotos und Interview und alles auf der Rockpalast-Seite.

Hier noch einige Eindrücke von mir:

Robyn G Shiels Dead Heavens

(c) bat 03/17


Dave Hause and the Mermaid, 06.10.2017, Gebäude 9, Köln

Und nochmal Dave Hause in diesem Jahr, noch immer zu selten, der Typ ist einfach so großartig!

Diesmal war ich allerdings ein bisschen irritiert: Start sollte schon um 18:30 h sein, Dave Hause and special guests. Das Gebäude, direkt hinter der Messe, war in einem Hinterhof, sah ein bisschen so aus, als wolle man es eigentlich abreißen, von der Größe her vielleicht etwas größer als das Gleis 22 in Münster, von der Ausstattung – Bar und Merch und so, vielleicht ein bisschen wie in Krefeld die Kulturrampe, also eher, sagen wir mal, zurückhaltend ;-). Langer schmaler Raum, hinten neben dem Eingang die Soundmischanlage, Bühne ohne Graben nur leicht erhöht. Ich war kurz nach 18:00 h da, Einlass war noch nicht, aber draußen standen ganz viele sehr junge Leute, und dann noch ganz viele englischsprachige sehr junge Leute. Hat mich echt irritiert, dachte erst, ich sei vielleicht bei der falschen Veranstaltung. Hmm. Die sehr jungen Leute rannten auch sofort nach vorne zur Bühne und ich dachte mir, naja, vielleicht irgendeine englische Vorband? Man weiß es nicht.

Start um 18:32 hmit einer Vorband, aber aus den Niederlanden, Paceshifters. 2 Brüder (Seb Dokmann, Gitarre und Paul Dokmann, Bass), ein Drummer (Jesper Albers - ohne Hemd), alle haben entweder einzeln oder zusammen gesungen (und das, wenn sie denn gesungen haben, gar nicht mal schlecht), der Drummer hat mich ein bisschen an Freddy von Queen erinnert – gesanglich. Gitarre, Bass, Drums. Inspiriert sicherlich von Soundgarden, Nirvana und Co (hab ich abgeschrieben aus der Kritik vom Reeperbahnfest, wo sie dieses Jahr aufgetreten sind, schien mir passend). Mir war es ein bisschen zu wenig schöner Gesang, ein bisschen zu viel "Geschrei". Krach halt. Wenn sie mal gesungen haben, waren sie richtig gut (z.B. Cover von Baba O’Riley - The Who, gesungen vom Drummer, war wirklich großartig). Das letzte Lied, wohl auf dem grade heute zufällig erscheinenden Album Waiting to Derail (bereits Werk Nr. 3!), war eher Klangkunst, nicht meins. Ende um 18:59 h. Hier hatte ich mir bereits aufgeschrieben, dass das doch recht viel Geschrei war, nehme das aber zurück, denn danach kam noch Frank Iero und wenn hier einer schreit, dann er ;-).

Hier noch der Versuch der Songliste:

1 Drone
2 of you want me (?)
3 what you say / hard to say (vielleicht Dad?)
4 Baba O'Riley (The Who)
5 My yearning desire
6 Irgendein Klangkunstwerk mit Geräusch - mindestens mal ohne Melodie

Vorher - also vor dem Schreihals - aber noch eine Vorband, The homeless gospel choir. Derek Zanetti. Für diesen jungen Mann waren die Kiddies vermutlich ebenfalls nicht da, obwohl er sehr, sehr gut angekommen ist, viele seine Lieder kannten und ich muss sagen, der Typ war echt großartig! Ein bisschen wie Gaz Brookfield, nur nicht so hübsch (mit Absicht), aber wen interessiert das schon ;-). Punk-Folk-Protest-Song-Singer. Oder so. Klein, dunke wirre Haare, Hipsterbrille (bzw. eine die in den 80ern modern war), Benneton-Pulli von vor dem Krieg (also aus den 80ern) mit hoch zugeknöpftem Hemd.. man würde nicht direkt auf Punk-Rock kommen, aber: he's a punk rocker at heart und es ist fürchterlich egal, wie man aussieht, aufs Innere kommt es an und da war er punk-rocker durch und durch ;-). Wie auch schon Gaz Brookfield hat er immer vorher eine Geschichte erzählt und dann kam das dazugehörige Lied mit dem gleichen Inhalt: "this is a protest song". Sehr, sehr witzig, hat die Leute abgeholt, waren am Ende alle eine große Familie voller Nerds mit grünen Haaren – Normal wird komplett überbewertet! Wirklich unterhaltsam. Ach ja, aus Pittsburgh, Pennsylvania, USA. Und wenn man die Sachen auf youtube anhört und nicht nur er mit seiner acoustic-gitarre, hört man tatsächlich ein bisschen mehr punk!

Start um 19:10 h mit 7 Songs, hier das, was ich rausfinden konnte.

1 This is a protest song: With God on our side (meint man, man könne alles entschuldigen)
2. This is a protest song: Music Preference (das was Du da an Musik hörst, ist grottig, ist aber egal, ich mag Dich trotzdem ;-) )
3 This is a protest song: untitled song (vom Album I used to be so young - I don't sing about politics anymore)

Hier hat er dann erzählt, dass es ihm früher immer so ging, als sei eine Regenwolke über seinem Kopf, er habe in seiner Familie, in der Kirche, bei der Amerikanischen Flagge, bei allem Möglichen Rettung und Zugehörigkeit gesucht, aber nie gefunden (oohhh, armer David! Er hatte das Publikum sehr gut im Griff!), bis im irgendwann mal ein Typ mit Dreadlocks eine Greenday Kassette in die Hand gedrückt hat und er festgestellt hat, seine persönliche Rettung ist punk-rock ;-)

4 This is a protest song: Crazy, wohl eine Co-Produktion mit Frank Iero
5 This is a protest song: Western Pennsylvania (?)

Zu diesem Song hab ich den Namen leider nicht rausfinden können. Und: es kann sein, dass dann erst der Typ mit der Greenday-Kassette kam (oder er nochmal erwähnt wurde?): erzähl jedem, dass er wichtig ist und such Dir heute im Publikum einen neuen Freund, weil er Dein Leben verändern kann; der mit den Dreads und dem Tape habe jedenfalls seins verändert:

6 This is a protest song: Normal (von der neuen EP gleichen Namens)

you never got to be normal, you never got to be normal, you never got to be normal, cause you're a punk! Auch mit einem sehr schönen Publikumschor, war auch recht eingängig der Text ,-).

Zum Schluss hat er dann nochmal von seiner ihn mobbenden Lehrerin aus der 6. Klasse erzählt (science teacher), die ihm gesagt hat, das einzige wozu er tauge, wäre Müllmann. Der Song hieß auch genau so:

7 this is a protest song: sixth grade (science teacher), der er mitteilen wollte, sie sei immer noch Lehrerin, er aber sei auf MTV (naja nicht wirklich, kam dann im Nachsatz) und das war dann auch schon das Lied. Eher kurz gehalten. Ende um 19:40 h. Sehr unterhaltsam, gerne in der Nähe wieder!

Dann wurde es noch voller, die Kids waren immer noch da, viele mit Punk-Jacken und Heavy-Metal- und Grunge-Shirts, irgendwie komisch für Dave. Iron Maiden hab ich gesehen, Metallica, Nirvana, Motörhead... mit "sehr jung" meinte ich übrigens irgendwas zwischen gefühlten 15 und 17, durchaus an der einen oder anderen Stelle noch mit Eltern-Begleitung. Fühlte mich einfach so alt und dachte immer noch, ich sei vielleicht irgendwie falsch.

Freute mich jedenfalls, weil es ja jetzt endlich losgehen würde, zwei Vorbands waren mir wirklich genug, aber nein, die Leute, die da auf der Bühne standen, sahen nicht nach Dave aus und auch nicht nach der Mermaid. Zwei Herren mit etwas längeren Haaren, einer mit Tattoos am Hals (ok, hätte auch Dave sein können), kurzen Haaren, einer Jeansjacke (hätte immer noch Dave sein können) und relativ breit in den Schultern und ein Drummer, von dem ich jetzt spontan nicht mehr sagen könnte, wie er aussah: waren wohl das, was auch schon die ganze Zeit auf der Bühne als Plakat hing: Frnkiero and the patience. Die Kiddies kreischten, der Typ - Frank Iero machte Krach, konnte singen, hat er kurz auch mal gemacht, der Rest war Geschrei und zwar so gesteuert, dass man neben der Musik (also dem Krach) nichts verstanden hat, kann also bei den meisten der 11 Lieder auch nicht mal ansatzweise sagen, was er denn vielleicht gesungen haben könnte. Also Punk-Heavy-Metal-Hardcore oder so. Habe später dann gelernt – die meisten der jüngeren Besucher verschwanden nämlich nach dem Auftritt – dass er wohl mal Mitglied von My Chemical Romance war. Wer weiß, vielleicht besteht da irgendein Zusammenhang?!? ;-). Von denen haben wir auch 'ne Platte zuhause, war mir irgendwie entfallen ;-). Neben ihm auf der Bühne noch ein weiterer Gitarrist, ein Bassist sowie ein Drummer. Start um 19:54 h, Ende um 20:35 h. Vor dem Start gab es noch das übliche Instrumente- und Mikro-Testing und die beiden, die dies getan haben, haben Applaus bekommen, nette Geste, hat sie sichtlich überrascht :-). Gut, wie gesagt, die Songs hab ich nicht ansatzweise verstanden, kann ja mal aufschreiben, was ich mir notiert habe:

1 Geschrei
2 auch
3 auch
4 ebenfalls, mit melodischen Elementen
5 best friends forever (hat er angesagt, hieß also wirklich so, war aber glaub ich auch Geschrei)
6 keine Ahnung, Geschrei
7 noch mehr Geschrei
8 ging, irgendwas mit satisfaction und it ain't easy
9 Geschrei
10 ging
11 juhu, das letzte, tatsächlich sogar gesungen, gar nicht so schlimm. Hatte was. Am Anfang. Danach: Geschrei.

Dann war es endlich so weit, die Leute wurden wenigstens ein kleines bisschen älter, ich kam mir nicht mehr ganz so uralt vor und endlich, endlich, endlich starteten Dave Hause and The Mermaid. Der Typ ist einfach brilliant, er ist jemand, der mit einem Grinsen oder einem ernsten Gesicht, mit Stimme und einem bisschen Licht die Leute total in seinen Bann ziehen kann, der mit dem Publikum spielen kann und die Stimmung von party zu ernst zu besinnlich zu albern einfach mal eben umschalten kann und dieses Mal waren sogar sehr wenige Leute da, die bei den ruhigeren Liedern vor sich hin gequatscht haben. War wirklich sehr, sehr großartig. Er erwähnte am Anfang auch nochmal den tollen Auftritt im Gloria Anfang März (rockpalast hat es aufgenommen), in diesem 'fancy club', dieses Mal sei doch wieder eher nach seinem Punk-Rock-Geschmack ;-). Ich fand das Gloria sooo schlecht nun auch nicht ;-).

Start um 21:02 h nur Dave akustisch mit Heavy Heart, sehr, sehr schön. Dann mit Band und mit den Paceshifters zusammen (die Bühne war ganz schön voll) ein Tribute zum grade leider verstorbenen Tom Petty (and the heartbreakers): Won't back down. Sehr schön begleitet vom Publikum. Dann ging's weiter mit Bury me in Philly, Autism Vaccine Blues, The Mermaid und – genialer Chor – C'mon Kid, super. Jedes Mal. Wobei ich bei Dave wirklich keine Lieblingsplatte habe. Hat man bei anderen ja durchaus schon mal und meist sind es 'die älteren Sachen', die immer besser scheinen - bis die neuen auch die ältern sind ;-). Nein, bei Dave find ich jede Platte für sich toll, die letzte natürlich auch nochmal besonders, weil ich früher die Hooters nett fand (war letztlich noch auf einem Konzert, die Sachen sind nicht sooo gut gealtert, das Konzert hat aber trotzdem Spaß gemacht ;-)) und Eric Bazilian die neue Platte von Dave mit produziert hat. Weiter im Songtext mit Same Disease und dann kam Frank Iero mit auf die Bühne - ich hatte schon Angst - hat zum Glück aber nur Gitarre gespielt – und er kann ja singen, wenn er es denn dann mal tut, Beispiele hat er ja durchaus gebracht. Hier jedenfalls als Gitarrist eingesetzt, so dass Dave die Hände frei hatte: Cover von Pearl Jam, rearview mirror. Und damit das dann auch jeder weiß – musical preferences und so – hat er freundlicherweise auch die Band genannt - der song war zum selber-rausfinden. Zwischendrin irgendwann gab es noch eine etwas absurde Unterhaltung mit einem Fan über Budweiser - nicht das amerikanische, sondern das tschechische... führte irgendwie zu nix das Gespräch, auch (noch) nicht zum gewünschten song, aber der Fan wurde von Dave verdonnert, für alle Budweiser zu kaufen - das tschechische. Der Fan konnte sich dem Auftrag aber irgendwie entziehen ;-). Songtechnisch ging es weiter mit was Eigenem: Before und dann noch ein Cover, auch punk-rock at heart – und geschrieben von Rob Hyman, Eric Bazilians Kumpel bei den Hooters und gerne auch mal auf deren Konzerten gesungen: Time after Time (Cyndi Lauper). Hier fand ich den Chor auch sehr schön ;-). Dann hat er zum ersten Mal seine Mermaids vorgestellt: Gitarre Tim Hause, Keyboard/Gitarre: Kayleigh Goldsworthy, Miles Bentley am Bass und Kevin Conroy, der mit der Mütze am Anfang, an den Drums. Nach Time after Time dann Time will Tell, auch sehr, sehr schön. Danach ging's wieder um diesen .... Präsidenten der USA mit dem Song Dirty Fucker, gefolgt von We could be Kings und Benediction. 22:12 h und die Band verschwand. Zum Glück gab es noch Zugaben: Damascus, the Flinch – nochmal eine Bandvorstellung, diesmal etwas ausführlicher über das liebe Brüderlein Tim der soulmate, der guitar hero, der irgendwie immer ein bisschen beschämt guckt, und dann gab es zum Schluss noch With you und – mit wenig Licht, gedämpft, ernste Mienen, tolle Publikumsunterstützung und wunderschön: Learning to fly, nochmal Tom Petty. Ende um 22:32 h und es ging wieder um wie im Flug – was ich von den Vorbands nicht ganz so sagen konnte. Der Typ ist der Hammer und ich würde definitiv auch weiter als Köln fahren für ihn – angeblich kommt er aber im Februar nochmal nach Köln, eventim weiß davon leider noch nix.

Hier nochmal die Songs:

1 Heavy Heart
2 Won't back down (Cover Tom Petty)
3 Bury me in Phily
4 Autism Vaccine Blues
5 The Mermaid
6 C'mon kid
7 Sane Disease
8 Rearview Mirror (Cover Pearl Jam)
9 Before
10 Time after Time (Cover Cyndi Lauper)
11 Time will tell
12 Dirty Fucker
13 We could be kings
14 Benediction
---
15 Damascus
16 The Flinch
17 With you
18 Learning to Fly (Cover Tom Petty)

Wir sehen uns dann dort! Mindestens.

Hier noch ein paar Bilder:

Paceshifters The Homeless Gospel Choir
frnkiero andthe patience frnkiero andthe patience
Dave Hause Dave Hause
Dave Hause Dave Hause
Dave Hause Dave Hause
Dave Hause Dave Hause

(c) bat 10/17


Dave Hause and the Mermaid, 09.05.2019, Bürgerhaus Stollwerck, Köln

Neues Album, neue Tour. Dave, der frischgebackene Papa von zwei Jungs hat sich losgerissen von seinen beiden neuen Familienangehörigen und der Mama und ist freundlicherweise mitsamt seiner neuen Platte "Kick" auch nach Köln gereist. Neben seinem Brüderchen Tim an der Leadgitarre – und dem Rest der Mermaids ( Kayleigh Goldsworthy am Keyboard, Kevin Conroy am Schlagzeug und der Bassist war irgendwie ein anderer als vor 2 Jahren, hab leider keinen Namen gefunden) – hatte er dieses Mal sogar seinen Vater mit im Gepäck und auf der Bühne, echt besonders.

Start aber erstmal um 21:00 h mit einer Vorband, leider nicht der einzigen. Drew Thomson (The Drew Thomson Foundation) aus Kanada beglückte uns etwa eine halbe Stunde lang mit Songs. 10 an der Zahl (please, married to the night, irgendwas mit prayer, second girlfriend, pace yourself, irgendwas mit einem blue ribbon, dann was mit Vancouver, Shore, dann eins mit mermaids, Stay, hier ging es darum, dass er bei der Oma aufgewachsen ist und sie irgendwann als er in einem fernen Ort grade auf die Bühne wollte, gestorben ist ohne dass er sich nochmal verabschieden konnte). Ich fand's zunächst ganz ok, singer-songwriter-Zeugs halt mit einer kurzen Info, worum es im Song denn so geht, ein ganz sympathischer Typ, alles gut. In einer halben Stunde mit Reden 10 Songs zu schaffen, deutet darauf hin, dass er es eher mit den kurzen Stücken hält. Und auch mit eher simplen Texten. Die songs waren sich recht ähnlich und seine Stimme ging mir dann tatsächlich spätestens nach Lied drei echt auf die Nerven. War nicht so schlimm, als es dann vorbei war. Dann: nein, nicht Dave, sondern noch eine Vorband. Das nervt. Nimmt echt Überhand in der letzten Zeit. Und das mitten in der Woche, wenn man noch eine Stunde nach Hause braucht und eigentlich dann doch endlich mal den Hauptact sehen will – und das möglichst lange. Ok, wenn Dave Vorband von Brian Fallon ist, dann jammere ich nicht so rum, aber das sind dann eben die Ausnahmen von der Regel ;-).

Also dann. Vier Jungs aus München, Cadet Carter. Gesang /Gitarre Nick Sauter, der Rest hat sich nicht so recht finden lassen, nicht mal auf deren website. Erstaunlicherweise ganz gut. Bisschen Punk, bisschen Rock, gelesen hab ich, dass sie sich ein bisschen anhören wie Jimmy eat world und das stimmt tatsächlich (auch wenn ich selber nicht drauf gekommen wäre). Bislang eine Platte. Nur eine Sache passte nicht ganz und das war die Stimme des Sängers. Entweder das Mikro war zu leise oder er hat nicht genug Wumms in der Stimme, war jedenfalls gesanglich leider ein bisschen dünn. Eine durchaus angenehme Stimme, aber mir fehlte irgendwie das Volumen und die Bandbreite. Und die Stimme war auch sehr zahm im Vergleich zum Auftritt, bei dem ich irgendwie mehr Punk oder zumindest was Härteres erwartet hätte. Muss ich vielleicht nochmal vom Album (eines haben sie wohl) anhören, live wäre mehr drin gewesen, mag aber auch am Ton in der Halle gelegen haben. Haben zwischen 21:40 h und 22:11 h "nur" 8 Songs geschafft: with a little help, ?, ?, Milwaukee (hat mir gut gefallen), ?, irgendwas mit feel the same way too, loose ends und a bad few weeks. Wer die Setlist kennt, möge sich gerne melden! Und ich werd' nochmal reinhören. In jedem Fall war's ganz unterhaltsam, die Jungs als einzige Vorband und dann was länger hätte mir deutlich besser gefallen. So war's dann leider schon recht spät, bis es dann endlich mal zur Vorstellung der neuen Platte "Kick" kam.

Start Dave Hause and the Mermaids um 22:32 h . Im Übrigen hing die ganze Zeit das Bild des trotzig aussehenden kleinen Mädels über der Bühne, das das neue Album ziert. Und egal wie man guckte und egal wieviel Rauch ausgepustet wurde, immer waren da diese vorwurfsvollen, trotzigen, irgendwie grimmigen Augen dieses kleinen blonden Mädchens, das uns die ganze Zeit missbilligend zu beobachten schien.

Los ging's mit einer Art Intro-Lied. Währenddessen betraten dann Tim, die Mermaids und endlich Dave die Bühne und es ging los mit einem der neuen Lieder: The Ditch. Erstaunlich: das Publikum war auch bei den neuen Songs, die mir übrigens wieder richtig gut gefallen und auch tagelang nach dem Konzert noch durch meinen Kopf gegeistert sind, recht textsicher, mindestens was den Chorus anging, aber auch – mit vielleicht nicht ganz so vielen – bei den einzelnen Strophen. Sehr schön.

Weiter mit Autism Vaccine Blues und dem wunderbaren C'mon Kid, wo alle den Text konnten und auch mitgesungen haben. Hier hatte ich allerdings den Eindruck, dass es nicht so sehr um Melodie ging als um Lautstärke! ;-)

Dann wieder ein neues und dieses Mal am Mikro: Tim! Civil Lies. Refrain dann zusammen mit Dave, interessant. Ist mir tatsächlich beim Hören des Albums nicht in den Sinn gekommen. Aber wenn man es genau betrachtet steht auf der Platte ja auch Hause und nicht Dave Hause, also gerne mehr davon!

Weiter mit Divine Lorraine und erstmals Auftritt Daddy Hause mit Gitarre (ich meine, er hätte ihn als Jim vorgestellt, bin aber nicht ganz sicher, mal sehen, ob sich das noch auflösen lässt). Weiter mit Warpaint, auch neu und noch immer mit Dad. Wenn man sich die Liste der Songs aus den vorherigen Konzerten so anschaut, hat er immer mal wieder andere ausprobiert, erwartet hätte ich tatsächlich eher die eingängigeren wie Weathervane oder Eye, Aye, I, aber ich muss sagen, dass die Auswahl, die sie für Köln getroffen haben, auch was für sich hatte, waren alle live toll, wenn es vielleicht auch nicht diejenigen sind, die einen beim Album-Hören sofort anspringen, sondern erst in der zweiten Runde. Und die anderen waren vermutlich schon getestet..

Weiter mit The Flinch und Bearing down, hier erinnerte er an einen Songwriter und guten Freund, der vor etwa einem Jahr gestorben ist, Grundthema Depressionen.

Danach verschwanden die Mermaids von der Bühne und nahmen auch Herrn Hause senior mit. Woraufhin im Publikum jemand brüllte "where's Dad?" was Dave zunächst mal nicht oder falsch verstand: "who's dead?". Wurde dann zu einer Diskussion, ob der Typ vielleicht ihr Manager sei und wen er denn schon gemanaged hat und dass man sich das ja vielleicht mal merken könne. Das Licht ging während des Gesprächs an, Dave fragte nach dem Namen des Schreihalses, dieser tauchte ab und Dave grinste und meinte, jaja, erst schreien und wenn es dann ernst wird, haben sie Angst: "oh please don't turn ze lights on" (sehr schön gelungener deutscher Akzent ;-))..

Weiter dann also mit den Hause-Brüdern und Shaky Jesus, schön auch in dieser akustischen Version, auch zu finden auf der letzten EP. Danach erzählte er, dass er bei Paul Simon gewesen sei und es ihn kolossal genervt hat, als Leute während des Konzerts gequatscht haben und dass Paul was Schönes gesagt hätte: wenn sich alle nur ein bisschen mehr anstrengen würden, könnte die Welt ein Paradies sein – was ihn später, als er seine Notizen vom Tag durchgegangen ist, dazu inspiriert hat, paradise zu schreiben, den nächsten Song. Den hätten sie übrigens aufgenommen mit Wumms und ganz viel Geld, das die Aufnahme gekostet hat – um dann festzustellen, dass er sich akustisch eigentlich noch viel besser anhört… tja, so kann's gehen. Ich mag es mit Band und in der akustischen Version war es auch sehr schön. Er fing also an zu singen – und genau vor ihm in der zweiten Reihe stand ein Typ und quatschte mit seinem Nachbarn. Dave hypnotisierte ihn, Tim musste grinsen, drumherum starrten den Typen alle an, er merkte nix und quatschte weiter – laut. Bei einem akustischen, ruhigeren Stück echt nicht wirklich unauffällig. Bis ihn dann einer der Umstehenden auf die Schulter tippte und darauf aufmerksam machte, dass jetzt Schweigen angesagt sei (oder mitsingen). Dave unterbrach den Song, grinste und meinte: wenn jeder sich nur ein bisschen anstrengt und sich um die anderen kümmert ist die Welt ein schönerer Ort.. ;-). Da hat der Jung bei der Paul-Simon-Geschichte wohl nicht zugehört - oder hatte zu viel Bier? :-)…

Dann kam ein kurzer Gruß in Richtung der Revival-Tour-Kollegen (Brian Fallon, Dan Andriano, Chuck Regan) und dass er ja damals so blöd war und gar nicht wusste, was der Rockpalast (damals in der Live Music Hall) denn so bedeutete – und einer tollen Version von Prague, vermutlich damals auch gespielt (muss mir das nochmal anschauen, war leider damals noch nicht dabei, obwohl ich sie mittlerweile alle außer Dan Andriano solo live gesehen habe, war in der Kombi vermutlich wirklich der Hammer).

Dann kamen die Mermaids zurück und sie spielten Hold out your hand (cover) und Time will tell, wieder toller Chor, eher laut als schön. Zum Schluss noch Dirty Fucker, bei den letzten beiden Songs riss dann der Damm und man bildete einen Schubskreis, leider etwas brutaler und zu nah an mir dran als es mir lieb gewesen wäre, werde dann wohl doch lieber wieder etwas seitlicher von der Bühne meinen Platz suchen. Wer direkt davor steht, ist selber schuld und verletzt wurde auch niemand, alles gut, nur nicht mehr so entspannt, wenn man damit rechnen muss, dass einem jemand mit Anlauf auf den Fuß springt ;-). Um 23:45 h war es dann leider schon vorbei, aber es gab zum Glück Zugaben: erstmal das ruhige, wunderschöne und gemeinsam geschriebene Fireflies, nur vorgetragen von Dave und Tim. Leider war das Hopspublikum ein bisschen zu sehr aufgeheizt und hat dem Song nicht die Stille gegeben, die es verdient hätte, war aber trotzdem sehr schön. Dann kamen die Mermaids nochmal auf die Bühne und Dad Hause und Drew und noch ein weiterer Mensch mit Kappe und alle zusammen sangen Saboteurs, kam auch sehr, sehr gut an. Den Schluss bildeten With you und We could be kings, beide wieder mit begeistert hopsenden Wilden, so dass ich sie nicht ganz so entspannt genießen konnte wie gewollt, aber egal, es war es ein super Konzert, ich hab bei Dave immer den Eindruck, dass ein Konzert das nächste übertrifft. Ende leider um 00:04 h nach gut 1,5 Stunden. Das nächste Mal gerne eine oder zwei Vorbands weniger und mehr Hauptact!

Bis zum nächsten Mal – hoffentlich bald und Grüße nach Do an Lara

Songs:

The Ditch
Autism Vaccine Blues
C'mon Kid
Civil Lies
Divine Lorraine
Warpaint
The Flinch
Bearing Down
Shaky Jesus
Paradise
Prague
Hold out your hand
Time will tell
Dirty Fucker
--
Fireflies
Saboteurs
With you
We could be kings

(c) bat 05/19

Hier wie immer noch ein paar Fotos:

(c) bat