Die folgenden Konzerte habt Ihr zur Auswahl:

The Gaslight Anthem, 26.10.2010, E-Werk, Köln

The Gaslight Anthem, 25.10.2012, E-Werk, Köln

The Gaslight Anthem, 01.04.2013, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf

The Gaslight Anthem, 20.08.2013, Zeltfestival, Bochum

The Gaslight Anthem, 29.10.2014, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf

Brian Fallon and The Crowes, 19.04.2016, Live Music Hall, Köln

Brian Fallon and the howling weather, 28.02.2018, Live Music Hall, Köln

The Gaslight Anthem, 29.07.2018, Palladium, Köln

Brian Fallon, 12.02.2019, Christuskirche, Bochum


  foto (c) bat: Gaslight Anthem am WerkThe Gaslight Anthem, E-Werk, Köln, 26.10.2010     

Dieses Mal nichts Ausführliches, nur kurz die Fakten: Es war geil, richtig, richtig gut. Aber live sind die Jungs wie ein Eichhörnchen auf Speed (kennt ihr "ab durch die Hecke"?). Sehr, sehr genial, der Sound war allerdings nicht sooo gut, mir war die Stimme zu leise und die Gitarren zu laut, lag vielleicht auch dran, dass ich oben stand.

Vorband Sharks: 20:00 - 20:30 h. Ganz nett, aber unspektakulär.

Vorband Chuck Ragan mit Jon Gaunt. Wow, der Typ hatte vielleicht eine Bühnenpräsenz, obwohl er alleine war mit akustischer Gitarre und diesem genialen Geiger mit dem Zottelbart und den Zottelhaaren. Echt gut. Folk halt. Rev Hammer goes America. Hat mir gut gefallen, ist aber wie bei Rev, kann man nur hören, wenn man dazu aufgelegt ist ;-). Von 20:45 h - 21:30 h.

Gaslight Anthem mit Start um 21:50 h. Ende Hauptset um 23:00 h. Und ohne wenig Federlesen Zugabe von 23:00 bis 23:30.

Songs, soweit ich sie auf die Reihe bekomme - bin nicht ganz sattelfest bei der ersten CD:

High lonesome

Boxer
Bring it on
Diamond church street choir
Old white lincoln
Even cowgirls got the blues
1930
We came to dance
Stay lucky
The queen of lower Chelsea
Miles Davis and the cool
Film noir
Blue Jeans & white T-Shirts (? irgendwas mit I love you forever)
Great expectations
Spirit of Jazz
I'da called you Woody, Joe
Meet me by the river's edge
Wooderson
We did it when we were young
The 59 sound

----Zugaben----

She loves you
American slang
? Medley mit House of the rising sun in der Mitte
Casanova! baby
The patient Ferris wheel
Here's looking at you, kid
The Backseat

Von 3 Alben (und einer EP) mit insgesamt ca. 39 songs haben sie während des Konzerts 27 runtergeprügelt. Ordentliche Quote. Alles von der 59 sound, bis auf 2 songs alles vom neuen Album und dazu noch mindestens 4 von der ersten CD (und bei diesem Medley war auch noch irgendwas verwurschtelt, was ich nicht weiss, erwarte also Info ;-) ). Das muss erstmal einer nachmachen! ;-)

foto (c) bat: Brian in action 1 foto (c) bat: Brian in action 2

(c) bat 10/10


  foto (c) bat: die Band in AktionThe Gaslight Anthem, E-Werk, Köln, 25.10.2012     

    

Ok, ich stelle fest, ich war ein wenig zu wenig ausführlich beim letzten Gig, muss das also dringend nachholen. Fotos diesmal nicht so doll, weil mitten im Gewühl, hatte keine Lust auf Empore. Starten sollte man allerdings am Anfang, hier also bei den Vorbands. Support Nr. 1 war Dave Hause, sagte das Banner, das man auf die Bühne gehängt hatte. Besagter Dave, Sänger der Band The Loved Ones, scheint im letzten Jahr als Revival Tour (alle singen alles, auch von den anderen - hört sich an wie Red Sky Coven und eine große Menge Spaß, hätte ich gerne gesehen!) zusammen mit Brian Fallon, Dan Andriano (Alkaline Trio), Chuck Ragan (Hot Water Music) auf Tour gewesen zu sein, daher wohl auch hier als Vorband dabei - wie vor zwei Jahren Chuck Ragan. Ich kannte ihn nicht, ein guter Teil des Publikums aber schon und er hat auch verdient, dass man ihn kennt, da muss ich wohl mal ein wenig in den Punkrock von The Loved Ones einsteigen. Sehr engagiert und laut vorgetragene Songs, hat echt die Bühne gerockt und dass, obwohl er ganz alleine war mit seiner Gitarre (man elektrisch, mal akustisch - und die CD ist echt genial!).

Start um 20:00 h, Ende um 20:30 h, Setlist:

Drag you down
Melanin
Autism vaccine blues
Time will tell
(acoustic guitar)
Prague (acoustic guitar)
The bridge (acoustic guitar, von The Loved Ones)
C'mon kid (acoustic guitar)
Resolution (wow!)

Um 20:50 h dann Start der nächsten Vorgruppe, wieder wurde das entsprechende Banner hinter der Bühne hochgezogen: Blood Red Shoes aus England. Steven Ansell, Gesang und Drums und Laura-Mary Carter, Gitarre und Gesang. Mittlerweile 3 CDs, gegründet 2005. Der Gesang der beiden ergänzt sich super, war wirklich spannend, aber doch sehr anders als das, was The Gaslight Anthem machen. Dave Hause war da ähnlicher. Vielleicht hätte man tauschen sollen?

Einsortieren kann ich die Musik nicht wirklich, Trommeln (ich mag Trommeln ;-) ) und Gitarre eben. Alternative? Indie? Irgendwas dazwischen. Laura-Mary's Stimme hat mich streckenweise an Björk erinnert - aber im positiven Sinne ;-). Das Drumset von Steven stand übrigens vorn an der Bühne seitlich zum Publikum, gesungen hat er aber in Richtung Publikum. Also nicht nur beim Singen trommeln, sondern auch noch in eine andere Richtung gucken, wow. Wenn das kein Multitasking ist, dann weiß ich auch nicht ;-).

Setlist - die Titel wurden meist von Steven angesagt und wenn nicht hab ich - fast immer - beide doch gut genug verstanden um mit dem Textstück, das ich ergattert habe, das Lied im Nachhinein wiederzufinden. Gleiches galt übrigens auch für Dave. Nicht hingegen für Brian. Aber ich schweife ab. Setlist war das Thema:

? (hier war ich noch nicht vorbereitet... ;-) Hilfe wird gerne entgegen genommen)
Say something say anything
Lost kids
Light it up
This is not for you
Cold
Here it's happening again
(TGA gewidmet, geht um Twin Peaks)
I wish I was someone better
The way it goes
Geschrei und Gedresche
(je me perds könnte es gewesen sein das "Lied", ging jedenfalls gar nicht!)

Schade, wenn sie es mit dem letzten Song nicht ruiniert hätten, hätte mir der Gig sehr gut gefallen, so war's nur gut. Werde aber auf jeden Fall nochmal genauer reinhören, sind mir hier erstmalig begegnet.

Ende um 20:30 h. Umbau - neues Banner, Drumset aus dem Weg - bis 21:55 h, dann ging es endlich los mit The Gaslight Anthem und zwar erstaunlicherweise nicht mit Handwritten oder 45, was ich erwartet hätte, sondern mit Mae! War sehr genial! Weiter mit Casanova, baby! und Old White Lincoln. Wow, was für ein Start! Übrigens war's ausverkauft, auch der Zusatzgig am Tag später. Ich hoffe nur, ich muss sie mir nicht demnächst in größeren Hallen ansehen, darauf hätte ich ja so gar keine Lust - auch wenn ihnen der Erfolg natürlich gegönnt sei... aber vielleicht lieber viele kleine nette Gigs hintereinander in einer Stadt statt ein großer? Bitte, bitte! ;-)

Weiter mit 45, ich war sehr zufrieden. Dann fing Brian an zu reden, tatsächlich, er redete. Hat er vor zwei Jahren definitiv nicht getan. Diesmal irgendeine wirre Story über Van Morrison, gefolgt vom Diamond Church Street Choir. Danach das wunderschöne Handwritten und wieder eine Story (meine Güte, der Mann wird noch zur Quasselstrippe!) über eine Zwangsverpflichtung Fugazi zu hören und dass er es blöd findet, immer alles zu tun und zu haben und zu hören, was alle tun (Fugazi sei aber trotzdem geil). Nun ja. Jetzt begann der Teil des Konzerts, in dem ich mir gewünscht hätte, dass der Gesang von Brian im Vergleich zur Musik vielleicht doch etwas lauter gewesen wäre. Ich bin noch immer nicht soo verliebt in die erste CD der Jungs wie ich es in die anderen drei bin.. irgendwie sind die Melodien - vermutlich, weil ich sie noch nicht -zig mal rückwärts gehört habe - nicht sooo gut direkt an den ersten 5 Tönen erkennbar, wie es bei den anderen Stücken der Fall ist. Also hätte mir ein wenig Text als Hinweis geholfen. War aber doch eher schwierig, denn Brian war mir eindeutig im Verhältnis zur Musik zu leise. Daher wurde es etwas dünn und ich musste mir von setlist.fm helfen lassen - Dank dafür ;-). Weiter ging's es jedenfalls mit I'da called you Woody, Joe, danach Angry Johnny & The Radio gefolgt von Even Cowgirls get the blues. Ich bin recht sicher, dass danach noch ein Song kam, kann aber nur raten: Red in the morning? Setlist.fm sagt, dass ich mir dieses Lied eingebildet hab und direkt danach Too much blood kam. Glaub ich aber irgendwie nicht. Too much blood erinnert mich immer sehr an Jeff Healey, welches Stück genau, hab ich noch nicht packen können. Ok, Schluss mit dem Blues, zurück zum Rock: Howl, Biloxi Parish waren die nächsten. Zwischendrin gab es nochmal einen Redeanfall von Brian, diesmal unterstützt mit einer Gummi-Totenmaske, die Story hab ich aber leider nicht verstanden - kann am Gummi über dem Mund gelegen haben ;-). Weiter mit Film noir (das mich noch einen Tag später verfolgt hat, ich hab's nicht aus dem Kopf bekommen) und Wherefore art thou, Elvis? (sagt setlist.fm). Danach wieder zurück zur Sink und Swim mit Wooderson und zurück zur aktuellen Platte mit Here comes my man. Alles war schön im Klatschmodus - was dem folgenden Lied nicht sooo gut getan hat. Brian wollte gerne Here's looking at you kid spielen. Die Leute wollten dazu klatschen - leider nicht ganz im gleichen Rhythmus. Brian brummelte, solle man verbieten sowas und das wäre immer, wenn sie das eine nach dem anderen Lied versuchen würden und überhaupt und dann eben nicht, brach ab und spielte stattdessen Blue Daliah. Selber schuld! ;-). Danach dann der nächste Versuch mit Here's looking at you kid und diesmal war's erfolgreich ;-). Danach gab's noch Back Seat und vorher schon die Ankündigung, dass dieses ja der letzte song sei. War er dann auch, sie verschwanden um 23:20 h, kamen aber nach einer recht langen Pause wieder und präsentierten gem. Brian einen neuen song: Our fathers' sons, war ok, muss ich nochmal hören. Danach - zusammen mit Dave Hause - American Slang gefolgt von We came to dance und dann die beiden ohne die ich nicht gegangen wäre: Great Expectations und 59 sound. Schluss um 23:50 h. Sehr schön!! Leider keine Karte für den Folgetag, dafür aber eine für April.

Cu soon!

(c) 10/12 bat


  Foto von Gaslight Anthem aus DüsseldorfThe Gaslight Anthem, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf, 01.04.2013     

    

The Gaslight Anthem waren schon wieder da, in einer Halle, mit einem kompletten Konzert-Set bevor sie wieder die Festivals der Umgegend unsicher machen. Sehr schön, bei Festivals ist mir das alles immer viel zu kurz, war also sehr erfreut, als ich den Konzerttermin gefunden habe (übrigens auf dem letzten Konzert, letztes Jahr im  Oktober, als ich darauf wartete, dass sie endlich anfangen). Parken ging diesmal sogar einigermaßen, dafür waren die Vorbands diesmal aber... mäßig. Eigentlich eher ungewohnt für die Jungs, die mit Chuck Ragan und Dave Hause im letzten Jahr natürlich auch einiges an Maßstab gesetzt haben - sogar Blood Red Shoes möchte ich hier nochmal lobend erwähnen und das obwohl auch hier nur eine Gitarre und ein Schlagzeug Musik (!) machen. Aber dazu später mehr.

Start um 19:25 h mit Apologies, I have none. Hätte ich nicht vorher nachgesehen, hätte ich auch so gehört, dass die vier Jungs definitiv aus GB stammen und nicht aus USA ;-). Apologies, I have none sind Dan Bond (Gesang, Gitarre), Josh McKenzie (Gesang, Gitarre), Pj Shepherd (Bass), Joe Watson (Drums), aus London. Gegründet 2007 von Dan und Josh, mittlerweile auf 4 Mitglieder angewachsen, erstes Album mit Namen London veröffentlicht in 2012, davon die eine oder andere EP. Näheres auf der Homepage, Link dazu siehe hinter dem Bandnamen. Die beiden Gitarristen singen abwechselnd, mal der eine mehr, mal der andere. Beide mit echt schönen Stimmen, insbesondere Josh erinnerte mich am Beginn des einen oder anderen Songs an Tom DeLonge (in der Blink 182-Version), passend dazu auch die Melodieführung (insbesondere bei Clapton Pond)- wohlgemerkt am Anfang der Songs, denn dann... kommt der Punk im Rock und es wird laut ;-). War durchaus ok, mir allerdings war der Songaufbau doch oft zu ähnlich, daher irgendwann etwas langweilig. Die Jungs durften bis ca. 20:00 h spielen, 8 songs, Song Nr. 2 könnte Still sitting tight gewesen sein, zumindest war es irgendwas mit "it's alright", song Nr. 8 war Long Gone und Nr. 9 war Clapton Pond, alle drei vom neuen Album. Die restlichen hab ich leider nicht erkannt - eben mehr Punk als Rock, daher textlich nicht gar so deutlich zu verstehen.. Setlist gerne, sofern sie jemand hat. Werde auf jeden Fall nochmal reinhören in die "London".

PS: hab ich getan, die Platte ist großartig, wollte sie gerne bei Bochum Total sehen, hab's aber verpennt. Gerne aber wieder live, wenn sie irgendwo in der Nähe sind!

Dan gestand gegen Ende des Sets, dass er sich sehr freut, er sei nämlich großer Japandroids-Fan - man sah ihn dann auch im Hintergrund auf der Bühne - und zwar tapfer bis zum Ende während seine Bandkollegen zwischendrin aufgegeben haben. Was ich total gut verstehen konnte...

Nun dann, Japandroids. Aufbau, Test um 20:08 h - noch ok. Start dann um 20:15 h. "Hi, I'm Brian, that's Dave, we're from Vancouver, British Columbia, Canada" sagte der Gitarrist und stellte sich und den Drummer vor. Soweit so gut. Dann hörte es aber auch auf. Noiserock. Sicher ist es total schwierig zu singen und gleichzeitig Schlagzeug zu spielen und dann auch noch so furios. Nur finde ich es irgendwie nett, wenn es auch noch Melodie hat. Hatte es aber nicht. Es wechselten sich ab Gedresche (auf unschuldige Trommeln und irgendwie auch auf die Saiten der Gitarre) mit Geschrei. Wobei das Geschrei von Brian King noch ok war, das Geschrei - und auch der Gesang - von David Prowse nicht so. Hatte was von diesen Backenhörnchen-Filmen, deren Stimmen irgendwie höher und schneller gedreht werden. Nicht schön. Sprechen war dagegen nett, war nur selten. Nun ja. Wie gesagt, war bestimmt anspruchsvoll. Und Gaslight Anthem scheinen Vorbands mit wenig Gedöns zu mögen, denn dann geht das mit dem Abbau schneller, bei letzten Mal auch. Blood Red Shoes nur mit Schlagzeug und Gitarre und Dave Hause akustisch war auch recht anspruchslos was die Instrumente anging. Sooo schade, dass er nicht Gast war, wo er doch ohnehin grade hier unterwegs ist, wie z.B. am 29.04. in Münster (da wäre ich ja soooo gerne, aber ich darf auf einen Geburtstag...). Egal, dann lieber eine halbe Stunde mehr Aufräumen als so ein Gedresche nochmal anzuhören. Gruselig. 10 "Songs" bis um knapp 21:00 h. Am schönsten noch das Gitarrensolo von Brian als bei Lied 6 irgendwas an Dave's Schlagzeug kaputt war. Dabei mag ich Trommeln eigentlich total gerne. Eigentlich. Im übrigen hab ich aber bestimmt einfach keine Ahnung, denn in Kanada sind die Jungs sogar so weit gekommen, dass die Vancouver Canucks einen der Songs des zweiten Albums als Einzugsmusik ausgesucht haben (The house that heaven built). Naja, für's Anheizen von Massen ist das ooohhhh und dann wieder Gedresche auf die Trommeln bestimmt auch richtig gut! Den Song haben sie übrigens auch gespielt - war eines der erträglicheren, glaub ich. Alles in allem aber so gar nix für mich.

Um 21:30 h dann endlich The Gaslight Anthem und zwar mit dem Intro von Guns N' Roses' Paradise City, die Jungs trödelten auf der Bühne ein, zuerst Benny Horiwitz, Drums, dann die anderen: Brian Fallon, Gitarre und Gesang, Alex Rosamilia, Gitarre, Alex Levine, Bass, und noch ein weiterer Mensch mit Gitarre stürmten die Bühne und fingen direkt an mit High Lonesome - aha, also eine andere Setlist als im Oktober. Sehr schön. Weiter direkt mit 59 sound, Old white Lincoln und Even Cowgirls got the blues. Huch, erstmal weg mit allem, was '59 sound heißt? Egal, war geil. Auf der Bühne standen links allein und einsam in seiner St. Pauli-Weste Alex und auf der rechten Seite die drei anderen, Sound war ok, zumindest war Brian dieses Mal nicht zu leise, die Gitarre von Alex hätte man besser hören können, ist leider ein bisschen untergegangen. Nach dem Ausflug in die '59 sound wagte sich Brian daran, zu reden. War nicht wirklich sinnvoll, irgendwas von "Hallo Ihr dahinten" und man muss mit den Leuten eine Beziehung aufbauen, inhaltlich jetzt nicht sooo erhellend ;-). Egal, ich freu mich immer, wenn er überhaupt spricht. Zum einen stehen die Jungs für Fotos dann endlich mal still und zum anderen ist das Konzert dann nicht ganz so schnell vorbei, denn die Herren haben ein echt halsbrecherisches Tempo, mit dem sie durch die Songs jagen - da kommt man kaum zum applaudieren, schon fängt der nächste Song an. Irre. Nach der Story-Unterbrechung dann also ab auf die Sink or Swim mit Boomboxes and dictionaries (hat Brian tatsächlich sogar mal angesagt!), Red in the Morning, I'da called you Woody, Joe und 1930. Damit wir aber die neue Platte nicht ganz vergessen, kam hier endlich das geniale Handwritten von der gleichnamigen aktuellen Platte, die ich wirklich sehr, sehr gelungen finde, eine Steigerung seit Album Nr. 1, auch die Texte haben nicht mehr ganz so viel Maria und Radio ;-). Nun im Sinne der Setlist aber wieder eher sortenrein zur American Slang mit Diamond Church Street Choir, Orphans, Queen of Lower Chelsea (genial!) und Old Haunts.

Danach haben sie wieder geredet - und zwar gab es wohl ein Mädel im Publikum, das bereits bei 40 Konzerten war. Wow! Wurde dann nach vorne gerufen - nein, sie durfte nicht auf die Bühne, die grimmigen Aufseher vor der Bühne hatten was dagegen, aber Brian ist so nah wie möglich ran und hat ihr eine unterschriebene Trommelhaut geschenkt - so sah's zumindest aus. Er machte sich dann noch Sorgen um ihren Job und dass sie auf sich aufpassen solle - sehr freundlich ;-). Zur Belohnung gab es außerdem noch ein Stück, das sie selten spielen, und das wieder angesagt wurde: Wherefore Art Thou, Elvis von der Senor and the Queen-EP. Nun kamen wir dann also auch endlich mal zur neuen CD mit 45 (yeah!), Here comes my man (hier hatte das Publikum eine Menge Spaß, wie auch schon bei Handwritten). Dann das mich immer noch an Jeff Healey erinnernde Too much blood. Nicht mein Liebling, live aber hier erfreulich gut. Danach: Great expectations! Bei diesem Song gab es natürlich auch wieder einen schönen Chor ;-). Direkt ineinander ging dieser Song über in Keepsake - und dann war es schon 22:47 h und das Hauptset war vorbei. Kam mir viel zu kurz vor!! Zum Glück gab es noch eine Zugabe, leider aber tatsächlich nur eine: Howl, Mulholland Drive, Here's looking at you, kid (wow! Diesmal das einzige langsame, nix mit Mae oder We did it when we were young..., aber natürlich trotzdem sehr, sehr schön). Und zum Schluss nochmal etwas mehr Tempo, ebenfalls von der '59 sound: The Backseat. Schluss um 23:05 h. Nur eine Zugabe, viel zu kurz, auch im Vergleich zum Konzert im Oktober, da haben sie fast 2 h geschafft. Jungs, das darf nicht einreißen! Aber ein wirklich anderes Set, Schwerpunkt ausgewogen zwischen der '59 sound und der Handwritten. Nett, wirklich nett und es verging wie im Flug - kein Wunder, war ja auch gar nicht mal so lang. Bisschen sortenrein, gemixt ist netter, aber mal was anderes. Sound nicht ideal, aber um Längen besser als im Oktober im E-Werk. Bitte wiederkommen und nicht nur auf Festivals ;-). Nur das mit dem Parken an dieser Halle müssen wir noch üben, habe ewig gebraucht, um von diesem Parkplatz wieder runter zu kommen.

Fotos nicht soo gelungen, dafür bestimmt wieder auf Sparklingphotos.de

cu in Bielefeld im Juli

(c) 04/13, bat


TGA auf der Bühne  The Gaslight Anthem, Zeltfestival, Bochum, 20.08.2013     

    

War wohl nix mit Bielefeld, die Karte hängt noch unbenutzt am Kühlschrank, denn ich war in Prag - auch schön, wenn nicht gar schöner, aber ohne TGA. Dafür also jetzt bei Vollmond Zeltfestival Kemnade.

Tolles Wetter, nettes Gelände, Riesenzelt mit zwei großen Leinwänden links und rechts der Bühne, hinten sogar Sitzplätze. Erhöhte Bühne, alles sehr schön, vor allem: keine Vorband. Obwohl ich eigentlich bei TGA bisher bis auf eine Ausnahme nur gute Vorbands gesehen habe, allen voran Dave Hause, den ich mir hoffentlich auch am 26.11. in Köln anhören werde. Hier aber eben ohne. Pünktlicher Beginn um 20:30 h. Wie immer wird Sprechen überbewertet und wenn gesprochen wird, ist es Blödsinn ;-). Stimmung super, endlich mal Gesang vom Publikum, den man auch gehört hat (naja, wenn ich drei Lieder spiele, die mit Heyheyhey oder so ähnlich anfangen, kann das auch ein deutsches Publikum ;-) ). Hat mir wirklich gut gefallen - war nur wieder, wie ebenfalls immer - viel zu kurz, die Jungs haben einfach kein Durchhaltevermögen mehr und machen immer schlapp nach 1,5 h. Das geht so nicht! Die Setlist war ungewöhnlich, viele alte Sachen, fast nichts von der 59 sound (auch nicht meinen Lieblings-Titelsong von der Platte, buh!), dafür eben viel von der Sink or Swim und von der EP Senor and the Queen.

Hmm. Die Sink or Swim wird nicht meine Lieblingsplatte. Die Songs sind, keine Ahnung, irgendwie... unfertig, ohne Linie, strubbelig...haben längst nicht so einen hohen Wiedererkennungswert alleine durch die Melodie wie mindestens die songs der letzten beiden Alben. Deshalb nicht unbedingt schlecht, aber die anderen Sachen sind für meinen Geschmack um Längen besser, klare Steigerung. Bin gespannt, wie das neue Album wird. Brian hat angekündigt, dass sie jetzt ins Studio gehen würden, um daran zu arbeiten und dass wir sie daher mindestens ein Jahr nicht sehen würden (schlecht, gaaaanz schlecht).

Mal abwarten, ob sie das auch durchhalten. Ansonsten dreimal Rumgeblödel, einmal Info über die neue Platte, einmal wegen des Songs Halloween (Ihr kennt die Seiten, auf denen man den Song runterladen kann) und Rumgealber mit einem Mädel, das wohl Dauerfan ist, alle Texte kann, dem aber beim Plaudern mit Brian die Worte fehlen... die Arme, eine Pizza soll sie ihm auch noch schulden ;-). Drittes intermezzo war irgendwas mit Büschen und Unterwäsche, will ich nicht weiter ausführen ;-). Redestart aber erst, nachdem die ersten 5 songs "geschafft" waren. Also, setlist. Start mit dem genialen Handwritten und mit diesem Song als opener hatten sie das Publikum direkt: "whoho, whoho, whohohohohohohoho" ;-). Danach direkt eins von der Sink or Swim: We came to dance. Dann Mulholland Drive und wieder was zum Mitgröhlen: Howl. Gefolgt von Biloxi Parish. Hier dann erste Story, bzw. Info über die geplante Platte. Danach wieder was zum Stimmung-machen: '45, genial. Danach besagtes Halloween, definitiv kein neuer Song, auch nichts für die nächste Platte, vermutlich hat's insbesondere die Hardcore-Fans gefreut, wie auch das nächste, Blue Dahlia. Danach Old Haunts und das Jeff-Healey-Gedächtnislied: Too much blood (sogar angekündigt hat Herr Fallon es). Danach The patient Ferris Wheel und zwei von der o.g. EP: Blue Jeans and White T-Shirts (nur Gitarren, sehr nett) und Wherefore art thou, Elvis?. Weiter mit Queen of Lower Chelsea und wieder zurück zur Sink or Swim mit I could'a been a contender, eines der netteren. Danach wieder was für die Stimmung: Here comes my man, gefolgt von great expectations, neben patient ferris wheel wirklich das einzige von der 59 sound. Aber man kann ja nicht immer das gleiche spielen (naja, New Model Army würden glaub ich geköpft, wenn sie nicht Green and Grey spielen würden ;-) ). Zum Schluss des Hauptsets noch American Slang, bis 21:47 h. Zugaben: Diamond Church Street Choir, She loves you und 1930. Schluss um fast Punkt 22:00 h. Ich hoffe für sie, dass sie nicht länger durften... schade, hätte noch Stunden bleiben können ;-).

Den Veranstaltungsort fand ich auch richtig nett, allerdings geht es gar nicht, dass es im Zelt keine Toiletten gibt und man auch keinen Zugang zum Festivalgelände hat, sondern einmal ums komplette Zelt wandern müsste. Wenn man das während des KOnzerts tun muss, ist das Konzert vermutlich rum, wenn man wieder angekommen ist! War aber auch der einzige Nachteil (der sich vermutlich auf den Getränkeverkauf im Zelt negativ ausgewirkt haben dürfte.. also: selber schuld! ;-) ).

Gerne wieder, hoffentlich nicht erst in einem Jahr!

Hier nochmal die Setlist:

20:33 h

Handwritten
We came to dance
Mulholland Drive
Howl
Biloxi Parish
'45
Halloween
Blue Dahlia
Old haunts
Too much blood
The patient ferris wheel
Blue Jeans and white T-shirts
Wherefore art thou, Elvis?
Queen of Lower Chelsea
I could'a been a contender
Here comes my man
Great expectations
American Slang

21:47 h

Zugaben:

Diamond Church Street Choir
She loves you
1930

22:00 h

Brian Fallon Bandfoto Gaslight Anthem
Gitarrist Gaslight Anthem Alex Rosamilia

(c) bat 08/13


  Foto von Gaslight Anthem aus DüsseldorfThe Gaslight Anthem, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf, 29.10.2014    

    

Etwas stressig, diese Woche, aber was soll's? Gaslight Anthem in Düsseldorf. Hmm. Ich mag diese Halle nicht und auch die Akustik nicht, aber das mit dem Parken und dem Besser-Hinkommen hab ich zumindest schon mal optimiert, weil sie scheinbar in Köln nicht mehr auftreten, seltsam... Egal

Start mit der ersten Vorband, Bayside, um 19:30 h. Und wie ich es schon geahnt hatte: miserabler sound, Gitarren viel zu laut, Stimme des Sängers viel zu leise - in den Parts der Songs, in denen sich die Instrumente zurückgenommen habe, war er gut zu hören, hatte eine durchaus schöne Stimme, aber der Soundmix war leider gar nix, schade. Bayside selber sind aus New York, wie der Sänger und auch der Gitarrist mehrfach erwähnten, gegründet wohl schon 2000, aber mit unterschiedlichen Besetzungen. Aktuell sind dies Anthony Raneri (Gesang und Gitarre), Jack O'Shea (Leadguitar), Nick Ghanbarian (Bass), Chris Guglielmo (Drums); alle mit netten Tattoos, Musikrichtung Rock/Punk/Indie. Haben mit wirklich viel Energie den Auftritt hingelegt, die Songs hätten mir noch besser gefallen, wenn ich den Sänger mit der schönen Stimme auch verstanden hätte. Werde auf jeden Fall in die Platten mal reinhören. Haben mittlerweile schon 6 Albem, ich bin nicht sicher, ob ich es hinbekommen werde, die 7 songs richtig hinzubekommen:

1 Boy
2 Montauk
3 Stuttering
4 Duality
5 Mona Lisa
6 Pigsty
7 Devotion and desire

Schluss um 19:58 h, Umbau für Deer Tick. Hätte ich gut drauf verzichten können und hätte mir stattdessen mehr Bayside mit besserem Sound gewünscht. Naja.

Nächste Vorband also Deer Tick. Start um 20:15 h - 21:00 h. Wir quälten uns durch 11 Lieder, zum Teil sogar ganz nett, aber warum wurde dieser Sänger Sänger? Warum hat man dem Drummer erlaubt zu singen? Warum durfte nicht der Gitarrist (oder war es der Bassist? Auf jeden Fall der mit dem hässlichen Hemd) singen? War zwar auch nicht schön, aber wenigstens schöner! Egal. Sachlich: Band mit Menschen mit komischen Klamotten (Anzüge mit zu kurzen Hosen, Hemden und hässliche Krawatten oder hässliche Hemden ohne hässliche Kravatten, Sänger mit pinkem Sakko und mintgrüner Gitarre, ein Traum). Die Band stammt - hätte ich nicht gedacht - auch aus den USA, Musikrichtung? Kann ich gar nicht sagen. Folk/Punk/Indie/Schräg? In jedem Fall originell und mit nichts zu vergleichen, auch wenn es mir persönlich vielleicht nicht gefallen hat. Aktuelle Besetzung der schon seit 10 Jahren existierenden Band: John McCauley (Gesang, wenn man es denn so bezeichnen möchte und Gitarre), Christopher Ryan (Gesang und Bass), Dennis Ryan (Schlagzeug, Gesang), Ian O'Neill (Gitarre und Gesang). Direkt beim ersten Lied mit Bontempi Heimorgel hab ich ein bisschen Angst bekommen, war aber dann in Summe doch nicht ganz so schlimm (zumindest was die Orgel anging, der Rest war ganz einfach nicht meins). Das eine oder andere Lied war ganz nett, wäre auch mit anderer Stimme noch netter gewesen und die Sache mit dem Liedanfang aus der Addams Familiy und dem Geschnipse des Publikums war schon wirklich witzig, wir haben es also dann doch überlebt ;-). Und vielleicht war ja auch nur der miese Sound der Halle schuld...

Ich versuch mal, die Songs einigermaßen hinzubekommen:

1 Standing at the threshold (irgendwas mit Inside out)
2 hab ich leider gar nicht verstanden, der Sound halt
3 The curtain (wurde angesagt)
4 These old shoes
5 Gitarrist als Sänger (besser): The dream's in the ditch
6 Baltimore Blues No. 1 (war ganz schön, war auch ganz nett gesungen)
7 Twenty miles (Lied war schön, Stimme leider nicht)
8 Addams Family Theme, gesungen vom stimmlich nicht begabten Drummer

Uff, geschafft.

The Gaslight Anthem starteten leider erst um 21:35 h. Sound überraschend ok (ich stand aber auch ziemlich weit vorne und mittig bis links, scheint eine gute Position gewesen zu sein), denn selbst Brian hat angemerkt, dass er weiß, dass wir den Sound in dieser Halle gruselig finden, er hätte sie aber schließlich nicht gebaut. Nein, aber gebucht! Egal, ich war jedenfalls ganz zufrieden, Stimme war super zu hören, die Instrumente nicht zu laut, die Lichtshow großartig!!

Start mit einem Stück aus dem neuen Album: Stay Vicious. Beim ersten Hören war ich ein bisschen enttäuscht, keine Ohrwürmer, bei denen der Refrain direkt hängen bleibt, aber je häufiger ich es höre, desto besser gefällt es mir. Allerdings noch immer nicht so gut wie die Handwritten, kommt aber vielleicht noch. War also sehr gespannt, wie sie die Songs in den Rest ihrer Songs einsortieren würden. Vorab: hat super geklappt, eine sehr schöne Mischung einmal quer durch alle Platten inkl. der EPs und die neuen haben sich sehr gut eingefügt, sind vielleicht noch nicht ganz so bejubelt worden wie die "alten" Klassiker, aber das ist ja immer so, muss jedes neue Lied mal durch, bis es eben ein Klassiker wird oder von der Setlist verschwindet. Weiter mit Blue Dahlia und 45. Hier spätestens tobte die nicht ganz so große Menge. Die Mitsubishi Electric Halle war doch sehr weit abgehängt worden, an der Abendkasse gab es noch Karten, ich kann nicht wirklich sagen, wie voll es war, aber es ist schon mal voller gewesen. Seltsam eigentlich. Nun gut, danach 1,000 years, wieder eines der neuen. Irgendein Mädel quietschte hinten irgendwas, so dass Brian zu seinem ersten gefürchteten Dialog mit dem Publikum ansetzte, bei dem eigentlich immer nur Blödsinn rauskommt: what did you say? I shall come over? Ok, do you have a cat? Do you have a dog? I like cats.. and dogs. I like a lot of things. Do you know how to make a schnitzel? Ok, I'll come over (so oder ähnlich). Sehr interessant ;-). Weiter dann mit Old haunts, yes! und Wherefore art thou, Elvis? Danach, dem Anlass angemessen: Halloween. Danach weiter mit Old white Lincoln (einfach großartig, fand auch die Masse). Und einem weiteren etwas seltsamen Dialog mit dem Publikum: irgendjemand aus dem Hintergrund hielt wohl ein Rad in die Luft, von seinem oder ihrem Rollstuhl. Hat Brian etwas irritiert und er meinte, es sei doch wohl irgendwie besser, wenn man es wieder dranbauen würde, aber schön, wenn's auch ohne ginge.. oder so ;-). Ich hoffe, der- oder diejenige ist zwischenzeitlich nicht umgekippt ;-). Weiter mit Howl und noch einem mit eindrucksvollem Chor: High lonesome, großartig! Danach wieder zurück zum neuen Album mit Stray paper, live auch wirklich super angekommen. Dann, um mal zu wechseln, zurück zur ersten Platte mit Angry Johnny and the radio. War für mein Gefühl ohnehin sehr stark vertreten, die Sink or Swim. Weiter mit The diamond church street choir und wieder zurück zum ersten Album mit 1930. Dann wieder zum neuen mit Helter Skeleton und Underneath the ground (gefällt mir auch sehr gut, auf der Platte und live - eigentlich gilt das für beide songs). Um dann wieder zurück zu kehren zur Sink or Swim mit We came to dance. Es blieb alt mit Senor and the Queen. Dann wieder zurück zur neuen Platte mit dem Titelsong Get hurt. Gefolgt von She loves you und Dark places. Dazwischen sollte ich vielleicht mal erwähnen - weil es Brian an dieser oder einer ähnlichen Stelle auch gemacht hat - dass Alex Levine nicht dabei war (family emergency sagt die Homepage) und dass am Bass und an den Keys zwei andere Herren eingesprungen sind (leider weiß ich die Namen nicht), die einen wirklich guten Job gemacht haben!!! Ende des Hauptsets damit um 23:02 h. Es gab aber Zugaben, zum Glück. Ganz am Anfang rief mal jemand, sie sollten doch bitte Great Expectations spielen. Wollten sie aber nicht. Brian versprach aber, dass er es alleine spielen würde als Zugabe und wenn nicht, sollten wir ihn erinnern. Brauchten wir aber nicht. Er tauchte ganz alleine mit einer Gitarre auf und bescherte mir einen wirklichen Gänsehautmoment mit great expectations und einem verzückt mitsingendem Publikum. Wow. Sowas hab ich sonst nur bei Green and Grey von New Model Army. Die Gänsehaut ging auch gleich weiter mit dem mit vollem Bandeinsatz gespielten 59 sound und einem noch immer sehr textsicheren Publikum, hat super Spaß gemacht, auch das nächste, Handwritten. Dann gab es für mich zum zweiten Mal in dieser Woche (das erste Mal war am Montag von Wayne Hussey, Sänger von The Mission) ein Cover von House of the Rising Sun. Weiter ging die Zugabe mit Wooderson, dem angekündigten Sweet morphine (von der neuen Platte) und dem gerne genommenen Ausflug in die Sink or Swim mit We're getting a divorce, you keep the dinner. Ende dann um 23:32 h. Ich bin sehr erstaunt und erfreut, dass die Jungs 2 Stunden durchgespielt haben, normalerweise waren die Konzerte immer eher kürzer. Super. Ich bin schwer begeistert und das in dieser Halle mit diesem Sound. Kommt vielleicht auch immer auf die Tagesform an und die Leute, die drumherum stehen und wie die Band grade gelaunt ist.

Sehr sehr schön und ich freu mich schon auf das nächste Mal! Dann aber auch wirklich gerne wieder mit Dave Hause oder Chuck Ragan als Vorband oder mit Bayside mit besserem Sound ;-)

(c) bat 10/14

Bayside Deer Tick
Brian Fallon Brian Fallon
Alex Rosamilia Brian Fallon
Gaslight Anthem Brian Fallon: Great Expectations

PS: wer Interesse hat: die Bilder gibt's auch noch in höherer Auflösung. Einfach melden.


  Foto von Gaslight Anthem aus DüsseldorfBrian Fallon and The Crowes, Live Music Hall, Köln, 19.04.2016    

    

Schade, das Konzert wurde vom Gloria in die Live Music Hall verlegt, also wieder endloses Parkplatzsuchen. Hätte mich aber auch gewundert, wenn es "nur" das Gloria gewesen wäre für den Frontman einer Band, die mittlerweile doch etwas größere Hallen zu füllen vermag.

Vorbands bei TGA sind bisher sehr häufig was Besonderes gewesen, etwas, das man nicht wieder einfach in der Versenkung verschwinden lässt, sondern sich weiter anhört und gerne mal wieder live sieht. Bei Brian Fallon solo wohl leider nicht.

Erste Vorband war Jared Hart (Sänger The Scandals), der Brian auch als einer der Crowes im Hauptset begleitet hat. Mit schwarzem hochgeschlossenen Poloshirt, Bart und Käppi. Konnte eigentlich sehr schön singen, Gitarre spielen sowieso, hat sich manchmal aber zu sehr angestrengt, versucht, die Töne mit Druck rauszuhauen und das hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Grundsätzlich aber recht passend zu Brian. Nichts, was ich mir zuhause im Wohnzimmer anhören werde, aber war ok. Im Vergleich zu dem, was danach kam, hätte ich ihn mir sehr gerne auch noch eine Stunde live angeschaut, trotz des "Geknödels". Gestartet hat er um 20:00 h, 7 songs, bis 20:35. Ich versuche mich mal an den Songs:

1 "cold night"
2 "you're right" (ditch digger?)
3 Totem
4 Lucky seven
5 This magic moment (Drifters Cover) - uahh!
6 "going round, going.."
7 The Guillotine

Dann kam die zweite Vorband - Good Old War. Keith Goodwin und Dan Schwartz aus Philadelphia. Erste Platte schon in 2008. Sagen wir es so: Simon and Garfunkel haben würdige Nachfolger. Stimme, Musikstil haben mich sehr, sehr stark an die beiden erinnert. Vielleicht kann der Sänger ein bisschen besser tanzen (wenn man das denn so bezeichnen will), aber alles andere hätte auch von o.g. Duo stammen können. Wow. Nix gegen Simon and Garfunkel, aber war ich froh, als das vorbei war ;-). 20:40 h - 21:10 h. Acht songs.

1 Coney Island (uhuhu)
2 Small world
3 Not quite happiness
4 that's right
5 Broken record
6 ?
7 Loud love
8 Tell me what you want from me
(mit viel uhuhu, kam häufiger)

Start Brian Fallon dann um 21:38 Uhr. Begleitet wurde er von "The Crowes": 3 weiteren Gitarristen, Jared Hart, den wir ja schon kannten, Alex Rosamilia (The Gaslight Anthem), er hat neben Gitarre auch das Keyboard bedient, Ian Perkins (The Horrible Crowes). Die Namen des Bassisten sowie des Drummers muss ich euch schuldig bleiben.

Kurz noch ein Ausflug zum Album Painkillers. Ein bisschen kitschig, ein bisschen beliebig, anders, deutlich ruhiger als The Gaslight Anthem irgendwie und nach mehrmaligem Hören hat es durchaus schöne Songs wie nobody wins oder insbesondere Steve McQueen. Für ein Konzert etwas wenig Material, weshalb im Vorfeld der Tour auch schon angekündigt wurde, dass die Songs gemischt werden würden mit denjenigen des Horrible-Crowes-Albums Elsie aus 2011. Wurde auch so gemacht, bin mir nicht mal sicher, was am Ende überwog. Passte in Summe gut zueinander, obwohl ich mit der Horrible-Crowes-Sache nie wirklich warm geworden bin.

Zurück zum Konzert: Super Akustik, tolle Stimme, meistens hat man sogar was vom Text verstanden - was bei TGA nicht immer so ist, woran auch immer das liegen mag: zu laute Instrumente, grundsätzlich schlechter sound (ich sag nur Mitsubishi Music Hall), keine Ahnung. Hier hat das Verstehen nur ein Faktor ein bisschen beeinträchtigt: die mit Astra-Bier abgefüllten Jungs hinter mir, die versucht haben, den Gesang mit Gequatsche zu übertönen. Wenn sie den Text und die Lieder konnten, haben sie wirklich sehr schön mitgesungen, man hätte sie fast mit auf die Bühne stellen können. Und sie hatten eigentlich versprochen, immer alles lauthals mitzusingen. Aber leider haben sie es doch vorgezogen, sich irgendwelchen Sch.. zu erzählen, was insbesondere bei den ruhigeren Fallon-Liedern nicht ganz so gut kam. Alles in allem war ich nur leicht genervt ;-). Grundsätzlich war das Konzert eher ruhig, eher verhalten, die Songtexte natürlich noch nicht alle so präsent wie bei den Gaslight-Anthem-Konzerten, damit zwar viel Applaus, aber nicht ganz so viel Mitgesinge. Lagerfeuerstimmung hat irgendwer gesagt oder geschrieben. Passt ganz gut.

Start mit Nobody wins gefolgt von Rosemary, sehr schön und ruhig. Among other foolish things fand ich auch ganz nett, auch wenn ich es auf der Platte doch eher kitschig finde. Weiter dann mit Mojo hand, was mir auf der Platte am allerwenigsten gefällt. Live war's ok. Dann der Wechsel zu den Horrible Crowes mit Sugar, Black Betty and the moon und vielleicht Ladykiller (im Gegensatz zu dem Menschen, der auf setlist.fm die Setlist vermerkt hat, hab ich mir - ich hab vorher auch gespickt, was er denn spielen könnte - hinter Ladykiller von den Horrible Crowes "nein" geschrieben und bin eher sicher, dass er es nicht gespielt, sondern stattdessen gequatscht hat). Die songs passten erstaunlich gut rein, obwohl ich beim Hören der Platte und Vorbereiten auf diesen Gig meine große Liebe für die Platte nicht entdeckt habe, war ich schon neugierig, wie sie live wirken würden und ich muss sagen, es passte ins Gesamtkonzept und hat das Ganze nicht allzu zuckersüß werden lassen. Weiter ging's mit Honey Magnolia, wieder einem Brian-Original. Danach kam Gequatsche. Und wer schon mal bei Gaslight Anthem war, weiß, dass Brian das zwischendrin gerne tut, dass er es aber nicht kann, sorry, nur meine ganz persönliche Ansicht. Er erzählt immer einen solchen Stuss, dass ich echt froh bin, wenn es denn dann endlich vorbei ist - insbesondere tun mir die Leute aus dem Publikum immer ein bisschen leid, die es abbekommen ;-). Der Typ, der sich in nur 5 Wochen einen unglaublichen Bart hat wachsen lassen (weil er die Frage wohl falsch verstanden hat wurde er mit seiner falschen Antwort nun aufgezogen), das Mädel, das dann doch keine echten roten Haare hatte und noch jemand, hab ich vergessen. Es kamen noch Geschichten von irgendwelchen Ärztinnen, die so schön waren, dass Behandlung nicht sinnvoll möglich war (zumindest konnte Brian keine vernünftigen Antworten auf die Fragen rausbringen) und dass der Ellenbogen kaputt ist, weshalb er leider den Arm so hoch halten muss, dass er füchtet, beim Gitarrespielen so auszusehen, als sei er ein Country-Sänger. Auf irgendeinen Kommentar hin, der seine Angst bestätigte, fing er dann an walk the line zu spielen (Johnny Cash - obwohl, wie er uns erklärte, der Song eigentlich von einer Frau geschrieben wurde - June Carter). Es war wirklich anstrengend, ihm zuzuhören und es zog sich wirklich eher lange hin. Die Astra boys hinter mir wollten dann auch endlich, dass er wieder singt und verkündeten das auch lauthals. Sie wollten "pfeiff an" schreien, wussten das aber nicht auf englisch zu sagen und lachten sich schlapp - ihr Umfeld mit ihnen - weil ihnen "whistle on" irgendwie nicht richtig erschien ;-). War einer der amüsanteren Momente mit den Astra boys, definitiv! Er hatte dann ein Einsehen und spielte endlich irgendwann weiter - Steve McQueen, ursprünglich gar nicht im Programm, wie er behauptete (die Setlists der anderen Gigs sagen was anderes), aber der Mann, der so gelitten hat wegen seines 5-wöchigen Bartwuchses durfte sich was wünschen. Gute Wahl, sehr schöner Song! Danach A wonderful life, auch eines der besseren von der Painkillers. Und irgendwas über Fußballlieder, dass es offensichtliche gibt (oleoleoleole) und nicht ganz so offensichtliche, die aber auch nix anderes sind - angespielt wurde don't look back in anger - was die Astra boys (und vermutlich auch andere, die ich aber nicht hören konnte) sehr schön und wie auf Stichwort mitgegröhlt haben.. Gefolgt von Hey Jude ;-). Weiter mit Cherry Blossoms, wieder Horrible Crowes. Und dann der Hit des Abends: Teenage Dream, Katy Perry. Hat mir in der Brian-Version deutlich besser gefallen - und sehr erstaunlich, wer alles den Text konnte ;-). Danach Smoke, sehr schön, und open all night (erinnert mich am Anfang immer an ein Stück von Keith Caputo; song ist grundsätzlich ein bisschen langweilig). Dann wurde es ein bisschen lauter mit Mary Ann (Horrible Crowes), nicht ganz meins. Den Abschluss machten die beiden Horrible-Crowes-Stücke Crush und Behold the Hurricane. Grandios! Schluss um 23:03 h.

Die Mischung der Songs - Brian Fallons neue Platte mit Horrible Crowes songs (die Platte fand ich eigentlich gar nicht mal so gut) war echt schön, hat mir ganz gut gefallen. War aber doch verhaltener als wenn es ein TGA-Konzert gewesen wäre, ruhiger. Akustik war gut, Halle hatte eine nette Größe, war aber ein bisschen vollgestopft obwohl wir weiter vorn durchaus genug Platz hatten. Das Publikum war größtenteils sehr nett (liebe Grüße ins Nachbarland Niederlande), teilweise besoffen (siehe oben ;-) ) und in einigen Fällen schlichtweg sehr, sehr unfreundlich (Typ ca. 2 Meter, kariertes Hemd, Bart, auf die Frage, ob er 10 cm nach links gehen könnte, damit ich was sehe: "Nö".  Bestimmt ein horrible crowes fan, keiner von den TGA-Fans ;-)).

Es war ok, obwohl ich die Platte etwas kitschig finde und obwohl mir TGA besser gefällt. Aber bitte, bitte, arbeitet an den Vorbands, fragt Dave Hause oder Tim Vantol oder Northcote oder Chuck Ragan oder Apologies I have none, aber nicht mehr diese Leute ;-).

bat 05/2016


Brian Fallon and the Howling Weather, Dave Hause, Live Music Hall, Köln, 28.02.2018

Kalt war's und die Garderobe draußen war zumindest beim Abholen der Jacken nur bedingt hilfreich – aber was macht das schon bei einem so genialen Konzert?! Dave Hause und Brian Fallon zusammen auf einem Konzert – wie damals als ich Dave das erste Mal als Vorband von The Gaslight Anthem gesehen habe und von ihm total geflashed war – kleiner Mann auf großer Bühne und mit einem solchen Charisma, dass er innerhalb kürzester Zeit den Laden in seinem Bann hatte, wow. Dieses Mal – nach diversen Konzerten von Dave - hätte ich mir fast gewünscht, dass die Sache mit dem Support und dem Main Act vertauscht gewesen wären. Fast, weil ich es mir vorher definitiv gewünscht habe, es aber danach schon so in Ordnung war, wie es war, denn auch Brian hat als Stand-Up-Comedian und Musiker einen echt guten Job gemacht.

Start also mit Dave und Tim Hause, diesmal ohne die Mermaids. Was einen großen Einfluss auf die Songs hatte – akustisch waren sie nochmal ganz anders, hat mir mindestens genauso gut gefallen. Man hört nochmal deutlicher, dass Tim wirklich gut singen kann (Instrumente spielen ja sowieso) und die Lieder entfalten nochmal einen ganz anderen Charakter. Insbesondere Dirty Fucker, das auf einer Mini-Gitarre aus London und einer Harmonika wirklich ganz anders klingt als herausgeschrieen mit voller Wucht und kompletter Band ;-). Ich wünsche mir sehr, dass Dave – wie schon einmal – vielleicht auch die neueren Songs von der Devour und der Bury me in Philly als acoustic-Platte rausbringt, hatte schon sehr viel Gänsehautpotenzial.

Start um 20:00 h mit Shaky Jesus, wirklich eine ganz, ganz großartige Version, Direkteinstieg in die Gänsehaut. Weiter mit einem meiner Lieblinge C'mon kid, schöner Chor. Danach The Flinch und Divine Lorraine. Hier hat Tim dann bewiesen, dass er nicht nur divere Instrumente spielen sondern auch sehr melodisch Pfeifen kann, nicht schlecht. Weiter mit Autism Vaccine Blues und Time will tell und einer sehr, sehr eindrucksvollen Version von We could be Kings. Dann das schon besagte sehr anders instrumentierte Dirty Fucker, wieder mit freundlichem Gruß nach Washington. Zum Schluss, wie auch schon auf dem letzten Konzert mit den Mermaids eine Hommage an den letztlich verstorbenen Tom Petty mit I won't back down. Zum Schluss noch With you. So schön, es hätte noch deutlich länger weitergehen können, war aber schon um 20:46 h vorbei. Leider ohne Zugaben - es sei denn, man zählt den Gastauftritt am Ende von Brians Konzertabschnitt mit. Schnüff.

Aber jetzt kam Brian. Und mit Brian tauchte hinter uns auch Pauli… - nennen wir sie der Einfachheit halber Paula - auf. Nennen-wir-sie-Paula hatte zu diesem Zeitpunkt, wie sie wem auch immer, der es grade nicht hören wollte, berichtete, schon 3 Gin-Tonic getrunken. Wichtig für den weiteren Fortgang der Geschichte, bitte merken.

Brian hatte dieses Mal wieder Quasselwasser getrunken und hatte sehr viel Spaß an Improvisationstheater / Stand-Up-Comedian-Einlagen. Dieses Mal tatsächlich deutlich besser als noch früher wo ich mir häufig gedacht habe, dass er das mit dem Reden einfach lassen und wieder singen soll. Hat sich gemacht. Und hat auf mich gehört und eine anständige Vorband mitgebracht - siehe Konzertbericht zur Tour zur letzten Platte :-). Start um 21:14 h mit einem Typen aus dem Publikum - nachdem er es immerhin geschafft hat, mit A wonderful life und Forget me not - zwei songs zu spielen - der ihm mitteilte, dass er ja ein T-Shirt auf die Bühne geworfen habe und doch um Unterschrift bitte. Wurde – nicht grade prompt aber dennoch – erledigt. Sodann fragte Brian, ob wir sonst noch etwas brauchen würden und Nennen-wir-sie-Paula schrie, sie bräuchte einen Drink – nachdem geklärt wurde, was es denn werden soll und wie teuer das denn sei – was, so teuer?!? - durfte sie sich ihre 6 Euro vorne an der Bühne abholen und sprintete sofort los, das erbeutete Geld in einen weiteren Gin-Tonic umzusetzen. Immerhin, ordentliches Durchsetzungsvermögen und ein entsprechendes Organ, das bis zur Bühne durchdrang. Aber: Brian, das war eine echt blöde Idee, denn das war scheinbar genau der Gin-Tonic, den Nennen-wir-sie-Paula nicht mehr so gut vertragen konnte, zumindest war das der Eindruck, der sich mir und dem einen oder anderen Umstehenden so beschlich ;-). Weiter ging es dann erstmal mit If your prayers don't get to heaven (übrigens wie auch das zweite Stück von der neuen, erst am 09.02. erschienenen zweiten Solo-Platte Sleepwalkers) und come wander with me. Bislang sehr melodisch, gefielen mir recht gut, die neuen Songs.

Dann gab's auch von der neuen Platte: my name is the night. Im Anschluss wieder Slapstick-Einlage. Brian setzte sich ans Klavier/Keyboard, was aus dem Publikum beeindruckende Geräusche nach sich zog und einen lauten Vergleich mit Elton John. Kommentar Brian: "wäre ich Elton John, hätte ich Diamantringe und wäre nicht hier sondern im Mirage" und versuchte, candle in the wind zu spielen und zu singen ("goodbye Norma Jean"), kam aber nicht weit. Wieder Zwischenspiel mit dem Publikum, diesmal einem anderen Mädel, das versucht hat, ihn dazu zu bringen, den Song zu lernen. Er meinte, er bräuchte dazu 6 Monate: Ok, also in 6 Monaten spielst Du diesen Song? Nein, ich hab gesagt, ich könnte, aber nicht, dass ich auch werde: Norma Jean sucks. Super Dialog. Spielte dann stattdessen den Anfang von crocodile rock, immer noch Elton John, wurde nicht besser. Ging glaub ich direkt über darin, dass jemand brüllte, er möge doch mal ein vernünftiges Cover spielen. Von wem denn? Meat Loaf. Ok...?. Geplänkel über Meat Loaf und dann tatsächlich zumindest mal ein Stück von "I'd do anything for love (but I won't do that)". Zugegebenermaßen war hier die Sangeskraft des Publikums am größten - und zwar im Vergleich zum gesamten Konzert.. zumindest fast ;-).

Gelernt haben wir zudem bei diesem Gesamtaustausch noch, dass man sich niemals entschuldigt für einen Witz, auch nicht bei ihm und dass man einen Witz nicht zweimal macht ;-).

So, nun zurück zum Konzert. Weiter ging's mit Crush und einem Tambourine. Der Drummer nahm dazu am Klavier/Keyboard Platz. Vorgestellt wurden die Herrschaften, die mit Brian auf der Bühne waren, zu diesem Zeitpunkt dann gleich auch: Drums, Klavier und Tambourine: Mac, die weiteren Herren hießen Nick und Ian, einer Gitarre, einer Bass, wer wer, weiß ich leider grade nicht. Alle drei eher ruhige Vertreter, die Brian mal machen lassen und sich höchstens dabei eins grinsen. Sehr entspannt. So mag ich howling weather ;-). Die songs waren hauptsächlich seine Songs aus der ersten Platte, ein Teil war von der neuen Platte, ein oder zwei waren Horrible Crows Songs und als Zugaben gab es einmal Gaslight Anthem – Alles in allem kann man schon Ähnlichkeiten entdecken zwischen den TGA-Platten und den Dingen, die Brian solo macht. Hat mir wirklich sehr gut gefallen und auch die neue Platte, die ich dann einen Tag später erstmals gehört habe, gefällt mir richtig gut. Weiter im Text ging es jedenfalls mit einem Cover von Tom Waits: Cold, cold ground, gefolgt von einem, das mir richtig gut gefallen hat: Rosemary, noch von der ersten Solo-Platte. Weiter mit Red lights, Painkillers, Sugar (Horrible Crowes) und Among other foolish things. Ich war sehr zufrieden. Wie auch glaub ich die meisten anderen Zuschauer/Zuhörer. Wenn ich schon so anfange, gibt es natürlich ein Aber. In Form von Nennen-wir-sie-Paula ;-). Die Zutaten: drei entspannte Herren, Brians eigene Songs, das eine oder andere Cover. Heißt, es war auch schon mal ruhiger. Langsame Songs, schöne Songs zum mitsingen und zuhören und entspannt mitwippen. Wenn man allerdings wie Nennen-wir-sie-Paula 4 Gin-Tonic und ich weiß nicht was noch getrunken hat, ist das uncool. Niemand hopste mit ihr, niemand klatschte an nicht passenden Stellen den ganzen Song durch – - was ich recht beachtlich fand, denn meist, wenn einer anfängt zu klatschen, steigen ja doch auch andere mit ein – oder derjenige der angefangen hat, stellt fest, dass keiner mitklatscht und hört wieder auf. Hier nicht. Keiner klatschte mit, aber Nennen-wir-sie-Paula hörte auch nicht auf, echtes Durchhaltevermögen, wow. Tja Brian, hast Du Dir selber zuzuschreiben ;-). Und auch, dass sie sich mehrfach beschwert hat, dass die Band ihr ja so leid tut, weil ja keiner Party macht und hopst und klatscht und dass das ja alles sooooo langweilig ist. Hmm, fand ich eigentlich gar nicht und grade die ruhigen Songs hätte ich ohne dieses Gejammer noch deutlich besser genießen können. Aber andererseits wäre ich mit meiner Beschreibung des Geschehens auch deutlich schneller fertig gewesen ;-). Zwischendrin hat sie sich zumindest mal gesetzt und war 10 Minuten ruhig. War fast unheimlich, auch ihre Freundin, die Nachschub brachte, war kurz irritiert bis sie sie wieder gefunden hatte ;-). So, genug von Paula, weiter im Konzert. Oder mit der nächsten Slapstick-Einlage: Brian und berühmte Telefonnummern von Leuten, die er hat oder auch gelöscht hat oder ich weiß nicht mehr, irgendwie wirr die Geschichte. Er beschloss danach noch ein bisschen weiter zu singen und zwar Neptune und Watson von der neuen Platte (setlist fm sagt, dazwischen war noch Etta James, aber ich hab nur 2 Songs aufgeschrieben? Wer's weiß, gerne melden!). Den Abschluss des Hauptsets machte Smoke (heartd and daggers, schöner Ohrwurm!), wieder von der Painkillers. 22:39 h.

Dann gab's noch die Zugaben. Sehr, sehr beeindruckend fand ich hier schon den Start: 59 sound in einer ganz leisen, ruhigen Klavierversion mit Echo, Hammer! Hab mich tatsächlich nach diesem Song (bzw. diesem Konzert, aber wenn ich sage nach diesem Song ist das irgendwie passender ;-) ) entschieden, doch noch eine Karte für das Gaslight-Anthem-59-sound-wird-10-Jahre-alt Konzert zu kaufen, obwohl ich's eigentlich nicht so doll finde, Touren für alte Platten zu machen. Aber machen sie ja irgendwie alle, vor Jahren schon Peter Hook and the Light mit der Joy Division Platte Unknown Pleasures (da hab ich's ja noch verstanden, da kommt ja nix neues mehr), dann die Levellers und wer weiß wer noch und nun also auch The Gaslight Anthem. Naja, schöne Platte, wird bestimmt nett und vielleicht haben sie sich danach ja auch wieder lieb und machen was Neues. Die zweite Zugabe war Proof of life, Brian an der Gitarre und der Drummer an der Mandoline, sehr schön. Und der Hammer kam dann noch mit Tim (Klavier) und Dave (Gesang, zweite Strophe) Hause und dem U2-Cover I still haven't found what I'm looking for. Großartig! Leider dann schon vorbei um 22:59 h. Sehr sehr schön in Summe, neben Justin Sullivan durchaus ein Konzert-Highlight in 2018 bislang.

Cu spätetens im Juli bei TGA.

PS: Bei Pauli.. Nennen-wir-sie-Paula würde ich vermuten, dass sie uns und Brian und Gaslight Anthem zukünftig verschonen wird. Der Typ sei zwar nett, hat ihr immerhin einen Drink ausgegeben, aber das Publikum war ja sooooo langweilig. Hoffentlich kann sie sich nach dem Konzert noch dran erinnern und hat bei anderen Bands wieder mehr Spaß ;-) Nicht böse sein, aber das war eine echte Steilvorlage :-).

(c) bat 03/2018


The Gaslight Anthem, Dave Hause, Matthew Ryan, Palladium, Köln, 29.07.2018
10-jähriges Jubiläum...

… einer Platte habe ich am Sonntag gefeiert – zusammen mit ganz vielen anderen im schon zum zweiten Mal ausverkauften Palladium in Köln. The Gaslight Anthem – eigentlich ja irgendwie schon seit einer Weile aufgelöst – dachten sich, sie spielen nochmal zusammen die Songs ihres Albums 59 sound – und noch ein paar andere, damit sich's lohnt. Eigentlich ja ein bisschen komisch, aktuell aber auch irgendwie Mode, haben noch ein paar andere Bands in der Vergangenheit gemacht (ich persönlich erinnere mich da an die Unknown Pleasures – ok, hier macht's Sinn, weil Joy Division jetzt nicht mehr wirklich neue Sachen rausbringen kann – und an die Levellers mit ihrer Levelling the land noch im letzten Jahr). Hatte auch erst überlegt, ob ich da wirklich hin soll, aber andererseits macht TGA live immer 'ne Menge Spaß, die Horrible Crowes waren nicht so meins, die Solo-Sachen von Brian find ich echt gut, aber TGA eben auch, also, warum dann nicht beides? ;-).

Für den ersten Tag hab ich leider keine Karten bekommen, für den zweiten war ich dann aber schnell genug. Hab am gleichen Tag vor dem Losfahren noch geschaut, wer eigentlich Vorband ist und hab Matthew Ryan gefunden und vorher mal reingehört. Hörte sich gut an. Der Mann ist Jahrgang '71, schon länger im Geschäft und hat wohl nach dem einen oder anderen Ausflug als Sänger in Bands schon seit 1996 eine Solokarriere hingelegt und mittlerweile 17 (!) Alben herausgebracht. Die alle vorher noch anzuhören war dann doch ein bisschen knapp ;-).

Hab natürlich auch vorher nochmal geschaut, was die Setlist von TGA so hergibt und habe sehr erfreut gesehen, dass der letzte Song gemeinsam mit Dave Hause gesungen wurde. Schlussfolgerung: er war live da. Weitere Schlussfolgerung: der Mann kommt ja nicht nur für ein Lied und nicht nur für einen Tag.. heißt das etwa??? Jaaaaa!!!! Wenn TGA nicht Grund genung gewesen wären, in der Kombi mit Dave hätte ich mir auf jeden Fall eine Karte besorgt – sofern ich das denn vorher gewusst hätte. Könnt Ihr mir noch folgen? Dachte ich mir. Ist auch egal, ich war jedenfalls happy, Dave und TGA und dann noch eine nette weitere Band, die sich anhörte, als wäre das live eine gute Sache.

War es auch. Start Matthew Ryan um 19:30 h, unterstützt von einem Drummer, einem Gitarristen und einem Bassisten (die Namen hat er gegen Ende auch genannt, wobei ich leider nur Drums (Steve) und Bass (Brian) verstanden habe. Er hat bis 20:00 h 7 songs gespielt, guter, schöner, Folk-Rock mit einer angenehmen, tiefen Stimme, sehr unaufgeregt irgendwie, in sich ruhend. Hätte ich mir mehr von anhören können. Hat auch dem Volk um mich rum gut gefallen ("endlich mal eine Vorband, die sich so anhört wie der Hauptact"), allerdings hat doch das Dave Hause-Plakat auf der Bühne für größere Verwirrung gesorgt, zumindest bei denen, die Dave nicht kannten, was wohl doch noch einige waren.

Songs - soweit ich sie erahnen konnte:

Boxers (All is well)
I just died like an aviator (with my heart on my sleeve, don't die, don't disappear)
It could have been worse (first girl you kiss)
Battle born (wheels come off)
heartache weather (things get worse before they get better)
Bastard (crashed a car…)

- Bandvorstellung –

Then she threw me like a hand grenade (It took me years to understand, skin on skin)

Hätte länger sein dürfen, ich habe mich anderereits aber auch gefreut, dass Dave den längeren Vorband-Part bekommen hat. Die 45 Minuten, die er dann hatte, waren besser als nix ;-)

Start Dave mit Tim Hause um 20:15 h bis 21:00 h. Anders als in der Full-Band-Variante war alles dieses Mal sehr zurückgenommen, rein akustisch, ohne Action und Wums und wieder wunder-, wunderschön. Der Mann ist sowohl als Punk-/Rocker toll als auch mit den gleichen Songs in der Singer-/Songwriter-Variante. Großes Kino. Nur ich bin dann verwirrt in Bezug auf die Texte: ich kann immer nur so mitsingen, wie ich sie auf dem Album 10 x und mehr gehört habe, sobald er die Gesangsart ändert, bin ich erstmal lost – ich erkenne natürlich das Lied, aber ohne die zugehörige musikalische Begleitung bin ich erstmal textlich durcheinander ;-).

Wieder das Phänomen, dass ein kleiner Dave mit einem etwas größeren Tim auf einer Riesenbühne nach kürzester Zeit – lass es drei Lieder gedauert haben – die Leute komplett in seinen Bann gezogen hat. Und das, obwohl er sich getraut hat, alleine, in einer Ecke der Bühne, am Piano als Opener was ganz leises, ruhiges zu spielen: Great Depression. Wow, einfach nur wow. Weiter mit With you, diesmal dann schon begleitet an der Gitarre von Tim, dem großen kleinen Bruder. Zu The Flinch zog Tim dann um ans Piano, Dave blieb bei der Gitarre, gleiche Konstellation auch bei C'mon Kid und spätestens hier hatte er die Leute eingefangen. Zwischendrin musste er nochmal ein bisschen sticheln: los, es kann doch nicht ernsthaft sein, dass der erste Abend der kleinen Serie der bessere sein soll?!? :-). Dann kam ein Cover, hier musste ich länger suchen, von Brandi Carlisle Hold out your hand. War von ihm ganz gut, das Original find ich ziemlich fürchterlich.... Dann wechselte Tim auch wieder zur Gitarre: autism vaccine blues. Dave erzählte von der Revival Tour 2011 und den Leuten, die alle dabei waren (Chuck Reagan, Brian Fallon, der Sänger des Alkaline Trio – Dan Andriano) und seinem Vorleben als Sänger einer Band (The loved ones). Von diesen gab's jetzt einen song, den Namen weiß ich allerdings leider nicht (The Bridge, wie auf setlist.fm geschrieben, war's aber glaub ich eher nicht): I don't wanna die in a Hospital, mit Echo. Dann noch der Titeltrack des letzten Albums Bury me in Phily und die beiden, ohne die es fast nie geht: Prague und Time will tell. Großartig, viel zu schnell vorbei, ich könnte Stunden zuhören und hab mir mal wieder fast gewünscht, dass TGA und Dave mal die Plätze tauschen – aber auch das folgende Konzert war schon eine Klasse für sich, so dass ich mit der Reihenfolge doch sehr, sehr zufrieden bin – außerdem kann ich mich auf Dave mit Band im Frühjahr freuen: er erzählte, dass er wieder kommt nach Köln und dass er vermutlich eine neue Platte im Gepäck haben wird. Yes!!!

Schluss wie gesagt leider schon um 21:00 h, keine unzufriedenen oder murrenden oder quatschenden Fans, sehr schönes Gesamtpaket bis hierher. Nur voll war’s und sehr, sehr warm.

Nochmal die Songs in kompakt:

Great Depression
With you
The Flinch
C'mon Kid
Hold out your hand (Brandi Carlisle Cover)
autism vaccine blues
? (
I don't wanna die in a Hospital) (Ich dachte von The loved ones)
Bury me in Phily
Prague
Time will tell

TGA starteten um 21:30 h. Alex Levine, Bass, Benny Horowitz, Schlagzeug, Alex Rosamilia, Gitarre und natürlich Brian Fallon, Gitarre und Gesang hatte sich noch einen weiteren Gitarristen als Verstärkung mitgebracht. Alle in T-shirts außer Alex Levine, der trug ein weißes Hemd – wurde aber auch im Laufe des Abends noch gebraucht – ob geplant oder nicht kann ich nicht sagen, ich glaube aber eher nicht.

Start wie am Tag zuvor mit Handwritten – wow, dieses Publikum war der Hammer, auf den Punkt da, gesanglich sehr, sehr eindrucksvoll, allerdings hab ich doch mehr Mädchenstimmen gehört.. komisch :-). Die Beleuchtung war toll, Blockstreifen in knalligen Farben, etwas später noch mit weißen Strahlern durchsetzt, sehr, sehr schick. Weiter ging es abweichend zum Vortag mit wherefore art thou, Elvis? Und The Diamond Church Street Choir. Dann wieder wie am Vortag das großartige Mae. Wäre sehr traurig gewesen, wenn sie das nicht gespielt hätten. Und dann kam die '59 sound. In der Reihenfolge wie auf der Platte, hätte man vielleicht auch mal mischen können - denn meiner bescheidenen Meinung nach sind die starken Stücke die am Anfang, danach wird's etwas weniger gut, was allerdings in der Halle und bei den Leuten überhaupt gar nicht zu merken war – und tatsächlich hatte Brian noch immer nicht geredet. Erstaunlich.

Great expectations, '59 sound (großartig!!!!), Old White Lincoln (Chorus 2 x durch das Publikum ganz ohne musikalische Unterstützung – und es hat sich toll angehört), High lonesome. Hier kurz erste Redeversuche mit Handys und Blitzen, aber sehr kurz. Film noir, Miles Davis and the Cool, the patient ferris wheel, Casanova, Baby! Und Even Cowgirls get the blues. Dann eine kürzere Brian-Redet-Phase: Es startete glaub ich mit "it's been 38 Years"…. Was sie denn singen würden – und wie – wenn es halt immer mehr Jahre werden… und dass sie ja außerdem nicht 38 Jahre, sondern 2 Tage da sind oder so und irgendwie musste Alex das folgende Lied dann mit der Gitarre auf dem Rücken beginnen, also Geblödel wie immer und als wären sie nicht 3 Jahre lang jeder ihrer eigenen Wege gegangen:  Meet me by the rivers edge. Als das dann überstanden war, kam ein längerer Brian-redet-sich-um-Kopf-und-Kragen-Einschub. Wenn er einmal angefangen hat, kommt er aber auch von einem Thema aufs andere, am liebsten natürlich in Interaktion mit seinen Zuhörern, was dann schnell aus dem Ruder läuft, weil man ja nie vorher ahnt, wohin das führt und weil er dann auch kein Ende bekommt., irgendwie startete es mit Babies und einem Mädel oben auf dem Balkon – vermute, sie wollte mal wieder ein Kind von ihm. Brians Erwiderung "nur, wenn Du es Brian nennst" legt zumindest die Vermutung nahe, dass sie vielleicht irgendein Plakat o.ä. hochgehalten hat, konnte ich von meiner Position aus nicht sehen. Es ging dann über dazu, dass Alex (der am Bass mit dem Hemd) zu entsprechender Musik des anderen Alex die Knöpfe seines Hemds öffnen sollte, was er auch zur Belustigung aller gemacht hat, alledings nur zwei. Dann war das Licht nicht sexy genug und der Beleuchter musste alle möglichen Farben ausprobieren, bis die Herrschaften pink und ich glaube blau als sexy ausgewählt hatten und aus irgendeinem Grund wurde dann doch Def Leppard mit Poor some sugar on me gecovert, allerdings leider nicht ganz, sondern nur ein Stück. Irgendwann war dann auch wieder gut und es ging weiter mit here’s looking at you, kid, mit nur ein bisschen weißem Licht von hinten, ganz reduziert, das Lied ganz leise und bedächtig gespielt, toll. Dann wieder ein bisschen Gehopse für The Backseat. Überhaupt war es ein sehr, sehr hüpffreudiges Publikum mit einer sehr sehr erstaunlichen Kondition, neben dem Gesang wohlgemerkt. Nach dem Abschlus der '59 sound dann wie am Abend zuvor Mulholland Drive und Boomboxes and Dictionaries. Leichte – mir sehr rechte Abwandlung: Biloxi Parish statt Blue Dahlia, sehr schön. Das Publikum – also eine kleinere, gesanglich eher männliche, Gruppe – versuchte zwischendrin immer wieder auf die Songgestaltung Einfluss zu nehmen durch lautstarkes Singen eines Songs von der Senor and The Queen, nämlich Say I won't (we're having a party, everybody's swinging… don't make me dance all night alone) – hat aber nicht geklappt. Brian hat es allerdings schon gehört und sich eins gegrinst – vielleicht auch eine Wiederholung des Vortags? Vielleicht.

Zum Schluss dann nochmal - identisch zum Vortag - das schöne, ruhige underneath the ground, das nicht ganz so ruhige 45" und das noch weniger ruhige Howl. In Abwandlung dann Drive statt 1930 (gleiche Platte :-)) und dann das sehr sehr großartige National Anthem. Wie bei Mae war es richtig… andächtig. Alles sang mit, keiner hat gequatscht – vielleicht hab ich auch nur gut gestanden, aber es war wirklich Gänsehaut. Und das in einer so großen Halle. Ich bin noch immer beeindruckt.

Zum Schluss dann wieder analog Vortag We're getting a divorce, you keep the diner und dann mit Dave Hause noch American Slang! Er durfte oder musste das Mikro von Alex (Bass) nehmen, der natürlich deutlich größer ist als er, sehr fies! Sah lustig aus, Dave ist aber zwischendrin zu Brians Mikro gewechselt, war ein bisschen niedriger :-).

Schluss leider um 23:23 h. Richtig, richtig großartig, tolle Mischung an Künstlern und nicht zu viel unvorhergesehendes Erzähle sondern tolle Musik mit einem sehr textsicheren Publikum!

Freue mich auf Brian im Februar in der Christuskirche und auf Dave "im Frühjahr". Bin gespannt. Und gerne darf Brian Dave auch mitbringen in die Christuskirche :-)

Hier nochmal die Songs:

Handwritten
Wherefore art thou, Elvis?
The Diamond Church Street Choir
Mae

Great expectations
'59 Sound
Old white Lincoln
High Lonesome
Film noir
Miles Davis and the Cool
The patient ferris wheel
Casanova, Baby!
Even Cowgirls get the Blues
Meet me by the rivers edge
Here's looking at you, Kid
The Backseat
Mulholland Drive
Boomboxes and Dictionaries
Biloxi Parish
Underneath the ground
45"
Drive
National Anthem
We're getting a divorce, you keep the diner
American Slang

Und natürlich auch noch ein paar Fotos:

Matthew Ryan und Band Matthew Ryan und Band
Dave Hause, im Hintergrund Tim Dave Hause
Tim Hause Dave und Tim und viel rotes Licht
TGA - Logo, schwarz weiß TGA
Brian Fallon der Schatten von Alex mit Brian Fallon auf der Bühne
Brian Fallon Alex Levine und Dave Hause bei America Slang

(c) bat 07/2018


Brian Fallon, Christuskirche Bochum
Support: Craig Finn, 13.02.2019

Die Christuskirche hatte sich diesmal ganz besonders in Schale geworfen, aber das Konzert hieß ja auch schließlich "Songs from the Hymnal". Also gab es neben dem Kreuz, das eigentlich nie abmontiert wird, auch noch ein aufgeschlagenes Gesangbuch (vielleicht war's auch eine Bibel, aber ersteres passt einfach besser) und ein doch eher kitschiges Bild an der Rückwand der Bühne: mehrere Hausdächer im Mondenschein mit Sternen – und einer Fernsehantenne – und der Mond sah aus, als wäre er an einer Wäscheleine mit Wäscheklammern festgesteckt. Der Sänger auf der Bühne sah damit so aus, als stünde er auf einem Hausdach - mal mit untergehender Sonne, mal mit Polarlichtern, schon toll, was man mit ein bisschen Stoff und Licht so alles zaubern kann. Dennoch find ich die guten alten angeleuchteten Backsteine der Kirche doch immer noch am schönsten.

Ausverkauft war's. Natürlich, wenn Brian Fallon, der Sänger von Gaslight Anthem, die zwar letztlich noch ihre 59 sound-Platte (aus 2008) auf einer Tour zum Besten gaben (siehe nur ein Stückchen weiter oben), die aber eigentlich pausieren, zum Konzert bittet, dann kommen alle. Zudem, wenn es noch akustisch ist, solo (ohne Howling Weathers oder Zombies oder Crowes) und dann noch so nah dran. Wow.

Es startete aber mit einer Vorband – bzw. einem Vor-Gitarristen. Hätte ich gar nicht gedacht. Es war in der Woche, es ging erst um 20:00 h los, dass da noch Platz für eine Vorgruppe ist. Aber na gut, bislang waren die Vorbands von TGA ja nicht wirklich schlecht, ich erinnere mich da natürlich besonders gerne an Dave Hause.

Diesmal aber nicht Dave sondern Craig. Craig Finn, eigentlich Sänger von The Hold Steady, möchte hier nicht behaupten, diese Band zu kennen, er hat sich aber netterweise vorgestellt.

Typ mit schwarzen Klamotten, einem schwarzen Blazer, einer schwarzen Brille und einem Käppi (grader Schirm, nicht gebogen – stand ihm nicht ,-) ), auf dem North stand. Sein Lieblings-Hockey-Club, wie er später verriet. Der klassische Singer-Songwriter, der erst eine Geschichte erzählt und dann das dazu passende Lied singt, das die Geschichte wieder aufgreift. Hat mir in Summe gut gefallen. Tatsächlich niemand, den ich auch solo anschauen würde, wie Dave Hause, aber solide, nette Unterhaltung und eine schöne Einstimmung auf Brian. Auch nichts, bei dem ich mich irgendwie gelangweilt hätte oder gehofft habe, dass es schnell zu Ende geht. Nein, ein schöner, solider Einstieg in den Abend. Start tatsächlich punkt 20:00 h. Er durfte etwa eine Dreiviertelstunde spielen, bis 20:47 h. Start mit Maggie, I’ve been searching for our son. Weiter mit Magazines. Dann erzählte er, er sei irgendwann nach 4-jähriger Abwesenheit wieder in seine Heimatstadt zurückgekommen und das Jahre wäre irgendwie schwierig gewesen, alles anders, sein Lieblings-Hockeyteam (die Minnesota North Stars waren es glaub ich) wurde aus Minnesota einfach nach Dallas verkauft ("Ihr habt Glück, bei euch bleibt der Fußball in einer Stadt, bei uns kann der Eigentümer das einfach verändern"), Scheidung und überhaupt. Darüber dann ein Lied: Preludes no future. Dann hat er philosophiert darüber, ob die Menschen heutzutage mit der zunehmenden Geschwindigkeit der modernen Welt immer noch so mithalten können und dass es zunehmend Menschen gibt, die sich irgendwie abgehängt fühlen oder irgendwas erlebt haben, was ihre Gegenwart und Zukunft massiv beeinflusst. Darüber dann der zugehörige Song: magic marker (wird sich auch auf dem neuen Album von Craig wiederfinden, ebenso wie das nächste Lied). Weiter mit Blankets. Das nächste Lied ging wieder um so ein bahnbrechendes Ereignis, das Auswirkungen hat auf das eigene Leben, Craig nannte es aber einen political hangover: 9/11. Eigentlich hat er damals keinen Song drüber geschrieben, obwohl er an dem Tag mit seinem Chef auf dessen Dachterrasse komische Dinge tat wie morgens um 10:00 h Bier trinken. Geschrieben hat er es erst vor einigen Jahren als seine Mum verstarb: Newmyer’s roof (das war der Name vom Chef). Dann erzählte er vom Punk und dass er damals alles richtig machen wollte, er wollte ein echter Punk werden, kein fake punk. Aber wie macht man das? Er fragte einen, von dem er dachte er sei Punk. Und erhielt die Antwort, dass man sich die Band Black Flag ansehen müsse (punk in Amerika eben, bei uns wären es vermutlich andere Bands gewesen ;-)). Nun gut, Ticket gekauft, alles geritzt. Aber: die Eltern beschlossen, genau zu diesem Termin in den Urlaub zu fahren. Und was macht man da als 13-jähriger? Bleibt für immer ein fake punk – denn kurz drauf löste die Band sich auf. Dumm gelaufen ;-) Damit also dann zum nächsten Lied: Punk is not a fair fight. Mit sehr schönem Abschluss, einem lauten Bierflaschen-Plopp. Bin sehr zuversichtlich, dass derjenige extra diesen Moment dafür abgepasst hat, super gemacht ;-). Das letzte Lied war dann certain songs (The Hold Steady).

Und dann kam Brian – Start um 21.05 h.

Ich hatte ein bisschen Angst. Brian erzählt gerne. Brian kommt gerne von Hölzchen auf Stöckchen (hab das glaub ich noch nie geschrieben, aber ihr wisst was ich meine? Von Hüh auf Hott, von einem Thema zum nächsten und man fragt sich, wie er das denn nun geschafft hat und wo zur Hölle die Verbindung ist zwischen einer Schlange, Hausfrauenmusik von Adele und Game of Thrones, aber er schafft das). Und hört dann auch nicht mehr auf mit dem Erzählen. Dabei singt er doch so schön. Wenn er mit einer Band unterwegs ist, besteht immer die Möglichkeit, dass einer seiner Kollegen, der sich zwischendrin langweilt, dann mal darum bittet aufzuhören und weiter zu singen. Aber er alleine? Ohne Leute, die sagen, jetzt ist wieder Singen angesagt? Hmm.

Aber er kam erstmal, schaute sich das Bild an der Wand an (dachte eigentlich, es sei von seinem Tourbus hertransportiert worden, er wirkte aber eher überrascht), machte ein Foto vom aufgeschlagenen Gesangbuch ("man weiß ja nie") und fing dann aber erstaunlich schnell mit dem wunderschönen National Anthem (TGA) an. Dann The Blues, Mary, sehr sehr schön. Eher ruhig, passend für die Umgebung, es waren auch alle sehr andächtig ;-). Dann legte er seine Gitarre zur Seite und ging erstmal Klavier spielen: Sleepwalkers, sehr, sehr schön aber auch sehr, sehr hoch gesungen. Dann hat er mal ein bisschen was erzählt, vorher doch noch recht zurückhaltend. Dass man doch lieber die Dinge sagen/machen soll, die man mag und nicht über die philosophieren soll, die man nicht mag. Macht auch schlechte Laune. Wherefou art thou, Elvis. Das nächste Lied war ein Cover, von seinem Lieblings-Entertainer/-Sänger, der auf Live-Auftritten immer so toll erzählen und singen und alles konnte: Lyle Lovett ("you should google it" - hab ich gemacht, link ist hinter dem Namen). Und spielte ein Cover: Nobody knows me.

Dann ein weiser Rat für unser aller Leben: date niemanden, der berühmt ist. Wenn Schluss ist, siehst Du ihn immer noch in allen Boulevard-/Klatschblättchen und im Fernsehen und wenn sie im Film mal sterben, sind sie trotzdem nicht tot. Lieber Krankenschwestern oder Klempner, alles schön, nur nicht berühmt. Ok. Wie immer er auch darauf gekommen sein mag. Smoke.

Instrumentenwechsel: Klavier: She loves you (TGA). Und dann das, auf das sich die Ankündigung der Christuskirche die ganze Zeit gestützt hat: If your prayers don't get to heaven. Danach among other foolish things, sehr, sehr schön. Wie auch das nächste, das ich ohnehin sehr gerne mag: American Slang (TGA). Und es blieb so großartig mit her majesty's service und Rosemary. Während all der Zeit nuckelte Brian übrigens an einer Dose Bier. Bin nicht sicher, ob am Ende wirklich noch was drin war, so häufig wie er getrunken hat, kann das eigentlich nicht sein. Zudem juckte sein Gesicht. Er schob es auf den Genuss von Macadamia-Nüssen ("nein, keine Drogen, Nüsse"). Und dann ging's los. Bislang war alles gut, erstaunlich gar und ungewöhnlich: die Geschichten waren sinnvoll, die Kommentare witzig, man konnte ihm folgen. Und jetzt endlich war es so wie häufig auf den TGA-Konzerten, er fühlte sich wohl, er rief auf zum freien Assoziieren: Von der Macadamia-Nuss kam er irgendwie auf Leute in Amerika, die irgendwas mit Schlangen machen (im Rahmen eines Gottesdiensts??) und dass Gott nun mal keinen Idioten hilft, in wie weit das jetzt in Verbindung mit den Schlagen stand, weiß ich nicht mehr ganz genau… aber es war was Wahres dran, die Leute hatten Spaß ;-). Das Ganze hatte dann irgendwas mit Game of Thrones zu tun und mit seiner Frau – einer Engländerin – die ihm zuhause vorwarf, Hausfrauenmusik gehört zu haben, nur weil er Adele's Hello gehört hat (was er dann auch kurz demonstriert hat – zu hoch!!), woraufhin er mit ihr in die Diskussion einstieg, wer denn nun besser ist, Blur oder doch Oasis - und uns mindestens mal mit einem Stückchen Wonderwall teilhaben ließ. Der hilfreiche Einwurf aus dem Publikum, man sei aus Schottland angereist nur um ihn zu sehen, führte auch nicht weiter, nur zum Kommentar, dass er aus Amerika angereist sei um zu arbeiten: 'nothing special'. Ich bin nicht sicher, ob es noch weiter ging, jedenfalls wurde irgendwann dann – ein bisschen zu hoch – Wonderful Life gesungen. Danach dankte Brian noch Jesus, dass er niemanden erschlagen hat beim Betreten der Kirche und dass es vielleicht ein bisschen nett wäre, wenn er sich einen neuen Präsidenten wünschen könnte :-). Mindestens den Applaus hatte er auf seiner Seite. Zum Schluss noch Etta James. Keine Zugabe, es hat auch niemand drauf bestanden (egal ob sie das üblicherweise machen oder nicht, einen Versuch wäre es wert gewesen, aber alleine zu klatschen war nicht so recht erfolgreich). Aber standing ovations gab's und es war richtig, richtig schön. Leider dann aber auch schon um 22:30 h vorbei.

Sehr zu empfehlen. Auf dieser Tour waren es nur 4 Konzerte in Deutschland, solltet Ihr noch irgendwie die Gelegenheit erhalten, nutzt sie, war wirklich ganz, ganz großes Kino – und diese Comedy-Einlage war natürlich großartig, könnte er als zweite Karriere tatsächlich in Erwägung ziehen, wenn das mit dem Singen mal nicht mehr klappen sollte ;-).

National Anthem
The Blues, Mary
Sleepwalkers
Wherefou art thou, Elvis
Nobody knows me (Cover)
She loves you
If your prayers don't get to heaven
Among other foolish things
American Slang
Her Majesty's service
Rosemary
Wonderful Life
Etta James

Bilder machen war nicht soo gerne gesehen, daher nur ein paar heimliche - und hier sind welche von der Christuskirche verlinkt:

(c) bat 02/2019


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