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Click here for English versions - not all of them are available in English though, please be patient...or contact me if you are interested in a special one..


New Model Army, 01.06.1990, Bochum, Schmechtingswiese

So, ich hab endlich nachgeschaut und die Karte gesucht. Mein allererstes New Model Army Konzert war in Bochum auf der Schmechtingswiese (am Bergbaumuseum) als Abschlussveranstaltung des Deutschen Turnfestes am 01.06.1990.

Es spielten die folgenden Bands:

um 15:00 h Noel McLoughlin (Folk). Hat mir ganz gut gefallen - hab ich auf die Kartenrückseite geschrieben. Danach Hartmann, unvermeidlicher Bochumer Rock-Kram, nicht meins gewesen, ist es immer noch nicht (man begegnet Hartmann noch immer auf Stadtfesten und wir haben mittlerweile 2015 ;-) ). Danach Phil Shackleton ("irgendwas mit Gitarre, naja ganz gut, da rein da raus" hab ich vermerkt). Danach kam dann Klaus Hoffmann, nicht meins. Im Anschluss Oona, eine Rockband aus New York (die es auf der Veranstaltung scheinbar schwer hatten, an mehr kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern). Und dann kam die New Model Army, von 22:10 - 24:10 h. ;-) Ja, auch damals hab ich schon Uhrzeiten festgehalten. Als Hinweis auf die Setlist hab ich nur geschrieben "siehe Cassette". Ob ich die auch nochmal wieder finde kann ich nun aber nicht versprechen - immerhin hab ich beim Aufräumen im Keller zwar letztes Jahr noch meinen alten Walkman gefunden... nur das mit den zugehörigen Abspielmedien könnte schwierig werden ;-). Das Ganze hat damals 9 Deutsche Mark gekostet, das waren noch Preise ;-). Anbei noch die Karte:

Aufbewahrt hab ich auch noch zwei Berichte zum Konzert, beide durchaus - nennen wir es originell ;-):

Artikel, vermutlich aus der Ruhr-Nachrichten, Autor: Martin Lenhardt

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Friedliche Gegensätze auf der Jugend-Abschlußparty in Bochum

Festival beweist: Der Inhalt ist wichtiger als die Verpackung

"Bochum - Mut zum Risiko bewiesen die Organisatoren der Jugend-Abschlußparty auf der Bochumer Schmechtingswiese. In einem neunstündigen Open-Air-Programm brachten sie so völlig unterschiedliche Musiker wie Ballandensänger Klaus Hoffmann und die "Düster-Rocker" von New Model Army unter. Friedenstauben gegen Springerstiefel - konnte das gutgehen?

Es klappte sogar ausgezeichnet. Schwarzgewandete, bleichgeschminkte "Grufties" saßen einträchtig mit stirnband- und turnschuhbewehrten Nachfolgern der 68-er-Generation zusammen, genossen die Sonne, das eine oder andere Bier und ließen sich gar zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten mit Volleyball oder Jonglierkeulen hinreißen. 20.000 Jugendliche feierten ein friedliches Fest, bei dem die Musik lange Zeit nur die Hintergrundkulisse bildete.

Dies änderte sich allerdings schlagartig bei Einbruch der Dämmerung. Das gesamte Geschehen verlagerte sich Richtung Bühne, der Auftritt der britischen Independent-Kultband "New Model Army" stand kurz bevor.

Nebelschwaden und Violinenklänge leiteten die "heiße Phase" des Abends ein. Justin Sullivan & Co. rissen mit ihrer rund zweiständigen Show die Fans zu Begeisterungsstürmen hin. Die Ordner hatten alle Hände voll zu tun, eine Erstürmung der Bühne zu verhindern und die erhitzten Gemüter mit Wasserduschen abzukühlen.

So sehr sich das Auftreten dieser Band von dem eines Klaus Hoffmann unterschied - die Botschaften waren nicht weit voneinander entfernt. "New Model Army" als Fortsetzung der Friedensbewegung mit anderen Mitteln? Ihr Titel " I love the world" war an diesem Abend jedenfalls Programm."

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Dann hab ich noch diesen Artikel aufbewahrt, vermutlich ebenfalls aus der Ruhr-Nachrichten, Autor diesmal Ines Philipp:

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Kritische "Soldaten": New Model Army

"18.000 Fans drückten gegen die Absperrgitter vor der Open-Air-Bühne auf der Schmechtingswiese in Bochum. Die rund 30 kräftigen Bodyguards bilden eine lebende Mauer. Helfer rennen hin und her, verteilen Wasser - becherweise - an und auf die kreischenden Teens vor der Bühne. Ein Mädchen sitzt heulend zusammengekauert am Rand des Geschehens. Die verschwitzten Sanitäter haben alle Hände voll zu tun. Auf der Bühne steht nicht etwa Tina Turner oder die Rolling Stondes, sondern die englische Gruppe New Model Army. Der Aufstieg dieser Band blieb bisher von den Musikmedien relativ unbemerkt. Erst seit der letzten WDR-Rocknacht in Düsseldorf sind New Model Army (NMA) auch in der Bundesrepublik "den Massen" ein Begriff.
In Großbritannien sind Justin Sullivan, Robert Heaton und Jason Harris von NMA schon längst Stars - ihre neue LP erscheint voraussichtlich im Juli. Die erste LP "No Rest For The Wicked" ist bereits 1985 auf den Markt gekommen. Die LP "Thunder and Consolation", das Produkt des Jahres 1989, hat sich gut verkauft.

Anhänger der Independent Szene kennen New Model Army natürlich. Spätestens seit ihr bisher größter Hit "51st State" (auf der 86er LP "Ghost of Cain") 1987 auf den Plattentellern in hiesigen Discotheken heiß lief, sind für die Gigs der drei Briten kaum noch Karten zu bekommen. Die Thunder-and-Consulation-Tour im letzten Jahr war restlos ausverkauft. Kein Wunder, daß die Kids jetzt zu dem einzigen Auftritt der New Model Army in NRW geströmt sind.

Die jugendlichen Fans sind von weit angereist - manche sind nur wegen dem Auftritt der Band zum Turnfest gekommen (in dessen Rahmen das Konzert stattfand). Die zumeinst schwarz gekleideten Kids fahren voll ab auf die ohrenbetäubend laute Mischung aus Hard Rock, Folk-Musik und Heavy Metal, die streckenweise stark an The Cure erinnert.

Vielleicht ist es grade diese Ähnlichkeit mit der Kult-Band The Cure - um die sich in letzter Zeit die Auflösungsgerüchte verdichten -, die New Model Army zum Erfolg verhilft. Wenn man die Fans fragt, sind es jedoch die "Botschaften, die die Jungs in ihren Texten rübergringen", die NMA von anderen Bands abhebt.

Inzwischen sind New Model Army nämlich nicht nur vom Independent Label zu einer großen Plattenfirma gewechselt, auch ihre Musik hat sich verändert. Während die Melodien, eingängiger geworden sind; sogar eine Geige ist seit kurzem dabei; sind die Texte (sozial-)kritischer geworden. "God damn the master race that we're born in" protestieren New Model Army zum Beispiel lautstark gegen Rassendiskriminierung und Nationalismus à la Maggie Thatcher - und sprechen damit den Jugendlichen aus der Seele."

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Schon interessant - auf die Idee, sie mit Cure zu vergleichen, bin ich glaub ich noch nicht gekommen, aber spannend, wie sich die Dinge mit der Zeit und in der Wahrnehmung so verändern ;-). Wer sich vielleicht noch an die Setlist erinnern kann, mag sich gerne melden, vielleicht Petra oder Sascha? ;-))

(c) bat 01/2015


New Model Army, 31.10.1990, Düsseldorf, Philipshalle

Das nächste Konzert der New Model Army, für das ich zumindest die Karte noch wieder gefunden habe, war in der Philipshalle in Düsseldorf, zusammen mit Fields of the Nephilim und Oysterband (nicht Mission und nicht Sisters wie ich irgendwie immer gedacht hatte).

Oysterband startete gem. meinen Aufzeichnungen um 19:15 h und spielte bis 20:00 h. Leider keine Setlist. Danach die Fields, die ca. eine Stunde gespielt haben, u.a. Psychonaut (was sie immer noch auf der Setlist haben, siehe Amphi-Festival 2013); hat mir damals schon gefallen, ich fand aber alles recht ähnlich und irgendwann war's genug. Dem ich auch heute nichts hinzuzufügen ;-).

Army startete um 22:00 h und spielte bis 23:50 h. Setlist (zumindest hab ich das damals aufgeschrieben):

Get me out
Green and grey
Space
Innocence
Purity
Bury the hatchet
Poison Street
51st State
Frightened
Ambition
Better than them
No Rest
Drag it down
I love the world
Stupid questions
225
Vagabonds
White Coats

(scheint also nicht ganz vollständig zu sein).

Auch hierzu hab ich einen oder drei Artikel aufbewahrt - die allerdings im Vorfeld erschienen sind und sich nicht direkt mit dem Konzert beschäftigen:

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New Model Army

Auch im zehnten Jahr nach ihrer Bandgründung haben New Model Army nichts an musikalischer Power und an politischem Engagement eingebüßt. Dies unterstreicht auch das neue Album "Impuirity". Obwohl die Zeit zwischen dem letzten und dem neuen Album alles andere als angenehm war. "Selten, daß eine LP von uns von so vielen unterschiedlichen Gefühlen aus dieser Zeit geprägt ist", weiß Justin Sullivan zu berichten. "Die meisten Sngs sind in einer Zeit entstanden, als es die eigentliche Band New Model Army gar nicht mehr gab. Steward, unser Bassist, hatte gerade die Band verlassen und ein legitimer Nachfolger war nicht in Sicht. Dies hat zur Folge, daß "Impurity" ein sehr konträres Album geworden ist. Du findest mit "Innocence" oder "Get me out" Stücke auf der LP, die eine sehr aggressive Grundstruktur besitzen. Im Gegensatz dazu ist z.B. "11 Years" ein eher poppiger Lovesong. Ich bin überzeugt, daß es Leute geben wird, die das eine mögen werden, aber das andere absolut daneben finden. Wir allerdings glauben, daß gerade diese Punkte unsere LP interessant machen."
Eines ist auf jeden Fall klar, die neue Platte brüht keine alten Erfolgsrezepte des Vorgängeralbums "Thunder and Consolation" auf, sondern zeigt eine erstaunlich frische Weiterentwicklung der Band. "Nachdem wir mit Nelson einen Nachfolger am Bass fanden, sind wir besser als je zuvor. Auch Ed, unser Mann an der Geige, gehört wie ein zusätzlicher Gitarrist nun zum festen Bestandteil der Gruppe. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, daß wir fünf eine geschlossene Band sind und das macht mich verdammt glücklich. Wir hoffen, dieses Gefühl bei unseren Live-Gigs auf die Leute übertragen zu können." Dazu haben sie ja jetzt im Oktober/November an der Seite von Fields Of The Nephilim und der Oyster Band genügend Zeit. Bis dann im März/April nächsten Jahres ihre eigentliche Tour startet. Good Luck!

R.P.

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(leider hab ich weder eine Quelle noch einen ausgeschriebenen Namen; das zugehörige Foto hat Sabine Bode geschossen, vielleicht hilft das beim Erkennen des Autors ja irgendwie weiter).

Hier noch die Karte und zwei Artikel, die aus der gleichen Zeit stammen; einer aus der Akku (?) und einer aus einer weiteren Zeitschrift, welche, kann ich leider nicht mehr sagen, aber immerhin sind die Autoren erhalten geblieben. Wenn ihr es nicht lesen könnt, meldet euch, dann tipp ich's ab.

(c) bat 01/2015


New Model Army, 12.02.1998, Köln, Prime Club (Ex Luxor)

Am 12.02.1998 war ein Konzert von New Model Army in Köln angekündigt - allerdings nur einigen ausgewählten Leuten, die die Konzertagentur Contour angeschrieben hatte (keiner weiß nach welchen Kriterien... vielleicht war's auch nur ein Werbetrick) und denen der Kauf jeweils zweier Karten angeboten wurde. Aber wie das so ist - und im Internet sowieso - nichts bleibt geheim ;-) Also haben wir alle fleißig versucht, Karten zu bekommen, was sich auch als gar nicht soooo schwierig herausstellte: ein Anruf bei Contour und schon war alles in die Wege geleitet und das bange Warten auf den rechtzeitigen Erhalt der Karten konnte beginnen.

Diese trafen dann auch tatsächlich erst mittwochs ein (donnerstags war das Konzert..). Aber egal, es hat geklappt, alles andere vergißt man dann wieder ;-) Anlaß des Konzerts war wohl die Verleihung einer Goldenen Schallplatte für die 1989 erschienene Army-CD 'Thunder and Consolation' und bot uns einen Vorgeschmack auf die im April stattfindende reguläre Tour.

Am Donnerstag also sind wir rechtzeitig hier losgefahren, haben in Remscheid noch ein paar Leute eingesammelt und - sind dann direkt in einen 11 km langen Stau auf der A 1 gefahren, in dem wir dann zunächst mal eine Stunde feststeckten (und etwa 4 km weit kamen ;-( ). Nach einer uns endlos erscheinenden Tour über 'die Dörfer' des Remscheider Umlandes und erneutem Stillstand auf der A 1 wurden wir dann gegen 20:15 h doch ein wenig nervös: die drei mit uns Fahrenden noch mehr als wir, denn wir hatten wenigstens unsere Karten, die anderen drei hatten einen Freund, der vor dem Club auf sie warten wollte - aber wer weiß, wie lange? Schließlich war um 20:00 h Einlaß und die Band sollte um 21:00 h anfangen zu spielen.. aber wie sagt schon Justin Sullivan: Adrenalin is the strongest drug that there has ever been' :-)

Alle Aufregung jedenfalls war umsonst, um 20:30 h waren wir dort, der Freund wartete auch noch, überhaupt kein Problem ;-)))

Der Prime Club war sehr voll, Joolz machte das Merchandising - es gab neben einem regulären T-shirt ('ecru' mit einem schwarzen Baum vorn) und irgendwelchen NMA-Taschen, die ich aber nicht gesehen habe, noch ein extra für diesen Abend gedrucktes T-shirt (Köln 12th of February 1998 - finis coronat opus auf dem Rücken) und leider nicht die CD, die wohl doch erst im April erscheint.

Army begannen pünktlich um 21:00 h - ich hab sogar was gesehen ;-) - Rob, der sich noch von seinen schweren Operationen erholt, wurde vertreten durch seinen Freund Michael, der sich für meine Ohren wirklich tapfer 'geschlagen' hat ;-). Das Programm bestand aus einem Gutteil der neuen Songs aber auch aus älteren und ganz alten, wie Ambition und 51st state - im Prinzip die gleiche Setlist wie bereits eine oder zwei Wochen zuvor in England in Joseph's Well. Justins Stimme, der ja erst letztlich eine Operation an der Schilddrüse über sich hat ergehen lassen müssen, klang für mich unverändert genial.

Er spielte zunächst akustisch Family Life, dann ebenfalls akustisch Snelsmore Wood, danach durfte die Band auch einsteigen und zwar in eine ziemlich schräge Version von The Hunt, die mich doch irgendwie an die Version erinnert hat, die Justin schon 1996 auf seiner Solo-Tour dargeboten hat.

Danach kamen White Light, von der neuen CD Strange BrotherhoodOver the Wire, Long Goodbye, Aimless Desire, Queen of my Heart, Wonderful Way to go, etwas älter dann Inheritance und Here comes the war, dann wieder relativ neues Material, nämlich No Pain und Headlights. Diese beiden Songs zusammen mit Over the wire dürften schon vom 96er Bizarre Festival bekannt sein und auch Long goodbye dürften diejenigen, die Justin 96 solo gesehen haben, schon kennen. Zu Headlights sagte Justin, daß wir unsere Vergangenheit niemals loswerden, daß sie immer mit uns reise, 'like headlights on your tail' und spielte im Anschluß, weil er gerade schon mal von der Vergangenheit sprach,51st State. Und wieder - oder immernoch? - hätte er das Singen eigentlich lassen können, das Publikum übernahm ;-). Zum Abschluß kamen noch Get me out, Bad Old World und Green & Grey, gewidmet Rob.

Nach diesen 17 songs kamen noch einmal 4 und einmal 3 Zugaben. Sie haben sich imho ein wenig lange bitten lassen, aber na ja ;-) Als sie das erste Mal zurückkamen, sagte Justin, daß sie doch gar nicht vorgehabt hätten aufzuhören, sie wären nur mal kurz verschwunden um über uns zu reden ;-) Jedenfalls spielten sie dann Modern Times, Ambition, Gigabyte wars, Living in the rose, Ghost of your father, Stupid Questions und 225

Zwischendurch wirbelte Justin mit dem Mikroständer in der Gegend herum, was leider auch ein Scheinwerfer ein wenig übel nahm ;-)

Das Konzert dauerte etwa 2 Stunden, war absolut genial - vor allem, wenn man sie schon soooo lange nicht mehr live zu sehen bekommen hat und ich hatte auch das Gefühl, daß die Band Spaß an der Sache hatte. Die neuen songs - sowohl diejenigen, die ich schon kannte als auch diejenigen, die ich noch nicht kannte, gefallen mir absolut gut, toll fand ich auch Snellsmore wood. Vor allem gefallen mir die Sachen auch wieder viel besser als die Songs des letzten Albums 'Love of hopeless causes'. Schön war es vor allem, sie mal in kleinerem Rahmen erleben zu können. Sie sind nachher noch durch den Club gelaufen, haben mit Leuten geredet oder Autogrammwünsche auf mando-T-shirts (hallo Ursula ;-) ) erfüllt. Das ist in großen Hallen nicht drin, von daher wird dieses Konzert im Vergleich zur Tour sicherlich die bessere Beurteilung erhalten.

Dennoch: Ich freu mich natürlich auf die Tour und bin gespannt, wieviele Leute der Mailinglist ich dort treffen werde - cu ;-)

PS: Dank an Frank, Martin und Michael, daß ich die Songliste so schön vervollständigen konnte.

(c) bat, 1998

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New Model Army, 08.05.1998, Düsseldorf, Philipshalle

Als wir so gegen 18:30 h an der Phillipshalle ankamen, war noch nicht allzu viel los, aus den Autos der bereits eingetroffenen dudelten New Model Army Songs, alte, neue, mittelalte... schade, daß man sich nicht einigen konnte ;-) Wir haben Leute von der Mailingliste getroffen, von denen einigedie ganze Tour mitgemacht haben. Schweden, Finnen, Engländer, ziemlich witzig. Die Phillipshalle war nicht ganz ausverkauft, aber so an die 5.000 Leute werden es dennoch gewesen sein (6.000 passen wohl rein).

Düsseldorf sollte angeblich auch der einzige Veranstaltungsort sein, an dem außer 'Nobody else' - also Army selber - noch eine Vorband auftreten sollte. Als es aber um 20 nach 8 losging, erstrahlte direkt das Attack Attack bzw. Strange-Brotherhood-Auge (das Joolz auch draußen neben vielen bunten anderen Dingen zum Verkauf feilbot) und Justin kam mit Nelson, Dave Blomberg, Keyboarder und Ersatz-Drummer Mickey auf die Bühne (hab ich mir erzählen lassen - na ja, zwischendurch hab ich zumindest Justin, Dave und Nelson gesehen, alles andere ging im Gewühl unter - warum müssen die Leute nur alle so groß sein??? ;-)).

Das erste, rein akustische Set, das die eher langsamen Stücke enthalten sollte, begann mit Brave New World 2. Weiter ging's mitSnelsmore Wood und Rainy night (B-side der am 15. Mai erscheinenden neuen Single Queen of my heart - wie war das: die B-Seiten sind besser als die A-Seiten? Bei dieser Single bestimmt - imho ;-)). Danach kam Eleven years von der Impurity gefolgt vom neuen Big Blue und von Queen of my heart.

Dann wurde es wieder älter mit Ghost of my father von der B-sides and abandoned tracks resp. der Big Guitars in Little Europe. Ebenfalls von der B-sides kam dann No sense, mit Nelson am zweiten, extra für das Akustik-Set aufgebauten Schlagzeug, schon beeindruckend ;-) Dann, zur Erholung, Fate von der Love of Hopeless Causes. Das set endete nach 10 Liedern und 40 Minuten um 21:00 h mit einer absolut irren Version von The Hunt, die sie bereits in Köln gespielt haben. Auch Justin hat den Song 96 auf seiner Solotour in dieser Form gebracht - allerdings war das Klatschen der Leute nicht immer völlig im Takt...

Einige Leute waren doch etwas verwirrt, die eben die Sache mit dem Akustikset vorab nicht mitbekommen hatten und die meinten, daß 40 Minuten für 40 DM doch etwas teuer wären. Na ja, wir konnten sie beruhigen ;-)

Nach einer Umbaupause - und einer Erholungspause für die Army - ging's dann um 21:20 h weiter mit dem heftigeren Teil des Konzerts. Es ging los mit Whitelight, gefolgt von Over the wire, Long goodbye, Aimless desire und Wonderful way to go, eingeleitet mit 'Before I get old' - echt, zum Leute verwirren ;-) Weiter ging's dann mit Inheritance, wo Justin seine Deutschkenntnisse zum Einsatz brachte und einen Teil des Songs in deutsch sang.."Mutter, Vater, ich bin okay"... ;-))) Danach wurde es mit Lust for power wieder etwas schneller, das anschließende Headlights wurde eingeleitet mit dem üblichen Kommentar, daß es eben Dinge in der Vergangenheit gibt, die man nicht mehr loswird und die man ewig mit sich herumschleppt. Und da sie die Vergangenheitsbewältigung grade so schön zum Thema gemacht haben, ging's direkt weiter mit 51st state ;-) Absolut genial, auch wenn es schon soo oft gedudelt wurde. Aber dies scheint eben eine Vergangenheit zu sein, die NMA einfach nicht loswerden ;-) Danach ging es ebenso heftig weiter mit Get me out, womit sich dann Band und Publikum eine Pause verdient hatten, die in Form des etwas langsameren No pain folgte. Dann wieder was für alle zum Mitsingen in Form von Stupid Questions und nochmal richtig heftig wurde es zum Schluß mit Here comes the war, wo Justin wieder den Satz anbrachte, den er - neben dem Wort 'Knoblauch' ;-) - bestrebt sein soll, in jeder Sprache zu beherrschen: 'Nur ein toter Faschist ist ein guter Faschist'. Das reguläre zweite Set endete damit nach 13 songs und einer Stunde um 22:20 h.

Das erste Zugabenset bestand aus einer ziemlich geilen akustischen Version von All of this, die wohl in der Form auch schon mal bei einem Red Sky Coven Gig gelaufen ist, gefolgt von Ballad of Bodmin Pill und Green & Grey (entwickelt sich zum 51st state-Nachfolger, neben Vagabonds)

Das nächste Zugabenset fing damit an, daß Justin erzählte, daß sie ja häufig Lieder spielen würden, die sie irgendjemandem widmen würden. Das folgende Lied würde er sich selbst widmen, es sei sein liebstes Army-Stück: Modern Times. Gefolgt von Vengeance, weil: 'I believe in justice, I believe in vengeance I believe in getting the bastard. Still.' Die zweite Strophe war allerdings diejenige, die sich auch auf der Big Guitars... spielen und nicht die ursprüngliche. Das dritte Set, eingeleitet von Justin mit 'Go home!' - also wirklich! ;-) - bestand aus Family und 225.

Alles in allem war das Konzert nach 2 Stunden und 20 Minuten um 23:00 h beendet und ich muß sagen, es war wirklich klasse. Man hatte auch den Eindruck, die Band hat Spaß an der Sache - die letzte Tour ist ja nun wirklich auch schon eine ganze Weile her. Und Army sind eben eine absolute Live-Band, live sind sie irgendwie doppelt so gut wie auf CD. Von den Leuten, die auch die anderen Konzerte gesehen haben, hab ich noch nicht gehört, wie sie es im Vergleich beurteilen, ich hab nur gehört, daß die Army die songs auch variiert hat und so z. B. auch schon Killing, Gigabyte wars und Adrenalin gespielt hat, was sie in Düsseldorf leider nicht getan hat. Mir hat's dennoch gefallen, zwar nicht so gut wie in Köln, was aber an der Größe der Halle lag, dennoch immerhin so gut, daß ich drauf und dran war, heute noch nach Bielefeld zu fahren, es aber dann doch nicht getan habe - schließlich hab ich hoffentlich noch die Gelegenheit, sie Pfingsten in Amsterdam in einer doch etwas kleineren Halle zu erleben ;-)

PS: Joolz ist im Anschluß wieder auf Deutschland-Tour und angeblich sollen uns auch Red Sky Coven noch in diesem Jahr beglücken - allerdings ist wohl Rev Hammers Frau schwanger und erst muß mit Mutter und Kind alles gut gegangen sein, bis sich Rev wieder auf Tour begibt ;-) Näheres auf der Musik-Seite sobald ich was dazu weiß.

(c) bat, 1998

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New Model Army, 30.05.1998, Amsterdam, Melkweg

Das Pfingstwochenende haben wir genutzt, um nach Amsterdam zu fahren... nicht, um die Stadt anzusehen, was sich an sich schon gelohnt hätte, sondern um das auf dieser Tour letzte Konzert der New Model Army zu sehen, für die Stadt hatten wir dennoch genügend Zeit, weil wir uns gedacht haben: wenn, dann auch richtig ;-)
So haben wir vorab ein wenig Amsterdam besichtigt, den Flohmarkt und alles, was sonst noch wichtig war und was man in der kurzen Zeit eines halben Tages noch so auf die Reihe bekommen konnte. Gegen 8 hab ich mich dann von meiner 'Hinfahrgelegenheit' und Reiseführung kurzfristig getrennt - die nochmal zurück zum Zeltplatz wollte und noch andere Freunde aus dem Ruhrgebiet einfangen wollte -  und habe in einem Irish Pub an der Ecke zum Melkweg, in dem Army auftreten sollten und der "uitverkocht" war (im Internet steht, es passen etwa 2000 Leute in die Halle, ich hätte so 1.000 - 1.500 geschätzt...), neben vielen bunten anderen Army-Fans aus aller Herren Länder meine 'Rückfahr- und 'Übernachtungsgelegenheit' gesucht und auch sofort gefunden. Schon diese Sache vorher fand ich sehr angenehm und irgendwie netter als auf dem Parkplatz vor der sterilen Phillipshalle in Düsseldorf. Auch Nelson stiefelte irgendwann vorbei, sah sich grinsend die Fans an und verschwand irgendwohin ohne daß er von irgendjemandem belästigt worden wäre.

Einer der Leute, die dort standen, kam mir mehr als bekannt vor (viele andere hatte ich auf anderen Konzerten schon mal gesehen) und auf meine Frage hin (es schien ihm nämlich ähnlich zu gehen), haben wir dann irgendwann in der Pause zwischen dem Acoustic-Set und dem regulären Set festgestellt, daß wir uns aus dem Bochumer Zwischenfall kennen, die Welt ist ein Dorf ;-)

Einlaß am Melkweg war um 21:30 h. Die Halle selbst ist vielleicht so lang wie das Luxor in Köln oder die Zeche in Bochum, hat ebenfalls einen Balkon, aber sie ist viel breiter. Ich stand zunächst mal neben dem Mischpult auf der obersten von 3 Stufen, so daß ich näher an Justin und Co. war als in Düsseldorf und dennoch was sehen konnte. Platz genug zum Tanzen war auch und die Niederländer um mich rum waren auch total nett, obwohl sie immer alles zweimal sagen mußten, nachdem ich nämlich ihr Niederländisch leider nicht verstanden hatte ;-)

Das Konzert begann um 22:10 mit Justin und seiner akustischen Gitarre. Der gesamte Set ähnelte ziemlich dem in Düsseldorf, aber doch mit einigen Veränderungen die ich absolut klasse fand ;-)

Los ging's hier mit Brave New World 2, gefolgt von Snelsmore Wood, ebenso wie in Düsseldorf. Als drittes kam Eleven years, danach Big Blue und Fate. Die Army spielte dann eines meiner absoluten Favourites, das ich auch noch nie live gehört hatte: Prison, B-side von Get me out, dann die neue Single, die mir immer noch nicht so gut gefällt (aber das Cover ist schön und natürlich die B-side Brother ;-) Queen of my heart. Auch hier ging's älter weiter mit einem weiteren Favourite von der B-sides and Abandoned Tracks: Ghost of my Father, dann kam wieder Nelson am zweiten Drumset bei No sense. Das set schloß wie auch in Düsseldorf nach 40 Minuten um 22:50 h mit The Hunt. War schon klasse, auch mal zu sehen, was die Jungs da so machen und wie sie die Instrumente wechseln, so daß mal Dave und mal Nelson Baß spielen; auch Nelson an den Drums war nett anzusehen ;-)

Das Adrenalin-Set'begann um 23:15 h mit Whitelight, gefolgt von Over the wire, Long goodbye, Aimless desire. Dann sang Justin a-capella und ziemlich schnell begleitet vom Publikum 'Before I get old'. Diesmal bin ich auf den Trick nicht reingefallen, da ich vorgewarnt war: es kam Wonderful way to go, bei dem man beim Refrain Justin's Stimme gar nicht mehr gehört hat ;-) Weiter ging's mit Inheritance, Lust for power, Headlights, das ja gewissermaßen als Entschuldigung und Einleitung dient für 51st state ('the more things change, the more they stay the same'). 'Here in the land of opportunities..' hat das Publikum ohne Justin und ohne Instrumente gesungen, das 'Ha' wurde aber durch einen Trommelwirbel von Mickey eingeleitet ;-) und dann ging's normal mit Band weiter. Das nächste Lied war Get me out. Hierbei veränderte Justin den Text, aus 'Isidro down to Melbourne' machte er 'Isidro down to Dunblane', ich gebe zu, ich habe Dublin verstanden, aber die Leute in der Mailingliste, die mehr als ein Konzert gehört hatten, konnten mich überzeugen... Dann widmete er das folgende No pain 'absent friends', es folgte Stupid Questions und zum Schluß nach exakt einer Stunde um 00:15 h Here comes the war.

Keine Kommentare auf Niederländisch über tote Faschisten, dabei hatten wir vorab mit unseren eher spärlichen Niederländisch-Kenntnissen schon überlegt, was das denn wohl heißen würde ;-)

Das erste Zugabenset begann akustisch mit Marrakesh (first time live für mich), gefolgt von Green & Grey (ausnahmsweise mal ohne Geklatsche beim Break) und Ballad of Bodmin Pill

Das zweite Zugabenset bestand aus Ambition (absolut irre ;-) ) und Family, gewidmet allen Followers, die der Band von Ort zu Ort nachgereist waren während der Tour und denjenigen, die eine so weite Anreise auf sich genommen hatten, um ihre Spielorte zu erreichen. Was natürlich eine Menge Applaus auslöste ;-) Justin versprach außerdem noch, daß sie 'never ever' wieder 5 Jahre brauchen würden um eine neue CD zu veröffentlichen und daß sie auch nie wieder 5 Jahre Tourpause machen würden. Er erwähnte noch, daß dies ja das letzte Konzert ihrer Tour sei... aber daß sie nächstes Wochenende schon wieder in den Niederlanden auf einem Festival spielen würden... Einmal angefangen, scheinen sie nicht mehr genug bekommen zu können ;-)

Die letzte Zugabe, zu der wir sie noch überreden konnten - obwohl zwischenzeitlich schon das Licht auf der Bühne angegangen war - war wie erwartet Vengeance. Absolut klasse ;-) Mickey warf am Ende - wahrscheinlich, damit wir begreifen, daß endgültig Schicht ist - seine Drumsticks ins Publikum, Justin wollte gern den Mikroständer werfen, besann sich dann aber doch eines Besseren (na ja, auf der Tour bestimmt schon häufig getestet, diese Geste ;-) ), und warf ihn nur auf die Bühne. Um 00:45 h war dann nach insgesamt 2 1/4 Stunden leider alles vorbei...

Am nächsten Tag kamen wir auf dem Weg zum Frühstück nochmal am Melkweg, der gerade gereinigt wurde, vorbei. Es stand gerade eine Horde Touris auf Fahrrädern davor, die von einem Reiseführer auf englisch Infos über den Melkweg bekamen: 'here, often pop concerts take place...'. ;-)))

Ein sehr schönes Konzert, nette Leute, eine Band, die auch nach einer so langen Tour immer noch Spaß an der Sache hatte, Joolz, die den Bochumer Termin (19.) bestätigt hat und auch meinte, der Red Sky Coven-Tour stünden nur Rev und seine Vaterschaft noch im Wege, eine klasse Stadt (allerdings würde ich dort niemals Auto oder Fahrrad fahren und ich hatte Alp träume von Fahrradfahrern... sowas Dreistes hab ich ja überhaupt noch nicht erlebt ;-))) ). Gut, daß ich dieses Konzert noch mitgenommen habe. Schön fand ich auch, daß die songs tatsächlich variiert wurden und nicht immer nur das gleiche abgenudelt wurde.

Wobei ich mir sicher war, daß Fate im zweiten und Long goodbye im ersten Teil des Konzerts gespielt wurden, aber nach Diskussionen in der Mailingliste - dank an Henrik und Reiner - hab ich mich dann doch überzeugen lassen müssen, daß dem wohl nicht so war ;-)

(c) bat, 1998

PS: Im coolibri steht unter Zeche Bochum und in Vorbereitung: New Model Army.
Ich könnte mir vorstellen, daß sie aber RSC meinen, egal, beides wäre genial ;-)
 

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New Model Army, 04.11.1998, Bochum, Zeche

Da muß ich Jens echt danken, daß er mich überredet hat, auch noch nach Bochum zu fahren, der Gig war echt klasse. Das mit den kleineren Hallen hat doch was für sich - fand wohl auch Justin ;-) Zumindest hat er zweimal betont, daß es hier ja wohl besser sei als in der Phillipshalle und ob sich jemand an den Gig vor 10 Jahren eben hier erinnern würde - happy memories ;-)

Nachdem ich dann stundenlang in der Schlange gestanden hatte, um meine cts-Karte gegen eine Original-Karte umzutauschen - selbige sieht übrigens verdächtig nach einer copy der Karte von der Frühjahrstour, nur ein wenig eingefärbt, aus - und danach nochmal stundenlang vor der Zeche gewartet hatte, bis ich endlich drin war, konnte es losgehen.
Ich hatte schon bei der Vorband einen ziemlich genialen Platz, so daß ich einfach geblieben bin wo ich war: Vor der Bar an der rechten Seite der Halle ist eine Treppe und neben selbiger sind noch zwei höhere Stufen und dort stand ich - zumindest bei Army ;-) - etwa zwei Meter von Justin und Nelson entfernt, mit Platz zum zappeln und freier Sicht auf die Bühne ;-) In der Masse neben mir hätte ich es wohl auch nicht lange ausgehalten, es ging wirklich hoch her... die Lieder boten sich dazu aber auch an.

Zunächst mal zur Vorband. Name: Backdraft oder sowas, nix mit Crocketts...
Sie fingen um 20:00 h an, wenn ich nicht irre waren es vier Leute, der Gitarrist angetan mit einer beigen Anzugjacke über einem Band-T-shirt, schon etwas seltsame Gewandung aber na ja ;-) Der Drummer hatte immerhin ein Army-T-Shirt an... Los ging's mit einem Cover von Clash's London calling, das mir eher weniger gefallen hat, gefolgt von einem song, den der Sänger als Local Radio angekündigt hat, nach weiteren drei songs, alles folk rock bis rock, der nett war, aber nicht weiter aufregend - sorry Jungs, liegt sicher auch daran, daß alles gespannt auf Army wartete - kam noch ein song namens Criminal, den ich sogar gar nicht schlecht fand, sowie ein Cover von den Boomtown Rats: I don't like mondays, nett aber nicht vergleichbar mit dem Original ;-) Zwischenzeitlich wollte der Sänger wohl irgendeine coole Geste mit dem Mikro machen, hat aber dummerweise so unglücklich drangeschlagen, daß das Mikro in hohem Bogen über die ganze Bühne flog, sah wirklich witzig aus... der arme Sänger hat mir irgendwie leid getan, ist ja auch ein nicht gerade einfacher Job als Vorgruppe von Army.. Aber er hat seinen Humor behalten und meinte am Ende des songs, daß so ein Stunt doch langjähriger übung bedürfe.. fand ich gut ;-)
Um 20.30 sind die Herren wieder verschwunden, nachdem sie uns viel Spaß mit Army gewünscht haben, welche dann um 21:00 h loslegten. Und zwar mit Fate akustisch. Danach wurde es direkt heftig mit White Light. Ich muß sagen, generell fand ich das Konzert ziemlich schnell mit Hammersongs und selbige auch direkt in Folge gespielt, nicht so wie im Frühling, wo die Band sich und dem Publikum dazwischen immer mal wieder eine Verschnaufpause ge- gönnt hat. Die Halle war sehr voll und ich fand, daß es recht wild herging. Justin selbst - kaugummikauend - wirkte auch irgendwie aggressiv, kann aber Einbildung gewesen sein. War wirklich klasse, sie so nah vor mir zu sehen!!! Nach White Light folgte Long goodbye von der neuen CD, danach Wonderful Way to go, ich sag ja, es waren eher schnelle Songs, die sie sich ausgesucht haben. Danach dann mal ein langsameres, Purity. Justin meinte zischenzeitlich, daß dies ja sehr viel besser sei als die Phillipshalle. Klar, in kleinen Hallen ist immer mehr Atmosphäre.. allerdings war es irgendwie auch voller ;-) Ich glaube, Nelson war zwischenzeitlich bei den richtig heftigen Songs ziemlich glücklich, auf der Bühne zu stehen und nicht davor ;-)
Der nächste Song war jedenfalls Inheritance, wieder mit deutscher Einlage, gefolgt von Killing mit Justin an einer akustischen Gitarre, absolut klasse!
Next war No pain, gefolgt von der Ballad of Bodmin Pill. Im übrigen sollte ich vielleicht noch ein Wort zu Justin und den Mikroständern verlieren: andere Leute nehmen das Mikro aus dem Ständer wenn sie rumlaufen wollen, Justin legt sich den ganzen Ständer auf die Schultern, nettes Motiv für den neben mir stehenden Fotografen ;-) Justin wurde übrigens bei einigen Songs von vorn und unten angestrahlt, so daß sein Gesicht leuchtete.. hat mich ein bißchen an das Bauhaus-Konzert von Montag erinnert.. gespenstisch, vor allem, wenn er dann noch so grimmig dreinschaut...
Irgendwann fragte er übrigens: "So you got Gerhard Schröder? And we got Tony Blair... I wish you good luck." Einige wissen ja vielleicht, was er so von Tony Blair hält...
Nach der Ballad of Bodmin Pill ging's weiter mit Brother, wieder in der genialen Version, die sie auch auf dem Bizarre gespielt haben und nicht mit derjenigen auf der Maxi. Danach Headlights, ohne jeglichen Kommentar über Vergangenheiten und danach, diesmal also in umgekehrter Reihenfolge, 51st state, kommentiert von Justin, daß dies doch mehr eine Kritik an Europa als an Amerika ist. Was sonst? Egal, war jedenfalls mal wieder klasse. Nur haben sie seit einiger Zeit eine Falle eingebaut: sie lassen die Strophe 'here in the land of opportunity' ohne Instrumentalbegleitung, aber vor dem 'Hey' bauen sie einen Trommelwirbel ein. Die Hälfte der Besucher wußte dies und wartete selbigen ab, die andere Hälfte brüllte gleichzeitig oder kurz vor dem Wirbel. Justin schmunzelte nur und schüttelte den Kopf ;-)
Vorn tobte übrigens mittlerweile echt die Hölle, ich war ziemlich froh, daß etwas erhöht über dem Geschiebe stand!! Es ging weiter mit Bad old world. Nelson und Dave teilten sich während des Refrains - lalalala - ein Mikro und grinsten vor sich hin, echt nett ;-) Danach dann Get me out und Here comes the war. Selbst die hartgesottenen Türmchenbauer haben bei diesen beiden songs aufgeben müssen...heftig war's. Und auch das Ende des offiziellen Teils nach 75 Minuten um 22:15 h. Nach Getobe, Gejohle und Geklatsche ging's weiter mit Space und Afternoon Song. Diesen song mag ich irgendwie nicht. Ist so schlimm, daß ich jedesmal den Namen vergesse und zuhause nachsehen muß, was denn dieses 'Time passes slow' nun war. Justin meinte danach, daß wir ja scheinbar in Singstimmung seien und also weitermachen könnten:Green & Grey. Ich liebe diesen song, egal wie oft er auch schon gespielt worden sein mag!!!. Danach verschwanden sie wieder. Justin kam allein zurück mit einer Akustik-Gitarre und meinte, na gut, wenn wir unbedingt weiter singen wollten, dann sollten wir dies mal singen: Vagabonds, er an der Gitarre und wir als Geige: lalaaalalaaalalaalalalalaa - oder so ähnlich ;-) War wirklich klasse!!! nur die letzten paar Töne hat der Rest der Band mitgespielt.
Danach ging's weiter mit Mitsingen: Stupid questions. Generell fand ich daß die Thunder and Consolation übermäßig häufig vertreten war, wogegen ich prinzipiell natürlich nichts habe, sie ist nun mal wirklich genial und mein Einstieg in die New-Model-Army-Fangemeinde gewesen ;-)
Nach Stupid questions dann nochmal was für die Fans zum Austoben: No rest. Absolut irre. Nelson spielte seinen Baß zwischenzeitlich hinterm Kopf und danach direkt mit den Zähnen.. naja, ob die Töne so stimmten, mag ich nicht zu beurteilen, aber es hatte in jedem Fall Showeffekt ;-) Justin tobte sich mit dem Mikroständer aus, den er am Ende des Songs auch umwarf. Dem zweiten versetzte er einen Tritt, so daß er sich zu ersterem gesellte, Mickey warf seine Drumsticks weg, von denen einer prompt Justin an der Schulter traf. Halt ein heftiges Ende eines heftigen Songs. Und wie gesagt, irgendwie hatte ich das Gefühl, Justin hatte seine angestauten Aggressionen noch nicht weit genug abgebaut ;-)
Danach verschwanden die Jungs, die Zeche machte Musik an, aber die Leute gingen nicht. Sie blieben, wo sie waren, schrien, klatschten, johlten, pfiffen weiter, die Musik wurde geringfügig lauter, aber das nutzte alles nichts. Nach dem Ende des Songs wurden die Leute nochmal richtig heftig laut, der Mensch am Mischpult tauchte wieder auf, sammelte die Mikroständer wieder auf und machte uns Mut ;-) Und wirklich wurde die Musik, kaum daß das nächste Lied gestartet hatte, wieder ausgestellt, Army kamen wieder und spielten noch Vengeance. Es hätte auch was gefehlt wenn nicht! Echt klasse! Danach gaben wir auch Ruhe und sind abgezogen. Das ganze hat etwa 2 h gedauert, war schon okay. Um nicht schon wieder zu sagen: genial ;-) Es ist aber definitiv keine Fortsetzung der Frühjahrstour, die neue CD steht auch eindeutig nicht mehr im Mittelpunkt. Bedingt wird diese änderung aber schon dadurch, daß Army nicht mehr sich selbst als Vorgruppe haben. Das hat mir eigentlich sehr gut gefallen, allerdings war dieses Konzert gestern wirklich von der Atmosphäre und von der Halle her um Längen besser als das in der Phillipshalle...
obwohl mir natürlich songs wie ghost of my father, snellsmore wood, the hunt..schon sehr gefehlt haben. Generell war die B-sides and abandoned tracks gar nicht vertreten. Und die Stimmung war um sehr vieles aggressiver, hatte ich den Eindruck.

Alles in allem: genial, gut daß ich's gemacht habe - wobei man bei Army oder Justin oder Joolz oder Red Sky nicht gerade besonders lange braucht, um mich zu überreden ;-).Köln kann gar nicht so gut werden. Aber ich laß mich gern angenehm überraschen und warte gespannt auf Sonntag.. und dann natürlich auf die Red Sky Coven Tour im Januar! Was das PS des letzten Berichts beantworten sollte ;-) Die Termine findet Ihr auf der Musikseite.

(c) bat, 1998

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New Model Army, 08.11.1998, Köln, E-Werk

Nun also Army in Köln. Die Halle war schnell gefunden, weil ich ja am Montag bei Bauhaus schon Gelegenheit gehabt hatte, sie erfolgreich zu finden ;-) Ich hab mich relativ direkt nach oben verzogen, weil ich nicht mitten im Gewühl stehen wollte, denn supergut gesehen hatte ich sie ja schon am Mitt- woch. Ich stand zwar direkt am Geländer, aber irgendwie waren die Jungs doch verflixt weit weg... und unten ging es gar nicht so ab wie in Bochum. Richtiges Gedrängel gab es wirklich nur in ein paar Reihen vor der Bühne, die Followers hatten Platz für ihre Circles und ihre Türmchen, alles halb so wild. Auch die Zuschauer, die unten unter mir standen, haben fast nicht getanzt, schon seltsam. Oben stand ich natürlich auch zwischen Leuten, die irgendwie überhaupt keine Stimmung verbreitet haben. Außer einem Mädel war da nichts mit Tanzen ;-( Im Gegenteil, einer stützte sich sogar regelrecht gelangweilt auf das Geländer, strange indeed. Egal, ich hab trotzdem gezappelt, aber richtige Stimmung kam nicht auf. Das nächste Mal also doch wieder unten ;-)))

Die Vorband begann gegen 20:00 h aber erstaunlicherweise war es eine andere. Auch die Karten, die wir mal wieder gegen die cts-Karten umtauschen mußten, waren 'richtige', halt wie auf der Frühjahrstour und nicht diese seltsam kopierten aus Bochum. Zurück zur Vorband. Dies waren nun wirklich die angekündigten Crocketts, die etwa eine halbe Stunde lang spielten. Sie erzählten, daß sie aus England, Irland und Wales kämen, der Sänger hatte motorische Störungen und Zuckungen und ich frage mich ernsthaft, wie der bei all dem Gezappel und Gehopse anständige Töne auf seiner Gitarre zustande gebracht haben will.. naja, vielleicht hat er ja auch nur so getan ;-) Obwohl es bei den schnelleren Liedern eigentlich egal war, welche Töne er spielte, Hauptsache er spielte überhaupt... denn eigentlich war das nur wildes Gedresche auf die Gitarren und Drums, nicht schlecht aber nicht unbe- dingt melodiös...und schreien konnte er dabei auch noch schön, echt optimal zum Abbau von Agressionen... Wenn ich also ehrlich bin, haben mir von den 9 gespielten songs nur die langsamen gefallen, die waren richtig gut, auch besser als das, was die deutsche Vorband am Mittwoch in Bo geboten hat, aber der Rest war doch nicht so ganz mein Ding...

Army legten los nach einer Umbaupause von einer halben Stunde um 21:05 h. Hier wirkte alles ein wenig professioneller, hinter ihnen an der Bühnenwand hing das Attack Attack-Logo, weiß auf schwarz und die Lightshow war echt fantastisch. Mit Strahlern, die auch das Publikum mit einbezogen, die - in viele einzelne Lichtstrahlen zerlegt - einfach auf das Publikum gerichtet blieben, vor allem bei Liedteilen, wo die Arme aller Leute oben waren oder klatschten, sah genial aus. Teilweise waren diese einzelnen Lichtstrahlen eines Scheinwerfers zusammengesetzt aus verschiedenen Farben - rot und weiß vorzugsweise - an die Bühnenwand wurden Lichtmuster geworfen, die Farben wechselten je nach Song. So war die Bühne bei Green & Grey zum Beispiel grün angeleuchtet, bei Brother in rotes Licht getaucht. Bei einem song wurde nur Justin von unten hell angestrahlt, doch, war toll. Das zusammen mit der Vorband und den 'richtigen' Karten weckt in mir die Vermutung, daß der Army-Gig in Bochum vielleicht kurzfristig zwischengeschoben wurde, zum 17. Geburtstag der Zeche... die Zeche selber kündigte nämlich schon recht lange an, daß Army in Vorbereitung sei, aber selbst als sie den Gig mit festem Datum auf ihrer Homepage ankündigten, war davon auf der Army-Homepage nichts zu sehen...

 Die setlist war ein kleines bißchen anders - Bochum war besser ;-) - , das Konzert etwa 10 Minuten kürzer und meiner Meinung nach war die Stimmung nicht so aggressiv, weder schien Justin so gereizt, noch war das Publikum so aufgeschaukelt. Zumindest von oben sah alles sehr viel harmloser aus als in Bochum, allerdings ist die Halle auch größer, vielleicht verteilt sich das alles einfach nur mehr.

Army begannen hier mit Snelsmore Wood - Justin an der akustischen Gitarre. Schön, hat mir in Bo echt gefehlt. Dieser song ist einfach absolut klasse!
Danach ging's dann bekannt weiter mit Whitelight, gefolgt von Long goodbye, wie in Bochum. Danach spielten sie jedoch Believe it (nicht unbedingt eins meiner Lieblingssongs, dafür blieb mir aber der Afternoon Song erspart ;-) ).
Weiter ging's mit Wonderful Way to go, Purity und Aimless desire, wie in Bo. Danach Brother. Auch hier erzählte Justin, daß sie damals in Norddeutschland auf Tour waren, in einem Hotel gesessen hätten und dann auf CNN gesehen hätten, wie ihre Stadt - Bradford - brennt... now we watch as the city burns, our city burns.
Die Bühne war passenderweise wie schon erzählt in rotes Licht getaucht...
Weiter ging's mit der bejubelten Ballad of Bodmin Pill, gefolgt von Inheritance - übrigens das Lied, bei dem Justin von unten angestrahlt wurde. Er sprang hier mitsamt Mikroständer auf die Stufe, die die Bühne vom Publikum trennt und machte dort seine Show. Doch, er rockte ziemlich ab, wie auch schon in Bochum. Ob er das im Frühling auch tat oder vom zusätzlichen Acoustic Set so geschafft war, weiß ich gar nicht, so gut hab ich irgendwie nie gesehen ;-)
Weiter ging's hier jedenfalls schon jetzt im regulären Programm mit No rest, gefolgt von dem etwas zahmeren Headlights - Justin mit akustischer Gitarre.. wenn ich nicht irre, ist am Ende von No Rest beim letzten Ton auch eine von Justins Gitarrensaiten gerissen... soviel zu 'heftig' ;-)
Nach Headlights dann ein 'song for absent friends': No pain. Danach 51st state, wieder mit der Bemerkung, daß es mehr um Europa als um Amiland geht und wieder mit tollem Chor. A propos: irgendwie war der Gesang von Justin und vor allem derjenige von Dave und Nelson am Anfang sehr leise, änderte sich aber im Laufe des Geschehens, wäre sonst auch wirklich schade gewesen...
Es war übrigens faszinierend, zwischendurch mal auf das Mischpult und vor allem auch auf den Mann am Licht und seine tausend Schalter runter zu sehen, alledings wirklich nur zwischendurch, wer verpaßt schon gern was von Justin, Nelson, Dave, Mickey und, aehm, dem Mann am Keyboard?
Es blieb dann heftig mit Get me out - übrigens wieder oder immernoch mit 'Isidro down to Dunblane - gebremst von Bad old world - wieder mit Nelson und Dave beim ersten lalala an einem Mikro. Danach Here comes the war: 'good luck for the future and we'll leave you with this.'
Hier gab's noch einen Zwischenfall: ich erwähnte ja schon, daß die Followers und sonstigen Türmchenbauer vorn diesmal mehr Platz hatten als in Bo, und zwar soviel, daß sie circles machen konnten - und beim instrumentalen Teil von Here comes the war, bevor Justin was von Serial Killern erzählt, haben sie mit mehreren - als einstöckige Türmchen - so eine Art Marsch durch das Publikum gemacht, teilweise auch in einem großen Kreis.. wie Marschieren eben.. paßt ja auch zur Musik.. nicht aber unbedingt zum Text. Justin sah sich das eine Weile an und meinte dann recht böse irgendwas von wegen: 'this is no bloody square dance, get off the floor!!!' Stimmt schon, diese Faxen passen nicht ganz zu diesem textlich doch eher ernsten song, aber gut sah es trotzdem aus.
Egal, die Leute interessierte das jedenfalls eher weniger. So daß Justin nach einer Weile nochmal nachhakte: 'Do you understand English?'. Irgendwann danach sind sie dann runtergeklettert, ich weiß aber nicht, ob sie sowieso runter wollten oder ob es was mit seiner Aufforderung zu tun hatte...
Der Song ging jedenfalls weiter, Mickey warf seine Drumsticks weg, Nelson warf zwischenzeitlich kurz seinen Baß hoch - wie auch in Bo - Justin trat sein Mikro um und sie verschwanden zum ersten Mal um 20 nach 10, also nach 75 Minuten. Bisher längenmäßig noch alles wie in Bo.

Erste Zugabe war dann das absolut geniale White coats, schon deshalb hat sich Kölle gelohnt ;-))), gefolgt von Stupid questions. Sie verschwanden, Justin kam allein mit Akustikgitarre wieder und fragte auch hier: 'So you like to clap? And you like to sing? So sing this' Und begann wieder mit dem 'Geigenpart von Vagabonds ;-) Diesmal hat er aber eigentlich den Part nur angesungen, den Rest mußte das Publikum übernehmen, was auch gut klappte. Ein Mädel neben mir meinte nur: Naja, mit Geige hat's mir besser gefallen - nicht ganz unrecht hat sie da, aber witzig war's dennoch ;-)
Danach ebenso akustisch aber wieder mit restlicher Band Green & Grey, netter Chor. Und ich mag's immernoch ;-)

Danach nochmal von der Bühne und wieder drauf für Vengeance - übrigens wieder mit der zweiten abgeänderten Strophe. Scheint Standard geworden zu sein.. und ich kann den Text immernoch nicht...

Tja, und dann war Schicht, gegen 5 vor 11, insgesamt also 10 Minuten weniger als in Bochum. Vor allem haben die Leute hier auch sofort aufgegeben, als Licht und Musik angingen.. vielleicht ist Vengeance wirklich so eine Art Schlußzeichen, wer weiß?

Alles in allem natürlich mal wieder klasse, aber Bochum hat mir viel besser gefallen, wenn auch hier Snellsmore Wood und White coats natürlich besonders genial waren. Schön, daß die Songs sowohl generell als auch von der Reihenfolge her geändert werden, so ist nie ein Konzert wie das andere. Insgesamt war's hier auch weniger aggressiv als in Bo, hatte ich den Eindruck, zum Faxen machen war vorn mehr Platz, auch nicht schlecht - und ich hab blöd gestanden, wenn ich auch was gesehen habe, so ist doch der Funke diesmal auf mich nur langsam übergesprungen, ich war eher Beobachter als direkt beteiligt, meine ich damit. Und die Herrschaften um mich herum hätten sich das Konzert vielleicht lieber zuhause im Fernsehsessel anhören sollen.

Hach, und jetzt muß ich bis Januar auf Red Sky Coven warten, schnüff! ;-)

(c) bat, 1998

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New Model Army, 15.08.1999, Hildesheim, Zillo-Festival

Ich war mal wieder auf dem Zillo in diesem Jahr. War überrascht, wie sehr alles gewachsen ist, seitdem es das erste Mal in Hildesheim stattgefunden hat. Sehr viel kommerzieller, aber dafür auch sehr viel besser durchorganisiert was das Timing der Bands anging. Ob ich das mit den zwei Bühnen wirklich gut fand, weiß ich noch nicht. Zu Beginn waren die Bands ja zumindest zeitversetzt, so daß man mal reinhören konnte und dann wieder wechseln konnte, sonntags hörte das aber irgendwann auf und die Bands fingen gleichzeitig an - Bühne eins hatte irgendwie Zeit rausgeschunden.

Zu vorgerückter Stunde wurde das Festival dann immer bunter - und das, obwohl es nicht regnete (denn bei Regen war es ohnehin schon ziemlich bunt gewesen ;-) ): Die New Model Army Fans aus aller Welt rückten an, einige von der Army-Mailingliste, viele Engländer und diverse andere, die man auf Army-Konzerten eigentlich immer trifft. Die meisten waren nur für Army gekommen und sind auch direkt danach wieder verschwunden.. wäre mir dann doch etwas zu weit und zu teuer für einen Festivalgig gewesen... für ein richtiges Army-Konzert hätte ich wohl diesen Weg auch auf mich genommen.. war schließlich für Red Sky Coven auch mal eben in Hannover (von Düsseldorf aus):-) Ein bißchen Verrücktheit sollt man sich halt bewahren.

Witt hörte etwa eine halbe Stunde eher auf als geplant, wir hofften schon, Army würden entsprechend länger spielen... aber dies erwies sich nicht wirklich als richtig: Die Zeit war zwar schon für NMA bestimmt, aber anders als wir gehofft hatten: Sie brauchten nur diese halbe Stunde länger für den Soundcheck: so als einzige Band am ganzen Sonntag, die mit akustischen Gitarren arbeitete....

Es ging nach Zeitplan los - und hörte leider auch nach Zeitplan wieder auf. Genial war es natürlich trotzdem. Klar, Lakaien haben mir auch gut gefallen (Programm entsprach in etwa der Tour) und auch so war einiges nett, aber bei Army bin ich halt immer hin und weg ;-)

Vorher hatte ich Joolz schon mit Warren gesehen, wie sie an dem Stand mit den Ethno-T-Shirts rumkramten, aber bevor ich sie fragen konnte, was denn nun aus ihrer Biographie geworden ist, fing es an zu regnen, und sie waren verschwunden.. naja, vielleicht gut so, sonst hätte ich irgendwann zugeben müssen, daß ich eh zu feige gewesen wäre, sie anzusprechen ;-)))

New Model Army begannen mit Fate, spielten Wonderful Way to Go, Long Goodbye, Stupid Questions, 51st state, Green & Grey, Inheritance, All of this, Purity, Brother, Get me out, Here comes the war, ein neues Stück: you weren't there, langsam, mit akustischer Gitarre und Mundharmonika, absolut klasse. Zugabe war I love the world. Ein song fehlt, es waren 15 in der guten Stunde, die sie gespielt haben, aber er fällt mir einfach nicht ein. Justin wirkte recht aggressiv, als er so über die Bühne stolzierte. Das Programm war natürlich festivaltauglich, bekannte Stücke, viel von der Thunder & Consolation. Aber dennoch okay, obwohl ich natürlich lieber unbekannteres oder seltener gespieltes oder gar neues gehört hätte. Snelsmore Wood hat mir gefehlt, ebenso wie Vengeance, Ghost of my father oder The Hunt. Aber die nächste Tour kommt im November und so als Auffrischung hat's ganz gut getan. Joolz ist dann übrigens auch in Deutschland auf Tour.

Wenig erzählt hat der gute Mr. Sullivan, ich hatte den Eindruck, er wollte fertig werden... was er auch bestätigte, allerdings etwas anders, als ich es erwartet hätte: er schaute auf die Menge, fand sie eindrucksvoll, sagte dann was über den Sonnenuntergang und meinte dann, er müsse sehen, daß er von der Bühne komme, bevor die Sonne ganz untergegangen sei, weil er nicht auch zu einem Untoten werden wollte ;-)))

Danach kamen noch Projekt Pitchfork, aber wir hatten gesehen, was wir sehen wollten (okay, nicht nur Army: Girls under Glass, In Extremo - die übrigens auch mal besser waren, dieses Gitarrengeschreddel ist es ja irgendwie gar nicht - Apocalyptica, Deine Lakaien, Inchtabokatables waren es in der Hauptsache) und sind in der Mitte des Pitchfork-Konzerts gegangen. Das Ende - das scheinbar etwas unnett verlaufen sein soll - haben wir folglich nicht mehr mitbekommen.

Aber Justin und Nelson und die anderen hab ich mal wieder gesehen und gehört und das war eh die Hauptsache ;-)

(c) bat, 1999

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New Model Army, 13.11.1999, Osnabrück, Hyde Park

Diesmal ging die Reise nach Osnabrück, muß man auch mal gesehen haben;-)

Der Hyde Park ist ein runder Holzbau mit Spitzdach, hat was von einem Zirkuszelt. Runde Fläche vor der Bühne, gegenüber eine Bar, dahinter einige Stufen und darüber ein Balkon. Um die Tanzfläche vor der Bühne eine Art Gang. Größe: etwa zwischen Zeche Bochum und Ruhr-Rock-Hallen, Dortmund. Organisation: übel. Keine Garderobe, keine Chance mehr rauszukommen, sollte man einmal den 'Fehler' gemacht haben, mit Jacke reinzugehen oder sonst was im Auto vergessen zu haben (Stempel sind im Hyde Park wohl noch nicht erfunden worden, dachte ich erst, mußte mich aber von wirklich netten Osnabrückern aufklären lassen, daß sie im Diskobetrieb samstags sehr wohl über Stempel verfügen, strange indeed). Eine Bar, die keine Jacken annahm, eine über-ausverkaufte Halle (ohne Abendkasse!), in der definitiv mehr Leute waren, als jemals erlaubt gewesen sein kann.
Entsprechend voll war es überall und entsprechend war das Geschiebe und Geschubse vor der Bühne. Ich habe es aber als längst nicht so aggressiv empfunden als letztes Jahr im November in der Zeche Bochum.

Hinten auf den Stufen - und selbst dort war es rappelvoll - war es zwar verhältnismäßig friedlich, aber auch die Stimmung war mir, als Army einmal angefangen hatten, zu friedlich, so daß ich doch ins Gewühl vor der Bühne verschwunden bin. Einen der netten Leute hinter der Bar hab ich nachher vorn im Gewähl wiedergefunden - Gruß an Robert ;-)

Nun zur Vorband: Sprachlabor, Hiphop von Teenies aus Stuttgart, gar nicht gut. Ausgebuht wurden sie, haben aber tapfer ohne auch nur einmal von Klatschen unterbrochen zu werden, ihre halbe Stunde durchgespielt - was ihnen nachher von Justin hoch angerechnet wurde - bis sie endlich, zur Erleichterung aller, vermutlich auch zu ihrer eigenen Erleichterung, die Bühne geräumt haben. War leider musikalisch nicht so wirklich passend. Diesmal ist 'nicht wirklich' als Begriff nicht stark genug: es war definitiv nicht passend. Falls sie auch euch begegnen sollten und ihr Hip-Hop nicht mögt, solltet ihr vielleicht einfach vorher in der Kneipe - sofern vorhanden - ein Bier trinken, und sie spielen und leben lassen ohne Buhrufe...

Um 21:20 h begannen endlich Justin, Nelson, Dave, Mickey und der Mann am Keyboard ihre Show. Sie begannen akustisch mit Snelsmore Wood, gefolgt von Fate und sprangen dann zurück zu den Anfängen: Notice me, nicht mehr akustisch und auch gar nicht mehr langsam ;-) Lange nicht live gehört, wenn überhaupt schon mal.

Danach folgte ein Song, den ich nicht kannte, ein neuer Song von der demnächst erscheinenden CD Eight, der lt. Mailingliste Stranger geheißen haben könnte. Ob er gut oder nicht so toll (schlecht sind NMA-Stücke imho ja nicht, nur es gibt ein oder zwei nicht ganz so gute, wie z.B. Believe it und Living in the rose, imho) war? Kann ich nicht sagen, muß ich häufiger hören, hat mich jedenfalls nicht direkt beim ersten Hören umgehauen, wie Snelsmore Wood oder One Bullet oder You weren't there es geschafft haben. Danach 'It's a wonderful wonderful way to go': absolut genialer Chor vom Publikum, das ohnehin ein sehr sangeskräftiges war. Gefolgt dann von Inheritance (wieder teilweise deutsch, ohnehin hat sich Justin diesmal wieder bemüht, deutsch zu reden, war ja mal eine Zeitlang komplett out). Vorab fragte sich Justin, ob sie je schon zuvor in Osnabrück gespielt hätten... mußte er aber verneinen.. und ob wirklich mehr Osnabrücker als Leute von anderswo innerhalb und außerhalb Deutschlands dort waren, weiß ich nicht. Wenn man sich so die diversen Nummernschilder angesehen hat, glaube ich es fast nicht ;-)

Weiter ging's mit Turn away, eigentlich einem Sullivan-Solo-song (mit Dave Blomberg; zu finden auf der Big Guitars in Little Europe), diesmal in der NMA-Version. Hat mir supergut gefallen, und dem restlichen Publikum der Reaktion nach zu urteilen auch.

Dann eins, das ich nicht so mag: Believe it, imho hätten sie dieses Lied gern gegen eins ihrer anderen tauschen dürfen, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Dann gab's wieder ein Stück, von dem ich dachte, es sei neu: 'Everything is changed' hat Justin gesungen. Orange Tree Roads heißt das Stück wohl, von der neuen CD eight, die demnächst erscheinen wird. Hat mir sofort gefallen, klasse! Etwas schneller, eingängiger Hintergrundrhythmus.
Justin hat im übrigen selten was erzählt, vor dem nächsten song aber schon, wie immer die Geschichte über die Tour in Deutschland, als sie das TV im Hotel eingeschaltet haben und in den deutschen Nachrichten gesehen haben, daß es in Bradford, ihrer Heimatstadt, brennt: and now we watch as the city burns, our city burns..." Brother, B-side von Queen of my heart.

Dann wurde es heftig, sowohl vor als auch auf der Bühne: Get me out! Eindrucksvoller Chor.
Dann zur Erholung die neue Single (Promos sind verschickt, auf einslive wurde es auch schon vernommen): You weren't there. Klasse, akustische Gitarre, Mundharmonika. Leider war aber bei diesem Stück und bei den anderen akustischen, langsamen, die Technik nicht gar so toll, Justins Stimme wirkte reichlich verzerrt.. vielleicht war er auch einfach zu dicht am Mikro, jedenfalls kein sonderlich toller sound, schade ;-(

Es folgten Purity und Here comes the war, klasse. Selbst bei Purity gab es vor der Bühne genauso viel Geschubse und Gedränge, Türmchengebaue und Gehobse wie bei Here Comes the war und vorher bei Get me out, und das, obwohl es doch eigentlich ein eher ruhiger song ist!

Die Stimmung blieb aber friedlich, trotz Gehobse wurde es nicht aggressiv, die Leute grinsten sich vielmehr an, wenn mal wieder einer einem anderen auf den Fuß gesprungen war oder man von hinten einen Schubs bekommen hat, der aber ganz woanders ausgelöst worden war. Zumindest hab ich das am Rand des Hopsfeldes so empfunden.

Nach here comes the war ging es genauso heftig weiter, die band gönnte sich und uns keine Pause: No rest, auch uralt und schon für die letzte Tour wieder rausgekramt. Vor diesem Song gab's übrigens Schimpfe von Justin: Er widmete den Song Sprachlabor, die es mit uns 'Bastards' aufgenommen haben und gewonnen hätten (oder so ähnlich; vermutlich, weil sie dennoch das Set, das sie sich vorgenommen hatten, zuende gespielt haben, obwohl das Publikum es ihnen wahrlich nicht leicht gemacht hat).
Akustisch ging es zuende - wie es angefangen hatte - mit No pain

Natürlich kamen sie wieder, Zugabe Nr. 1 bestand aus Smalltown England - aber als Reggae-Version, sehr seltsam; ich hab schon etwas gebraucht, um überhaupt so erkennen, was das denn werden soll ;-) Weiter ging's mit 'a song for us all': White coats, auch genauso betobt und bejohlt von den Leuten wie die heftigeren Stücke vorher. Ohnehin eins meiner Army-all-time-favourites.

Die zweite Zugabenserie bestand aus drei Stücken. Sie begannen mit 51st state: it still is true. Immernoch klasse und an den Trommelwirbel vor dem 'ha' haben die Fans sich auch gewöhnt. Immernoch genauso gefeiert wie zur Zeit, als es neu war, und immernoch genausowenig wünschenswert.

Justin meinte nach diesem Lied, daß es draußen ja verflixt kalt sei und daß das im November, Dezember, Januar, Februar und März ja auch so bleiben würde. Und deshalb gäbe es jetzt diesen Song: und dann kam als cover Summer in the city ;-) Witzig und befeiert. Früher haben sie glaub ich häufiger mal gecovert, als RSC machen sie das ja sowieso, aber auf Army-Konzerten der letzten Zeit eigentlich eher ungewöhnlich.

Zum Schluß gab's noch I love the world, Ende war gegen 23:00 h, die Musik wurde angestellt und trotz Buhrufen und Pfiffen nicht ab- sondern eher lauter gedreht und auch das Licht wurde angeschaltet.

Schön war's, nur zu kurz, aber das ist es immer. Zwischenzeitlich meinte Justin auch: nein, wir gehen noch nicht. Als wir letztes Jahr nach Deutschland kamen, haben wir drei Stunden gespielt... alles freute sich.. aber er sprach weiter: damals waren wir auch noch jünger... gemeiner Hund ;-)))

Ganz anders wars als die Konzerte im Frühjahr, und anders als das Zillo sowieso. Sehr viel älteres und irgendwie sehr wenig von der letzten CD (2 + b-Side)?! von den genialen B-Sides, wie Modern Times oder Ghost of your father gab es auch gar nichts, überhaupt gab es nur eine B-side - Brother - und die ist schon länger auf der Setlist und nichts ungewöhnliches mehr. Ungewöhnlich war vielleicht noch das cover und eben Turn away als Bandversion. Und natürlich Motorpunk, wenn es denn wirklich dieses alte Lied war. Originell, wenn auch nicht wirklich gut: die Reggae-Version von Smalltown England. Aber irgendwie ist es ja auch klasse, ein so großes Repertoire zu haben, daß die Konzerte immer anders ausfallen können, so daß weder Publikum noch Band sich langweilen müssten. So spielt die Band eben nicht alles, was sie hat, runter wie bei einem Tonband. Und es ist auch schön, daß es doch noch immer Rätselraten um einige Songs gibt ;-)

Ich bin jedenfalls gespannt auf die neue Scheibe und auf die Tour im Frühjahr, die sicher wieder ganz anders wird ;-)

Zum Schluß noch: alle, die Army 'damals' zur T&C-Zeit zuletzt gesehen haben, sollten sich die 30,- mal gönnen und sich die Band nochmal live ansehen - mal sehen ob sie euch nicht doch noch überzeugen können, daß sie nicht schon Geschichte sind und man sie nur aus Nostalgie noch ab und an rauskramt. Imho sind sie noch immer da, sie leben und sind live auch immer noch genial!

(c) bat, 1999

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New Model Army, 12.03.2000, Köln, E-Werk

Die Vorband hieß diesmal Caroline's Spine aus Amerika. Klasse! Straighter Rock, erinnerte an Pearl Jam, Stimme wie die Counting Crows, aber optisch sehr viel hübscher anzusehen als der Sänger der Crows. Die Band ist gut angekommen, hatte ich den Eindruck, die Musik paßte aber auch eher zum 'Gesamt-Happening' als die letzte Vorband, die ich gesehen habe, unfair hin oder her und wenn Justin Sullivan auch noch so gern privat HipHop hört ;-)
Doch, sie waren wirklich gut und in ihre 2 Platten werde ich bei Gelegenheit auch mal reinhören. So um die 40 Minuten haben sie gespielt, von 20:01 h (so war's auf der Computerkarte, die ich zuerst hatte, auch angekündigt ;-) ), bis etwa 20:40 h, leider keine Zugaben.

Army begannen nach einer verhältnismäßig langen Umbau- und Stimmpause um 21:10 h mit blauem, strahlenden Licht, das von den beiden "Discokugeln" unter der Decke wunderschön reflektiert wurde. Nelson, der übrigens vorher mit einem Bekannten mitten in der Menge stand und sich - unbehelligt - die Bühne von weitem angesehen hatte - trug eine schwarze Hose und einen blau-grauen Pullover. Justin komplett in Schwarz, diesmal sehr schick mit Jacket, selbiges hatte er allerdings nicht sonderlich lange an, weil es dazu viel, viel zu warm war in dieser Halle (the whole lot of Germany in one room). Gut war allerdings, daß sie Ohrstöpsel verkauft haben - bei der Lautstärke auch wirklich mehr als notwendig.

Okay, los ging's mit R & R von der neuen CD Eight. Naja, als Opener ja ganz nett, ansonsten aber imho eines der 3 Lieder, daß sich die Army wirklich hätte sparen können... Geschmackssache.

Weiter ging's mit Long goodbye, ebenso wie bei den Konzerten zuvor auch schon. Dann eine irgendwie seltsame Version von Notice me. Seltsam, aber schön. Ich kann auch nicht mal genau sagen, was an dem Song denn nun so anders war. Er war nicht schneller als das Original, eher langsamer, ein anderer Rhythmus, mehr Baß vielleicht. Danach Believe it von der "Love of hopeless causes", auf der auch bessere songs zu finden sind, als ausgerechnet dieser (allerdings auch schlechtere ;-) ). Der nächste song war Over the wire, dann ging's akustisch weiter mit dem ebenfalls neuen Paekakariki Beach, Justin mit Akustikgitarre. Ganz niedlich, der song, aber der Text ist doch ein wenig, sagen wir, platt für Army-Verhältnisse. Danach ging's wieder etwas mehr ab mit 'it's a wonderful, wonderful way to go' und Lights go out, hab ich glaub ich noch nie live gehört.
Vor mir standen übrigens 2 Mädels, die sich - obwohl wir relativ weit vorn standen - überhaupt nicht gerührt haben, nur scheele Blicke haben sie sich zugeworfen, als vor ihnen ein Mädel beim Tanzen die Hände über den Kopf hielt und absolut Spaß hatte (selbige hat mich nachher nach vorn geschoben, weil sie es nicht haben könne, permanent Angst zu haben, mir ihre Hände ins Gesicht zu hauen, sehr nett ;-)) ). Klatschen konnten sie auch nicht, mitsingen: da sei Gott vor! Zum Glück waren sie irgendwann genervt genug um nach hinten zu verschwinden, wer weiß, vielleicht auch zurück in Mama's Wohnzimmer. Der Rest war zum Glück besser drauf und total nett. Aber sowas wie diese Schneckchen hab ich in Köln im E-Werk schonmal erlebt und das nicht nur von zwei Personen...Die ist echt komisch die Halle...
Egal, weiter ging's mit einem meiner favourite Songs des neuen Albums: Orange Tree Roads, gefolgt von 'something you know from the radio: You weren't there, Justin nur mit Mundharmonika, den akustischen Gitarrenpart übernahm komplett Dave Blomberg.
Anders als bei den anderen Konzerten - zumindest was ich an setlisten im Netz gesehen habe - kam nun 'a song about Bradford': Brother. Danach Purity, auch sehr schön, und Flying through the smoke. Justin erzählte hierzu, daß er vor langer Zeit einen Song geschrieben hätte: " we didn't ask for any of this" und daß dieser Song die Fortsetzung sei. Der Zusammenhang ist mir nicht wirklich klar, aber wenn Justin das sagt... explanations welcome!

Dann, heftig, Get me out. Langsamer und akustisch dann wieder: No pain. Still true: 51st state, auch das glaub ich eine Änderung der setlist der vorherigen gigs. Ist natürlich total gut angekommen, wie immer. Heftig ging's weiter mit Here Comes the War, diesmal ohne Marschieren der 'followers', die beim letzten Mal im E-Wert Justins Unwillen erregt haben.

Tja und dann war's irgendwie um 22:20 h auch schon wieder vorbei, schnüff.

Sie kamen wieder, wenn sie sich auch länger bitten ließen, und starteten akustisch mit Someone like Jesus. Danach wieder eine Variation zu den anderen Setlists: Ghost of your father. Ich liebe diesen song! Dann wurde es nochmal alt und schnell mit No rest, bevor sie eben eine solche rest einlegten, bevor sie zum zweiten Zugabenset erneut erschienen. Dieses begann mit Stranger, auch ein wunderschöner Song des neuen Albums. Obwohl ich davon beim ersten Hören (siehe oben) ja noch nicht so überzeugt war... ;-) Danach ein allgemeiner Chor bei Green & Grey.

Justin erzählte dann ein wenig vom weiteren Verlauf der Tour und daß sie in 3 Wochen in Österreich sein werden. Das Publikum reagierte recht geschlossen mit lauten 'Buh'-Rufen. Justin meinte dazu aber, daß ja schließlich nicht alle rechts gewählt hätten oder Nazis seien. Aber ich denke schon, daß er genau so eine Reaktion mit seinen Worten und seiner effektvollen Pause bewirken wollte. Recht hat er natürlich trotzdem: denn zumindest die Army-Fans haben sicherlich nicht rechts gewählt. Sie hätten in jedem Fall diverse Anti-Fascho-Gruppen kontaktiert und wollten aus dem Konzert in Wien am 31.03. eine große Anti-Nazi-Veranstaltung machen - und auf jeden Fall auch das folgende Lied spielen: Vengeance. Danach war um 23:00 h wirklich Schicht, die Musik wurde gnadenlos angestelt.

Im Übrigen gab's - was mal wieder die Glaubwürdigkeit der Band unter Beweis stellt - einen Buchstand mit Büchern über Menschenrechte direkt neben dem Merchandise-Stand und eine Spendenaktion für Mosambik direkt am Merchandise-Stand. Wenn jeder nur 1,- gegeben hat, hat sich's schon gelohnt.

Joolz hat im übrigen ihr neues Buch 'Errors of the Spirit' verkauft. 'Stone Baby', der Krimi, für den sie einen Preis gewonnen hat, erscheint im April. Nähere Infos und auch Infos über die kommende Deutschland-Uni-Tour (Mitte Mai bis Anfang Juni) finden sich auf ihrer neuen Homepage: www.joolzdenby.co.uk.

Noch ein Wort zum Konzert: wie immer klasse, wie immer viel zu kurz. Obwohl die Halle nie zu meinen Lieblingshallen gehören wird. Vielleicht hab ich ja nochmal die Chance, sie in Warschau zu sehen, mal sehen, wie das Konzert so wird.

Viel Spaß Euch allen bei den restlichen Gigs, und klatscht für mich mit!

(c) bat, 03/00

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New Model Army, 29.03.2000, Warschau, Proxima

Der Zufall wollte es, daß wir zeitgleich mit New Model Army in Warschau waren - beruflich mit ein bißchen Nachhilfe was die Terminauswahl anging ;-). Und wenn ich schonmal bin, wo NMA auch sind, dann will ich natürlich auch hin! Dank einer Kollegin in Warschau hatten wir schon vorher Karten und das Proxima haben wir dank ihrer Hilfe auch gefunden - versteckt in einem Hinterhof. Von außen sah es unscheinbar aus, eher wie eine Art Allzweck-Turnhalle. Von innen war es aber sehr nett, ein Café vorn rechts in einem abgetrennten Raum, ein Club eher als eine Halle, kleiner und schmaler als das Luxor, aber dennoch vergleichbar: an der einen Seite eine Bar und eine erhöhte, winzig- kleine Bühne mit einer ziemlich niedrigen Decke. Richtig mit Atmosphäre, klasse! Kein Vergleich zum riesigen E-Werk! Es waren rd. 1.000 Leute da, vielleicht etwas weniger. Gut gefüllt, aber ich glaube nicht, daß es ausverkauft war. Vielleicht wird hier auch nur mehr darauf geachtet, daß wirklich nur so viele Leute in die Halle kommen wie auch vorgesehen ist...

Die Vorband war aus Polen, sang englisch, Crossover, ein bißchen wie früher M Walking on the water. Ganz nett. Den Namen weiß ich leider nicht. Wir haben auch nicht allzu viel von diesen 40 Minuten mitbekommen, weil wir noch nebenan im Café gequatscht haben.

Army erschienen auf der Minibühne um 21:00 h, Intro wie gehabt, Start mit R & R. Der größte Unterschied zu Köln war zum einen, daß Justin sehr viel weniger erzählt hat (ich hab aber auch mit Englisch nicht immer Verständnis erzielt, die Leute waren zwar super lieb und hilfsbereit.. nur war das mit der Sprache doch etwas schwieriger ;-) ) und zum anderen war die Stimmung weniger aggressiv, auch kein Türmchenbau durch Fans.. wobei ich nicht weiß, ob sie sich nicht die Köpfe gestoßen hätten an der Decke oder den Scheinwerfern oben vor der Bühne - die übrigens mit einer Art Zaun geschützt war. Nach R & R ging es weiter mit Long goodbye, Notice me, Believe it, Over the wire, Paekakariki Beach, WW2G, Lights go out, Orange Tree roads, You weren't there, Purity, Flying through the smoke, Get me out, No pain und 51st state (am meisten bejubelt). Also keine großen Veränderungen zu Köln, es fehlten leider komplett die B-Sides wie Brother oder Ghost of my father. Vielleicht Absicht? Die songs, die ausgetauscht wurden, wurden ersetzt durch songs von der Thunder and Consolation, wohl doch der bekanntesten Platte von Army... wer sonst keine CD von ihnen hat, diese haben sie alle ;-)

Dann meinte Justin, hier in Polen seien die letzten Jahrzehnte ja alles andere als einfach gewesen, aber in jedem Fall würde er uns wünschen, daß wir das folgende nicht erleben müßten: War. Um 22:10 h war es damit regulär leider schon vorbei. Die Jungs kamen hier sehr viel schneller wieder als in Köln und starteten mit Inheritance. Danach No rest und Green & Grey, beide begeistert bejubelt, weshalb die Herren auch noch ein zweites Mal zurückkamen, um Stupid Questions (nicht sonderlich einfallsreich) und Vengeance zu spielen. Selbst letzterer song blieb unkommentiert - großteils.

Danach, um 22:40 h, war es leider endgültig vorbei, es reiche noch für ein weiteres Bier, bevor der Club schloß

Alles in allem hat's mir besser gefallen als in Köln, das E-Werk ist es einfach nicht. Das Proxima dagegen kann ich nur empfehlen, wenn man Army mal als 'Club-Konzert' erleben will. Dank nochmal an Iwonka für die Ticketsuche und an Peter für seinen mutigen Vorstoß in die Musikwelt der New Model Army - und das nur mit Kenntnis eines einzigen songs: natürlich 51st state, wie sollte es anders sein?! ;-)

Weiterhin fröhliches Touren!

(c) bat, 03/2000

PS: Ich hatte kurz nach dem Gig noch Gelegenheit, mit Dave Blomberg zu reden - Alkohol trägt nicht dazu bei, mein Englisch zu verbessern, flöt ;-) - vor allem über seine Band Nozzle. Wer wie ich das Pech hatte, beim letzten Gig keine CD mitbekommen zu haben, muß sich nur noch bis Juni gedulden, dann gibt's die CD auch offiziell. Die neue Homepage gibt's in etwa drei Wochen nach Beendigung der Tour unter http:\\www.nozzle.com.

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New Model Army

01.09.2000, Osnabrück, New Hyde Park, Golden Summer Jam 2000

Nach einigem Aufstand ist die Karte, die ich montags bestellt habe, dann doch schon freitags, am Tag des Konzerts, angekommen. Mit angekommen meine ich Dortmund, wo meine lieben Eltern den Briefträger sehnsüchtig erwartet haben. Für mich hieß das: mitten im Feierabendverkehr noch dazu an einem Freitag nicht direkt nach Osnabrück, nein, sondern erst nach Dortmund zu reisen, was mich von Düsseldorf aus nur fast 2 Stunden gekostet hat... nach weiteren diversen Staus, die nicht ganz so ausführlich waren, wie die auf dem Weg von Düsseldorf nach Dortmund, war ich um 19:45 h dann doch schon am New Hyde Park...der wie im Internet angekündigt aus nur drei Seiten bestand - aber außerdem auch noch ohne Dach war... das stand da nicht! ;-) Ausverkauft war es natürlich auch nicht, ich hätte mir den ganzen Zirkus mit der Karte also eigentlich sparen können, aber wer weiß das schon vorher ? ;-)

Das mit dem nicht vorhanden Dach war wirklich sehr hübsch, zumal es wohl in Osnabrück den ganzen Tag gegossen hatte... Ich bin bei der Anreise - von hinten schien die Sonne, vorn nieselte es wohl noch etwas - fast durch einen kompletten Regenbogen gefahren, der ein Tal überspannte.. es sah so aus, als sei ich von einem Ende zum anderen gefahren, einmal um das Tal herum, echt toll.

Als ich ankam, war der Lehmboden vor dem neuen HydePark entsprechend matschig, im Hydepark selbst waren vor der Bühne schöne schlammige Pfützen, ansonsten schien aber die Sonne.

Ich hab so gut wie sofort zwei Bekannte getroffen, die ich letztlich bei Joolz in Soest kennengelernt hatte, fand ich klasse!

Um 20:20 h fing die spanische Band Killerbarbies an zu spielen, Hedeghogkillers und Waterdown hatte ich verpaßt, war aber nach Aussage der beiden Osnabrücker nicht wirklich tragisch.

Die Killerbarbies hatten eine witzige Frontfrau, wirre rote Zottelhaare, knappes Oberteil mit silbrig glitzerndem Totenkopf drauf, sehr knapper Mini, auf jedenfalls was zum Hinsehen - fanden wohl die Horden von Jungs auch, die plötzlich vor der Bühne standen, Pfützen hin oder her ;-). Die Musik, Punk-Rock, war auch klasse. Sie coverten auch einiges, Downtown von Petula Clark zum Beispiel oder auch irgendwas von den Ramones, was sich wirklich ohne Probleme in ihre eigenen Songs einreihte. Ein Song war etwas ruhiger, der Rest war halt schneller Punk-Rock, aber sehr unterhaltsam. Sie durften sogar noch eine Zugabe spielen, hörten nach 15 Liedern dann aber um 21:20 h nach einer Stunde auf.

In der Umbaupause fing es dann an zu gießen, zu schütten wie aus Eimern, brrrrr. Ausgerechnet haben wir nur gedacht und uns entweder auf die Bühne, unter das Bierzelt oder auch zu Joolz und Warren unter das Merchandise-Zelt gewünscht... aber alles war voll und so harrten wir unter einem kleinen Osnabrücker Regenschirm aus... voller Hoffnung, daß es rechtzeitig aufhören möge zu regnen. Was es glücklicherweise auch tat, ha!

Army begannen um 21:40 h - geplant war 21:00 h.

Erster Song: Fate. Justin ist irgendwie grau geworden, oder er hatte blondgefärbte Haare, die jetzt langsam rauswachsen, weiß ich nicht. Sah jedenfalls anders aus als sonst. Nach Fate Over the wire, gefolgt von Stranger, das ich sehr und R&R das ich nicht so sehr mag ;-)

Erzählt hat er nicht so viel, nur zwischendrin, daß er tags drauf nachmittags in Bonn sein würde und abends ein Gig in der Nähe von Trier ansteht. Weiter ging's mit der Strange Brotherhood: Aimless Desire und WW2G.

Dann ein Song, den ich live noch nie gehört habe: von der Radio Sessions bzw. der No Rest for the Wicked: The attack, klasse!

Justin erzählte, man höre allenthalben, dass es ein Revival der 80ies geben würde, aber er könne sich nichts Schlimmeres vorstellen, schließlich würde uns das Maggie Thatcher zurückbringen .. Daher lieber ein Song, der von der Zukunft handelt: Orange Tree Roads. Dann eine Anspielung auf das letzte Konzert in Osnabrück im Hyde Park und dieses... damals, meinte er, hatte das Ding aber wenigstens ein Dach... naja, aber so könnten wir später, wenn es denn man ein Dach hat, allen anderen erzählen, wie es denn damals war bei Army ohne Dach. Und dafür dann das folgende Lied: You weren't there.

Beim nächsten Song mußte ich erstmal überlegen, kannte ich vage, aber auch nur vage.. irgendwas mit Annie, und remember.. bis der Groschen fiel, dauerte es wirklich eine ganze Weile: eine irgendwie merkwürdige, weil schnellere und aggressivere Version von Vanity von der Impurity. Hab ich live auch noch nie vernommen, jedenfalls kann ich mich bewußt nicht daran erinnern. Und in dieser Version sowieso nicht ;-)

Danach dann 225, wild bejubelt, ebenso wie das folgende Purity, aber eigentlich kann ich nicht sagen, daß die neueren Songs viel weniger bejubelt wurden als die alten, dennoch bleiben die Songs der Thunder and Consolation diejenigen, die die meisten kennen und mitsingen. Immer gut geeignet für Festivals, wo nicht nur eingefleischte NMA-Fans das Publikum bilden.

Flying through the smoke war das nächste Lied, wieder von der letzten CD Eight. Dann wieder Rückgriff auf die T&C: Stupid Questions, gefolgt von Here comes the war, ohne das es kein Konzert mehr zu geben scheint, ebensowenig endet ein Konzert, ohne daß Army Green & Grey gespielt haben, was sie auch direkt im Anschluß zu War taten und damit auch um 22:45 h verschwanden.

Als Encores gab's White coats (!), genial das Lied und immer noch gut für viele Diskussionen, gerade auch im Hinblick auf die neuesten Vorstöße Englands auf dem Gebiet der Gentechnik.

Und dann, weil das Wetter ja sooo schön war und es schließlich auch ein Golden Summer Jam war: Hot nights, summer in the city, das halbfertige Gebäude bebte, das Wasser aus den Pfützen spritzte besonders stark wegen des wilden Gehopses der Zuschauer ;-) Doch, richtig sommerlich war's, klasse Idee, Justin ;-)

Das zweite Zugabenset bestand aus I love the world und Get me out, wie üblich eigentlich. Vor Get me out erzählte Justin noch, daß die Band nächsten Monat 20-jähriges Bühnenjubiläum hat und er sich deshalb wie 16 fühlt.. irgendwie muß er sich verrechnet haben.. ;-)

Und erst erzählen, er fühle sich wie 16 und dann das Konzert zu beenden, ist auch nicht das, was man so erwartet, oder??? Ende also trotz protestierendem Geschrei um 23:10 h.

Im Grunde, bis auf White coats, The Attack und Vanity ein Standard-Set, keine B-Seiten. Aber schon wegen der drei grade erwähnten Lieder war es hörenswert. Schön ist es eigentlich eh immer, zumindest wenn Ihr mich fragt ;-). Obwohl der arme Mikroständer doch nun wirklich nichts dazu kann und die Töne, die Justin damit erzeugt, sooo schön nun auch wieder nicht sind. Langsam kann er sich mal was Neues einfallen lassen...

Aber dennoch hat sich all die Fahrerei wie immer gelohnt und das Glücksgefühl, das sich immer bei Army's Musik einstellt, wird wohl noch eine Weile anhalten, ansonsten gibt's ja auch noch die Platten...

Letzte Infos: ich hoffe, ich seh euch in Köln am 22. und 23.12., vorher wird es wohl heißen: warten und hoffen, daß die Zeit schnell vergeht. Immerhin hab ich heute beim Einkaufen schon Lebkuchen gesichtet, Weihnachten/Yule kann also gar nicht mehr fern sein, und damit auch nicht die History-Gigs von NMA. Red Sky Coven werden uns nicht mehr in diesem, aber lt. Joolz im Januar nächsten Jahres beglücken, also noch was, das Anlaß gibt zur Vorfreude.

(c) 09/00 bat

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New Model Army

22. und 23.12.2000, Köln, Palladium, History Tour

Das gegenüber dem E-Werk gelegene Palladium ist noch größer als das erstgenannte, oder zumindest länger. Die beiden Balkone rechts und links waren am ersten Tag nur teilweise für das 'normale' Publikum geöffnet, am zweiten Tag komplett für die V.I.P.s reserviert, was ich nicht gar so gelungen fand, weil man im Gewühl, wenn man nicht gerade 1,80 m groß ist und nicht direkt in der ersten Reihe steht, keine wirkliche Chance hat, auch etwas von der Band zu sehen...

Es war nicht ausverkauft, aber dennoch gut gefüllt. Eine Vorband gab es nicht, es war eher wieder ähnlich der Strange-Brotherhood-Tour, als Army selbst als Vorband aufgetreten waren: & Nobody Else.

Beginn am ersten Abend: 20.00 h. Es waren eine Menge Leute da, die irgendwie immer da sind, aber sicherlich auch viele, die Army nun schon ewig nicht mehr gesehen haben, vielleicht das letzte Mail zur Zeit von Thunder and Consolation. Außerdem waren erstaunlich viele Leute um die beginnenden 20er da, die eigentlich bewußt nur die Veröffentlichung der letzten zwei Platten mitbekommen haben dürften. Fand ich ausgesprochen positiv, die Band ist also nicht nur gut für Leute, die gern in Vergangenem schwelgen, sondern sie ist durchaus noch in der Lage, neue Fans für sich zu begeistern.

Der erste Part war etwas ruhiger gehalten, Justin eröffnete beide Abende solo mit akustischer Gitarre um dann nach und nach Dave Blomberg (Gitarre), Dean White (Keys), Michael Dean (Drums) und last but not least Nelson (Bass) auf die Bühne zu rufen. Meines Wissens nach das erste Mal (zumindest in letzter Zeit), daß er die komplette Band namentlich genannt hat. Sonst vielleicht mal Nelson oder Dave, aber nie alle. Wenn man aber bedenkt, daß dies eine History-Tour war anläßlich des 20-jährigen Bühnenjubiläums von New Model Army und wenn man weiter bedenkt, daß von den ursprünglichen Mitgliedern oder denen, die Army lange Zeit geprägt haben, außer Justin Sullivan selbst niemand mehr dabei ist, war es wohl mehr als angebracht, die 'neuen' New Model Army einmal vorzustellen.

Eröffnet wurde am Freitag mit Drag it down, gefolgt von , danach zusammen mit Dave Blomberg Turn away, schon mal absolut was für mich, ich liebe diese Songs ;-) Der letztere ist übrigens eher ein Justin-Solo-Song, zu finden auf der Big guitars in little Europe (live). Als Studiosong existiert er (noch?) nicht. Weiter ging's mit Snellsmore Wood, das ich auch zum ersten Mal bei einem Solo-Konzert von Sullivan gehört habe. Nun kam auch der Rest der Band auf die Bühne und es ging immernoch gemäßigt weiter mit Lovesongs und Ghost of my father, wunderschön. Das Konzert baute sich langsam auf, die songs wurden kreuz und quer durch die 20 Jahre gespielt, gut gelungen.

Special Guest an diesem Abend für alles, was die Mundharmonika anging: Mark Feldham! Nicht dass Justin keine Mundharmonika spielen kann, macht er ja auch gerade auf Solo-Gigs häufig, aber wenn Mr. Feldham loslegt, hört man doch einen gewissen Unterschied!

Mark tauchte beim folgenden Stück das erste Mal auf, wurde aber auch im weiteren Verlauf des Abends noch häufiger gesichtet (nicht von mir, okay ;-) ): Waiting, sehr gelungen. Von diesem sehr alten Stück ein gewagter Sprung direkt auf die letzte CD: Orange Tree Roads, eines der guten Stücke der Eight, gefolgt von Stupid Questions, das ich irgendwann genau wie I love the world, zuviel gedudelt hatte... Den Abschluß dieser ersten Stunde machte Someone like Jesus, was mir wiederum nicht sooo gut gefällt und ebenfalls auf der Eight zu finden ist.

In der Pause von 21:00 h bis 21:15 h mogelten wir uns etwas weiter nach vorn, was mir zumindest hin und wieder einen Blick auf Justin, Dave oder auch Nelson einbrachte, aber in erster Linie konnte ich die Bühnendeko bewundern: Ein weißes, durchscheinendes Tuch, das von oben gerade auf die Bühne fiel und auf beiden Seiten daneben ebenfalls Stoffbahnen, von einem Mittelpunkt ausgehend, die zu beiden Seiten wegfielen, es sah aus wie ein Vorhang. Diese wurden während des Konzerts in allen erdenklichen Farben bestrahlt. Wirklich hübsch - aber die Band hätte ich lieber gesehen ;-)

Das 'Adrenalin Set' startete mit Notice me, gefolgt von Long goodbye und The Charge. Danach White light, Aimless Desire und WW2G. Danach wurde es wieder etwas ruhiger, ich mußte kurz nachgrübeln, was das denn nun war: No greater love. Danach No pain. Justin erzählte zwischendrin, daß es ein echt netter Geburtstag sei, aber wie immer bei Army hob er seine Stimme für's Singen auf, das Erzählen spart er sich für RSC oder seine Solo-Konzerte auf.

Weiter ging's mit Flying through the smoke und dann wurde noch einmal Mark Feldham bejubelt: Ballad. Eine weitere B-Side, die das Gerücht, daß B-Sides von Army häufig besser seien als die zugehörigen A-Sides, bestätigt, folgte: Brother. Passend zum aktuellen Geschehen: White coats. Danach erzählte Justin von Maggie Thatcher, Helmut Kohl und Ronald Reagan, daß diese Leute einmal wichtig waren, nun aber nicht mehr da sind; NMA aber schon! ;-)

51st statein einer eher akustischen Version folgte, wie man sich gleich beim Namen Maggie Thatcher denken konnte ;-) Den Abschluß des Hauptsets gegen 22:00 h machte wie immer WAR.

Als Encores gab's ein Cover: Gimme shelter. Danach begannen sie, den instrumentalen Teil von Poison Street zu spielen. Das Publikum gröhlte natürlich los, um dann irgendwann festzustellen, daß es allein singt. Naja, auch nicht schlimm, von sowas lassen wir uns ja nicht beirren...sie ließen uns dann singen, so weit wir kamen und lachten mit uns, als es bei 'in Poison Streeeeet, they guard the gates with bitter, bitter tongues ..'irgendwann dann dünn und immer dünner wurde - und begannen von vorn ;-)

Dasselbe haben sie übrigens auch in Liverpool gemacht (von den anderen gigs in Nottingham und London weiß ich es nicht), mit der Ankündigung, dies in Deutschland auch versuchen zu wollen, nach dem Motto: mal sehen, wie weit die kommen, es werden noch Wetten entgegengenommen ;-)

Das zweite Zugabenset bestand aus Living in the rose (naja) und natürlich Vengeance, allerdings auch hier die zweite Strophe in der abgeänderten Version. Ich dachte echt, daß sie die Ursprungsfassung singen würden auf dem History-Konzert. Gut daß ich nicht gewettet habe ;-))

Das Spektakel endete gegen 22:45 h.

Absolut genial. Justins Haare sind übrigens nicht mehr blondiert, ansonsten ist von den langmähnigen Zotteln von vor 20 Jahren niemand mehr übrig, alle haben kurzgeschorene Haare (mal abgesehen davon, daß es nicht mehr die gleichen Personen sind ;-) ). Bei den Fans ist dieser Trend auch vorhanden (vor allem bei denjenigen, bei denen entweder die Haare für Mähnen nicht mehr ausreichen oder bei denen, die jetzt einem 'geregelten' Job nachgehen ;-) ), aber einige mit langen Mähnen gibt es immernoch. Und die sind etwa 1,90 m groß und stehen mir genau vor der Nase, wackeln wild mit ihren Zotteln und erreichen so, daß ich erst recht nichts sehe ;-)))

Draußen im Vorraum gab's einen Merchandise-Stand, an dem Ben und Joolz wie üblich T-shirts verkauften, aber auch Bücher von Joolz waren zu bekommen. Außerdem waren ein paar ihrer Bilder ausgestellt, unter anderem eines in s/w von Justin, das ich schon einmal in Köln bewundert habe. Und es gab geniale - leider auch ziemlich teure - Fotos von der Band, die der Fotograf (Jochen Melchior) nach dem Konzert zum Verkauf anbot, präsentiert an einer großen Wand. Geniale Sachen, typische Gesten, echt sehr schön, bunt und s/w, aber einfach zu teuer, vor allem, wenn man sich nicht für eins entscheiden kann ;-)

Der erste Abend war in der Konsequenz echt sehr schön, alles war zufrieden, viele Leute ärgerten sich, weil sie doch nur eine Karte erstanden hatten, am nächsten Abend keine Zeit hatten oder wie auch immer. Einige, die in London schon dabei waren (Gruß an Silke und Aideen), kündigten schon an, daß der folgende Abend noch viel, viel genialer sein würde.

Was uns, die wir ja Karten hatten, um so mehr freute ;-)

Der zweite Abend war ähnlich gut besucht, aber auch nicht ausverkauft. Es begann wieder eher ruhig, aber erst gegen 20:20 h. Pause um 21:00, was mich schon vermuten ließ, daß wir irgendwie um 20 Minuten betrogen werden würden, was sich leider auch bewahrheitete.

Aber egal, noch hat das Konzert - zumindest in meiner Beschreibung - ja gar nicht angefangen ;-)

Start mit Justin solo und Family life, danach mit Dave Changing of the light, auch ein absoluter Lieblingssong von mir, ebenfalls Justin und Dave solo, Big Guitars in little Europe, ansonsten noch auf keiner 'Studio'-CD.

Danach mit der Band Bad old world, Space (wobei ich immer noch nicht verstehe, warum Joolz nicht den Zwischentext sprechen kann, wenn sie doch nun schon mal dabei ist), Headlights on your tail, dann wieder eins meiner B-Side Favourites: Prison, gefolgt von einem song, den ich für eher überflüssig halte, auf der CD und erst recht live: Big Blue, diesmal als winter redemption song, sonst mußte es immer als summer redemption song herhalten, was es nicht besser macht ;-)

Aber direkt danach war natürlich alles wieder vergessen: Vanity und Ballad of Bodmin Pill, seufz ;-)

Den Abschluß machte das eher erzählte als gesungene Lied Leeds Road 3 a.m., es war in der Halle für dieses Stück eigentlich zu unruhig, schade, wohl doch eher für Solo-Konzerte vor kleinerer Menge geeignet.

Wie am Tag zuvor gab es eine Pause von 21:00 h bis 21:15 h und danach ging es mit Power weiter.

Special Guest diesmal war:Ed Alleyne Johnson und seine Geige Extra eingeflogen, in London war er leider noch krank und konnte nicht auftreten. Wahnsinniger Jubel, absolut irre. War für Ed sicherlich auch ein komisches Gefühl, nach 10 Jahren wieder vor einer solchen Menschenmenge zu spielen. Wunderschöne Intros, irgendwann spielte er schon oder noch weiter als die anderen Bandmitglieder schon fertig waren (oder eben noch nicht angefangen hatten). Sie überließen ihm die Bühne allein, stellten sich links an den Rand und es war absolut irre. Schade war, daß Justin direkt nach diesem wilden Jubel richtigstellen mußte: This is not a reunion. Reunion hin oder her, Ed war klasse und auf jeden Fall eine Bereicherung des Abends. Ich fühlte mich zurückversetzt zu meinem ersten Army-Konzert 89 in Bochum, wo auch Ed den Abend eröffnet hat und ganz allein mit einem großen schwarzen Hut mit Geige von links nach rechts und wieder zurück über die Bühne gewandert war, bevor der Rest der Band ebenfalls erschien. Damals hab ich übrigens ähnlich wenig gesehen wie dieses Mal! ;-)))

Okay, der erste Song des Adrenalin Sets war R&R (noch so ein naja-Lied, das ich vielleicht nicht unbedingt zu den besten songs der letzten 20 Jahre zählen würde), danach Believe it und Over the wire. Danach nochmal Eight mit Stranger. Ich mag den Song, aber ich bin verflixt nochmal nicht auf den Titel gekommen, die Songs der Eight habe ich bis auf die Justin-Solo-Sachen irgendwie noch nicht so verinnerlicht. Ist auch eher eine Solo-Platte mit Lückenfüllern, imho natürlich nur...

Danach Get me out, Inheritance, Liberal Education (wow) und dann der erste große Einsatz von Ed Johnson bei Purity, seufz, den Mann will ich wieder häufiger auf der Bühne sehen und hören! Natürlich ist der song sonst auf Konzerten auch schön, aber so ist er halt doch einmalig und besonders. Im Anschluß wieder ein Justin-solo-Song: you weren't there, absolut toll mit einem sehr lauten, sehr vielstimmigen Chor, der das mit der Melodie sogar ziemlich gut hinbekommen hat ;-)

Weiterhin akustisch, aber mit kompletter Band:225, danach Family und I love the world (ich wußte es! ;-)). Gegen 22:15 endete damit das offizielle Set.

Die ersten Zugaben waren Marakesh (Justin solo), genial!! und Archway towers, No rest

Zweites Set: Vagabonds, mit einem genialen, wunderschönen Intro von Ed Alleyne Johnson. So muß dieses Lied sein. Es war zwar auch in der Vergangenheit bei Konzerten witzig, wenn sie es denn mal gespielt haben, aber Ed's Violine ist durch nichts zu ersetzen. Im Anschluß noch, mindestens genauso schön, Green & Grey.

Justin bedankte sich noch einmal, daß es ein schöner Geburtstag gewesen sei. Und sie verschwanden um 22:45 h wie gestern auch.

Es war wirklich wunderschön, schon durch Ed war der zweite Abend noch schöner als der erste, aber ich kann nicht sagen, daß er '1.000 x schöner' war, so wie manch andere es ausgedrückt haben, die früher ganze Tours mitgemacht haben, vielleiht macht das den Unterschied in der Beurteilung aus. Mir haben dadurch, dass die Lieder nicht chronologisch sondern wild durcheinander waren, beide Abende supergut gefallen, den Ausschlag für Abend Nr. 2 gibt wirklich Ed mit seiner Geige.

Und weil's so schön war und weil's ja auch ein Geburtstag war, sang die ganze Halle der Band ein Geburtstagsständchen: happy birthday dear Army happy birthday to you.

Dennoch ließen sie sich nicht erweichen und kamen nicht zurück - die Veranstalter stellten das Licht an und später auch irgendwelche unpassende Rausschmeiß-Musik. Ob nun die Band nicht mehr wollte oder nicht mehr durfte, weiß ich leider nicht, ich hoffe letzteres.

Die Rauswurf-Aktion im Palladium war übrigens ähnlich rabiat wie in der Live Music Hall, ich weiß nicht, vielleicht ist das in Köln ja gängige Praxis, mir gefällt's nicht, Army-Konzerte sind ja auch immer ein Stück weit das Treffen mit Leuten, die man selten, wenn nicht gar nur auf diesen Konzerten sieht und ein so abruptes Ende des Schwelgens in Erinnerungen und des Austausches von Neuigkeiten oder des Fachsimpelns und Klönens über das vergangene Konzert ist und bleibt EINFACH NICHT SCHÖN!!!

Wer diese Band mal mochte oder noch immer mag und dieses Doppelkonzert verpaßt hat, ist selber schuld, es war wunder- wunderschön, auch wenn ich mich wiederhole ;-) Und an Doppelkonzerte generell könnte ich mich gewöhnen ;-)

(c) bat 01/01

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Und hier zum selben Konzert noch ein Artikel von Georg Howahl, der in etwas gekürzter Fassung in der WAZ erschienen ist, Dank an den Autor für die Veröffentlichungsgenehmigung.


New Model Army

Live in Köln, Palladium 22. und 23. Dezember 2000

Runde Geburtstage sind Rockbands selten vergönnt. Um so mehr wissen New Model Army ihr Glück zu schätzen, gerade 20 geworden zu sein. Sie beschenkten ihre Fans mit einem Doppelkonzert im Kölner Palladium.

Die Anhänger von New Model Army zählen zu den treuesten, die eine Band haben kann. Wie eine Großfamilie kamen sie zur Geburtstagsfeier, aus Berlin, aus Hamburg, Rom und London, um 20 Jahre in zwei Nächten zu erleben. Zwei Nächte, in denen nicht nur die Hauptband, sondern auch die Vorband New Model Army hieß, denn zum Anwärmen traten die Musiker aus dem nordenglischen Bradford mit akustischen Versionen auf.

Der erste Abend im Palladium, ein vertrauter Anblick aus den 80er Jahren: Vorn spielt die Band mit minimalistischer Lightshow ihren Uralt-Hit "Waiting", im Publikum stehen die Fans auf den Schultern ihrer Freunde, gestikulieren oder ahmen den Text pantomimisch nach - wenn nicht gerade ein Song läuft, zu dem man besser Pogo tanzt. Kein Abend für Nostalgiker jedoch, denn die alten Songs wie "No Greater Love" werden mit ganz neuen wie "Orange Tree Roads" gemischt. Denn eines waren New Model Army nie: rückwärtsgerichtet.

1980 begann Sänger Justin Sullivan mit der zornigen Punkrock-/New-Wave-Band, die sich im Laufe der Jahre zu einem erfolgreichen Independentrock-Phänomen entwickelt hat, ohne ihren gesellschaftskritischen Anspruch zu verlieren. So singen sie auch diesmal ihren größten Hit "51st State" gegen die Dominanz der USA in der Weltpolitik.

Der zweite Abend: "Wir haben zu einer Zeit angefangen, als Margaret Thatcher, Ronald Reagan und Helmut Kohl an die Macht gekommen sind. Sie sind alle lange weg. Wir sind noch hier", ruft Sullivan und stimmt pikanterweise den Song "No Rest For The Wicked" an. Spätestens jetzt haben die Fans das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen. Und dann kommt noch eine Geburtstagsüberraschung: Ed Alleyne Johnson, der Mann an der elektrischen Violine, der seit fast zehn Jahren nicht mehr mit New Model Army spielt, kommt auf die Bühne, um Hits wie "Vagabonds" und "Purity" den unvergleichlich Folksound zu geben.

Doch das letzte Geburtstagsständchen singt das Publikum: "Happy Birthday to you, happy Birthday liebe Army", ertönt es statt der Zugaberufe, als schon längst die Lichter angehen und die Feier vorbei ist.

(c) Georg Howahl

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New Model Army, 22.12.2001, Köln, Palladium

Auch diesmal gab's ein Weihnachtskonzert von New Model Army. Und es hatte einen entscheidenden Nachteil zum Konzert von vor einem Jahr: es war einen Tag und diverse Songs kürzer. Erschreckenderweise habe ich festgestellt, dass ich ein Jahr lang kein Army-Konzert gehört habe, dafür zwar RSC und Justin sowie Nozzle, aber Army selber waren tatsächlich ein ganzes Jahr lang nicht hier in der Nähe! Umso wichtiger, sie sich anzusehen, egal, ob es Schneewarnungen gab oder das Weihnachtskonzert von Another Tale stattfand, NMA musste einfach sein, so zum Jahresabschluss.

Es gab zwei Vorbands, die eine, Dover, spielte schon, als wir gegen 19:30 h ankamen. Die andere war The Tea Party und hat NMA während der kompletten Mini-Weihnachts-Tour begleitet. Ich habe beide Bands leider nur rudimentär mitbekommen, weil wir noch draussen waren statt in der Halle, beides hörte sich aber ganz gut an, so als ob ich doch mal in die CDs reinhören sollte, wenn ich schon die Chance habe verstreichen lassen, sie live zu hören.

NMA begannen um 22.10 h mit einem Intro, die Herrschaften kamen dann nach und nach auf die Bühne, last but not least Justin Sullivan, in schwarzem T-shirt und schwarzem Jacket. So viel habe ich gesehen, ansonsten war es wieder wie im letzten Jahr im Palladium: zu viele große Leute vor mir und ein Balkon, der für V.I.Ps reserviert war. Dafür habe ich diesmal umso ausführlicher Dean White bewundern können...

Das Konzert startete ungewöhnlich alt mit 225, gefolgt von den neueren Songs Stranger und R&R. Justin erwähnte dann zum erstenmal christmas, was er im Laufe des Konzerts noch sehr häufig tat. Aber immer bezogen auf Family oder er widmete einen Song dem Fest, allerdings hatte das alles sehr wenig mit dem Christentum zu tun, hätte mich auch arg gewundert ;-). Das folgende Lied sei auf der im Februar erscheinenden CD 'Lost songs' zu finden, einem Nachfolger der B-sides and abandoned tracks. Name: We're still here. Sicherlich richtig, zum Glück, der Song war allerdings dem vorhergehenden R&R sehr ähnlich, hat mich spontan mal nicht wirklich umgehauen.

Weiter ging's mit White Light und Liberal education. Der letztere Song ist echt toll, immernoch, obwohl schon so alt.

Der nächste Song war Over the wire und auch Brother, das im Rahmen einer Deutschlandtour entstanden ist, als die Band im Hotel saß und im Fernsehen etwas über Bradford und Brände und Unruhen gesehen hat, wird auf der neuen CD zu finden sein, vermutlich mit noch einigen anderen alten Bekannten aus diversen Konzerten - die wir aber an diesem Abend leider nicht zu hören bekamen.

Danach Orange Tree Roads und ein Song im Gedenken an den 11. September, Flying through the smoke, bei dem es ebenfalls um ein Attentat geht.

Dann wieder christmas und Familie und ein song, für alle die, bei denen es mit der Familie nicht immer so einfach ist wie man es sich wünscht: Family life.

Im folgenden spielte Justin solo nur mit acoustic guitar: No pain. Die Band war allerdings schnell wieder da, denn jetzt wurde es heftig mit Here comes the war. Ich hatte schon Angst, es war doch erst eine Stunde vorbei, sollte dies schon das Ende sein? Die Version war mal wieder genial und eindringlich, Justin wurde von unten angestrahlt, wirkte diabolisch, passend zum Song.

Es ging weiter mit Stupid questions - schade, auf der Thunder and Consolation sind noch andere Stücke ausser diesem und I love the world und es gibt auch wirklich gute alte... die dann auch im Anschluss mit No rest und Purity ("did you ever think that the USA and El Kaida are not so different at all?"), toll. Synthesizer/Keyboards können fast wie Geigen klingen, aber eben nur fast. Letztes Jahr mit Ed Alleyne Johnson war es schon schöner..., aber der Song bleibt genial und das dachte auch das Publikum, das lauthals mitsang (natürlich nicht nur bei diesem Song).

Das Schlusslicht des Hauptsets machte dann Get me out, um 23:25 h.

Das erste Zugabenset bestand aus All of this (mit Klatschen als Rhythmus, immer wieder genial), Long goodbye und einem song, den sie auf dieser Tour angeblich selten gespielt haben.. glaub ich ja nicht ganz: Green & Grey, wunderschön.

Zugabenset Nr. 2 bestand aus 51st state (22 Jahre alt, älter als mancher der Zuschauer hier, meinte Justin ;-) ), Ballad of Bodmin Pill und Wonderfull Way to go. Sie winkten und verbeugten sich, es war genau 00:00 h, Dave's Geburtstag - Justin erwähnte so etwas, NMA würgten aber mit dem Beginn des nächsten Songs ein angefangenes Geburtstagsständchen ab - war vorbei, das Licht ging an, die Musik wurde angedreht... aber: es schraubte noch jemand am Mikro und jemand stimmte die Gitarre.. Also: wir blieben und klatschten und es hat sich gelohnt, die Musik wurde abgestellt, das Licht ausgedreht und die Band kam nochmal wieder für - I love the world: this is a song for christmas, a song for all of us. Und mit diesem Song haben sie die 2 Stunden voll gemacht.

Alles in allem ein schönes Konzert, allerdings ein ziemliches Standard-Set. Viel altes, viel zum Mitsingen aus der Thunder and Consolation, die ja doch noch am besten zieht und wenig Ungewöhnliches, was live noch nicht zu hören war oder was als Lost song auf der nächsten CD zu finden sein wird. Ein Freund sagte: "Wie vor drei Jahren, als ich das letzte Mal hier war, es hat sich nicht viel verändert." Stimmt wohl.

Dennoch: wunderschön und ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Kommt bald wieder und an alle Leser: fröhliche Weihnachten / Jul oder was Ihr sonst feiert

(c) bat, 12/2001

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New Model Army, 21.12.2002, Köln, Palladium

Und wieder diese blöde Halle mit den Säulen, dieser Schlauch, wo man, steht man hinten und ist nicht 2,00 m groß, nichts sieht außer Licht.

Vorbands gab es zwei, die Namen weiss ich leider nicht, zur ersten kam ich zu spät, die zweite war irgendein New-Metal-Zeugs, zwischendrin ganz nett, mir aber zu viel Gedresche.

begannen um 21.30 h. M.E. nach war das ganze ein kleines bisschen unmotiviert, Justin hat nicht viel erzählt, nur einen Standardspruch bzgl. Bin Laden und Bush losgelassen und ansonsten gab's "nur" Musik.

Man scheint die Impurity wieder entdeckt zu haben und hat sie folglich gleich mal als Schwerpunkt für dieses Konzert gewählt, mit Abstechern in die Thunder & Consolation, die wohl unvermeidlich immer dazu gehören und nur einigen neueren Stücken. Die neue B-sides hat so gut wie gar keine Rolle gespielt, nur Sunset war zu hören. Gesehen habe ich dank dieser Super-Halle nichts... doch, ich kann euch eine Menge über die Lichteffekte erzählen, die echt toll waren, entsprechend der Songs auch mal richtig aggressiv sein konnten. So haben sie bei Here comes the War weisse Lichtblitze ins Publikum geschleudert. Ein oder zwei mal war's mir zu überladen (vier oder fünf Farben gleichzeitig sieht einfach ein bisschen kitschig aus ;-) ), aber mehr möchte ich dazu nicht wirklich sagen... ist auch irgendwie egal.. aber die Band hab ich doch nicht gesehen ;-)

Okay, gestartet wurde mit Whirlwind. Danach gab's dann den etwas neueren Teil des Abends mit Over the wire, Orange Tree Roads und Aimless desire. Je häufiger ich dieses Orange Tree Roads höre, desto besser gefällt es mir. Doch, auf der Eight sind einige nette Stücke, aber eben auch einige Füller und einiges, was vielleicht besser auf Justin's Solo-Album zu finden sein sollte als auf einem Army-Album... fragt sich nur, ob man das so einfach trennen kann ;-)

Danach kam Innocence (hier musste ich doch echt erst nach dem Titel suchen!? Ich fass es nicht, kann man mal sehen, wie selten dieser Song gespielt wird ,-) ). Und - damit nicht erst wieder jemand danach schreit - 51st state. Scheint dieser Tage üblich zu sein, dass man die 'Gassenhauer' direkt spielt und nicht erst bis zur Zugabe damit wartet...

Von der neuen B-sides kam dann ein sehr schöner Song, nämlich Sunset. Im Anschluss Vanity und Believe it. Im Grunde kann ich diesmal nicht viel mehr tun, als die songs aufzählen. Keine Geschichten, keine besonderen Vorkommnisse. Der Klang war nach Expertenmeinung diesmal nicht so toll wie sonst, ist mir aber ehrlich gesagt nicht aufgefallen. Aufgefallen ist mir nur, dass das ganze recht lustlos wirkte, dass wieder viele Leute da waren, die man nur auf diesen Konzerten trifft (an dieser Stelle auch ein schöner Gruß an meinen Uni-Kollegen, den ich namentlich nicht kenne, den ich aber nie aus den Augen verlieren werde, so lange es NMA gibt ;-) ) und dass dies natürlich einer der positiven Aspekte ist. Hier bin ich dann insbesondere immer dankbar für nicht so tolle Vorbands, damit man die Zeit dann noch zum Quatschen verwenden kann. Denn nach den Konzerten sind die Veranstalter immer recht rigoros und werfen die Leute viel zu schnell raus!

Um mal wieder auf die Songs zurückzukommen: Here comes the war. Und dann als Kontrastprogramm Justin allein auf der Acoustic-Gitarre mit Marrakesh, wunderschön!

Zurück in modernere Zeiten kam im Anschluss Flying through the Smoke und dann wieder ein Impurity-Song, nämlich Purity, mit Geige vom Band oder Synthesizer. Justin erzählte irgendwas von drei Generationen, die er im Publikum gesehen hätte und er sei gespannt, ob von den jüngeren überhaupt jemand den folgenden Song kennen würde: No rest. Die älteren kannten ihn jedenfalls, der Chor war schon toll ;-).

Zum Abschluss gab's noch Bad old world, Get me out und natürlich Green & Grey.

Tja und dann war es gerade mal 22:50 und die Herren verabschiedeten sich schon. Echt frech! ,-)

Sie kamen ja nochmal wieder und es gab noch A liberal education. So weit so gut. Nur dass sie dann schon wieder Stupid questions singen mussten, fand ich mehr als schade, gähn. Zum Glück gab's noch Wonderful Way to go.

Die zweite Zugabe bestand aus Stranger und aus - seufz - I love the world. Kein Vengeance. Justin meinte, nö, diesmal nicht, wünschte uns frohe Weihnachten.. und verschwand. Um 23:25 h. Nicht mal zwei Stunden. Aber, wie ich gehört habe, waren es immerhin 20 Minuten mehr als in Paris. Glück gehabt.

Auch wenn ich mich ein wenig nörgelig anhöre: es war natürlich schön, die Zeit verging wie im Flug und ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen. Zumindest mit Justin im März, denn am 17.02.03 erscheint endlich sein Solo-Album und im Anschluss gibt es eine Tour, die im März nach Düsseldorf ins Zakk führt.. Und wie Justin erzählte, scheint auch wieder an einem Army-Album gearbeitet zu werden. Das hört sich doch alles sehr vielversprechend an.

Schöne Grüße, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch!

(c) bat, 12/02

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New Model Army, 018.12.2004, Köln, Palladium

"Ich wusste vorher gar nicht, dass es die überhaupt noch gibt" "Es sind auch bei anderen Konzerten schon Leute nach der Vorband gegangen" "Ein Trip in die Vergangenheit" "Die letzten 10 Jahre hab ich nur elektronische Musik gehört"...

Solche Statements bekam ich schon in der Schlange zum Palladium zu hören (hab ich schon erwähnt, dass ich die Halle nicht mag?) - und das nur, weil Army diesmal als Vorband Philip Boa hatten, herrjeh!... na ja, das mit der Vergangenheit hab ich auch früher schon das ein oder andere Mal gehört... ;-)

Dafür war's aber auch rappelvoll, wobei es bei den Vorbands im Foyer mindestens genau so voll war wie im Konzertraum selbst... man muss sich ja auch erst mal wieder unterhalten, Babybilder bestaunen und Geschichten erzählen.. ;-) Tja, auch das Publikum wird mit der Band halt älter. Habe aber auch erstaunlich viele Leute entdeckt, die die Band(s) dann wohl doch erst später nach ihrer Hochzeit für sich entdeckt haben (wenn ich jetzt geschrieben hätte: "Junge Leute", wäre ich mir uralt vorgekommen...).. es gibt noch Hoffnung für den guten Geschmack ;-)

Los ging's mit Serotonine, einer Band aus Stuttgart (19:00 h - 19:40 h), englische Texte, die Stimme des Sängers kam gegen die Musik seiner Band nicht so ganz an. Ganz nett, soweit von draußen beurteilbar.

Ab 20:00 h kam dann Herr Boa persönlich mit dem Voodooclub und Pia Lund, wirklich ein Trip in die Vergangenheit. Alle "wichtigen" Songs waren dabei, Container Love, Fine art in silver, This is Michael, And then she kissed her, Kill your ideals, etc., habe es, wie ich zugeben muss, von draußen als Hintergrundmusik verfolgt und bin nur ab und an mal gucken gegangen, denn wenn man schon mal sooo selten sooo nette Leute trifft, dann muss man einfach Prioritäten setzen ,-)

Er spielte bis 21:00 h, dann gab's Wachwechsel; alle aus dem Foyer rein, einige raus und nach Hause, aber ob's viele waren, weiss ich nicht, es blieb voll!

Army starteten endlich gegen 21:40 h und widmenten den Abend dem leider kürzlich verstorbenen Rob Heaton.

Start mit Family, danach Believe it und Over the wire. Dann - for absent friends - Ballad of Bodmin Pill. Danach stellte Justin einen neuen song vor, vom 'neuen Album', hört, hört! Na gut, hat er vor zwei Jahren auch schon erwähnt, aber damals hat er noch keine neuen Lieder gespielt, also lässt das hoffen. We gotta get off the island, für die "Inselaffen", wie er sagte ;-) Dann ging's ab mit Get me out und einem weiteren neuen song, LS43 sagt ein Kenner vom Noticeboard. Ganz nett, muss man aber noch mal hören, nichts, was direkt hängen bleibt.

Dann eine der großartigen B-sides, Modern Times, wow, lange nicht von der ganzen Band gehört. Weiter ging's mit Brother und dem ebenfalls wunderschönen Better than them. Bisher eine wirklich gelungene Zusammenstellung, man kann nicht meckern! Und auch die Stimmung war genial, alle waren voll bei der Sache, schöne Chöre, viel Gehopse und Getanze, sehr, sehr schön! So, als hätten alle ganz lange drauf gewartet, dass es endlich los geht und Army endlich mal wieder vorbei schauen, als sei man auf Entzug gewesen...galt irgendwie auch für die Band, hatte ich den Eindruck (gesehen hab ich sie allerdings nicht wirklich, siehe meine vorherige Bemerkung darüber, dass ich diese Halle überhaupt gar nicht mag!).

Ok, zurück zum Konzert. Es gab nun eines von Justin's Solostücken: Ocean Rising, in einer großen Halle mit voller Band sehr, sehr beeindruckend, echt irre!

Im Anschluss die NMA-Hymne 51st State, 2. Strophe in der Reggae-Version, mal was anderes ;-)

Dann ging's wieder zur Sache mit War, gefolgt von Purity, wunderschön, und No rest! Im Anschluss dann das typische Konzert-Hauptteil-Abschluss-Lied Green & Grey (der Typ, mit dem ich fast gewettet hätte, dass sie diesen Song natürlich spielen werden, war mittlerweile in der Menge verschwunden. Toll, ich hätte gewonnen, aber was hätte ich davon gehabt?!?! ;-) )

Zugaben: neuer Song - Calypso, sagt der kenntnisreiche Mensch vom Noticeboard - ganz nett, auch was zum öfter hören, bevor man was Endgültiges dazu sagen kann. Dachte erst, es sei ein Cover, hörte sich irgendwie nicht NMA-typisch an, hat mir aber doch besser gefallen, als das erste neue. Danach Orange Tree Roads und Fate, doch, echt schön ausgesucht!

Die zweite Zugabenrunde startete mit dem scheinbar leider unvermeidlichen Stupid Questions und zum Abschluss als Versöhnung gab's noch mal was fetziges: Wonderful Way to Go! Sehr nett. Um 23:30 h war's dann leider aus, die Zeit ist nur so gerast. Hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen!

Also dann, bis zum nächsten Jahr!

PS: schöne Grüße an Frank, Stefan, Georg und Danni. War wie immer sehr schön, euch mal wieder getroffen zu haben!

(c) bat 01/05

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New Model Army, 30.10.2005, Hamburg, Docks

Der Club hatte eine nette Größe, etwa Zeche Bochum, vielleicht noch etwas kleiner. Zwei Bars, alte Kinosessel, 2 Stufen bis zum Hauptraum und dort etwas ansteigender Boden, so dass auch ich was sehen konnte.. daran sollten sich gewisse Hallen in Köln mal ein Beispiel nehmen.... Nachteile: fürchterlich warm nach nur sehr kurzer Zeit (es war aber auch rappelvoll) und unverschämte Getränkepreise!

Zum Wesentlichen. Vorband: Honigdieb, Band vom Ex-Phantoms of Future-Sänger Sir Hannes Smith aus Dortmund. Immer noch glatzköpfig, mit merkwürdigen Outfits, Felljacken, komischen Hüten und einer Figur wie Michael Stipe meets Toby von den Inchtabokatables. Die Musik war immer noch skurril, was anderes fällt mir dazu nicht ein. Nur sind die Texte mittlerweile deutsch. Bei Interesse: ich hab noch 2 Phantoms-CDs, die ich abgeben könnte... Haben gespiet von 19:30 h - 20:15 h. Hab schon schlechtere Vorbands gesehen (die Hip-Hopper aus Osnabrück zum Beispiel), aber auch viel bessere (Caroline's Spine zum Beispiel).

Um 20:45 h ging's endlich los mit Army. Seltsam Nr. 1: 2 Drumsetzs auf der Bühne. Wir dachten, dass man das Set von Honigdieb vielleicht einfach nicht abgebaut hat, weil die Jungs ja doch nicht sooo sehr auf der Bühne rumturnen, dass es stören würde. Seltsam Nr. 2: der neue Gitarrist. Musikalisch sicher nicht schlecht, optisch total ungewohnt... wie sagte doch mein Freund? Es gibt da so einen Fernsehkoch... Glatze, Zottelbart... vielleicht hat er ja einen Zweitjob? ;-)

Los ging's jedenfalls mit Over the wire, danach The Charge, ewig nicht live gehört, sehr schön. Im Anschluss das erste Lied der neuen CD "Carnival": Water. Weiter mit Fate und Wonderful way to go. Danach wieder ein Neues: Carlisle Road, gefolgt von Another imperial day, gefällt mir persönlich nicht so gut. Der "Sprechgesang" passt allenfalls in ein Solo-Konzert, wo man auch versteht, worum es ghet. Außerdem finde ich den Text ein wenig zu... plakativ, es gab schon bessere Texte... Dann doch lieber direkt weiter mit War. Nach diesem eher heftigen Ausflug wurde es wieder etwas ruhiger mit Snelsmore Wood und Red earth, letzteres sehr eindrucksvoll mit Nelson als zweitem Drummer! Aha, deshalb das zweite Drumset. Echt gut, vor allem gegen Ende des Songs sehr, sehr eindrucksvoll. Weiter mit Before I get old, diesmal nicht nur als Einleitung für was andres, sondern ganz und weiterhin mit Nelson als zweitem Drummer. Ob er an einer Zweitkarriere arbeitet? Vielleicht ist Bass auf Dauer zu langweilig?

Justin erzählte wieder was von "Inselaffen" und spielte Island von der neuen CD Als ich den song letztes Jahr Weihnachten zum ersten Mal gehört habe, war ich noch nicht so recht überzeugt, aber irgendwie haben die Jungs in der Zwischenzeit dran gearbeitet. Ist auf jeden Fall besser geworden. Noch viel besser ist allerdings das, was danach kam: No rest und Purity gefällt mir auch ohne Geige immer noch besser.

Nelson wurde nochmal zum Drummer bei einem song, den ich glaub ich erst einmal live gehört habe: No sense, sehr genial. Ebenso das nächste: Poison Street. Hmmm, scheinbar kann nicht nur ich mir nicht merken, wann es heißt "like a man makes fire" und wann "like a blind man sees" for the very first time.. jedenfalls hat sich Justin beide Male für die erste Variante entschieden ;-)

Und zum Schluss, genau: Get me out. 22:00 h.

Danach kamen die Zugaben, aber die Technik hatte wohl schon Feierabend: mal fiel alles aus, mal nur ein Instrument oder der Gesang, alles in allem etwas nervig, aber egal, irgendwann ging's dann eben doch: Eleven Years und Orange Tree Roads, sehr schön. Zum Start des zweiten Zugabenpakets erzählte Justin, dass sie ja vor kurzem in Amerika gewesen waren (auch in New York, wo wir auch waren, blöderweise genau eine Woche zu früh ;-(...) und sie das folgende Stück immer gespielt hätten.... klar, was jetzt kam, Problem nur: wenn man 51st state beginnt und man die Gitarre zwar sieht aber nicht hört, ist das irgendwie blöd... ;-) Ging dann aber doch, wir haben auch brav alle weiteren technischen Schwierigkeiten übertönt, ich hatte aber schon den Eindruck, das Justin darüber ziemlich genervt war, weshalb es auch nur noch ein weiteres Stück gab: 125 m.p.h., wow! Ein sehr furioses Ende, wirkte aber irgendwie... unabgeschlossen. Kein Green and Grey, was schade war, kein I love the world oder stupid questions, was nicht wirklich schade war. Grundsätzlich spricht das Set dafür, dass wir öfter mal nach Hamburg, Asterdam, Berlin fahren und außer dem Weihnachtskonzert mit dem doch etwas "allgemeinverträglicheren" Set auch noch mal andere Song-Zusammenstellungen hören ;-)

Hat mir gut gefallen, was mich aber nicht hindert, es auch Weihnachten in Köln schön zu finden ;-) Bis dahin.

P.S. Falls jemand Bilder oder gar eine Aufnahme hat, würde ich mich über eine mail sehr freuen...

(c) 11/05 bat

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New Model Army, 10.12.2005, Köln, Palladium

Es war genial, wirklich richtig gut! Die Jungs hatten echt Spaß, haben total abgerockt, der neue Gitarrist durfte zeigen, was er drauf hat, hat er ja in Hamburg schon angedeutet, aber hier hat er noch eins draufgelegt. Und auch Justin hat richtig aufgedreht, sprang auf der Bühne herum als sei er wieder 25 und las wäre das nicht die Anzahl an Jahren, die diese Band nun schon auf der Bühne steht (naja, zumindest gilt das füt Justin... ;-) ). Und sowas steckt natürlich an und überträgt sich auf die begeisterte Fan-Menge, sehr, sehr schön!

Das Palladium war rappelvoll, aber seitlich war noch Platz und neben dem hier immer sehr schönen Licht hab ich doch tatsächlich auch Justin, den Gitarristen und Nelson sehen können, als es um 22:00 h mit Water losging. Als zweites Stupid Questions, naja, dann war's wenigstens überstanden - obwohl es mir in Hamburg ja fast schon gefehlt hat.. ;-). Aber eine sehr merkwürdige Position für diesen song war's schon. Weiter ging's mit einem neuen song von der Carnival, BD3, live ebenfalls sehr gelungen. Im Anschluss Fate und danach wurde es wieder schneller mit Wonderful Way to go, ähnlich wie in Hamburg, aber es ging noch mehr ab und der Sound war auch besser. Zur Halle selbst verweigere ich zu diesem Zeitpunkt jeglichen Kommentar.

Zurück zur Carnival ging's mit Carlisle Road und dem von mir ungeliebten Another Imperial Day, gefolgt von War und Too close to the sun, die mich beide wieder glücklich machten (nicht, dass ich ernsthaft bei einem Army-Konzert unglücklich sein könnte.. ;-) ).

Dann wurde es akustisch, Justin mit Gitarre und Hall, kurz hab ich Dean mit einer weiteren Gitarre gesichtet: Snelsmore Wood. Im Anschluss mit doppeltem Drum-Einsatz und Hinweis auf Südafrika: Red Earth. Ein irres Lied, live sehr intensiv. Dann ganz langsam und mit mehr Drums als gewöhnlich: Before I get old, sehr gelungen, Gänsehaut-Song Nr. 1. Danach erzählte Justin wie schon in Hamburg von seiner USA-Tour und spielte 51st State, gefolgt von Island, wieder mit deutschem Verweis auf die "Inselaffen" ;-). Dann wurde nochmal gesteigert mit No rest, Poison Street und Get me out, absolut klasse. Bei Poison Street gab's schon eine Jam-Session in der Mitte, in der der Gitarrist glänzen durfte, echt gelungen. Und Justin hat sich diesmal 2 x für "like a blind man sees.." entschieden, vielleicht als Ausgleich für Hamburg? ;-).Tja, und um 23:15 h war das Main set vorbei und es war wieder wie immer: aber sie haben doch grade erst angefangen?!?

Die Zugaben hatten es auch in sich: Flying through the smoke, gefolgt von Heroes!! Und als Krönung dann noch Vagabonds, das ja eigentlich ohne Ed nicht mehr sehr häufig gespielt wird.. hab es glaub ich das letzte Mal beim 20-jähigen Bühnenjubiläum mit Ed gehört... Die Leute haben jedenfalls getobt, schon beim ersten Stückm erst recht bei Heroes ("damals, als wir noch 25 waren" sagte Justin) und noch mehr bei Vagabonds. Die Fassung war aber auch ohne Geige sehr gelungen, noch nicht ganz so gut, aber sehr nahe dran!

Danach gab's grünes Licht und wir haben richtig geraten: Green & Grey, Gänsehautlied Nr. 2 bei diesem Konzert. Akustisch, Wahnsinnschor, sowas muss auch die Jungs auf der Bühne nicht ganz kalt lassen...

Danach hat's nochmal richtig gekracht mit 125 m.p.h., wie in Hamburg leider das letzte Stück - aber was für eins! Diesmal noch gesteigert mit einer Session mitten im Song, bei der die verschiedenen Instrumente - und ihre Künstler - so richtig zeigen konnten, was sie drauf haben, sehr sehr genial! Und leider war's das dann um 23:50 h. Aber es war so genial, dass 3 Stunden Stau stehen, Vorbands verpassen (die dann aber eh nicht Killing Joke hießen, weil der Sänger krank war und Honigdieb einmal in 10 Jahren auf jeden Fall reicht) vollkommen egal und nach den ersten 3 Tönen von Water sowieso schon vergessen war.

Ein echt geiler Gig, auch wenn die Halle und diese blöde Security echt nerven!

Schöne Weihnachten und bis spätestens im Mai in Hamm!

(c) bat 12/05

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New Model Army, 06.05.2006, Hamm, Maxipark

Das Konzert von New Model Army fand statt in der alten Industriehalle im Maximilianpark in Hamm, als Abschluss der Ausstellung Family & Tribe im Glaselefanten (Hamm ist die Partnerstadt von Bradford; bei der Eröffnung hatte Justin schon gespielt, aber da dort Bürgermeister und sonstige wichtige Leute Einlass finden wollten, war es um die Karten damals eher schlecht bestellt; diesmal, in der Industriehalle war dann doch ein wenig mehr Platz als im Glaselefanten). Folglich war Joolz, von der ja schließlich die meisten der Ausstellungsstücke stammten, auch dabei und promotete vor dem Konzert draußen im Park, bei wunderschönem Wetter die von ihr unterstützte Band von der ich den Namen immer vergesse: New York Alcoholic Anxiety Attack (NYAAA). Wie gesagt, wunderschönes Wetter, sehr gut geeignet, um erst mit vielen netten Army-Fans den Tag zu verbringen, gebrannte Mandeln zu essen und die sonstigen "Jahrmarktbuden" im Park zu bestürmen und im Anschluss das Konzert zu genießen, sehr nett, ein bisschen wie Urlaub ;-)

Die Halle, ein altes Backstein-Gebäude, war von innen strahlend weiss! Parkettfußboden und weiße Holzwände... eher ungewöhnlich für ein Army-Konzert... Vorn ein Getränkeschalter, leider wirklich nur einer und der war a) überfordert und b) nach kurzer Zeit tatsächlich ohne Bier! Da hatte der Veranstalter wohl den Durst oder die Anzahl der NMA-Fans leicht unterschätzt.

Vorband war wie gesagt, Joolz' NYAAA. Hat mir aber trotzdem nicht gefallen. Waren also eher draußen vor der eigentlichen Halle bzw. mit dem Versuch beschäftigt, doch noch ein Bier abzubekommen. NMA fingen dann irgendwann an, Justin mit erstaunlich langen Haaren; der Rest hatte sich nicht wirklich verändert.

Die Jungs rockten wirklich ab, starteten direkt mit Whirlwind und Believe it, gefolgt von BD3 und Island. Danach das eher langweilige Carlisle Road von der neuen CD und direkt im Anschluss Another Imperial Day. Ich gebe zu, ich fand es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich gut, ich arbeite gerade dran, es besser zu finden, meine allerdings immer noch, dass es sich - weil Sprechgesang und weil auch der Text einer ist, den man verstehen sollte - eher für kleinere Hallen und vielleicht acoustic-Konzerte eignen würde als für ein Konzert in einer so großen Halle. Naja. Weiter ging's mit Wonderful Way to go und 51st State, gefolgt von War. Doch, ich sag ja, sie haben richtig schön gerockt, der neue Gitarrist scheint Schwung in die Sache zu bringen ;-). Allerdings haben mich diese weissen Wände irgendwie nervös gemacht. Es war so hell, nicht nur die Wände, auch die Beleuchtung war irgendwie eher wie in einem Tanzsaal. Schön, dass die Band auch mal was von ihrem Publikum sieht, aber will das Publikum sich wirklich beim singen und zappeln selber sehen? Klare Antwort von mir: nein! ;-) Irgendwie hab ich deshalb viel länger gebraucht, um abzutauchen in die Musik und die Stimmung, als es sonst der Fall war. Will sagen: ich war nicht entspannt! Irgendwann ging's dann aber.. und schwupps, wie immer, war das Konzert dann plötzlich vorbei, obwohl es doch grade erst angefangen hatte...

Weiter ging's übrigens mit Snelsmore Wood und Too close to the sun, man brauchte wohl mal eine Pause vom allzu rockig-schnellen Gesinge ;-) Danach gab es noch Brother und White coats, ewig nicht gehört. Und dann ein weiteres Highlight, wie schon in Hamburg: Vagabonds! Unser neuer Gitarrist macht die Sache mit dem Intro echt gut! Spätestens da war ich dann übrigens doch abgetaucht, Licht hin oder her. Irgendwann gab's übrigens auch noch Red earth, Gänsehautsong (müsste mich schwer irren, wenn nicht. Werde das nächste Mal wieder eher berichten, dann vergess ich es auch nicht). Mit Nelson am zweiten Drumset! Genauso genial ging's auch weiter mit No rest, Poison street und Get me out. Damit waren wir leider schon bei den Zugaben: Purity und - man höre und staune - The Hunt! Haben sie nach eigenen Angaben schon ewig nicht mehr live gespielt. Letzte Zugabe dieses ersten Sets: Green and Grey, ohne dürfen sie nicht heim ;-). Das zweite Set begann mit Rumour & Rapture, "B-side" der einen Version der BD3-Single. Den Abschluss bildete mal wieder I love the world, naja ;-)

Sehr, sehr schön, sehr ungewöhnliche Halle, aber es gab The Hunt, es gab Vagabonds, es gab wie immer nette Leute, die man irgendwie im Jahr viel zu selten sieht und es gab die Aussicht auf ein Weihnachtskonzert in Köln.

In diesem Sinne: bis bald!

(c) 11/06, bat

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New Model Army, 16.12.2006, Köln, Palladium

Den Start der Rockpalast-Veranstaltung machten um 19:00 h GEM aus Holland, netter Rock, erinnert etwas an Brit-Rock-Bands wie die Killers die derzeit angesagt sind. Schöne Stimme, nette Beats, muss aber zugeben, dass ich nur kurz gucken war, wenn das also Blödsinn ist mit dem Vergleich tut's mir leid. War aber trotzdem ganz schön. Haben ca. eine ¾ h gespielt, Umbau, weiter mit Anima Alpha, schrill aussehende, blondierte Frontfrau, ansonsten Krach, erinnerte mich irgendwie an Gwen Stefanie meets Metal. Gefiel mir sozusagen gar nicht, die Halle war aber gut besucht, muss also an mir gelegen haben ;-)

Wieder etwa eine Dreiviertelstunde Umbau, während dieser gab der GEM Sänger mit Acoustic-Gitarre Musikvorstellungen und Interviews auf der Damentoilette. Bin gespannt, wie das in der Rockpalast-Sendung im Februar verkauft wird ;-)

Um 21:45 h ging's los mit NMA und einem eher ungewöhnlichen Start-Song, nämlich Rumour & Rapture, der "B-Seite" von BD3 vom neuen Album Carnival. Der neue Gitarrist war mal wieder großartig und auch Justin, Dean, Nelson und Micky haben richtig aufgedreht, sehr eindrucksvoll. Dabei hatten wir vorher noch gerätselt, wie alt genau Justin denn nun eigentlich ist. Nach der Show zu urteilen: maximal 35 ;-))).

Nach dem ungewöhnlichen Anfang nun also zu Altbewährtem: Space. Danach neue Songs vom letzten Album: BD3 und Island. Dann No pain und - oh Wunder - The Hunt (hier erzählte Justin irgendwas von Sepultura, was ich aber nicht genau verstanden habe, war so laut). Danach noch ein Ausflug ins aktuelle Album mit Water. An dieser Stelle dann gab's schon War, wie immer laut mitgegrölt und bejubelt – ebenso natürlich wie The Hunt. Und auch Justin wird nicht jünger (auch wenn man manchmal , ähm, meistens, den Eindruck hatte...), deshalb danach ein langsamer Song, der sich erst im nachhinein als das eigentlich instrumentale Caslen zu erkennen gab (dem Noticeboard und Karsten sei Dank, erkannt hätte ich es nicht), unterlegt mit irgendwelchen Weihnachtstexten (christmas tree, winter, hab ich verstanden, was mich erst an eine abgewandelte Form von "Trees in winter" denken ließ, aber das Noticeboard wird's besser wissen ;-). Danach noch ein neuer song von der Carnival (hätte man mich nach meinem Bauchgefühl gefragt, hätte ich gesagt, dass höchstens zwei songs vom neuen Album gespielt worden sind, nämlich Water und Another imperial day, den Rest hätte ich sozusagen verdrängt...), Too close to the sun. Danach gab's wohl einen neuen song, irgendwas mit edge und follow the river. Fand ich - ebenso wie Caslen mit Text - nicht wirklich überzeugend. Aber vielleicht wird's ja von Mal zu Mal noch besser, bei Island hat's ja auch noch geklappt.

Danach das Lied, mit dem ich mich mittlerweile arrangiert habe, das aber m.E. nach immer noch nicht in eine große Halle passt: Another imperial day. Nun gut. Bei der Ankündigung des Songs und der Story hab ich gedacht, hey, "Higher Wall". War aber nicht. Danach wieder was für mich: Lights go out, sehr schön, mit eindrucksvollem Chor. Es folgte ein weiterer Ausflug ins vor-vorletzte Album, das erste nach dieser ewig-langen Pause: Wonderful Way to go. Danach noch zwei absolute Highlights - zwar von der Thunder and Consolation, aber das war ja nun einmal auch ein großartiges Album: Ballad of Bodmin Pill und Vagabonds, mit dem tollen neuen Intro des Zaubergitarristen. Tja, 23:00 h, Ende Hauptset. Wir waren entsetzt.

Zugabenset 1 startete mit White Coats, ging über in Purity und endete mit Green and Grey, natürlich kannte das Publikum von allen dreien den Text, aber beim dritten hätte Justin wie immer das Singen auch lassen können, sehr beeindruckend.

Zugabenset 2 bestand aus Long goodbye und Get me out. Und, oh Wunder, sie kamen noch mal wieder (auf der Rockpalast-Homepage ist diese weitere Zugabe nicht mehr vorgesehen): 225. Danach war's das aber dann und das Ende war wie der Anfang irgendwie komisch, so... unvollständig. Kein I love the world (ok, wenn sie es spielen, meckere ich, wenn sie es nicht spielen, meckere ich auch, aber der song ist wenigstens so etwas wie ein Schlusspunkt hinter einem Konzert, egal ob man ihn noch hören kann oder nicht ;-). Auch nicht sonst irgendein Knaller-Song wie 125 m.p.h., gefolgt von No rest oder so, sondern einfach ein recht ruhiges Lied, an seltsamer Stelle, nach dem eigentlich noch irgendwas kommen muss, aber gefreut hat uns natürlich trotzdem, dass es überhaupt noch kam. Lange haben sie gespielt, inkl. Pausen und Applaus waren es immerhin 1:55 h. Ging natürlich wie immer viel, viel zu schnell vorbei.

Schön war's, aber irgendwie Rockpalast-tauglicher als es vielleicht ohne Übertragung geworden wäre, zumindest bilde ich mir das ein.

Wir sehen uns dann im nächsten Jahr ohne Rockpalast und können dann ja mal vergleichen ;-). Obwohl.... Justin meinte, er wisse noch nicht, ob es nächstes Jahr ein Konzert geben würde, was mit lauten Buh-Rufen quittiert wurde... ich glaub nicht dran, und deshalb: bis dahin oder irgendwann dazwischen. Schöne Jule.

Für Jana.

(c)12/06 bat

PS: Übertragen wird das ganze am 05.02.07, 00:30 h - 02:30 h (inkl. GEM). Siehe hier.

PPS: Songs nach Alben:

2 neue (Ok, Caslen ist auf der Lost songs, aber ohne Text, also = unbekannt ;-))
6 von der Carnival (zählt man die B-Side mit)
0 von der eight (dabei sind echt gute Songs drauf)
3 von der strange brotherhood
1 von der love of hopeless causes (White light und Fate hätten schon noch sein können)
3 von der Impurity
5 von der Thunder and Consolation
2 von der Ghost of Cain
0 von der Vengeance
0 von der Radio Sessions
0 von der No rest for the wicked

Oh, doch ziemlich gemischt, aber sehr wenig alte Sachen, deshalb vielleicht mein subjektiver Eindruck, eine Menge würde von den beiden CDs Impurity und Thunder & Consolation bestritten. So kann man irren..

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New Model Army, 22.12.2007, Köln, Palladium

Start war dieses Jahr ziemlich früh, schon um 19:00 h ging's los mit dem Opener Kleinstadthelden. Die Jungs anfang 20 (hab ich gelesen, geschätzt hätte ich sie auf etwa 16, höchstens) durften etwa eine halbe Stunde lang spielen, indie-punk-rock. Hier der Link:

Danach Umbaupause und Start von Therapy?, gegründet in Nordirland 1989, die etwa eine Stunde lang auf ihre Gitarren eingeprügelt haben. Teilweise hat's mir gut gefallen, teilweise nicht so, zu viel Gedresche. Hier der Link auf die offizielle Seite:

Nun gut, Pause, wieder Umbau und um 21:20 h ging's los mit Army.

Endlich. Der Start war auch vielversprechend: Nach einem Intro gaben sich ein langmähniger Justin sowie der unverändert aussehende Rest der Band die Ehre mit Vanity, sehr nett. Danach etwas von der neuen CD, die mir immerhin besser gefällt als die Carnival, meine Lieblings-Army-CD wird sie aber wohl nicht. Mal abwarten, wie die Songs live so rüberkommen. Das erste Beispiel bekamen wir direkt serviert: No mirror, no shadow. Ja, gar nicht schlecht, sehr kraftvoll, gefällt mir auch auf der CD ganz gut. Im Anschluss noch etwas neueres, diesmal von der Carnival: Island (mit der dazugehörigen Island-Monkey-Bemerkung, siehe letztes Jahr). Ok. Dann wieder was von der High: Into the wind. Ok, ein bisschen langweilig vielleicht. Dachte mir, dass es jetzt erstmal genug der neuen Songs wäre und man mal was älteres dazwischenstreuen könnte, wegen Weihnachtskonzert und nicht Plattenpräsentation und Stimmung und so. Hat was mit Erwartungshaltung zu tun, nicht unbedingt damit, dass die songs schlecht wären. Glaub ich. War aber eh nicht, es gab Breathing. Hmm. So, jetzt aber. Nö, immer noch nicht, stattdessen: Rivers. Die Songs sind ja ganz nett und man kann sie sich auch gut anhören, aber doch nicht alle hintereinander auf einem Weihnachtsset, wo man (ich zumindest) auch alte Sachen erwartet und zwar auch hier möglichst nicht immer dieselben alten Knaller (außer natürlich Green & Grey, War, Get me out und irgendeins von der Vengeance oder der No Rest for the wicked ;-))) ). Aber Justin und Co. hatten dieses Jahr wohl eine etwas andere Vorstellung von der Setlist als ich. Schade eigentlich. Nun gut.

Justin fragte plötzlich: "it's christmas, hm? You want something to sing along? Okay." Hurra, geht doch!! ;-). Und es gab dann tatsächlich eine geniale Version von The Hunt und Get me out. Ganz schön aggressiv kam das rüber, als wollte er sagen: "seid offen für Neues..". Er hat ja recht, bin ich auch, aber nicht alles hintereinander!! ;-)

Dann gab's noch Before I get old und dann schon wieder zwei neue, die live ganz gut kamen: One of the chosen (recht intensiv) und Bloodsports - könnte mir vorstellen, dass dieser Song auf Dauer War oder Get me out ablösen könnte, mal abwarten. Hat sich also gesteigert, das Konzert. Danach kam noch ein neues, der Titelgeber der neuen CD, High. Ich hab wirklich während eines NMA-Auftritts noch nie auf die Uhr geschaut, diesmal aber schon. Schon eine Stunde um und ich bin immer noch nicht abgetaucht in die "Army spielt und deshalb vergeht die Zeit wie im Flug und es kann doch gar nicht sein, dass es schon wieder vorbei ist-" Stimmung. Aber das kam dann doch noch irgendwie, wie gesagt, das Konzert steigerte sich ;). Es ging nämlich weiter mit dem sehr schönen Ballad of Bodmin Pill, gefolgt von Bad old world und einem weiteren Song von der High, nämlich Wired, der mir live ganz gut gefiel - vielleicht war's auch die Umgebung der alten Sachen, die ihm zusätzlich gut getan hat... Danach jedenfalls Wonderful Way to go und dann waren sie einfach weg! Nach 1 1/4 h! Sind die immer so früh verschwunden? Nach so wenig "highlights"? Hmm, kann nicht sein! Konnte auch nicht, es gab ja immerhin noch die Zugaben.

Den Start machte Fate, danach das geniale Vagabonds mit dem schönen neuen Intro von Marshall Gill und danach gab's noch Poison Street. Sehr schön. Aber sie waren schon wieder weg! Das nächste Zugaben-Set bestand aus 51st State (weil wieder irgendwas mit irgendeiner Tour nicht geklappt hat) und Green and Grey, erst akustisch, dann mit der weiteren Band. Das erste muss nicht sein, daran hab ich mich irgendwie satt gehört, aber immerhin hatte es am Ende wieder diesen Reggae-Part, das zweite muss sein auch wenn es schon so alt und immer wieder gespielt ist, aber es ist und bleibt ein Gänsehautsong; und wenn die ganze Halle dann so schön harmonisch mitsingt - dann ist Weihnachten ;-). Tja und danach waren sie wieder weg, kamen noch einmal und trällerten kurz noch I love the world und das war's dann nach 1:50 h. Kam mir kurz vor, aber das lag vielleicht wirklich daran, dass ich erst nach einer Stunde warm geworden bin mit dem diesjährigen Auftritt. Der letzte Song hätte übrigens für mich auch nicht sein müssen, hab ich glaub ich letztes Jahr schon geschrieben. Natürlich nicht ersatzlos, ich nehm lieber "I love the world" als gar nichts... ;-). Mir persönlich hat's diesmal irgendwie nicht so gut gefallen, auch im Nachhinein betrachtet nicht. Die songs der High sind zwar besser als das meiste von der Carnival (mein persönlicher Geschmack), und sie werden mit der Zeit, wenn ich sie häufiger gehört habe, auch sicher noch gewinnen aber ich finde sie irgendwie nicht mehr so, tja wie soll ich das sagen?, originell, packend,? wie die Songs der älteren CDs. Kann mehrere Gründe haben, Rob ist nicht mehr beteiligt, wir alle werden älter, ich bin zu kritisch, keine Ahnung. Ich glaube bestimmt, dass das ein oder andere Lied das Potenzial hat, in einem (Weihnachts)konzert mal freudig begrüßt zu werden, ich glaube aber, dass man den Songs das zumindest anfangs erleichtern könnte, indem man sie in der Setlist zwischen "alten Bekannten" auftauchen lässt. Vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass viele von uns ja nun schon was älter sind ;-) und es immer ein wenig Zeit braucht, bis auch neue Army-Songs gute Army-Songs sind ;-))). Dennoch, wenn ich mir zum Zuhause-Hören eine CD aussuche, ist es eigentlich weder die Carnival noch die High noch die eight; einige der Songs haben aber schon - oder werden noch - Eingang finden in die Liste der Lieblings-Army-Songs, aber eben nur einige wenige. Viele der Songs auf diesen CDs sind einfach "Pausenfüller" (besonders "Mixam" und "Paekakeriki Beach" von der eight fallen mir da sehr spontan ein) und das gab's einfach auf den alten Scheiben nicht - da war ja jede B-Side besser....

Gefehlt hat mir auch ein bisschen das Variieren der "alten" Songs; es kam mir zumindest so vor, als seien es fast die gleichen, die auch im letzten Jahr gespielt wurden. Genug gemeckert, Army hat gespielt, es ist Weihnachten, ich hab eine Menge netter Leute wieder gesehen, also ist doch eigentlich alles gut und vor allem: steigerungsfähig ;-)))

Bis zum nächsten Jahr, schöne Weihnachten, Yule oder sonstwas und einen guten Rutsch ins Jahr 2008.

(c) 12/07 bat

PS: Grüße an die üblichen Verdächtigen, aber auch an Noogie :-) und den Ex-Komilitonen von der Ruhr-Uni.

PPS: Bilder vom Konzert gib's hier:

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New Model Army, 09.08.2008, Frankfurt, Batschkapp

Es war ein sehr, sehr schönes Konzert, nichts zu meckern, außer, dass es mir zu kurz war. Und obwohl 7 der 20 songs von der High waren, kam es mir längst nicht so "neu" vor wie in Köln im letzten Winter, die Songs waren klasse, die Stimmung war super, die Mischung der Songs hat gepasst, ich war entschieden zufrieden. Im Detail:

Die Batschkapp ist nicht wirklich groß, vielleicht wie die Live Station in Dortmund, in jedem Fall kleiner als die Zeche in Bochum und viel, viel kleiner als das Palladium, sehr schön, endlich mal wieder! Ein schwarzer Raum mit Kronleuchtern, Spiegeln und roten Vorhängen an der Wand, im hinteren Bereich zwei etwas höher gelegte Plattformen, auf einer steht das Mischpult, auf der anderen am hinteren Ende des Raumes die Bar. Habe also die Gunst der Stunde genutzt und mich auf die Stufen gestellt, so dass ich was sehen konnte und - obwohl ich relativ weit hinten stand - war ich trotzdem näher am ziemlich zotteligen Justin und seinen Mannen als bei den üblichen Weihnachtskonzerten in Köln.

Der Club war ausverkauft, geschätzt vielleicht 500 - 700 Leute (ich kann nicht schätzen, wer also eine Ahnung hat, wie viele Leute in die Halle passen, bitte melden).

Army starteten um 20:10 h mit Here comes the war, was schon einen Hinweis gab darauf, wie das Konzert verlaufen würde: rockig und auf gar keinen Fall leise! Wirklich gelungen, Justin hatte definitiv gute Laune und die Jungs hatten Spaß am Auftritt. Am Anfang hat er noch ein wenig deutsch gesprochen, danach etwas ausführlicher in englisch. Er hat erzählt von seinem letzten Auftritt 1989 (!) und meinte, dass die Hälfte des Publikums zu dem Zeitpunkt noch gar nicht geboren war – und die Hälfte seiner Band auch ;-). Naja, beim Publikum kann das für den einen oder anderen tatsächlich zugetroffen haben,– die Hälfte find ich allerdings etwas hochgegriffen – und bei der Band hab ich auch Bedenken ;-))). Ein richtig nettes Clubkonzert also, hat mich ein wenig erinnert an die Konzerte im Grend und im Zakk.

Nach Here comes the war ging es weiter mit einem neuen song: Nothing dies easy, hat mir gut gefallen. Im Anschluss das einzige Lied der "Carnival", das "Lied über die Inselaffen", wie Justin uns erzählte: Island. Und noch ein neues Lied, das sich gut einpasste: No mirror, no shadow. Keine Ahnung, entweder die Stimmung war besser (obwohl hinten, wo ich stand, längst nicht alle mitgesungen haben. Zudem hat Justin ab und an gefragt, was er denn wohl spielen solle und neben mir hat tatsächlich jemand " I love the world" gerufen -zum Glück stand er aber zu weit weg, so dass wir ein weiteres Mal von diesem Song verschont geblieben sind (er ist ja nicht schlecht, aber es gibt soooo viele andere schönere, selterere und überhaupt.. ;-) ). Bestimmt lag's an der Atmosphäre und daran, dass auch Justins Mannen dazu gelernt haben und die neuen Songs mit alten gemischt haben, damit der geneigte Fan sich an die neuen Dinge besser gewöhnen kann.. ;-).

Weiter ging's mit was Altem, wie Justin sagte: White Coats, danach mit was noch Älterem: Justin mit acoustic-Gitarre: The attack! Super-gut, die Stimme von Justin allerdings ein bisschen zu leise, sonst sehr unheimlich. Die Lichter der Bühne nur in rot und weiss, hier passend dominierte das rot.

Nun wieder einer der neuen Songs von der High, Bloodsports, wirklich gut, das Lied, wie auch schon Weihnachten berichtet. Überall dort, wo es in den Liedern Solos für die Leadgitarre gab, hat der neue Gitarrist dem Song seinen Stempel aufgedrückt, auch die alten Songs wurden so entsprechend aufgepeppt, ziemliches Gerocke und Gejamme, Justin sah beim gemeinsamen Spiel mit Marshall mindestens 15 Jahre jünger aus ;-).

Rockig ging's weiter mit Get me out und danach mit dem Titelstück der neuen CD: High. Hier hatte Justin besonderen Spaß an einem Mädel mit Zöpfen auf den Schultern eines starken Mannes, das mit Gesten den Refrain des Songs verdeutlichte ;-). Sie war nicht die erste, es gab wie immer diverse Türmchenbauer, aber bei ihr schien er den Anblick besonders zu genießen ;-).

Danach – diesmal ausnahmsweise mit einem Justin ohne Gitarre, der sich voll und ganz auf Mimik und Gestik konzentrieren konnte: One of the chosen, genial. Es wurde wieder alt mit No rest und ging weiter mit Purity: der Chor war beachtlich. Danach wieder neu mit Wired und dann begannen die ersten Gitarrentöne eines Songs, der diejenigen, die die letzten zwei, drei Konzerte miterlebt haben, direkt in Jubel ausbrechen ließ: die neue Version von Vagabonds, genial! Der Song ging quasi direkt über in einen weiteren Klassiker: Wonderful way to go. Danach ließ sich Justin wieder einmal eine Akustik-Gitarre reichen und es gab das Gäsehaut-Lied Nr. 1: Green and Grey, wieder mit einem hammermäßigen Chor. Und schon war es 21:30 h und die Herren verschwanden hinter der Bühne. Kamen wieder und meinten, dass draußen die Luft definitiv besser und frischer sei. Keine Überraschung, es war dermaßen heiß in dem Laden, unglaublich!

Die Zugaben bestanden aus Rivers, Stupid Questions und 225, bei letzterem wieder eine abgeänderte Fassung mit einem sehr kreativen Marshall Gill und mit Justin ohne Gitarre, so dass er wieder Zeit für Faxen hatte. Sie verschwanden, kamen wieder, forderten uns auf, endlich nach Hause zu gehen, erzählten, dass sie morgen bei den Gruftis spielen würden (ist morgen schon M'era Luna? ;-) ) und spielten noch Poison Street, sehr klasse. Danach mussten sie leider das Feld räumen, obwohl Justin so aussah, als hätte er gerne noch weiter gemacht. War irgendwie ein komischer Abschluss, weil so abrupt. Erklärte sich aber, als wir rauskamen: es war Disco danach und man musste wohl noch umbauen.. daher also dieser plötzliche Abbruch um 21:50 h.

Ein sehr geniales Konzert in einer sehr netten Location und mit einer perfekten Größe. Gerne wieder.

(c) bat, 08/2008

PS: hier ist der link auf die Batschkapp, vielleicht gibt's da demnächst auch Bilder vom Konzert.

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New Model Army, 20.12.2008, Köln, Palladium

Start war gegen 18:50 h - ich war grade angekommen - mit Voicst, einer Band aus Amsterdam, wirkten noch recht jung, aber total energiegeladen; zwei Gitarren, ein Bass, Drums und ein Keyboard, wenn ich richtig geschaut habe, war hier die einzige Frau der Band tätig - und das mit Hingabe. War ordentlicher Rock, hat mir ganz gut gefallen und war eine super Einstimmung auf den restlichen Konzertabend. Die Band scheint übrigens mit Unterbrechungen bereits seit 1994 unterwegs zu sein und eigentlich aus nur drei Leuten zu bestehen, Tjeerd Bomhof (Gitarre, Gesang), Sven Woodside (Bass) und Joppe Molenaar (Drums). Schon zwei Alben haben sie produziert und auch wenn sie rumgealbert haben und scheinbar aus Gag gesagt haben - und das immer wieder und immer ironisch - "we are Voicst from Amsterdam and we are a professional Rockband", so ist da wohl doch was dran, ob man es ihnen nun auf Anhieb geglaubt hat oder nicht ;-). Hat echt Spaß gemacht, ihnen zuzuhören und ich hätte nichts dagegen, wenn Army sie nochmal mit auf Tour nehmen würde. Scheint mir nicht allein so gegangen zu sein, denn es waren im Gegensatz zu sonst schon eine ganze Menge Leute in der Halle und blieben auch dort, statt draußen lang nicht gesehene Leute zu suchen und mit ihnen zu quatschen. Links zu diversen Sites weiter unten..

Sie durften bis 19:30 h spielen, danach gab's die unvermeidliche Umbaupause und die nächste Vorband - oder den ersten Hauptact, das liegt ganz im Auge des jeweiligen Betrachters - die Halle jedenfalls füllte sich, also hatte mindestens die Hälfte der Anwesenden wohl den anderen Blickwinkel. Start von The (International) Noise Conspiracy um 20:00 bis etwa 21:00 h. Die Band aus Schweden gibt's schon lange, sie passen mit ihren politischen Texten durchaus in die Army-Ecke. Der Sänger Dennis Lyxzén war früher übrigens auch Sänger bei Refused, wem's was sagt. Er und die ganze Band hatten eine unheimliche Power, sind die ganze Stunde lang wie die Irren gehobst und gesprungen und haben gerockt was das Zeug hält. Echt großartig - die Show. Die Musik... naja, mir war's zu laut (noise conspiracy halt) und außerdem hat mir an den Songs auch irgendwas gefehlt, kann gar nicht sagen was. Da hätte ich doch lieber die Dead Guitars vom Wayne Hussey Konzert nochmal gehört... Live machen sie aber mit ihrer irren Energie wirklich was her, wenn ich auch nicht genau weiss, wie sie das so durchhalten... aber für meinen Plattenteller zu Hause wären sie nichts und auch einen Konzertbesuch nur wegen T(I)NC wird's für mich nicht geben. Aber als Gesamtkonzept passten sie gut ins Programm, genauso wie Voicst. Da gab es schon schlimmere Zusammenstellungen.

So, genug der Vorbands. Um 21:40 h ging's endlich los mit Army. Vorab: es war ein absolut geiles Konzert, ich hab keine Ahnung, woran es lag, vielleicht an Justins Stimmung, die sich immer ganz schnell auch auf alle anderen in der Halle überträgt, vielleicht war die Stimmung der Leute aber auch sowieso schon gut, keine Ahnung. An der Setlist hat es glaub ich nicht unbedingt gelegen, denn die war nicht soo viel anders als im letzten Jahr oder in Frankfurt im Sommer (meine damit: so viel weniger neu.. ;) ). Es ist im Grunde auch egal, woran es denn nun lag, es war halt einfach klasse.

Army starteten mit Here Comes The War - damit wir alle auch direkt wissen, wo es langgeht beim heutigen Konzert ;-). Weiter ging's wie auch schon in Frankfurt mit Nothing Dies Easy und dem unvermeidlichen Inselaffen-Satz mit dem zugehörigen Lied Island. Ich mag's ;-). Danach - immer noch gleiche Setlist wie in Frankfurt- mit No mirror, no shadow, live auch absolut klasse. Also eigentlich wie auch im letzten Weihnachtskonzert 'ne Menge neue Songs, aber entweder ich hab mich dran gewöhnt und sie sind halt nicht mehr die "neuen" oder aber es hatte andere mir unbekannte Gründe - es war genial. Dieses Licht, diese Power, diese Stimme... einfach himmlisch ;-). Tschuldigung. Geht weiter. Und zwar mit einem neuen Song, den ich noch nicht gehört hatte: Today is a good day, passte gut. Es ging weiter mit High, mag ich live auch ganz gerne und einem weiteren neuen, das mir wirklich gut gefallen hat: States Radio. Danach Get me out und noch eines, das ich nicht kannte, das ich aber - wenn ich mich recht erinnere - nicht ganz so gut fand: Autumn.

Justin war übrigens durchaus in Plauderstimmung, über die Finanzkrise und den "Untergang des Kapitalismus", über Barack Obama (diesmal kein 51st state, denn alles wird gut... oder so), über den Mann, der Schuhe nach George W. geworfen hat, dem er gleich ein Lied gewidmet hat und über entsprechende Spiele im Internet, wo man es selber auch mal ausprobieren kann.

Im Anschluss an Autumn gab es ein Stück von Justins letzter Solo-Platte: Ocean rising. Durchaus gut mit ganzer Band aber er hat bessere Songs. Ich kann ja nicht mit allen Liedern zufrieden sein, oder? ;-). Aber dann: Purity als Klassiker und One of the chosen als neuerer Song mit definitivem Zeug zum Klassiker, mindestens so sehr wie no mirror, no shadow. Dann Marshall Gill mit seinem super-Solo zu Vagabonds.  Ich liebe dieses Lied. Wir waren über Silvester an der Nordsee und da suchte man bei radio ffn das Lied, das man mit auf die einsame Insel nehmen würde. Vagabonds ist auf jeden Fall bei mir in der engeren Auswahl ;-) .Genauso genial ging's weiter mit No Rest und Orange Tree Roads, doch ich muss sagen, ich war insbesondere mit den letzten 5 songs doch sehr zufrieden und der nächste schloss sich nahtlos an: Wonderful way to go. Leider war es das schon mit dem Haupt-Set, aber wofür gibt es Zugaben? Diesmal waren es White Coats, Masterrace (!) - ich kann mich nicht erinnern, ob ich Masterrace überhaupt schonmal live gehört habe, falls ja, ist es eine Ewigkeit her, super - und natürlich Green and Grey! Spätestens dann hab ich eine Gänsehaut und bin in Weihnachtsstimmung ;-). Wir haben sie nochmal hergeklatscht und es gab noch einen weiteren Song: 225. Und das war's dann leider wirklich. Ein würdiges Ende. Ja genau. Sie haben aufgehört zu spielen, ohne "I love the world" gespielt zu haben. Und auch ohne dass sie "Stupid Questions" gespielt haben. Ein Konzert ohne mindestens eins der beiden Lieder ist wirklich sehr lange her ;-). Fand ich gut, es gibt so viele andere schöne und ein paar davon haben sie diesmal neu im Gepäck gehabt wie eben Masterrace und Orange Tree Roads. Ich bin sehr zufrieden.

Schöne Weihnachten und bis Januar bei Red Sky Coven ;-)

(c) bat 01/09

PS: Grüße an die üblichen Verdächtigen - wart Ihr überhaupt da? ;-)

Links

Voicst-Homepage

Voicst bei Wikipedia

T(I)NC bei Laut.de

Sparklingphotos.de - mit diversen Konzertberichten und Bildern, u.a. auch von diesem Konzert. Umsehen lohnt sich!

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New Model Army
14.06.2009, Wuppertal, Waldbühne auf der Hardt

Bei herrlichem Wetter draußen im Hellen. Mal was anderes. Auftritt auf der idyllisch gelegenen Waldbühne in Wuppertal, umgeben von Bergen und Wäldern - Justin wies darauf hin, dass man eigentlich das Ganze auch umsonst von oben vom Hügel aus hätte ansehen - naja, mindestens anhören - können.... Stimmt...nächstes Mal vielleicht ;-). Vorband war Winston, eine 3-Mann-Krachmacherband aus Wuppertal. War gut, dass sie dann irgendwann auch mal fertig wurden, nicht mein Ding. Start Army vor ca. 1.500 Leuten (sagt eine Wuppertaler Zeitung, ich hätte vielleicht 900 - 1.000 geschätzt) um 20:10 h. Erstaunlicherweise waren es nur 4. Was Justin - in deutsch! - auch erklärte: Marshall Gill hatte sich "mit einem Messer" verletzt und konnte nicht spielen. Deshalb durfte Dean ab und an an die Gitarre und auch Nelson habe ich, wie ich glaube, zwischendurch Gitarre spielen sehen... jedenfalls machte er rockstarmäßig komische Sachen mit einem Saiteninstrument (habe nachgeschaut, es war sein Bass, keine Gitarre), sprich, er hielt es sich über den Kopf und hinter den Rücken und versuchte mit den Zähnen zu spielen - und sah damit irgendwie nicht wie ein waschechter Rockstar, sondern echt komisch aus - fand er wohl auch selber, musste nämlich grinsen und beließ es bei dem einen Versuch... Die Lieder waren natürlich auch ohne Marshall super, das ein oder andere Mal hab ich seine Gitarre aber schon vermisst. Allerdings hatte die nicht vorhandene Leadgitarre bestimmt auch Einfluss auf die Songs, so dass doch das eine oder andere Lied an die Reihe kam, das ich schon lange nicht mehr gehört habe, wie z. B. You weren't there oder Snelsmore Wood. Aber der Reihe nach. Nach Stranger ging's weiter mit War, danach zwei songs vom neuen, im Herbst erscheinenden Album, Autumn und Today is a good day, ersteres sehr eingängig, dafür aber mit shalala und zweiteres irgendwie... grimmig, nicht meins, jedenfalls jetzt noch nicht. Danach High und Get me out. Weiter mit Inheritance (und dem üblichen on the other side of xxx <insert name of city you're playing at the moment>. Im Anschluss dann die in letzter Zeit seltener gespielten You weren't there und Snelsmore Wood, genial! Es ging genauso genial weiter mit Lovesongs, Wired, White coats und Bad old world. Und danach kam noch ein Highlight, das wir vielleicht dem Umstand verdanken, dass Marshall sich in die Hand geschnitten hatte: The Hunt, jawohl! Sehr zufrieden war ich natürlich auch mit No rest und Ballad of Bodmin Pill. Doch, ich war hocherfreut über die Auswahl der songs. Ende um 21:30 h und Beginn der Zugaben, die da waren Green & Grey und Fate. Danach die Reggae-Version von 51st state und zum Schluss das unvermeidliche I love the world. Ende dann leider schon um 21:50 h. Superschön, tolle Bühne, nette Lage, noch tollere Songs. Freue mich auf's nächste Mal und die Vorstellung des neuen Albums im November.

PS: Trapper Joe und seine drei Gespielinnen waren auch da, mit Fransen, Taubenfeder im Hut und allem was sonst noch dazugehört, Umstehende werden vielleicht wissen, wen ich meine. Army schafft es echt, die unterschiedlichsten Menschen zusammen zu führen! ;-))).

(c) bat 07/09

Tolle Fotos findet ihr auf Musikinstinkt - auch die Sache mit Nelson und seinem Bass. Und ich muss sagen: ich bin eigentlich ganz froh, dass ich weit genug weg stand, um mir den Anblick von Justins T-shirt zu ersparen ;-)

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New Model Army, 23.11.2009, Münster, Jovel

Diesmal ging es also nach Münster ins ehemalige Autohaus Jovel. Die Vorband war die gleiche wie in Wuppertal, sie durfte leider nur noch länger auf ihren Instrumenten rumdreschen als im Juni. Naja, Nelson und Justin schien es zu gefallen, jedenfalls waren beide im Publikum unterwegs; Justin ist aber glaub ich nicht wirklich dazu gekommen, der Band zuzuhören, ein sehr aufgeregter Fan erzählte ihm als ich vorbei ging, grade etwas von seinem ersten New Model Army Konzert ;-). Nett, dass die Jungs so entspannt sind und einfach so mittendrin.

Army legten um 21:35 h los und es war defintiv kein Weihnachts-Best-Of-Konzert, sondern eines, dass sich mit der neuen Platte und vielleicht noch ein bisschen mit der davor beschäftigte. Gut war's, die neue Platte gefällt mir ausnehmend gut, endlich mal wieder was Neues und Frisches, dabei aber ohne die alten Sachen aus den Augen zu verlieren. Wenn man es geschafft hätte den Heavy-Metaler Marshall Gil bei Song 4 und 9 noch etwas mehr an die Kette zu legen, wäre es noch besser geworden ;-). Aber live ist sowieso immer alles anders. Sie starteten auf jeden Fall mit States Radio und machten weiter mit Here comes the war - abweichend von der Setlist - immer noch sehr genial, das Lied. Das Publikum war aber irgendwie gebremst, hatte ich den Eindruck. Vielleicht, weil dieses Ex-Autohaus so verdammt hell war und man jedem beim hopsen und singen zugucken konnte und man sich selber eben auch beobachtet vorkam - und wer weiss, vielleicht sind die Fans am Ende doch alle irgendwie schüchtern ;-). Blieb auch das ganze Konzert über so, zwischen den Songs war es sogar ab und an mal richtig still, so still, dass es selbst Justin auffiel, der selbiges dann auch kommentierte: sehr seltsam, dass man mitten in einem Rockkonzert Stille hat. Etwas später fragte er nochmal, ob wir diese Halle auch wirklich mögen würden. Natürlich nicht. Aber eine so klare Antwort bekam Justin nicht ;-). Der nächste Song war das ebenfalls großartige The Charge und dann kam auch schon Bad Harvest, wieder von der neuen Platte, gefolgt von Mambo Queen und Peace is only. Fand ich live nicht ganz so gut, war mir zu viel des "peace is only for the dead and the dying", nahm irgendwie kein Ende... ;-). Dann today is a good day und disappeared. Danach gab's den Ausflug in die Platte davor mit high und one of the chosen - was live vom Liedaufbau her sehr der Mambo Queen geähnelt hat, wie ich fand. Lieber hätte ich - wenn schon Ausflug in die letzte CD - Dawn und No mirror, no shadow gehört, aber man kann nicht alles haben...

Weiter ging es jedenfalls dann wieder mit dem Schunkellied Nr. 1 der neuen CD: Autumn. Ich mag's, aber für Army ist so ein "shalalalalalala" irgendwie ein kleines bisschen unwürdig ;-))). Erstaunlicherweise (?) kann ich mir von diesem Song aber den Text am besten merken.. tja, man wird alt ;-).

Immerhin gab es dann einen kurzen Ausflug in alte Tage mit White Coats und zum Anlass des 20-jährigen Jubiläums des Mauerfalls auch noch Luhrstaap - ich stelle zum einen fest, dass ich es total falsch geschrieben habe und stellte zum anderen mit Erstaunen fest, dass ich den Text dieses Songs irgendwie noch behalten habe, obwohl ich ihn schon ewig auf Konzerten von Army nicht mehr gehört habe - und er auf meiner persönlichen Best-Of-Liste auch nicht vorkommt. War aber trotzdem mal wieder schön. Dann wurde es ruhig auf der Bühne, nur gedämpftes Licht, Justin und Marshall und ihre Gitarren und irgendwann hatten auch die letzten verstanden, dass das hier das neue Intro von Vagabonds werden würde. Sehr, sehr schön, ein absolut geniales Lied, auch mit diesem neuen Intro. Nur das Ende find ich nicht schön gelöst, ist irgendwie Krach und außerdem viel zu abrupt. Danach noch Wired und Wonderful way to go, auch immer wieder einer der Songs, die man gerne hört. Und schon war es 22:50 h und das Main Set war vorbei. Als Zugaben gab es Rivers (siehe oben ;-) ), Poison Street (ja!) und als zweites Zugabenset Get me out und natürlich Green and Grey. Ende um ca. 23:15 h. Wunderschön. Ein sehr nettes Konzert, hat viel Spaß gemacht trotz der sangesschwachen Menschen um uns rum und trotz der komischen, weil viel zu hellen, Halle. Haben beschlossen, dann doch nach Amsterdam zu fahren, Army macht halt süchtig ;-).

cu there

(c) bat 11/09

Hier noch die uns netterweise überlassene Original-Setlist - die Wahrheit steht oben:

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New Model Army, 19.12.2009, Köln, Palladium

Alle Jahre wieder findet sich die Fangemeinde in Köln zur Weihnachtsfeier mit New Model Army und Gästen ein. Diesmal mit zwei sehr, sehr unterschiedlichen Gästen, deren Musik so ganz anders ist als das, was Army dann im Anschluss so machen.

Ab ca. 18:30 h für ca. 1 h hatten wir das Vergnügen - und das meine ich ernst - mit Juno Reactor. Sehr, sehr seltsam, sehr sehr abgefahren und ich habe keine Ahnung, was für eine Art von Musik die Herren und die Dame so gemacht haben. Show 1 a, für mein Wohnzimmer vermutlich nicht wirklich geeignet. Recherchen haben ergeben, dass das geniale Getrommel, die Opernstimme der Dame, die frisuren- und schminktechnisch aussah wie Pris alias Daryl Hannah aus Blade Runner, der Sprechgesang des Sängers, der aussah wie ein Vertreter der Reggea-Szene, die Gitarren- und Elektroeinlagen des Mannes, der stark an einen schlanken Robert Smith erinnerte und das Getanze und Getrommel der beiden hawaianischen (?) und mexikanischen (?) Ureinwohner unter der Bezeichnung Goa läuft. Die Band stammt aus England, ist ein Nebenprojekt von Ben Watson (fragt mich aber nicht, wer von diesen wunderlichen Gestalten nun Ben Watson war, vielleicht der am "normalsten" aussehende Drummer?) und die mit ihm auftretenden Künstler wechseln. Juno Reactor ist auch auf diversen Soundtracks vertreten, u.a. Matrix Revolutions. Mir waren sie zumindest namentlich vorher noch nicht untergekommen. Sie sind aktuell zusammen mit Laibach auf Tour, was dann wohl auch den zweiten Gast des Abends erklärt, der zumindest musikalisch nicht so wirklich in die musikalische Ausrichtung des Abends passen wollte:

Laibach aus Slowenien. Starteten um 19:50 h und spielten 1.20 h bis 21:10 h. Interssant, in anderen Zusammenhängen, vielleicht mit Bauhaus und Kraftwerk oder so und sicherlich historisch bedeutsam, aber nicht als Vorband von Army. Fand auch das Publikum. Dabei ist die Geschichte der Band und ihre Rolle in Ex-Jugoslawien eine ganz interessante. Laibach ist der deutsche Name der slowenischen Hauptstadt Ljublijana. Die Band wurde 1980 im jugoslawischen Trbovlje gegründet und provozierte damit schon mit dem Namen, was zusammen mit dem einen oder anderen provokanten Auftritt zu einem Verbot der Band in Jugoslawien führte. Die Musik ist durchaus an der einen oder anderen Stelle mindestens interessant (die Stimme von Milan Fras, Sänger seit 1982 und der Dame am Keyboard waren schon spannend anzuhören) und die zugehörigen Videoeinspielungen auf jeden Fall provokant, vor allem, wenn ich mir diese oder ähnliche Bilder vor dem Hintergrund der damaligen Verhältnisse im Osten vorstelle - denn Laibach sind ählich wie New Model Army sicherlich schon um die 30 Jahre aktiv (Milan, siehe oben, seit 1982, die anderen, insbesondere Mina Piler am Keyboard und als Sängerin, sahen nicht so aus, als wären sie überhaupt schon dreißig ;-)). Ich kannte tatsächlich auch Stücke (Tanz mit Laibach, hat mich an das alte DAF-Stück erinnert und alle gegen alle), hatte ich gar nicht erwartet. Die bekannteren Coverversionen, z.B. von Life is Life oder One Vision von Queen haben wir allerdings nicht zu hören bekommen.

Und dennoch haben sie auch bei mir eine gewisse Irritation ausgelöst und ich kann mich noch gut an die Diskussionen in den 90ern erinnern, in welche Ecke man denn nun Laibach einsortieren sollte. Und genau das kann einem schon wieder in den Sinn kommen, wenn man sich hier auf dem Konzert die feschen Jungs in ihren Uniformen vor der Bühne zusammen mit den Leni-Riefenstahl-Bildern und den marschierenden Springerstiefeln auf den beiden Leinwänden auf der Bühne anschaut...Das Ziel der Provokation hat Laibach damit also immer noch erreicht, denn der eine oder andere im Publikum war nicht nur irritiert sondern fühlte sich auch provoziert und machte diesem Gefühl auch lautstark Luft.

Zum Glück haben die Jungs in den feschen Uniformen mit dem Punk bei Juno Reactor und auch bei Laibach selber Schunkelorgien veranstaltet, und immerhin sind wir auf einem Army-Konzert!!!

Dann, endlich, um 21:50 h Army. Hurra. Dieser Beleuchter, den sie neu dabei haben, hat echt ganze Arbeit geleistet, super Lichtshow. Zwar auch schon in Münster dabei, aber dort war's einfach viel zu hell, um das Spektakel so richtig genießen zu können. Sehr, sehr schön. Start wie in Münster auch mit States Radio. Ohnehin war die Setlist, wie ihr bei weiteren Lesen erkennen werdet, doch sehr ähnlich.

Im Anschluss Get me out und The Charge. Aber auch, wenn die Songs denen in Münster so ähnlich waren, war hier die Stimmung eine ganz andere, viel voller, viel mehr Gejohle und Geklatsche und Gesinge, hier jedenfalls konnte sich Justin nicht beschweren, dass es zwischendrin so ruhig ist ;-). Mein Gefühl sagt auch, dass es voller war als im letzten Jahr, vielleicht hat es die neue CD doch geschafft, neue Fans zu rekrutieren, wer weiss. So richtig textsicher war das Gesamtpublikum aber dann doch - wie erwartet - nur bei den Thunder-and-Consolation-Songs und bei dem einen oder anderen Refrain ausgewählter älterer Songs - ist halt die Weihnachtssetlist bzw. das Weihnachtskonzertpublikum ;-).

Weiter ging's dann mit Bad Harvest, Mambo Queen und Peace is only von der neuen Platte, wie ebenfalls im Set von Münster. Auch hier war der Text von Peace is only ungefähr genauso lang wie die Dauerwiederholung von "peace is only for the dead and the dying", daran müssen sie live irgendwie nochmal arbeiten, wird auf Dauer etwas eintönig...

Die nächsten Songs waren auch wieder identisch mit Münster - sie haben schon mal mehr variiert, muss ich an dieser Stelle so feststellen. Aber ich will mich nicht beschweren, die songs waren super, die Stimmung auch und ich hatte immer noch vor Augen, dass ich ja, hurra, morgen nochmal das Vergnügen in Amsterdam haben werde (jetzt ist es ungefähr 13:22 h am Folgetag und es schneit und schneit und schneit und die Jungs werden wohl leider ohne mich spielen... schnüff!!!). Heißt konkret, es ging weiter mit Today is a good day und Disappeared. Ob diese Rede vor Today is.. immer so sein muss, ich weiss nicht. Manchmal ist es besser, einfach mal nichts zu sagen.

Auch jetzt wieder der Ausflug zur vorletzten Platte High und auch wieder mit den gleichen Songs, nämlich High und One of the Chosen. Danach das Schunkellied der letzten Platte, Autumn. Ich mag's und ich kann mir bei melodischen Songs scheinbar einfacher den Text merken als bei "Erzählsongs" wie One of the Chosen oder Mambo Queen, da bin ich froh, wenn ich den Refrain behalten kann... oh weh! ;-).

Danach kam der Set-Teil für die "alten" Fans mit White Coats, Luhrstaap und der genialen Neufassung von Vagabonds - nur war mir auch hier wie schon in Münster das Ende zu abrupt und mit zu viel Krach verbunden, das passt irgendwie nicht so richtig. Marshall könnte sich ja wenigstens bei diesem Song ein kleines bisschen am Riemen reißen ;-). Übrigens war überhaupt viel Gitarre im Einsatz, stellenweise gleich drei davon, weil auch Dean statt Keyboard zur Gitarre gegriffen hat.

Und zum Schluss des Mainsets gab es noch wie in Münster Wired und Wonderful Way To Go, sehr schön. 23:10 h. Danach das erste Zugabensetz mit - ja, genau, anderen Songs als in Münster ;-) - La Push, no rest und 225. Und dann hatten diese Veranstalter doch tatsächlich die Dreistigkeit, Musik anzudrehen und Licht zu machen!!! So ja nun gar nicht, nicht an Weihnachten und nicht mit uns! Wir haben so lange Krach gemacht, bis das Licht wieder ausgeschaltet wurde und die Jungs wieder auf die Bühne kamen für 51st State (gewidmet Katrin, der Glücklichen, mit dem Hinweis, dass man aber in diesem Jahr - vielleicht aber dann zum 30-jährigen Bestehen im nächsten Jahr - keine Wünsche entgegennehmen würde). Danach noch Green & Grey, ohne das wir ohnehin nicht gegangen wären und noch I love the world, diesmal fand ich's gar nicht so nervig ;-)). Schluss war damit um 23:45 h. Wunderschön, hat sehr viel Spaß gemacht und ich freu mich auf das nächste Konzert, wie immer!

Liebe Grüße an die üblichen Verdächtigen, leider dann doch nicht bis morgen, daher schon jetzt frohe Weihnachten!

(c) bat 12/2009

Bilder gibt es zum einen bei Sparklingphotos und bei Musikinstinkt.

Juno Reactor findet ihr hier und Infos über Laibach (allerdings nicht mit hinreichenden Quellenangaben versehen) findet ihr u.a. bei Wikipedia.

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New Model Army, 17.02.2010, Frankfurt, Batschkapp

Die Batschkapp war wieder rappelvoll und - wie Justin so treffend feststellte - heiß, obwohl es draußen nicht wirklich warm war. Es ging wie auf der Karte angekündigt um 21:00 h los mit einer Vorband bestehend aus drei langmähnigen Jungs (E-Gitarre Johannes Kessler, Bass Markus Helmeth und Drums Florian Fierz), einem langmähnigen Mädel (Keyboards und Akkordeon Janina Walter) und einem halblangmähnigen lockigen Jüngling (Kevin Paterson) a la Jim Morrison (ok, von weitem im Dunkeln ;-) ) mit passender Lederhose an der Acoustic-Gitarre und am Mikrofon. Name: Esha Ness. Musikrichtung: folk rock bis rock, wenn sie ihre Musikrichtung auch selber als "volcanic rock" bezeichnen. Aus Konstanz. Einige songs der etwa 8, die sie in der 3/4 h gespielt haben, waren sehr folk-rockig, das Akkordeon ist Schuld ;-). Hat mich sehr stark an Levellers erinnert oder an Oil on Canvas, sehr schön, hat wirklich Spaß gemacht. Mindestens gehört hab ich Point of no return, Nothing is forgotten, Neverland, Chaos kings, Memorial Day, A small step away, Nothing is forgotten (die letzten beiden nur vielleicht), sowie ein neues, irgendwas mit einer Möve, auch sehr schön. Könnte mir gut vorstellen, mir die Band auch mal solo anzuschauen, wenn sie sich denn mal ins Ruhrgebiet verirren - also: bitte einplanen ;-). Die songs ohne Akkordeon waren rockiger, aber auch sehr eingängig. Die Bühnenshow sah so aus, als könnte sie noch etwas mehr Routine vertragen, aber, hey, egal, die Stimmung war klasse, und die Songs echt passend für den Abend, haben mir gut gefallen die Herren mit Dame. Und der Ignorant, der hinten stand und immer "we want Army" geschriehen hat, hätte den fünfen ruhig mal eine Chance geben und vor die Tür gehen können! ;-).

Dann aber nun doch Army. Ich stand hinter dem Licht- und Mischpult und hatte so die Chance, mir ganz entspannt die Setlist abschreiben - und sie am Ende auch noch mit nach Hause nehmen zu können (herzlichen Dank nochmal dafür). Sehr schön. Start unserer Helden also um 22:20 h mit - genau - States Radio - scheinbar beleuchtet in blue und white ;-). Gefolgt von GMO. Darüber musste ich erstmal nachdenken - vorher. Get me out, natürlich - rot und weiss übrigens. Der Sound war eigentlich ganz ok, aber das Licht leider nicht so, irgendwie war alles ziemlich nebelig, die Sicht auf Justin nicht so klar, sieht man auch an meinen Fotoversuchen. Als nächstes eines meiner Lieblingslieder von der eight: Stranger und noch ein etwas älteres: Whitelight. Danach dann ein Ausflug zur neuen Platte mit - wie erwartet - Mambo Queen, Peace is only (kam mir diesmal schon nicht mehr ganz so lang vor, der Chorus ;-) ), Today is a good day und Disappeared. Justin erzählte dann, dass ihm die Gegend und die Berge ja so gut gefallen würden - Einleitung zu High und im Anschluss One of the chosen. Dann wurde es schunkelig mit Autumn, das die Phase der älteren Songs einleitete - sagen wir mal, der Schwerpunkt lag diesmal eindeutig auf der Thunder and Consolation: White coats, Ballad of Bodmin Pill (!!! We don't play this one very often) und Vagabonds mit dem großartigen neuen Intro und dem enttäuschenden neuen Schluss. Dann gab's noch Wired und 225 und die Jungs wollten verschwinden (gegen 23:35 h). Ging natürlich gar nicht - aber jetzt war die Setlist zuende, ich musste also aufpassen ;-). Das erste Zugabenstück war Into the wind und danach gab's noch War. Erstaunlich, Get me out _und_ War in einem Konzert, sonst gab's immer entweder oder. Und dann waren sie weg, das Licht ging an und man versuchte Musik zu spielen - und diese gegen das Klatschen auch immer lauter zu drehen. Gar nicht gut. Der Soundmann antwortete auf die Frage, ob es das nun wirklich gewesen sei: "you never know". Ließ uns hoffen und weiter klatschen. Und es hat sich gelohnt, es gab noch 51st State und Wonderful way to go und um 23:58 h war dann endgültig Schluss - ganz ohne Green and Gey, aber ansonsten sehr genial. Die setlist ähnlich derjenigen in Münster und Köln, aber doch etwas variiert und Ballad of Bodmin Pill war natürlich der Hammer!

(c) bat 02/10

PS: An alle Ex-Another-Tale-Fans: hört euch auf der Point of no return-CD von Esha Ness mal Planet on fire an, erinnert euch der Anfang nicht an was?

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New Model Army
20. + 21.12.2010, Köln, E-Werk, 30-jähriges Bühnenjubiläum

Und wieder haben die Jungs von New Model Army ein Bühnenjubiläum zu feiern, 30 Jahre, wow. Auch diesmal als Doppelkonzert angelegt, wie schon das 20-jährige, dieses Mal aber im E-Werk, zum Glück! Dass ich das nochmal sage, ist schon erstaunlich, aber das E-Werk ist immer noch besser als das Palladium. Der erste Abend war ausverkauft, beim zweiten Abend fehlten daran ca. 50 Karten - mir kam's erstaunlicherweise am zweiten Abend voller vor, liegt halt immer daran wo man grade so steht.

Army feierte Geburtstag und alle waren sie wieder da, Leute die man seit mindestens wenn nicht noch länger auf diesen Konzerten trifft, wie eine große Familienzusammenkunft. Aber auch jüngere Leute und natürlich Leute, die irgendwann spätestens nach der Impurity aufgehört haben, Army zu hören, die aber trotzdem Spaß hatten und auch die Songs danach mitgefeiert haben, sehr sehr großartig. Beide Abende vergingen wie im Flug, es machte Klick und schwupps ist man mittendrin und das Konzert, kaum angenfangen, ist gefühlt schon wieder vorbei. Beim ersten Abend kam der Klick bei mir allerdings irgendwie eher als beim zweiten, lag vielleicht daran, dass ich gemütlich in der geschätzten Reihe 6 mitten vor Justin stand und kurz vor Ende des Akustischen ersten Sets irgendein Spinner der Meinung war: jetzt ist Schubszeit! Schade eigentlich, hatte gedacht, das hat Zeit bis nach der Pause und ich kann mich noch schön irgendwohin verkrümeln, wo ich selber entscheiden kann, wann ich hospe oder tanze... naja, selber schuld, was stell ich mich auch mitten in den Schubskreis ;-).

Und schon bin ich mittendrin, dabei wollte ich doch chronologisch vorgehen. Also nochmal. Der erste Abend begann sehr großartig um 20:30 h mit dem Acoustic-Set. Heißt: Justin betrat die Bühne mit einer acoustic-Gitarre und spielte Better than them.

Danach bekam er Verstärkung durch Dean, der immerhin auch schon dabei war, als es das 20-jährige zu feiern gab, kann man sich gar nicht vorstellen. Sie spielten Turn away, Dawn, Higher Wall und wurden dann ergänzt vom Rest der Band: Nelson, Michael und Marshal, der vor 10 Jahren noch nicht dabei war. Wie sagte Justin am zweiten Abend: er war noch nicht mal geboren, als wir angefangen haben ;-). Songs: Drummy B, Space, Fate, Courage (!), Bluebeat. Sehr genial. Ich bin ziemlich sicher, dass ich Courage überhaupt noch nie live gehört habe, falls doch, ist es jedenfalls sehr, sehr lange her! Wow. Gilt auch für Bluebeat, allerdings ist das auch noch nicht so alt ;-).

Um 21:05 h gab es dann die wohlverdiente Pause und ich suchte mir einen Platz etwas weiter links von der Bühne, wo ich nicht in Schubskreisreichweite war, aber trotzdem mit Justin im Blickfeld ;-). Undenkbar im Palladium.

Um 21:30 h ging es dann weiter mit dem Hauptset, diesmal - schon als Info vorab, leider ohne special guests, obwohl sich Vagabonds sicher mit Ed und seiner Geige gut gemacht hätte - ich hab ja nichts gegen den neuen Anfang, im Gegenteil, aber ich muss auch diesmal wieder sagen: Marshal, beherrsch Dich und verhunz nicht immer so das Ende dieses sooooo schönen Liedes. Ups, schon wieder Tag zwei, also ganz schnell vergessen. Das Mainset startete nämlich nicht mit Vagabonds, sondern mit Over the wire. Es blieb temporeich mit Vengeance und White Lights und der Klick kam, wenn nicht schon beim ersten song, so doch spätestens beim nächsten: Drag it down. Die Jungs auf der Bühne strahlten, alle Leute um mich rum strahlten, und die Jungs, bei denen ich stand, hatten so viel Spaß, dass ssie sich dauernd gegenseitig um den Hals fielen, sehr schön, auch sehr emotional, aber noch lieber hätte ich Justin und Marshal und Nelson und Dean und Michael gesehen also diesen freudig grinsenden Typen, der immer einem anderen seiner Kumpels um den Hals fiel und sich freute, dass er morgen ja auch noch mal da sei... seufz ;-). War aber schön. Gut, weiter mit WW2G und Justins typischer Geschichte vom Börsencrash und seinen Folgen - good luck to all of you.. Today is a good day. Dann liberal education und Flying through the smoke, beides sehr geniale songs, aber das sag ich glaub ich an diesem Abend von jedem Song. No sense war der nächste und natürlich 51st state, wieder im Reggae-Einlage und einer Weile nur instrumentaler Begleitung während wir die zweite Strophe singen durften. Danach ein spontaner Hopser zur neuen CD mit Mambo Queen of the Sandstone City und einem meiner Highlights von der Eight: Orange Tree roads. Dann einen Ausflug auf die High mit dem Titelsong und zeitlich wieder zurück zu White Coats. Als Schlusspunkt des Hauptsets: Green and Grey! Sehr sehr schön, aber auch als Solo-Konzert angelegt: sprich, die die nur heute da sind, bekommen 51st state und Green and Grey geboten, also nichts zu meckern. Die anderen berühmten von der Thunder and Consolation sowie die beiden "immer-dabei" Songs War und Get me out haben sie sich für die "nur-Sontags-Kommer" aufgespart - und wir,die wir an beiden Tagen da waren, waren natürlich auch zufrieden, denn we had it all! ;-).

Ende jedenfalls um 22:40 h.

Natürlich gab es Zugaben. Justin bat darum, die Halle dunkel zu machen, richtig dunkel. Und dann kam These words, wow, Gänsehautfeeling. Danach Brother und 225. Großer Applaus, dann aber: Licht an, Hintergrundmusik an. Hallo!?! 30-jähriges Bühnenjubiläum? Weihnachtskonzert inklusive? Genau! Justin jammerte zwar ein bisschen über seine Stimme und dass er ja nun auch nicht jünger würde, aber egal! Hey, man wird nur einmal dreißig! ;-) Also noch zwei Zugaben: Poison Street und Betcha!! Genial!!! Schluss nun aber leider wirklich um 23:10 h - aber hey, wir haben noch einen Tag! Hurra. Bis morgen also.

Und schon ist morgen. Start diesmal eine Stunde eher um 19:35 h. Start diesmal Justin mit Dean - hab ich erwähnt, dass Justin irgendeine alte nette Lederjacke rausgekramt hat? Lederjacke, lange Haare, als sei keine Zeit vergangen ;-).

Lieder, stimmt. Heroes, Snelsmore Wood, Ballad of Bodmin Pill super Start! Justin machte dann einen Song alleine weiter, bedrohliches Licht, keine weiteren Instrumente, nur das rhythmische Klatschen des Publikums, bedrohliches rotes Licht und Another imperial day (diesmal wirklich wow - eigentlich fand ich den song immer ungeeignet für große Hallen, aber diesmal, Gänsehaut! Aber ich stand ja auch direkt vor ihm in Reihe 5oder 6. Sehr, sehr eindrucksvoll. Danach dann kam der Rest der Jungs. Sehr schön ging's weiter mit You weren't there, Lovesongs, The Attack, Modern Times (ja!) und Ocean Rising. Leider hat der Schubskollege - siehe oben, schon bei The Attack angefangen, rumzuschubsen, so dass ich aus meiner schönen versunkenen Stimmung und meiner noch schöneren Position recht nah und zentral vor der Bühne - hurra ich hab was gesehen - verscheucht wurde. Leichte Unterbrechung des Rauschgefühls. Schade eigentlich.

Aber das Set hat mir trotzdem sehr, sehr gut gefallen. Dauerte bis 20:15 h. Ich verzog mich in der Pause dann gefühlt nach weiter links - so wie gestern - raus aus dem Schubskreis - hat diesmal aber leider nicht geklappt. Daher auch mein Gefühl, dass es entweder voller oder agressiver war als gestern, keine Ahnung. Vielleicht stand ich auch einfach nur blöd. Bin jedenfalls im laufenden Hauptset - wieder tschö berauschtes Gefühl - nochmal umgezogen irgendwo hin nach hinten. Gesehen hab ich Justin und Co. dann nur noch manchmal, dafür hatte ich Platz zu tanzen und eine sehr sangesfreudige Truppe um mich rum, die alle alten Lieder bis mindestens zur Impurity sehr, sehr schön mitsingen konnte. Hat Spaß gemacht und schließlich hatte ich die Jungs auf der Bühne heute schon gesehen - und ich bin zuversichtlich, dass Micha und Frank auch wieder schöne Fotos gemacht haben, die über die Pause bis zum nächsten Konzert hinwegtrösten werden ;-). Also, ich sollte wieder zum Thema kommen, New-Model-Army-Songs. Start Mainset um 20:40 h mit Island, danach Christian Militia - hier war der Punkt des Umzugs erreicht, Long goodbye, der nächste Song, war damit quasi mein Reisesong in die hinteren Gefilde der Halle. Ich hatte übrigens am Tag zuvor erwogen nach oben zu gehen - was wir gestern für den ersten Song des Hauptsets auch ausprobiert haben - ging gar nicht, bei Army gehöre ich mitten ins Gewühl, wenn auch nicht ins Geschubse - so irgendwo von oben auf die Massen gucken geht hier gar nicht. ;-).

Bei Falling war ich dann auf meinem neuen Platz angekommen - und wartete auf den Kick. Bei Falling kam er nicht - zu viel Marshal-Gedresche. Bei One of the chosen ging es schon besser, bei Carlisle Road war ich wieder raus - Marshal-haut-die-Gitarre eben. Aber dann kam The Hunt und alles war gut, das beglückte Grinsen war wieder da. Red Earth war einer der seltenen Ausflüge auf die Carnival - ich mag Trommeln ;-.).Tja und dann kam was am Vortag fehlte: Get me out, gefolgt von Vagabonds - geiler Anfang, blödes Ende, diesmal aber übergehend in Knife, wow! Dann entschuldigte Justin sich, dass er heute kein Deutsch sprechen würde -war wirklich eher dünn - und sagte, das nächste Stück sei eine "Hymn". Ob er damit das shalala entschuldigen wollte? ;-) Keine Ahnung, ich finde den Song klasse ! ;-).Also: Autumn. Danach der nächste Knaller, der nie fehlt, aber gestern gefehlt hatte: War. Und zum Schluss des Hauptsets um 21:50 h: Purity. Army verschwanden und das wünsch-dir-was ging schonmal los und weiter, als sie wieder da waren. War echt witzig. Irgendjemand schrie einen Song, und irgendjemand anders schrie zurück: "war gestern schon!!" ;-).

Und da es songs nicht doppelt gibt, kam jetzt akustisch und echt großartig Marakesh, die Halle ganz dunkel, und alle ganz versunken beim Mitsingen, wow! Danach Wired und das unvermeidliche Stupid Questions. Irgendwann fing jemand vorne an, happy birthday zu singen und die komplette Halle brachte den Jungs ein Geburtstagsständchen! Schön! Gab's zum 20-jährigen auch schon. Was mich aber irritiert hat und was es zum 20-jährigen noch nicht gab, war diese gelbe Aufblas-E-Gitarre, mit der ein Typ vor mit im Publikum rumwedelte... The times they are a-changing? ;-) Oder nur ein Tribut an Marshal? ;-)

Licht an, Musik an, so lange gebrüllt, bis alles wieder abgestellt wurde und die Jungs noch ein letztes I love the world in die fröhlich grinsende Menge trugen, bevor sie um 22:15 h endgültig verschwanden.

Schön war's. Die Leute konnten sich auch noch nicht so recht trennen und selbst die sonst so rabiaten und wenig feinfühligen Kölner Konzerthallenbetreiber hatten ein Einsehen und verkauften noch ein bisschen weiter Getränke und ließen uns noch ein bisschen länger quatschen - naja, sie hatten ja auch was davon ;-). Ich bin sooo traurig, dass ich es nicht noch nach Berlin schaffe, aber ich wünsche allen, denen es da anders geht als mir ganz ganz viel Spaß und singt bei Marakesh und The Hunt bitte besonders laut für mich mit - ach, bei den anderen Songs auch, außer vielleicht bei Carlisle Road und Falling ;-).

Fazit: nichts Außergewöhnliches oder total Unerwartetes, obwohl für mich ein oder zwei Songs dabei waren, die ich wirklich schon ganz lange oder noch gar nicht live gehört habe. Und natürlich ein wie immer geniales, gelungenes Konzert mit tollen Songs und dem Gefühl, dass es immer so weitergehen könnte - diese Sache, die die Lakaien letztlich vorgeschlagen haben mit dem Abo-Konzert jeden 3.Sonntag im Monat oder so könnte ich mir hier wirklich sehr gut vorstellen ;-).

(c) bat 11/10

richtig schöne Bilder gibt's bei

www.sparklingphotos.de und

www.musikinstinkt de.

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New Model Army, 30.04.2011, Dortmund, Rock in den Ruinen

New Model Army haben beschlossen, es dieses Jahr konzerttechnisch etwas ruhiger angehen zu lassen. Nicht gut. Das ganze Jahr auf Weihnachten zu warten, ist definitiv zu lang. Also muss man alles nutzen, was irgend geht, auch den Auftritt auf einem Festival, das musiktechnisch so gar nicht zu NMA passt, aber gut. Früher umsonst und draußen an der Hohensyburg, ist das Rock-in-den-Ruinen-Festival umgezogen auf das alte Phoenix-Gelände und findet nun im Brachland vor der Kulisse des alten Hochofens statt. Neben Army spielten dort ansonsten eher Hardrock/Metal-Bands wie Clawfinger oder Wolf, nicht mens, das Festival war aber trotzdem ganz gut besucht - obwohl Dortmund doch heute die Meisterschaft klargemacht hat! ;-))).

Dass die Musikstile nicht so wirklich kompatibel waren, hat man glaub ich auch beim Publikum gemerkt. Die Army-Fans waren entweder noch vor dem Festval-Gelände oder irgendwo weitab von der Bühne an den diversen Ess-/Trinkständen unterwegs und strömten erst zu Beginn des Auftritts von Justin und Co. zur Bühne - während viele derjenigen, die die anderen Bands gehört hatten, sich vor Start von NMA aus dem Staub machten.

Festival-Auftritte finde ich immer nicht ganz so gut wie Einzelkonzerte, die Auftritte sind meist einfach zu kurz und der Sound ist auch nicht immer wirklich gut. Bei der Länge kann ich diesmal nicht wirklich meckern, war ok, immerhin 18 Songs. Auch die Setlist war ok, keine wirklichen Überraschungen, aber solide durcheinandergewirbelt. Wie vermutet, hätte man beim Sound aber durchaus noch Potenzial nach oben gehabt.. ;-).

Egal, Justin und Co starteten vor der nicht wirklich angestrahlten Kulisse des Hochofens mit Get me out. Weiter mit 51st state und Wonderful way to go. Danach Ausflug auf die aktuelle Platte mit Mambo Queen. Weiter mit No mirror, no shadow und Whitelight. Dann kam endlich die Glocke zum Einsatz, die uns schon vor Konzertstart auf der Bühne aufgefallen war: Today is a good day von der gleichnamigen aktuellen CD. Danach High, States Radio, War, Green and Grey, Ocean Rising, Vagabonds, No Rest, Wired und I love the world. Leider nur eine Zugabe, nämlich 225. Vielleicht gibt's Auflagen, nicht allzu spät aufzuhören, keine Ahnung. Dass die Jungs nur eine Zugabe geben, ist doch eher ungewöhnlich.

Im Großen und Ganzen ok, war nett, sie dieses Jahr überhaupt zu sehen - und natürlich auch die Fans, die man immer so trifft auf diesen Konzerten. Außerdem ist der BVB Meister und das Wetter war auch gut, was will man mehr? ;-)

Bis Weihnachten!

(c) bat 05/2011

Die schönen Bilder gibt's wieder bei Frank und seinem Musikinstinkt.

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New Model Army, 17.12.2011, Köln, Palladium

Nach den kleinen netten Konzerten mit Justin und Dean war diese riesige Halle richtig ungewohnt - und dass es stundenlang gedauert hat, bis die Jungs endlich angefangen haben auch! Start um 19:00 h mit Face tomorrow, 5 Jungs aus den Niederlanden, 2 x Gitarre, 1x Bass, 1x Drums, 1x Gesang. Die Stimme des Sängers Jelle hat mir gut gefallen, die Melodien grundsätzlich auch, aber die instrumentelle Ausführung war mir irgendwie nicht klar genug, hörte sich so "breiig" an. Schade, hat mir beim vorherigen Reinhören eigentlich ganz gut gefallen, hatte mehr erwartet. Vielleicht war auch nur der Sound nicht so gut. War nicht schlimm, aber nichts, was ich mir zuhause anhören würde. Haben ca. 40 Minuten gespielt, ca. 8 songs, von denen ich etwa 5 gehört habe, den Rest der Zeit hab ich draußen verquatscht.

Danach gegen 20:00 h Start Scanners aus London mit einer reichlich schwangeren Sängerin Sarah Daly sowie einer Bassistin und zwei Herren an den Drums und der Gitarre. Schöne Melodien, grundsätzlich auch schöne und gewaltige Stimme, aber bei einigen Songs hat sie eher geschrien als gesungen, was mir so gar nicht gefallen hat. Vermutlich hatte ich im Vorfeld genau in 2 solcher Schreilieder reingehört, denn beim Vorab-Hören war ich nicht so begeistert, was sich live zum Glück nicht bewahrheitet hat. Die guten und die weniger guten Songs hielten sich die in etwa die Waage. Habe mir alle 10 Songs angehört, war ok, aber auch nichts, das ich freiwillig als Solo-Konzert anhören würde. Haben ungefähr eine Stunde bis 21:00 h gespielt.

Die Herren der Army starteten trotzdem erst gegen 21:50 h, haben sich zuvor einiges an Pfeifkonzert von ungeduldigen Fans anhören müssen - während des Konzerts erzählte Justin was von fast zu spät und Schnee (in Köln war keiner... in Essen und auf dem Weg dazwischen auch nicht) und von einem Ärmelkanal der aufgrund aktueller politischer Entwicklungen ungeahnt breit geworden sei.. naja, es sei ihnen verziehen, Hauptsache, sie waren überhaupt da!!

Start mit einem Intro, danach Whirlwind, High, Long goodbye. Danach bezog Justin Stellung zur aktuellen Politik und dem Verhalten Großbritanniens zum Rest der EU und meinte, aktuell seien sie wirklich Inselaffen: Island. Danach wurde es alt und älter mit No greater love und Christian Militia. Und danach die Geschichte einer Revolution, allerdings der englischen: Rumour & Rapture, danach See you in Hell. Vor dem nächsten Song erzählte Justin, dass ein Freund aus der ehemaligen DDR zur aktuellen Lage gesagt hat, irgendwie hätte es sich für ihn in den letzten Tagen der DDR auch so angefühlt wie jetzt, jeder habe gewusst, dass das System so nicht weiter funktionieren würde, aber man hätte keine Idee gehabt, was man denn sonst tun soll: Today is a good day. Danach - nicht ganz so toll - Disappeared. Wurde aber wieder entschädigt durch The Attack (!) und gefolgt von Vagabonds. Hmm. Bei Vagabonds freu ich mich zunächst immer, weil das neue Intro von Marshall echt schick ist - obwohl sie diesmal auch die Sängerin von den Scanners mit ihrer Geige hätten engagieren können - aber am Ende könnte ich ihn immer erschießen: wie man ein solch schönes Stück am Ende soooo - ich weiß gar nicht, wie ich das nennen soll - unwürdig beenden und abwürgen kann, wird mir echt ein Rätsel bleiben ;-(((. Dann sollen sie lieber Ballad of Bodmin Pill spielen, das ist ähnlich schön und hat nicht ein so bescheidenes Ende, auch nicht, wenn Marshall es spielt. Nicht falsch verstehen, ich finde, er ist grundsätzlich eine Bereicherung, das passt schon, aber manchmal... ;-).

Danach gab's was zum Schunkeln: Autumn. Ein irgendwie total unpassendes Lied für Army und ich glaube auch erst das zweite mit einem Shalalala, aber auf Konzerten kommt es echt richtig gut an. Ich steh dazu, ich mag's ;-). Damit's aber nicht zu viel Geschunkel wird: War! Danach noch Purity und Wonderful Way To Go. Zigaretten- und Applauspause um ca. 23:30 h. Zugaben: Rivers, White coats (was für die alten Fans ;-)), Get me out und No Rest. Justin hat während No rest irgendwann mal mitsamt Band den Faden verloren und das Spielen eingestellt - weil das Publikum sich so in einen Rausch geklatscht hat, dass es überhaupt und gar nicht mehr im Takt war, was er auch prompt genauso kommentierte: you are a fantastic audience - but you cannot clap in time ;-)). Also alles auf Anfang, neuer Versuch, weiter mit dem Lied und dann ging es plötzlich.

Und dann ging einfach das Licht an! Ging gar nicht. Erst zu spät kommen und dann nach einer Zugabe Schluss machen wollen! Tz! Und da wir so schon und begeisterungsfähig waren, sind sie trotz Licht und Musik nochmal wieder gekommen: "wir haben was vergessen." Genau: Green & Grey, das Gänsehautlied mit dem diesmal wirklich sehr, sehr tollen Publikumsgesang. Hat mir wirklich gut gefallen und das, obwohl ich nicht sooo viel gesehen habe - aber ich war ja auch erst im November direkt vor der Bühne bei den Solo-Konzerten und konnte mich grob erinnern ..

Das einzige, das man verbessern könnte, wäre die Lautstärke des Mikros von Nelson: besser etwas leiser drehen, singen ist einfach nicht seine größte Begabung ;-))). Leider war nach Green and Grey um 23:50 h aber endgültig Schluss, da konnten wir noch so laut versuchen gegen die Musik anzuklatschen...;-(.

Sehr, sehr geniales Publikum in diesem Jahr, total begeisterungsfähig. Nett ist es immer, aber dies mal war's mehr und das Publikum macht eine Menge aus, auch im Hinblick auf die Laune der Band und die war dieses Jahr definitiv sehr gut! Und vom Alter her waren die Leute echt gemischt: vor mit stand kurzfristig - bevor es mitsamt Vater in der hopsenden Menge vor der Bühne verschwand - ein etwa 12-jähriger Junge aus den Niederlanden, der total hibbelig immer wieder auf die Uhr gestarrt hat und dessen Vater uns verriet: "ist sein erstes Mal!" Überhaupt waren einige Kids von langjährigen Fans dabei, schon schön. Nach dem Konzert an der Bar hat auch jemand vollkommen hingerissen irgendjemand anderem, den er eigentlich gar nicht kannte, erzählt, dass er die Jungs das erste Mal 2006 gesehen hätte und seitdem hin und weg sei (hat man gemerkt ;-) ) während der, dem er das erzählt hat, vorher sagte: ja, sie begleiten mich schon 20 Jahre und sie sind immer noch total genial... ;.-)). Genau. Passte gut zu Justins Abschiedswunsch an uns, dass wir schöne Tage im Kreise unserer Familien verbringen mögen und wenn es keine Familie gibt, dass diese Fangemeinde das dann hoffentlich wenigstens ein bisschen ersetzen könne - und irgendwie ist das nach so einem Konzert wohl auch so: jeder grinst jeden selig an und erzählt, wie toll es doch war, ob man sich nun kennt oder nicht.... passiert zu jeder Jahreszeit, ist zu Weihnachten aber ganz besonders schön.

Das set war auch nicht schlecht, muss ich sagen, eher ungewöhnlich auf jeden Fall mit see you in hell, rumour and rapture und The attack, nicht gerade typisch für ein Weihnachtskonzert, wo es ja doch meist die eher bekannten Stücken zu hören gibt. Doch, ich bin sehr zufrieden, jetzt kann Weihnachten kommen.

Fotos gibt's diesmal keine, ich war einfach zu weit weg bzw. die Leute vor mir waren zu groß - also mal auf sparklingfotos oder musikinstikt schauen, obwohl ich von meinen beiden Lieblingsfotografen nichts gesehen habe.

Schöne Weihnachten, guten Rutsch und vielleicht bis zu dem einen oder anderen Jes 'n' Dean-Konzert im Februar.

(c) bat 12/2011

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New Model Army, 15.12.2012, Köln, Palladium

Herzlich Willkommen zum alljährlichen Bericht über das New-Model-Army-Singalong kurz vor Weihnachten im Palladium zu Köln. Auch diesmal wieder mit Gästen, ob illuster oder einfach nur da, überlass ich euch ;-). Den Anfang machten jedenfalls "Ausgerechnet wir", drei Herren mit Gitarre, Geige und Keys oder wahlweise Drums und englischen Songs. Ich hab leider nur drei Songs gehört, hat mir aber ganz gut gefallen. Wirklich was rauszufinden ist im Netz allerdings noch nicht, also Jungs: mehr Reklame machen!

Danach Slime. Punk, Texte plakativ und platt - sofern ich überhaupt was verstanden hab, nicht meins.

Dann endlich New Model Army, wieder mit Besetzungsänderung, nachdem Nelson nach 22 (!) Jahren seinen Rückzug als Bassist bekannt gegeben hat und das letzte Jahr (neben diversen anderen Missgeschicken wie Feuer und Diebstahl von Instrumenten) mit castings verbracht wurde: Ceri Monger aus Essex. Seinen Heavy-Metal-Hintergrund kann der Man mit dem braunen Bart und der pinken Mähne nicht verbergen, habe selten jemanden bei Army auf der Bühne so schön gekonnt sein Haar schütteln sehen ;-). Nun aber zum Ungewöhnlichsten des Abends: die Setlist. Es war anders, es war wow, es war voll, die Stimmung war einfach Wahnsinn und ich habe grade nochmal meine seit 1998 dokumentierte Konzerthistorie nachgeschaut (vorsichtshalber auch die von Justin und Red Sky Coven) ich habe definitiv noch NIE live Spirit of the Falklands, Frightened, Brave new world oder auch 1984 gehört (evtl. die letzteren drei in den nicht dokumentierten Konzerten zwischen 1989 und 1998, aber Spirit of the Falklands glaub ich tatsächlich noch nie!). Wow!!! Dafür gab es auch nur ganz, ganz wenige Konzerte, auf denen sie nicht wenigstens als Zugabe Here Comes the War gespielt haben. Wirklich ungewöhnlich!! Sehr, sehr geil ;-)))).

Ok, das Ganze begann mit einem Intro - ohne die Herren auf der Bühne - um 21:50 h. Erster song: Frightened, sofort ein Knaller-Eröffner, der natürlich alle direkt vom Hocker riss. Und so blieb die Stimmung dann auch, insbesondere, weil es direkt mit The Charge weiterging und mit Brave new World!! Danach waren alle glaub ich total aus dem Häuschen. Weiter mit 51st state, natürlich herrliches Mitsingen - dieses Mal erstaunlicher weise ganz normal, ohne raggae-Einlage. Danach meinte Justin: something old, something new und spielte entsprechend einen neuen Song (die New-Model-Army Fangemeinde auf Facebook hat sich jetzt darauf geeinigt, dass er wohl "March in September" heißt. Ob er mit gefällt, weiß ich noch nicht, hat mich jedenfalls nicht sofort aus den Socken gehauen, war aber auch nicht wirklich schlimm ;-). Hat jedenfalls den Rausch, in den wir uns eigentlich direkt nach spätestens dem dritten Lied befunden haben, nicht weiter unterbrochen, heißt ja auch schonmal was. Tja, jetzt war dann wohl auch die Gelegenheit für Justin zu beichten, dass das mit der neuen Platte, die sie eigentlich im Gepäck haben wollte, aufgrund der widrigen Umstände des letzten Jahres nicht so recht geklappt hat. Sie planen März, aber man weiß ja nie. Im nächsten Winter (Konzertdatum ist übrigens der 21.12.2013 ;-) ) planen sie auf jeden Fall fertig zu sein, ich bin gespannt. Weiter ging es mit Flying through the smoke und einem der wenigen, die es von der letzten Platte in diese setlist geschafft haben: States Radio. Danach das einzige von der Carnival: Red Earth. Und danach das nächste Highlight: Spirit of the Falklands. Justin erzählte vorher, dass sie wieder mal abwechselnd songs of war and redemption spielen würden und dieses sei eben das nächste Lied über den Krieg von vor sehr, sehr, sehr langer Zeit. Danach das zweite der aktuellen Platte: Today is a good day. Dann wurde das Licht grün und mitten im Konzert das wohl schönste Army-Lied mit dem schönsten Chor aller Zeiten: Green and Grey! Wahnsinn!! Sie dürfen alles weglassen und immer wird an der setlist irgendwas nicht passen, aber dieses Lied darf auf gar keinen Fall fehlen, sonst ist kein Weihnachten (ist aber jahreszeitunabhängig, das muss einfach sein!!). Weiter dann mit dem 4. der selten live gespielten Songs: 1984, auch großartig! Zwischendrin sollte ich übrigens noch was sagen über die sanglichen Qualitäten des neuen Bassisten (Bass spielen kann er, ohne Frage, aber singen ist ja so eine Sache mit den Bassisten bei der Army...): das Gesangsmikro war ein bisschen laut eingestellt, ich hatte aber tatsächlich den Eindruck, dass es sein kann, dass er singen kann - zu mehr wage ich mich noch nicht hinreißen lassen, da muss erst noch das eine oder andere Konzert kommen, bevor ich mich hier festlegen kann. Weiter mit dem genialen The Hunt und dem nicht weniger genialen No rest. Im Anschluss das einzige Lied, das es diesmal von der High ins Set geschafft hat - High - und zum Abschluss 225. Zum Abschluss.. erschreckenderweise. 23.05 h. Erstes Zugabenset: Fate, Stupid questions und Wonderful way to go - bis 23:20 h. Zweites Zugabenset: Get me out, Purity und I love the world. Dann wirklich Ende um 23:40 h. 1:50 h, ganz ordentlich. Und dieses Wahnsinns-Set!! Wenn sie jetzt noch I love the world oder auch stupid questions gegen Vagabonds getauscht hätten (oder meinetwegen auch Ballad of Bodmin Pill), dann hätte ich gar nichts zu meckern gehabt ;-)).

Wirklich sehr, sehr, sehr schön. Und wenn ich morgen nicht schon verplant wäre, würde ich jetzt spontan überlegen, doch noch nach Amsterdam zu fahren. Ich wünsche allen viel Spaß in Amsterdam und Nottingham - Neid!!! - Und natürlich schöne Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2013 - bis spätestens zum 21.12. ;-).

Wie versprochen hier einige Bilder, Dank an Ute G.:

Justin Sullivan, Gesang, Gitarre
Marshall Gill, Gitarre Dean White - Keyboards, Gitarre Justin Sullivan, Gesang, Gitarre
Michael Dean, Drums Ceri Monger, Bass Justin Sullivan, Gesang, Gitarre

Hier nochmal die Setlist:

Start: 21:50 h

Frightened!
The Charge
Brave new world!
51st state ohne raggae-Einlage
neu: March in September (sagt das allwissende Netz)
Flying through the smoke
States Radio
Red Earth
Spirit of the Falklands !!!!!
Today is a good day
Green and grey (jetzt?!?)
1984!!!
The Hunt
No rest
High
225
23:05 h - Ende Hauptset

Fate
Stupid questions
wonderful way to go

23:20 h - Ende erstes Zugabenset

Get me out
Purity
I love the world

Ende um 23:40 h.

(c) bat 12/12

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New Model Army, 26.04.2013, Dortmund, FZW

Irgendwie war es ungewöhnlich; ja, es waren die gleichen Leute da wie immer und es war wie immer wie ein großes Klassentreffen, aber: draußen war es hell.. ;-). New Model Army im FZW in Dortmund, ausverkauft. Start des Konzerts dann gegen 20:15 h mit einer Dortmunder Band, Travels & Trunks. Haben mir richtig gut gefallen, ein bisschen was von Dave Hause, ein bisschen was von Gaslight Anthem und ganz viel eigenes - denn eigentlich wollen sie natürlich nicht in Schubladen gesteckt werden. Die vier Jungs, Steffen, Julian, Nicolas und Julius (ich hoffe, ich hab den Facebook-Eintrag richtig gedeutet), spielten bis 20:45 h, 8 Songs, davon mindestens die beiden, die auch auf der Demo-CD sind, die sie im Juni aufgenommen und hier verkauft haben und die sich auch auf ihrer Internetseite finden, nämlich We stay afloat und Last one of a kind. Vor dem dritten Lied erzählte der Sänger, dass er dem FZW für die Chance dankt, hier auftreten zu dürfen und natürlich Army, die sich extra eine lokale Vorband gewünscht haben. Er erzählte, dass es viele andere gute Dortmunder Bands gibt, die dringend eine Chance brauchen, u.a. widme er dieses Lied seinem Kumpel Frederik Kopmann, der nicht da sein konnte, weil er zeitgleich in Essen einen Auftritt hatte. Also, Reklame hiermit weiter gegeben. Zwischenruf aus dem Publikum: "Sei nicht so nervös!" Antwort: "geht schon." ;-). Sie waren ein bisschen nervös, aber die Songs waren trotzdem echt gut. Besagtes Lied drei sang sogar irgendwas mit radio, was mich erst auf die Idee der Parallel mit Gaslight Anthem gebracht hat. Lied vier war irgendwas mit "come take my hand" und "set my soul on fire". Lied Nr. 5 war langsamer, mit akustischer Gitarre und bat um Diskretion: "don't you tell all the girls", hat mir wirklich gut gefallen. Nr. 6 bat um Zeit: "just takes some time", Nr. 7, "Queen of dust and..." hat mir im Vergleich nicht ganz so gut gefallen und Nr. 8 war dann eines der besagten Songs vom Demo-Album: Very last one of a kind, war ein klasse Abschluss. Leider keine Zugabe, Applaus haben sie aber dennoch bekommen. Ich hoffe, dass sich ein neuer Gitarrist und ein neuer Drummer finden werden (denn zwei der Jungs verlassen scheinbar die Band) und sie ihre Karriere fortsetzen können. Wäre schade, wenn nicht! Die Setlist wird natürlich sehr gerne entgegen genommen!

Bild von Travels & Trunks in action

Justin, Michael, Dean, Marshall und Ceri starteten um 21:15 h mit einem Intro und einem neuen Song. Die Setlist, die Balduin netterweise gepostet hat, sagt, dass es Horsemen heißt, gemerkt hab ich mir "on the far horizon", viele Trommeln und ein nicht zu verachtender Männerchor. Hat mir spontan gefallen, mich ein bisschen an red earth erinnert, das wir später noch zu hören bekommen haben. Die Setlist zu Beginn eher... ungewöhnlich mit eher neueren oder doch mindestens seltener gesungenen Stücken: Rumour and Rapture, gefolgt von March in September, vermutlich ebenfalls eines der Stücke des neuen Albums, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Geplant eigentlich schon für letzten Herbst, ist es jetzt immerhin abgemischt und hoffentlich bald startklar für den Verkauf. Der Brand im Studio und der Diebstahl ihrer Instrumente hat das Ganze ein wenig zurück geworfen. Die  Hoffnung, dass sie die Platte bereits jetzt dabei haben würden, hat sich leider nicht erfüllt. Ich hoffe wirklich, dass wir nicht bis Weihnachten darauf warten müssen!

NMA im strahlenden Scheinwerferlicht Justin mit akustischer Gitarre

Weiter mit Space, Red earth und States Radio, letzteres wurde erstaunlich laut bejubelt, das Publikum war aber auch sehr gemischt, d.h. es kann durchaus sein, dass für viele im Publikum die Today is a good day die erste NMA-Platte überhaupt ist. Justin (der übrigens beim Friseur war und die Haare zwar immer noch lang, aber nicht mehr so zottelig trägt - sorry, Mädchenalarm ;-) ) kommentierte dann den Tod von Ms Thatcher: "für die jüngeren unter euch, die den Film mit Merryl Streep gesehen haben: bullshit, so war es definitiv nicht". Ihr Tod - an Justins Geburtstag, wie er erzählte ("manchmal gehen Wünsche in Erfüllung") - habe die eine oder andere Erinnerung wieder hochgebracht und damit auch die Songs, die sie damals geschrieben haben. Es folgte - sehr bejubelt, diesmal vermutlich von der älteren Hälfte des Publikums - Spirit of the Falklands, wie auch schon letzten Dezember in Köln. Sehr intensiv. Danach, wenn man schonmal beim Thema ist, Today is a good day und See you in hell. Im Anschluss eines, das ich live viel großartiger finde als auf der CD: Ocean Rising, einfach genial. Danach ein weiteres Lied aus der Thatcher-Ära: 1984 und im Anschluss White Coats. Justin fragte danach, ob wir etwa was Bekanntes zum Mitsingen haben wollte, was natürlich bejaht wurde. Also starteten sie mit Purity, hörten mit dem Singen nach der zweiten Zeile auf, in der Erwartung, dass das Publikum weiter singen würde. Fans der Impurity waren aber scheinbar wenige vertreten, wurde daher mal so gar nix. Justins Kommentar dazu war nur, dass songs, die nach Meinung der Band bekannt seien, wohl nicht gleichbedeutend seien mit dem, was das Publikum so kennt. Naja, es wurde neu gestartet, diesmal haben sie komplett gesungen, der Chor beim Chorus war dann aber trotzdem eindrucksvoll - vielleicht waren wir auch alle einfach nur überrascht, dass wir ausgerechnet bei diesem Song allein weiter singen sollten ;-). Danach noch Mambo Queen, High und 225 und danach war das Hauptset um 22:30 h schon vorbei.

Weiter ging es mit den Zugaben, Ceri an einer Bongotrommel, Justin mit akustischer Gitarre: Seven times right, was Neues, sehr nett (die Setlist sagt, es heißt einfach Seven Times). Bin wirklich gespannt auf die neue CD, die gem. NMA ja doch irgendwie anders ist als das, was sie zuletzt so gemacht haben. Danach natürlich Get me out mit wildem Getanze in der Mitte vor der Bühne und danach das andächtige Green and Grey - hier wäre alleine Singen kein Problem gewesen - haben sie sich aber nach dem ersten Reinfall woh nicht mehr getraut. Dieses Lied ist einfach der Hammer! Um 22:50 h versuchte der Veranstalter dann, das Licht anzuschalten und die Musik aufzudrehen, aber wir haben einfach weiter geklatscht und Zugabe gerufen, so dass relativ schnell die Herren wieder auf der Bühne waren und es mit einem zweiten Zugabenset weiterging: Stupid Questions und Wonderful way to go! 23:05 h. Nächster Versuch: Drumsticks ins Publikum werfen, Licht anmachen, Musik aufdrehen. Nicht mit uns. Wieder Geklatsche und Gejohle, 5 Minuten lang - und siehe da! Sie kamen nochmal wieder. Justin meinte, es gäbe drei Möglichkeiten für unsere Hartnäckigkeit: wir seien höflich, sie seien so gut oder wir wollten noch einen Hit... dieser song wäre von der neuen Platte, sie wäre etwas anders, in jedem Fall sei dies der zweite Titel... alles wartete gespannt auf... I love the world.. Naja. Danach, um 23:15 h war aber wirklich Schluss und sie haben alles in allem 2 h gespielt, genial!

Die Karte für Weihnachten hängt schon am Kühlschrank, vielleicht ergibt sich zwischendrin ja nochmal was, ansonsten sehen wir uns bestimmt wieder in Köln.

(c) 04/13 bat

PS: viele Grüße an Frank T., war schön, Dich nach so langer Zeit mal wieder getroffen zu haben!

PPS: Schönere Bilder von Travels & Trunks und natürlich von NMA gibt es bald auf www.musikinstinkt.de

Dank an Balduin B. für die Erlaubnis, die Setlist posten zu dürfen:

Setlist main set (geplant) setlist Zugabenset (geplant)

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New Model Army, 01.10.2013, Münster, Jovel

So, das erste Konzert der Between-Dog-And-Wolf-Tour. Aber starten wir mit der Vorband. Aus Köln. Lotus Feed. Goth rock/Dark wave wäre meine Einsortierung, Post-Punk und New Wave sagen sie selber. Gegründet 1995 durch Alexander Landsberg (vocals) und David Sielaff (Drums). Beide sind immer noch dabei, verstärkt um Lars Tellmann (Bass) und Marten Bijkerk (Gitarre). Die songs haben mir direkt gut gefallen, ich mag ja diese Musikrichtung sehr gerne ;-). Hört sich an, als flögen sie aus den 80ern ein, bisschen Cure, bisschen Mission, bisschen Sisters, bisschen Chameleons (second skin als Cover auf der neuen CD!) mit Bauhaus gemischt mit Eigenem. Die Stimme von Alex erinnert mich noch an irgendeine andere Band, ich komm aber grade nicht drauf. Zwei CDs bisher: A different place und so close ... so far. Sie starteten um 20:00 h, haben vielleicht eine halbe bis dreiviertel Stunde gespielt. Leider hab ich ihnen nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit geschenkt (wie das halt so ist auf Army-Konzerten). Ist aber dringend zu ändern, d.h. ich könnte mir durchaus sehr gut vorstellen, sie mir nochmal anzuschauen, gerne mal vielleicht in Bochum in der Matrix oder der Zeche? Wäre nicht so weit ;-). Köln geht aber auch. Setlist kann ich leider nicht sagen, vielleicht finde ich sie ja noch raus. Als Link hab ich mal ihre myspace-Seite genommen, da findet sich noch am meisten Info, ansonsten natürlich auch auf facebook vertreten. Hinter der So close... so far findet ihr einen Link auf ein Interview von Marten (sparklingphotos.de).

Nun aber zu Justin, Dean, Michael, Marshall und Ceri (die letzteren beiden standen bei der Vorband übrigens hinter uns am Merch - sind gar nicht so groß, wie sie auf der Bühne immer aussehen ;-) ). Erster Gig der Tour, hab ich das schon erwähnt?

Vielleicht muss ich anders anfangen. Ich mag die Platte. Sehr. Auch ziemlich direkt nach dem zweiten Hören. Erster Eindruck: trommelig, im positiven Sinne. Songs, von denen ich sicher war, nein, bin, dass sie live gut bis sehr gut funktionieren werden - ein oder zwei zwar vermutlich eher, wenn Justin solo unterwegs ist, aber dennoch, ich war überzeugt von der Live-Qualität. Mit Seven Times, Horsemen oder March in September ja auch durchaus schon getestet. Diesen guten Eindruck hatte ich - zumindest direkt am Anfang keineswegs von der Carnival oder von der High, eher im Gegenteil. Songs von diesen beiden PlatteFoto von Justin Sullivan und Michael Deann sind aber live durchaus ein Gewinn. Und das ist eigentlich Gesetz bei Army. Die Band ist live einfach genial, d.h. immer besser als auf CD. Es gibt Bands, da ist es anders herum oder mal so mal so, bei Army sind die Songs live immer besser. Ich war also gespannt, weil ich wie gesagt, die Platte wirklich mag (der Refrain von Pull the sun hat mich aus irgendeinem Grund stundenlang nicht losgelassen: " I watched you as you tried and tried to pull the sun from out of the sky, the colours all run and the clouds collide, but that was never enough. And me, I have a black place in my heart, my favourite chord, my favourite card, that I draw every time on these occasions"). Tja, und dann kam dieses Konzert. Nicht schlecht, aber definitiv ausbaufähig. Also, was hab ich zu meckern? Ich sollte es aufteilen, zunächst mal allgemein: erstens: der Sound war irgendwie mies, Justin zu leise. Zweitens: Diese Halle ist nicht wirklich ideal, immerhin aber sind die weißen Fliesen weg und sie haben einen anständigen schwarzen Boden, trotzdem. Was sagte Justin? Eine große leere Scheune. Genau, auch wenn die Scheune ein Autohaus war. Drittens: die Setlist war seltsam. Nicht, weil 8 (acht!) Songs der neuen Platte dabei waren, nein, das war ja Ziel der Übung. Aber weil die Zusammenstellung irgendwie nicht funktionierte (langsam folgt schnell, harte Gitarren mit viel Getrommel folgt auf tralalala aus der Impurity-Zeit, irgendwie weiß ich auch nicht, bei mir sprang kein Funke über, der mich vom Beobachter zum Mittendrin-und-voll-dabei machte). Nicht falsch verstehen, ich jammere hier auf hohem Niveau, ich liebe diese Band und jeden einzelnen Gig und fast jeden Song, aber irgendwas fehlte. Sagte Justin aber zwischendurch selber, sinngemäß: "wir versuchen noch herauszufinden, wie wir diese Songs auf die Bühne bringen." Genau das war mein Eindruck. Testlauf. Heißt, es war schon nett, aber die Setlist-Zusammenstellung und die "Präsentation" der Songs kann echt noch besser werden, denn ich hab wirklich feststellen müssen - und das zum allerersten Mal - dass mir die Songs in der Plattenversion besser gefallen haben als live, zumindest zwei oder drei, und zwar genau die zwei oder drei, bei denen ich sicher war, dass sie live einfach geil sein müssten: I need more time, Between dog and wolf und Stormclouds. Sehr seltsam.

So, Einzelkritik, oder wie heißt das beim Fußball noch? ;-)

Start um 21:05 h mit einem Intro, hat sich irgendwie angehört wie ein Lied aus dem wizard of Oz, ich mag mich aber irren ;-). Start dann mit - nein, keinem Song aus dem neuen Album, worauf ich meine Oma verwettet hätte (so to speak), sondern mit Today is a good day. Ok, nichts zu meckern ;-). Genauso wenig mit einem meiner Lieblinge von der Eight: Orange Tree Roads. Dann das bereits erprobte March in September, auch ohne Beanstandungen. Hab ich übrigens erwähnt, dass es nicht mehr nur ein simples New Model Army hinter der Bühne gab, sondern Kunst abgeguckt aus den neuen Sachen von Joolz aus der coverart? War jedenfalls so. Und das Drumset von Michael war natürlich der Platte angemessen auch um gefühlte Meter gewachsen. Eindrucksvoll. Weiter mit Did you make it safe? und Pull the sun, den Refrain mag ich wirklich. In Summe ist die Platte - fällt mir grade bei diesem Stück so ein - irgendwie recht melancholisch und dem Titel angemessen, eine gute Sache für Dämmerlicht und frühe Herbsttage. Bis hierhin immer noch alles gut, wie gesagt, ist ja eher Jammern auf hohem Niveau ;-). Weiter mit The hunt was dann auch die bisher doch eher zögerlich tanzenden Fans vor der Bühne zum wilden Hopsen brachte. Nur, um dann mit Archway Towers wieder abgebremst zu werden um dann wieder hochgepuscht zu werden mit War. Ist das sonst auch so und kam mir nur heute komisch vor? Danach wurde ein bisschen geredet, Justin erzählte, dass jetzt ein Song käme über Marshall's Helden, Evel Knievel und dass auch Marshall damals schon mit 10 mit dem Fahrrad über 18 liegende Kinder gesprungen sei - nein, sagte Marshall (er kann reden! ;-) ), es seien mindestens 22 gewesen, vom Abstand her, aber es wären nur 18 da gewesen - wie auch immer: Knievel. Sehr nettes Lied, eher ruhig, warum also dann direkt nach War? Weiter mit Between dog and Wolf und ich hab keine Ahnung, es ist sooo schön, aber live war das nix. Justins Stimme war zu leise, die Gitarre (noch nicht mal die Drums) viel zu übermächtig, am Ende genau anders herum, Justin mit Gebrülle und alles einfach nur noch laut und Brei. Hier ist glaub ich die Sache mit dem "wir müssen noch schauen, wie wir die Songs auf die Bühne bringen" mehr als angemessen. Die Leute direkt vor der Bühne waren scheinbar auch für Justin nicht zufrieden genug, er forderte laut und ärgerlich "Silence"! Hmmm. Passte aber gar nicht zum nächsten Lied, Stormclouds, von dem ich auch gedacht habe, dass es live sicher ohne Probleme funktioniert, war aber auch nicht so, war irgendwie seltsam, mir am Ende wieder viel zu viel Geschrei und Geschräpe, ebenfalls eines zum Überarbeiten. Danach dann No Rest, was natürlich funktioniert und die Leute wieder hochgepeitscht hat - nur um dann High zu spielen??? Nicht unbedingt eines ihrer stärksten Lieder der neueren Zeiten, aber gut, in anderem Kontext ganz nett, aber nach No Rest? Besser reingepasst hätte da - wegen des Trommelfaktors - fast noch Red Earth, aber das kam irgendwie nicht. Gut. Weiter dann mit Seven Times, was funktioniert und auch gut passte zu Ballad of Bodmin Pill (yes!). Gefolgt vom genialen Get me out. Schluss des Hauptsets um 22:22 h. Erste Zugabe: I need more time. Wieder einer der sehr guten songs der Platte mit einem Chorus, der hängenbleibt ("I need more time, I need more time, I need more time to make good on the promises I made to the world, when the world was moving slower"). Leider hier gar nicht mal so gut. Zum einen evtl. eher ein song für Justin solo (eher Sprechgesang), könnte aber auch in voller Besetzung und großer Bühne klappen, wenn man denn Justin nicht so leise stellen würde und die Jungs am Ende nicht so ein Gebrülle veranstalten würden! ;-). Und dahinter dann Purity? War zwar schön, passte aber nicht, vor allem nicht eingerahmt zwischen I need more time und wonderful way to go..?? Denn WW2G folgte. Ende erstes Zugabenset um 22:40 h. Die Musik war schon fast an, aber wir konnte sie dann doch nochmal überzeugen, zurück zu kommen. Und zwar kam Justin mit der Akustikgitarre unterm Arm und sagte: ok, wenn ihr unbedingt Vagabonds singen wollt, und sagt, dass ihr das könnt, dann singt mal. Haben wir dann auch gemacht "papaapapaapapaapapapapaa" oder so statt der Geige. Beim weiteren Singen hat Justin dann aber schon noch geholfen. Wirklich toll. Bis dann die Band kam und Marshall mit "seiner" Version vom Ende dieses Songs wieder mal alles ruiniert hat - stimmt, zumindest das Ende dieses songs ist für mich rein persönlich eine Ausnahme von der Regel, dass die Songs alle live besser sind als auf Platte (aber nur das Ende seit Marshall, der Anfang seit Marshall ist ein Traum). Danach noch 225. Grundsätzlich schön, natürlich. Aber statt Green and Grey? Eher nicht. Naja, trotzdem bin ich mit 225 sehr zufrieden, denn es hätte ja auch wieder I love the world oder stupid questions werden können und das haben sie mir dann doch erspart. Gewundert hat mich, dass sie Horsemen nicht noch reingenommen haben ins Programm der neuen Songs, aber das haben sie ja auch schon mal erfolgreich getestet und alles geht halt nicht.

Hört sich wirklich schlimmer an als es war, es war natürlich schön und toll und ich bin unendlich traurig, dass ich aller Voraussicht nach erst wieder in Köln dabei sein werde, aber dennoch greife ich das erste Fazit wieder auf: ausbaufähig ;-).

Viel Spaß weiterhin und liebe Grüße an die üblichen Verdächtigen!

Hier nochmal die Setlist in Gänze:

Intro (?)
Today us a good day
Orange tree roads
March in September
Did you make it safe?
Pull the sun
The hunt
Archway towers
War
Knievel
Between dog and wolf
Stormclouds
No rest
High
Seven times
Ballad of Bodmin Pill
Get me out

--

I need more time
Purity
WW2G

---

Vagabonds
225

(c) bat 10/2013

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New Model Army, 04.10.2013, Hannover, Capitol

Nachdem ich ja doch irgendwie das Gefühl hatte, dass das besser gehen muss als in Münster und ich nur Gutes von den Folgekonzerten in Hamburg und Berlin gehört hatte, hab ich es doch nicht lassen können, mich selber davon zu überzeugen und mir das Ganze in Hannover im Capitol doch nochmal selbst anzuhören - und nicht bis Weihnachten zu warten, weil der Weihnachts-Gig keiner ist, den man mit den regulären Konzerten vergleichen kann. Und wirklich: das Konzert war der Wahnsinn, sensationell, genial, alles, was man an Superlativen so aufbieten kann und ich hab keine wirkliche Ahnung, warum, denn die Setlist war reNMA im Capitol; zu sehen sind Marshall, Justin, Cerilativ ähnlich, nur diesmal hat sie funktioniert und all mein Gemecker, dass das eine Lied doch auf keinen Fall hinter das andere und überhaupt hat hier überhaupt gar keine Rolle gespielt. Drei Faktoren sind also am Ende dann doch entscheidend: a) der Veranstaltungsort, b) das Publikum c) die Band.

Zum Venue: nette kleine Halle, bisschen wie die in Trier, bisschen wie das FZW in Dortmund. Altes Kino, Foyer mit Bars und Merch, in dem man mit den Leuten quatschen konnte, kleinere breite Halle mit Stufen hinten und großer Empore (sogar mit "Raucherbalkon", verglast mit seitlichem Blick auf die Bühne), Parkett, sehr sehr nett. Bevor ich mich jetzt noch über die Punkte b) und c) auslasse, zunächst vielleicht ein paar Anmerkungen zur Vorband. Diesmal nicht Lotus Seed sondern Tusq, die wohl auch in Hamburg und Berlin mit von der Partie waren. Gegründet 2009 in Hamburg von Timo (Gitarre), Paul (Bass), Uli (Gesang, Keyboards), Holger (Drums). Seit Ende 2011 ist statt Paul Florian am Bass, der auch zur Aufnahme der zweiten CD (erschienen 2012) schon mit von der Partie war. Ich muss zugeben, dass es nett anzuhörender Rock/Pop mit viel Gitarre und einer schönen Stimme war, aberJustin (schwarz/weiß weil rotes Licht) sonst so viel nicht hängen geblieben ist. Sie haben um 20:00 h gestartet und etwa eine Dreiviertelstunde gespielt. Als Vorband aber super, haben gut eingeheizt.

Jetzt also zu der Sache mit b) dem Publikum. Diesmal hat einfach alles gepasst, die Leute haben jedes einzelne Lied abgefeiert, es gab Türmchenbau und es wurde getanzt und geschubst und gedreht, egal ob das Lied nun ein altes oder ein neues war (auch wenn der Jubel bei dem einen oder alten doch noch ein kleines bisschen lauter war und die Texte definitiv bei den neuen Songs noch nicht bei jedem sitzen können ;-)). Und ob es jetzt das Publikum ist, das c) die Band beeinflusst oder c) die Band, die das Publikum beeinflusst, ich kann's nicht sagen, aber Justin (vor allem) und Co. hatten definitiv viel bessere Laune als in Münster. Und neben dem bessere Laune haben haben auch die neuen Songs besser gepasst, also haben sie den Münsteraner Testlauf tatsächlich dazu genutzt, an der einen oder anderen Stelle die Dinge anders zu machen und auch an der Setlist nochmal zu schrauben (obwohl sie das ja eigentlich immer tun ;-) ). Besonders deutlich aufgefallen ist mir das bei Seven Times. Diesmal kam Ceri mit seiner Bodhrán zunächst allein auf die Bühne und spielte den AnfaMarshall Gillng des songs bevor die anderen nachrückten. Aber ich starte am besten mal von vorn. Der Beginn nämlich - um 21:15 h - war schon anders, sie eröffneten dieses Mal mit einem der neuen Songs (wie ich es eigentlich auch erwartet hatte), nämlich mit I need more time. Und diesmal wirklich großartig!! Ja, wieder etwas Geschrei am Ende und ein Justin, der leicht wahnsinnig ins Mikro schreit, aber eben nicht zu viel davon ;-). Wirklich genial. Danach dann weiter mit Today is a good day und March in September. Beide auch wirklich schön. Das Licht wurde in dieser im Ganzen dunkleren Location auch gezielter eingesetzt, erstmalig glaub ich bei TIAGD: gleißendes weißes Licht ins Publikum beim Chorus; gleiches dann nochmal bei War, Get me out und wo es sonst noch gepasst hat. Die Beleuchtung der Band fand ich etwas zu... rot gehalten und von unten angestrahlt. Gibt keine schönen Fotos, zumindest nicht in Farbe.

Weiter mit Did you make it safe? und Pull the sun, auch einfach großartig, das entwickelt sich echt zu einem meiner Lieblinge! Hier haben sie das Ende angepasst, Mickys Trommeln abwechselnd mit Justins Gitarre, hat mir noch besser gefallen. Zu The Hunt, Archway Towers und War gibt es nichts hinzuzufügen, sind genial, waren genial, werden.. Ihr ahnt es. Und: hier haben sie hintereinander gepasst und waren keine Bremse im Enthusiasmus des Publikums, echt irre. Dann der Break, die Story mit dem kleinen Marshall und dem Fahrrad und den 18 Leuten in seiner Straße, über die er gehüpft ist als Hommage an sein Idol Robert Craig "Evel" Knievel Jr. (amerikanischer Motorradstuntman, 1938 - 2007). Knievel dann größtenteils nur akustisch (sprich, Justin mit akustischer Gitarre, Marshall hatte Pause), toll. Auch die zugehörige Animation unserer beiden Türmchenbauer passte hervorragend (Do you come to see a man fall or to see him fly?). Danach absolut genial die beiden Songs, von denen ich wusste, dass sie live abgehen müssen (und von denen ich in Münster etwas ernüchtert war): Between dog and wolf und Stormclouds (bring it onJustin und die beiden Türmchenbauer bei Green and Grey, bring it on!). Sehr genial, obwohl ich hier nicht sagen kann, was genau anders war, ich vermute also, dass es hier neben c) der besseren Performance der Band eher b) das Publikum war, das besser abgefeiert hat, so dass daraus ein geniales Ganzes wurde. Diesmal war ich übrigens schon ab Mitte Song eins mittendrin statt nur dabei, hier hat es definitiv "Klick" gemacht! Ergänzt wurden die beiden Songs dann wie schon in Münster durch No Rest und auch High war danach total ok (wenn es auch noch immer nicht grade das großartigste aller Lieder ist). Im Anschluss dann wieder eine Programmänderung, die sie am Vortag wohl - weil es einfach gepasst hat, wie Justin erzählte - auch schon ausprobiert hatten: Frightened, großartig! Danach Purity und Get me out, passte hier auch beides sehr gut ineinander. Pause damit um 22:34 h. Start des ersten Zugabensets dann mit Ceri und besagter Bodhrán alleine auf der Bühne: Seven Times. Gefolgt von Lean back and fall, das sie in Münster nicht gespielt haben. Auf der CD für mich das schwächste Lied, ist es live - natürlich, meine Welt ist wieder in Ordnung - sehr passend zum Rest. Abschluss mit WW2G, irre!!! 22:53 h. Dann haben sie sich trotz der auch hier einsetzenden Hintergrundmusik nochmal bewegen lassen wieder zu kommen für.... Green and Grey! Helles Licht, mit einem bisschen grün dabei, weil hier ohnehin alle singen und nicht nur die Band, Gänsehaut pur und ich bin ja sooooo glücklich, dass sie dieses Lied gespielt haben, wirklich ein ganz besonderes, vor allem live in einer solchen Atmosphäre! Zum Schluss dann nochmal ordentliches Geschupse und Gehopse bei 225, das auch hier um 23:07 h den Abschluss bildete. Keine Chance mehr auf weitere Zugaben, obwohl wir es wirklich versucht haben.

Sehr schöner Abend, hat den ganzen Aufwand auf jeden Fall gelohnt! Wer weiß, vielleicht passt vor Köln ja auch Darmstadt noch irgendwie in meinen Terminkalender ;-).

Weiterhin viel Vergnügen bei der Tour und spätestens bis Köln.

(c) bat 10/13

Und nochmal zum Vergleich die veränderte Setlist - dieses Mal mit 9 (!) songs der neuen Platte:

Intro
I need more time
Today is a good day
March in September
Did you make it safe?
Pull the sun
The Hunt
Archway Towers
War
Knievel
Between dog and wolf
Stormclouds
No Rest
High
Frightened
Purity
Get me out
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Seven times
Lean back and fall
WW2G
---
Green and Grey
225

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New Model Army, The Levellers, 21.12.2013, Köln, Palladium

Das diesjährige Weihnachtskonzert der New Model Army versprach gut zu werden, wie immer halt. Dann kam die Ankündigung, dass die Levellers Vorband sein würden, wow! Von Vorband kann man da eigentlich gar nicht mehr reden, ich würde eher sagen, die beiden Bands teilten sich an diesem Abend eine Vorband, nämlich Bomb whateva.

Bevor ich aber dazu komme, gab es kurz vorher noch weitere Infos vorab, die das Konzert noch verheißungsvoller machten als es ohnehin schon immer ist (ja, trotz der Halle!), nämlich, dass Ed Alleyne-Johnson, der Mann, der auf der Thunder and consolation und ich glaube auch noch auf der Impurity und natürlich live unterstützt hat sowie Tobias Unterberg (Chamber, Deine Lakaien-Unterstützung, Ex-Inchtabokatables, hier als B.Deutung), der auf der neuen Platte Between Dog and Wolf Cello spielt, in Köln mit von der Partie sein würden. Das ließ hoffen, insbesondere für Vagabonds :-).

So, nun zur Vorband für die Levs und die Army: tja, ich hab sie natürlich prompt nicht gesehen, weil es so viele Leute zu treffen galt, wir erst um 19:00 h da waren, diese Vorband auch noch pünktlich anfing und dann etwa eine halbe Stunde gespielt hat, Fotos aber sicherlich auf www.musikinstinkt.de. Hörte sich nach Krach an.

Um 20:10 h starteten die Levellers, Stimmung durchweg vom Start an gut, Steigerung zum Schluss aber deutlich erkennbar, als sie ihre alten songs gespielt haben. Sie haben ein oder zwei Songs gespielt, die nicht ganz so üblich sind, nach dem, was ich so an setlists erlebt habe in der letzten Zeit. Vielleicht hätten sie diese songs erst am Ende bringen sollen und die Leute erstmal ein bisschen auf Drehzahl bringen sollen mit dem, was man halt so kennt, wenn man sie 20 Jahre nicht gesehen haben sollte (also erst die songs der setlist ab battle of the beanfield) und das ist bei diesem Weihnachtskonzert ja nun mal gar nicht so ungewöhnlich :-). Natürlich in der Mitte der Show bei one way of life wieder mit Stephen und seinem Blasinstrument, dieses Mal mit roter Weihnachtsbeleuchtung und roten Haaren, die im Schwarzlicht leuchteten. Wirklich sehr stimmungsvoll ;-). Super Konzert, allerdings muss ich zugeben, dass mir der Gig im Gleis 22 im letzten Jahr oder auch der Anfang des Jahres in der Zeche besser gefallen hat, weil es einfach mehr Platz zum Tanzen gab und der Gig natürlich auch länger war. Egal, schön war's natürlich trotzdem. Allerdings ein bisschen schade, dass sie von der aktuellen Platte so wenig gespielt haben, die Static on the airwaves ist wirklich gelungen, kann ich nur jedem ans Herz legen!

Hier nochmal die Setlist:

Start 20:10 h

England my home
Beautiful day
The Game
One hundred years of solitude (Simon)
Belaruse
English civil war
15 years
Truth is
The likes of you and I
Battle of the beanfield
One Way of Life
Carry me
Dirty Davey
Riverflow
Cholera well
Liberty

Ende 21:06 h

New Model Army starteten um 21:48 h mit einem neuen Intro, nicht diesem song, der sich anhört wie aus dem Zauberer von Oz ( mittlerweile weiss ich, dass er das nicht ist, hatte auch schonmal rausgefunden was es denn war und es wieder vergessen), sondern mit einer Akkordeon-Version der ersten Töne von Vagabonds, das ließ hoffen. Start dann aber wie bei den anderen gigs auch schon mit Stormclouds als opener. Kam gut, obwohl ich das Lied auf der Platte zu den schwächeren zähle. Es ging direkt in diesem Tempo weiter mit No rest und ich stellte erstmalig fest, dass ich wohl zu dicht am Schubskreis stand, entspannt mittanzen und singen geht nicht ganz so gut, wenn Du immer aufpassen musst, dass Dich nicht jemand umrennt... Naja, selber schuld, vor allem in Köln, wo es doch immer ein bisschen härter und aggressiver zugeht als in den anderen Hallen. Weiter ging es dann mit Tobias und Ed und March in September, sehr schön. Justin blieb bei der neuen Platte und spielte Did you make it safe? und Pull the sun, mittlerweile fast schon alte Bekannte, passen super! Danach The hunt und wieder zurück zur neuen Platte mit I need more time, ein song, den wir alle gebrauchen können, wie Justin meinte. Wohl wahr. Weiter mit Get me out und natürlich wildem Gehopse. Danach ein kurzer Exkurs in britische Geschichte (nein, Maggy Thatcher war nicht so nett wie Meryl Streep im Film) und Archway Towers. Weiter mit Here comes the war und als Kontrastprogramm dann Knievel, Justin mit Akustikgitarre und nur begleitet von Dean und Marshall, sehr schön. Geht doch in großen Hallen, ich muss mich korrigieren. Danach dann der Titelsong der neuen Platte, Between dog and wolf, gefolgt vom Titelsong der letzten Platte: Today is a good day ("the day where the masks came off"). Es wurde voller auf der Bühne, die nächsten 3 songs wurden unterstützt von Tobias und Ed, sehr schön, obwohl das Cello fast ein bisschen zu leise war: High (naja), Vagabonds und Purity, wunderschön, natürlich vor allem die beiden letzten Lieder. Gerne immer wieder in genau dieser Fassung ;-). Bevor sie sie aber gar nicht mehr spielen, nehm ich sie auch in jeder anderen Fassung, die letzten beiden wohlgemerkt, High muss nicht, obwohl der Chor und die Türmchenchoreographie durchaus beeindruckend sind. Zum Abschluss des Hauptsets um 23:15 h hatten die beiden Streicher wieder Pause: Wonderful Way to go.

3 Minuten später ging es weiter mit dem Zugabenteil, Start wieder mit Ceri und seiner Trommel: Seven Times. Wirklich toll in der jetzt eingespielten Fassung! Danach Lust for power, ewig nicht mehr live gehört, richtig gut! Danach noch Vengeance und wieder ein break, dieses Mal um 23:32 h sogar mit dem Versuch, das Licht anzumachen und Musik anzudrehen. War aber nur halbherzig, sie kamen natürlich nochmal zurück mit Ballad of Bodmin Pill, 225 und - wieder unterstützt von Tobias und Ed und sooooooo schön: Green and Grey! Dann war's um 23:51 h nach 2 h wirklich vorbei und es war - fast - Weihnachten, denn morgen geht's nochmal nach Amsterdam.

Schön war's, die Kombination Army und Levellers im Vergleich zu den Kombinationen der letzten Jahre wirklich der Hit und die Songs mit Tobias und Ed natürlich unschlagbar schön! Wow! Bin trotz des anfänglich doch etwas nervigen Geschubses sehr, sehr zufrieden mit dem Gig und der Setlist und freue mich auf das nächste Weihnachtskonzert in dieser Halle (eventim sagt mir heute, dass ich eine Karte kaufen kann für den 20.12.2014 ;-) ).

Von meinen Fotos verschone ich euch, ich war zu weit weg, schaut aber unbedingt bei Frank unter www.musikinstinkt.de vorbei; ich bin zuversichtlich, dass es dort schicke Bilder geben wird in den nächsten Tagen!

(c) 12/2013 bat

PS: viele Grüße an Jasmin und Michael, war sehr nett euch kennengelernt zu haben. Post ist unterwegs, wenn auch anders als versprochen...

PPS: viele Grüße natürlich an die üblichen Verdächtigen und meinen Uni-Kommilitonen, den ich nur einmal im Jahr sehe, schöne Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Start um 21:48 h

Vagabonds Intro mit akkordeon
Stormclouds
No Rest
March in September
Did you make it Safe?
Pull the Sun
The Hunt
I Need more Time
Get me Out
Archway towers
Here comes the War
Knievel
Between dog and Wolf
Today is a Good Day
(Tobias und Ed): High
(Tobias und Ed) Vagabonds
(Tobias und Ed) purity
Ww2g

Ende Hauptset um 23:15 h

Seven Times
Lust for power
Vengeance

23:32 h

Ballad of bp
225
G&g (Tobias und Ed)!!!!!

Ende um 23:51 h

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New Model Army, 22.12.2013, Amsterdam, Melkweg

Diesmal lag kein Schnee, Zeit war da: auf nach Amsterdam in den Melkweg. Das Pub steht noch, die Leute sind auch noch alle da, wie immer hier neben den niederländischen Fans viele englische und deutsche Der Melkweg ist viel kleiner als das Palladium (und wir waren schon in der großen Halle) - vielleicht 1/3 bis 1/4 des Palladiums? Die Halle jedenfalls nett mit Stufen hinten und an den Seiten, mit Balkon, wer wollte. Es war voll, es war aber nicht zu voll, alle hatten Platz zum Stehen, Tanzen Türmchen bauen, jeder wie er eben mochte, eine wirklich nette Location. Vorbands auch diesmal zwei, beide jeweils mit einer halben Stunde dabei. Start mit Jankobus Seunnenga um 19:30 h (singer/songwriter auf niederländisch, hab ich nicht viel von mitbekommen), danach um 20:10 h Dinosaur Pile-up, ebenfalls ungefähr eine halbe Stunde. Drei Jungs, Gitarre (und Gesang), Bass und Drums. Eigentlich ganz nette Musik, aber vielleicht sollten sie sich einen Sänger suchen... das war stimmlich nicht so überzeugend und hat glaub ich nicht nur an der Abmischung gelegen...

Start New Model Army dann wie geplant um 21:10 h, nachdem auch alle, die noch im Pub um die Ecke gequatscht und Geburtstagskarten für den "monkey man" unterschrieben hatten, eingetrudelt waren. Das Publikum war um Längen entspannter als die Band und auch Justin wirkte nicht so angespannt, vielleicht lag's am Coffeeshop? Oder einfach daran, dass er doch ein bisschen erleichtert war, dass es erstmal das letzte Konzert einer sehr langen Tour sein würde, wer weiß ;-). Stimmung war jedenfalls großartig, die Halle war toll, allerdings bin ich ein kleines bisschen unzufrieden mit der Setlist. Naja, eigentlich nur damit, dass sie statt green and grey I love the world gespielt haben und ich hab schon mehrfach erwähnt, glaub ich, dass ich dieses Lied nicht mehr hören kann - und schon gar nicht als Ersatz für G&G! Andererseits hätte jede Fassung von Vagabonds oder G&G gegen die Versionen gestern nur verlieren können und es waren genug Leute da, die genau diesen Vergleich hätten ziehen können. Vielleicht war es also weise, einfach mal was anderes zu spielen ;-). Nicht so weise fand ich allerdings, dass sie fast eine Viertelstunde kürzer unterwegs waren als gestern!!! Das war wirklich schade, ein oder zwei Songs mehr hätten es schon sein dürfen...

Naja, dann hör ich mal auf zu meckern und beschreibe diesen wunderschönen Gig, den letzten des Jahres, den letzten der Tour in diesem Jahr:

Start auch hier mit besagtem Vagabonds-Akkordeon-Intro und dann mit Stormclouds. Das Licht hier fand ich übrigens auch sehr viel besser, hat mir gut gefallen, hat sogar für ein oder zwei ganz nette Fotos gereicht, denn auf den Musikinstinkt können wir dieses Mal fototechnisch leider nicht setzen. Siehe also unten.

Gig. Ok, nach Stormclouds ging es weiter mit den gleichen Songs wie auch in Köln: No rest, March in September, Did you make it safe? und Pull the sun, immer noch eines meiner liebsten Lieder von der neuen, großartigen, Platte. Dann die erste Abwandlung mit Christian Militia statt The hunt. Weiter wieder wie gestern mit I need more time, get me out, archway towers und Here comes the war, gefolgt von Knievel und Justins Hinweis darauf, dass es jetzt um Marshalls Helden aus Kindertagen gehen würde. Auch hier gefolgt von Between dog and wolf ("einem unserer Liebeslieder") und Today is a good day. Weiter, allerdings ohne Streicherunterstützung ging es auch hier mit High und dann wurde Lust for Power vorgezogen ins Hauptset, das wie gestern mit Wonderful Way to Go um 22:30 h abschloss .

Die Band verschwand, die Menge johlte, schrie und pfiff, die Band kam wieder: Stille. Justin sinngemäß: "irgendwie komisch, wir gehen, ihr klatscht, wir kommen wieder, ihr hört damit auf. Müsste es nicht so sein, dass ihr weiter klatscht, wenn wir wieder kommen? Sag ich häufiger, klappt nur manchmal." Stimmt. Sagt er wirklich häufiger, die Erinnerung daran hält aber irgendwie nicht lange...

Zugaben jedenfalls Lean back and fall, The Price (wow!!! ich hab nachgeschaut, das hab ich live bisher nur 1x gehört und zwar 2004 auf einem RSC-Gig!) und 225. Sie verschwanden wieder, die Menge johnte, schrie und pfiff... und machte damit weiter, als die Band wieder zurück kam. Justin schmunzelte, kommentierte aber nicht, sondern spielte noch einen Song, ihr ahnt es, I love the world. Nicht green and grey. Ende um 22:57 h, damit gut eine Viertelstunde kürzer als in Köln. War aber dennoch super, entspannteres Publikum, kleinere, schöne Halle, Christian Militia und The Price als sehr tolle Abwechselungen von der gestrigen Setlist. Beides klasse, aber ich hätte schon wegen der Vorband und wegen Tobias und Ed Köln niemals für Amsterdam eingetauscht. Ist aber eine super Ergänzung. Jetzt kann Weihnachten kommen ;-).

Intro Vagabonds
Stormclouds
No rest
March in September
Did you make it safe?
Pull the Sun
Christian Militia
I need more time
Get me out
Archway towers
Here comes the war
Knievel
Between dog and wolf
Today is a good day
High
Lust for power
wonderful way to go
---
Lean back and fall
The Price (!)
225
---
I love the world

cu in Frankfurt und Coesfeld im März.

(c) bat 12/2013

Justin in gelbem Licht Justin Sullivan
Justin Sullivan Band und Türmchenbau im Publikum

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New Model Army, 10.10.2014, Coesfeld, Fabrik

Das war wohl nichts mit dem "wir sehen uns im März". Durch Michael Deans Knieverletzung hat sich die Tour auf Oktober verschoben. Zum Glück findet sich überhaupt statt und ist nicht komplett abgesagt worden!! Also dann: die für mich erste Station Coesfeld. Zwischenzeitlich ist noch das zusätzliche Album "Between Blood and Wine" veröffentlicht worden, das 5 neue Songs enthält und fast die gesamte "Between dog and wolf" als Live-Mitschnitt. Super songs, die sich sehr gut einfügen in den Stil der letzten CD und die die Setlist des Konzerts jetzt im Oktober sicherlich beeinflusst haben - wer weiss, wie sie im März ausgesehen hätte...

Zurück zu Coesfeld. Die Anreise war - dunkel - Straßen ohne Beleuchtung, andere Autos und Bebauung bin ich irgendwie nicht gewohnt ;-). Bevor es dunkel wurde - also direkt nachdem ich losgefahren bin und es noch Straßenlaternen gab - gab es einen wunderschönen Sonnenuntergang. Leider links von mir und nicht vor mir aber mindestens genauso schön wie der Sonnenuntergang, der auf YouTube den Hintergrund zu "Sunrise" abgibt! Wieder zurück zu Coesfeld: Das doch eher ländliche Bild bestätigte sich auch bei der Ankunft: auch wenn die Fabrik mitten in einem Industriegebiet liegt, roch es.. nach Mist ;-).

Die Halle selber.. schwer zu schätzen. Ich dachte erst an die Zeche Carl in Essen (also eher breit als tief und nicht so besonders groß), aber durch die geöffnete Empore könnten es doch einige Leute mehr gewesen sein, die reingepasst haben in die ausverkaufte Fabrik, also irgendwas zwischen der Bochumer und der Essener Zeche.

Start um Punkt 21:00 h mit Meg'n Jez (Megan Hill und Jez Ritchie). Gem. Homepage - siehe hier - sind die beiden 18 (Meg) und 15 oder 16 (Jez), wobei allerdings nur Meg ihr Alter im Rahmen des Auftritts auch bestätigt hat. Und für solch junge Jahre echt großes Kino. Tolle Stimme, schon ziemlich routinierte Vorstellung (naja, wenn man als Vorband der Hosen gespielt hat, dann haut einen eine kleine Halle wie die in Coesfeld vermutlich nicht mehr um, zudem sie als Vorband der Leningrad Cowboys schon mal dort waren, wie sie erzählten). Trotzdem oder vielleicht grade deshalb (kleiner Konzerte im Vergleich zu großen Stadien) hatte der Auftritt echt Charme, Meg ist noch auf die Sprüche vom Publikum eingegangen, musste einmal so lachen (schrei so schön weiter oder so ähnlich war der Spruch), dass sie sich fast an ihrem Wasser, das sie grade trinken wollte, verschluckt hat, kann so bleiben, sehr charmant ;-). Die Songs wurden alle angesagt und vorgestellt, einmal hat Jez versucht, die Leute dazu zu bringen, ruhig zu sein: "das ist jetzt 'ne Challenge, ihr macht jetzt einfach mal nichts" (Angel). Sehr schönes Lied, aber das mit dem ruhig sein hat irgendwie nur bedingt geklappt. Der Fluch der Vorband. Da geht noch was, sollte man im Ohr behalten.

Sie haben immerhin 15 songs gespielt und eine ganze Stunde Zeit bekommen was auch gar nicht schlimm war, im Gegenteil. Grade Army hat schon sehr viel schlimmere Vorbands aufgefahren, die beiden gehören auf jeden Fall zu den Guten ;-). Start mit einem Cover, hab aber nicht mehr genau mitbekommen, was es war, weil ich grade erst aus dem Vorraum reingekommen bin. Das nächste hat Jez angesagt, ein eigenes: Happy end. Gitarre, Gesang durch Meg, die eine eher tiefe Stimme hat, aber durchaus, wenn sie muss, auch die höheren Tonlagen erreicht. Wirklich eine sehr schöne, klare Stimme. Manchmal background-Gesang von Jez, eher selten. Er hat meist das Ansagen übernommen, ein oder zwei mal hat Meg das gemacht und auch erzählt, wo der Song entstanden ist (Matheunterricht war die häufigste Ansage, mit der Selbsterkenntnis, dass das wohl auch mit der vier zu tun haben könnte). Weiter wieder mit einem Cover: Use somebody (Mando Diao). Dann das erste eigene aus dem Matheunterricht: Never let you down hab ich verstanden, muss aber anders heißen, hab's leider nicht gefunden. Wer's weiß: gerne melden. Gilt auch für noch ein oder zwei andere, bei denen ich die Ansage nicht wirklich verstanden habe. Weiter mit einem weiteren Cover: Son of a preacher man, auch zu finden auf dem grade frisch veröffentlichten Album Follow it down. Danach wieder ein eigenes: don't worry. Dann übernahm Meg die Ansage und kündigte ihren Lieblingssong an: Creep (Radiohead). Wirklich wunderschön interpretiert, mir war nur das Drumherum leider ein bisschen zu laut, schade. Dann wieder ein eigener Song und wohl die erste Single: Be myself. Wieder gefolgt von einem Cover - eines, dass wohl richtig gut geht auf den Konzerten - man sieht, sie sind wirklich genreübergreifend unterwegs: Barbara Ann (Beach Boys). Naja, wer's mag ;-). Wieder ein eigenes: Follow it down. Hat mir sehr gut gefallen. Das nächste selbstgeschriebene war irgendwas mit "broke one finger, we don't care oder sowas, den Namen hab ich leider nicht verstanden, Texte gibt's noch nicht online, kann daher nicht sinnvoll suchen. Ankündigung hier übrigens durch Jez, der direkt dazu sagte, dass Meg ja da noch unsicher sei, das Lied sei noch so neu. Hat sich direkt einen eingefangen: "Toll, sag's denen noch, Du Fisch" ;-). Dabei war alles gut, keiner hat irgendwas gemerkt, aber die beiden hatten sichtlich Spaß ;-). Dann wieder ein Matheunterricht-Lied: She is losing herself (hier bin ich auch wieder ratlos in Bezug auf den Titel). Das nächste sollte was zum Mitsingen sein: Hey Jude (Beatles). Hat bedingt geklappt, die Leute alleine singen zu lassen, war nicht ganz so erfolgreich, sie haben einfach noch zu viel gequatscht. Die beiden haben es dann auch nicht,wie bei diesem Lied üblich, endlos in die Länge gezogen, sondern es bei zweimal lalalalalalala bewenden lassen. Danke dafür ;-). Danach sollten wir dann leise sein, was nicht so richtig gut geklappt hat: Angel. Das Lied war toll, also auf jeden Fall weiter versuchen, die Leute zum Zuhören zu bewegen! Schluss dann mit einem Cover von TV Smith: Lion and the Lamb. Haben einen anständigen Applaus bekommen, haben viel Spaß bei NMA gewünscht, noch auf ihre CD verwiesen, die man kaufen konnte und das war's. Jeder, der auf klare, nicht so quietische Frauenstimmen steht und nette Singer-/Songwriter-Musik sollte sich die beiden in einem kleineren Club auf eigener Tour auf jeden Fall mal anschauen.

So, jetzt aber zu meiner Lieblingsband:

Army sollten gem. Zettel auf dem Mischpult um 22:10 h starten, Schluss um 00:00 h. Hat aber nicht ganz geklappt. Start um 22:20 h mit Horsemen, danach direkt weiter mit Guessing, einem der neuen (oder noch neueren) Songs, sehr gut auch live. Gefolgt von March in September. Die Stimmung war super, mir ist das Gehopse und Geschubse neben mir ein bisschen auf die Nerven gegangen, also bin ich etwas weiter rechts von der Bühne gelandet als ich es eigentlich geplant hatte - sieht man auch an den Bildern. Naja, war trotzdem klasse, auch die Leute um mich rum waren super-nett, textsicher und ein Bollwerk gegen den Schubskreis - danke dafür ;-).

Weiter mit States Radio, neben Today is a good day, das wir später noch zu hören bekommen haben, das einzige von der Platte gleichen Namens.Weiter mit einem weiteren von der Blood and Wine: Devil's bargain, ein ähnlicher Ohrwurm wie das nächste: Angry Planet. Dann tatsächlich eines von der High, was sie sonst nicht so oft spielen, was mir persönlich aber gut gefällt: No mirror, no shadow. Vorher hat Justin was erzählt von der Vergangenheit und dass sie ja schon mal in Coesfeld gespielt haben, 1994 (das Plakat oder irgendein Artikel hat daraus aber wohl 1924 gemacht... naja, wird halt immer schwieriger, sich das mit der Vergangenheit zu merken, verwischt alles irgendwann und was sind schon 70 Jahre.. ;-))). Wir haben nachher überlegt, ob jemand da gewesen ist... wenn ja, dann auf jeden Fall noch in der alten Fabrik und nicht in genau dieser Halle. Ich weiß es nicht, ich muss mal in meinen Karten wühlen. War auf jeden Fall vor der Zeit, in der ich angefangen habe, darüber zu berichten. Danach White Coats, immer wieder genial und sehr bejubelt. Das nächste über einen Mann, der der Jugendheld von Marshall war (obwohl Justin es diesesm Mal nicht so erzählt hat): Knievel. Sehr schön, gefolgt von einem weiteren Stück mit Acoustic-Gitarre: Summer moor (ein Song über ihre Heimat). Danach wurde es wieder etwas heftiger mit Stormclouds, live einfach großartig. Dann das unvermeidliche Today is a good day und dann ein Song, den Justin im letzten Herbst als Winter love song angekündigt hat - nur dass dann kein Winter kam ;-). Also nochmal: Between dog and wolf. Die letzten beiden songs des Hauptsets dann noch ein bisschen älter mit Purity und 225 (hier TV ersetzt durch PC). 23:36 h. Da ging noch was. Erstes Zugabenset: Headlights, Christian Militia, Get me out. Wow. 23:56 h. Man kann sich vorstellen, dass die Leute die Band danach nicht wirklich haben friedlich ziehen lassen ;-). Justin fragte zwischendrin, wer denn alles aus Coesfeld sei. Vereinzelte Leute zeigten auf. Justin: "aha, 9". Wer denn das erste mal in Coesfeld sei, fragte er dann: diverse Finger gingen in die Höhe, auf jeden Fall mehr als diejenigen, die sich vorher bei "ich komme aus Coesfeld" gemeldet haben. Gelächter, kommentiert von Justin: "wir bringen eben Leute zusammen dorthin, wohin sie sonst niemand fahren würden." Wie richtig! ;-))). Nächste - letzte? - Zugabe. Die Band kam auf die Bühne, die Leute fingen an, wild Lieder zu schreien, Justin grinste (weil er es ohnehin immer ignoriert) und sagte: "wir haben 220 Lieder, wir spielen eins. Die anderen 219 kommen in Köln". Sehr gut, wenn er das mal machen würde. Vorher hatte er schon versprochen, dass er in Köln 7 Stunden spielen würde.. ungefähr! ;-). Bin gespannt, die Karte ist schon am Kühlschrank. Wie es sich gehört, grünes Licht, Green and Grey. Seliges Mitgesinge, Gänsehautfeeling. Bis 00:00 h, genau im Zeitplan. Licht ging an, Musik startete. Die Leute blieben, klatschten, riefen Zugabe. Und es hat geklappt: sie kamen um 00:06 h nochmal zurück mit Wonderful Way to go. Ende dann wirklich um 00:12 h, sehr sehr genial. Es war - anders als in Köln - auch noch genug Zeit, zu quatschen, noch was zu trinken oder nebenan in die Aftershow-Disco zu laufen, wirklich sehr angenehm, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Jetzt bin ich gespannt auf die neue Batschkapp in Frankfurt und freu mich sehr, sie so bald nochmal zu sehen.

Setlist:

Horsemen
Guessing
March in September
States Radio
Devil's bargain
Angry Planet
(Past): No mirror, no shadow
White coats
Knievel
Summer moors
Stormclouds
Today is a good day
Between dog and wolf
Purity
225

---Zugaben die erste ---

Headlights
Christian Militia
Get me out

---Zugaben die zweite -----

Green and Grey

--- Zugaben die dritte ----

Wonderful way to go

Hier noch ein paar Bilder, ich war aber zu weit weg.

(c) bat 10/2014

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New Model Army, 20.10.2014, Frankfurt, neue Batschkapp

Nachdem ich in Frankfurt einen lieben, alten Freund besucht habe (und natürlich nur deshalb in Frankfurt war ;-) ), ging's auf in die neue Batschkapp, zum Glück nur ca. 20 Minuten entfernt. Nette Halle, hat mich ein bisschen als neue FZW in Dortmund erinnert, war aber deutlich länger und größer, mit Empore. Parkplatz zwar vorhanden, musste aber extra bezahlt werden, ebenso wie die Toilettenbenutzung. Doch, schon anders als in der alten Batschkapp und nicht grade verändert zum Positiven. Trotzdem nette Halle, hat mir gut gefallen, auch die Größe fand ich ok. Richtig vergleichen kann man sie mit dem alten, kleinen Klub allerdings nicht mehr, ist was völlig anderes.

Start um 20:00 h mit der Vorband, Jank Kovik aus Frankfurt. Fünf Herren, davon 3 mit Gitarren ausgerüstet (Markus Katzenbach, Marko Jankovic, Timm Dodenhöft), einer mit Bass (Jens Zulauf ) und einer am Schlagzeug (Frank Niedergesäß). Gesang: Hauptsächlich einer, nämlich Marko Jankovic, aber irgendwie mehr eine Art Chorgesang, zumindest aus dem zu schließen, was an diesem Abend zu beobachten war. Leider hab ich auf der Facebook-Seite der Band nicht herausgefunden, wann sie denn gegründet wurden, gefunden hab ich nur, dass es seit 2013 eine Platte gibt (über crowdfunding finanziert) namens Refuge. Ich bin sicher, dass die meisten der gespielten Songs von dieser Platte stammen werden, aber ohne weitere Ankündigungen kann ich euch nur Liedfetzen nennen, wer's besser weiß: gerne melden ;-). Die Stimme hat mich übrigens ein bisschen an den Sänger von Caroline's Spine erinnert, der Band, die vor Ewigkeiten mal Vorband von Army waren.

Die Musik war wirklich gut, Singer/Songwriter-Zeugs, nur mit mehr Energie durch mehr Instrumente, hätte mir noch besser gefallen, wenn man die Stimmen deutlicher gehört hätte, irgendwie war die Musik zu laut oder die Stimmen zu leise, ich weiß es nicht; es war jedenfalls sehr schwierig, vernünftig zu verstehen, was gerade gesungen wurde und ohne Text kann ich die Setlist nur ahnen. Schade. Ein bisschen schade auch, dass die Herren alle irgendwie standen wie Hühner auf der Leiter, alle nebeneinander, sogar der Drummer. Ich glaube, das macht um Längen mehr Spaß, wenn sie die Bühne für sich haben und nicht auf Riesendrumsets der Hauptband achten müssen ;-). Wenn sie mal als Solo-Act hier im Ruhrgebiet sind, werde ich sie mir sicherlich gerne anhören um mal zu schauen, ob das auch noch besser geht.

Gespielt haben sie gut 40 Minuten, anbei das, was ich von der Setlist verstehen oder herausfinden konnte:

20:04 h

1 what I feel
2 don't ask my why
3 Oh darling please disappear
4 you got me hanging from the whisky ????
5 It feels like I lost a piece of my heart (oder war es my home?)
6 Irgendwas mit seven, with all the rest
7 cover: Dylan: Shelter from the storm
8 I'm tired (Geschrei)

20:41 h

Army starteten um 21:10 h. Und hatten sehr, sehr gute Laune, so wirkte es zumindest, Justin war sehr entspannt und das überträgt sich aufs Publikum, sehr, sehr tolle Stimmung. Ich stand diesmal wieder links auf Höhe Marshall (3. Reihe) und bin auch dort geblieben, weil der Schubskreis diesmal (wie leider auch in Coesfeld, da stand ich ausnahmsweise mal auf der rechten Seite bei Ceri) eher mittig bzw. rechts zu finden war, genauso wie ich es gehofft hatte. So konnte ich mich auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren und drin versinken ohne Angst zu haben, dass wir wieder einer auf die Füße springt ;-). Alles nicht so schlimm, diesmal hatte ich ohnehin den Eindruck, dass das Geschubse etwas harmloser war und erst in der Mitte des Konzerts etwas lebhafter wurde. Egal. Start mit einem Mundharmonika-Intro von Vagabonds, hörte sich fast live an, aber ohne Band auf der Bühne ist das eher unwahrscheinlich ;-).

Start dann mit Guessing, gefolgt von No rest und March in September. Grundsätzlich war die Setlist nicht sooo anders als die in Coesfeld, aber die eine oder andere Variante haben die Herren schon reingebracht. Wieder ausgesprochen schickes Licht, gute Laune, nette Leute, hat sich wirklich gelohnt, herzufahren (trotz Arbeiten am anderen Tag)!!! Weiter ging's auch hier mit dem Trio States Radio, Devil's bargain und Angry Planet. Danach wieder die Geschichte von der Vergangenheit, die einen verfolgt - verbunden mit der Frage, ob uns denn nun die alte oder die neue Batschkapp besser gefällt (dreimal dürft ihr raten, was dabei rauskam - ist aber eigentlich nicht fair, weil nicht wirklich vergleichbar): No mirror, no shadow, auch hier gefolgt von White coats und dem Song über den Motorrad Stuntman Evel Knievel (not a good man, not a bad man). Danach No Pain als Alternative zu Summer moor - allerdings war die Gitarre irgendwie kaputt, daher musste eine neue her und Justin musste nochmal von vorn anfangen ;-).

Weiter dann wieder wie in Coesfeld mit Stormclouds, Today is a good day (hier nahm das Hopsen dann zumindest auch für mich sichtbar zu) und Between dog and wolf. Zum Schluss dann etwas ältere Songs, nämlich Purity, Family und 225, also auch hier ergänzt um Family analog Coesfeld. Ende des Hauptsets um 22:33 h.

Zugaben gab es natürlich trotzdem, und zwar im ersten Paket Headlights, Get me out und Green and Grey (wirklich wieder mal bewegend, grünes Licht, Türmchen und alles), bis 22:54 h. Dann noch das eine Lied, das sie auch in Coesfeld gespielt haben als zweites Zugabenpaket: Wonderful way to go. Ende um 23:02 h. Sehr, sehr schön. Insbesondere, weil Justin versprochen hat, dass sie in Köln auf dem Weihnachtskonzert, 2 1/2 h spielen werden, mit Gastmusikern. Hoffe, das stimmt, die 7 angekündigten Stunden in Coesfeld hab ich ihm nicht ganz geglaubt ;-).

Bis zum 20.12. in Köln, ich freu mich!

Setlist:

Intro -Vagabonds
Guessing
No Rest
March in September
States Radio
Devil's bargain
Angry Planet
No mirror, no shadow
White coats
Knievel
No pain
Stormclouds
Today is a good day
Between dog and wolf
Purity
Family
225

---Zugaben die erste ---

Headlights
Get me out
Green and Grey

---Zugaben die zweite -----

Wonderful way to go

Hier noch ein paar Bilder, schaut aber auf jeden Fall bei Jochen Melchior vorbei, hab gesehen, dass er Fotos gemacht hat und die sind immer sehr, sehr großartig!!

Jank Kovik New Model Army
New Model Army Justin Sullivan

(c) bat 10/2014

PS: das Konzept mit den Gastmusikern und den 2 1/2 h haben die Jungs mittlerweile - heute ist Sonntag - auf ihrer Facebook-Seite gepostet, also hoffentlich ein Wiedersehen und -hören mit Ed Alleyne-Johnson, Mark Feldham und Tobias Unterberg ;-).

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New Model Army, 20.12.2014, Köln, Palladium

Allen war vorher schon klar: ein Weihnachtskonzert mit den Levellers als Vorband und mit Ed Alleyne-Johnson und Tobias Unterberg als Gastmusiker noch zu toppen wird schwer. Aber was soll ich sagen: es ist gelungen, es war wirklich der Wahnsinn. Schon in der Vorankündigung hieß es, dass es besondere Gäste geben würde und dass das Set in zwei Teile geteilt sein würde. Die Kommentare auf dem Noticeboard und auf Facebook waren nahezu euphorisch, die Bilder ein Traum. So viel dazu, wie man Erwartungen weckt und Messlatten hochlegt...

Köln hatte dieses Mal als Vorband Hugh Cornwell, ehemaliger Sänger und Gründungsmitglied der Stranglers. Auf der Bühne gemeinsam mit einer Bassistin und einem Drummer. Start um Punkt 19:00 h, gespielt hat er etwa eine Stunde, 13 songs. Danach durfte er noch eine Zugabe spielen, 3 weitere Songs bis 20:15 h. Das erste war Totem & Taboo (hab ich mir berichten lassen). Das nächste kannte ich, Skin Deep (the Stranglers). Danach Stuck in daily mail land. Das nächste war wieder ein Stranglers-Song, wenn auch mir nicht näher bekannt: Dagenham Dave, danach weiter mit I want one of those, gefolgt von Duchess (The Stranglers) und Beat of my heart. Das nächste kannte ich wieder: Strange little girl (the Stranglers), gefolgt von God is a woman und Peaches (the Stranglers). Das nächste wiederholte immer wieder "it's only a phase" und heißt wohl Gods Guns and Gays, einem aufmerksamen Leser und dem Internet sei Dank ;-). Mit (get a) grip (on yourself) (the Stranglers) ging's weiter und das letzte hieß A street called Carroll und Hugh war nicht, wie ich verstanden habe, "sick of Carol" ;-). Hätte ja sein können. Die Zugaben hab ich wie gesagt nicht mehr in der Halle verbracht, weil ich einfach nicht damit gerechnet hab, dass er nochmal auftaucht. Gespielt hat er aber - so wurde mir berichtet - Straighten out, In the dead of night, Nice and sleazy sowie noch eines, das Tank gewesen sein könnte. In Summe war's nicht schlecht, aber diesen Kultstatus, den einige meiner Begleiter ihm zuschreiben, hab ich irgendwie nicht wahrgenommen, kann aber auch daran liegen, dass ich mir nie sehr viel aus den Stranglers gemacht habe. War deutlich besser als die sich gemeinsam geteilte Vorband vom letzten Jahr, so viel ist klar, näheres Reinhören wird es für mich in diesem Fall aber nicht geben.

Dann war Umbaupause, obwohl schon vorher vielversprechend viele Drums auf der Bühne herumstanden, ebenso eine Harfe. Ja, Ihr habt richtig gelesen, eine Harfe. Wir waren gespannt. Die Herren der New Model Army starteten um 20:45 h in erstmal normaler Besetzung (Justin Sullivan, Michael Dean an einem Berg von einem Schlagzeug, Dean White am Keyboard, Ceri Monger am Bass und Marshall Gill an der Gitarre) mit Guessing von der neuen Platte Between Wine and Blood. Danach Rumour and Rapture und Christian Militia, das ging ja schon mal gut los. Sie hätten im Palladium schon so manches Jubiläum gefeiert, meinte Justin vor dem nächsten song. Dieser Song hätte auch ein Jubiläum: 1984. Sie wären viel gereist, unter anderen seien sie in Südafrika gewesen und hätten diesen Song mitgebracht, war die Ankündigung zum nächsten Stück: Red earth, schon mal sehr gelungener Vorgeschmack darauf, was uns im Laufe des Sets noch mit den ganzen Drums auf der Bühne erwarten würde. Es ging laut und schnell weiter mit Stormclouds und No rest. Danach Justin, akustische Gitarre, einfaches, weißes Licht: Knievel. Beim nächsten Stück gab es die erste Änderung zur Setlist in Nottingham, The Hunt (statt Waiting) - ich fand's diese Songauswahl besser. Das erste Teilstück des Konzerts beschlossen Family und Between Dog and Wolf (21:35 h). Dann war Pause. Ich war am Wochenende vor diesem im Kino und hab den dritten Teil des Hobbits angeguckt. Mit Pause. Die sehr, sehr überflüssig war. Genauso wie die Pause in diesem Konzert. So richtig weg um die Versprengten zu suchen konnte man nicht, dann wäre zum einen der Platz weg gewesen, außerdem hätte das Suchen in dem Gewühl vermutlich viel zu lange gedauert. Also stand man rum und wartete. Und war außerdem rausgerissen aus der Stimmung. Irgendwie blöd. Aber verständlich, weil sie nach einer Viertelstunde wieder angerückt sind aber mit diversen anderen Musikern im Schlepptau und um die neuen Instrumente alle zu platzieren und zu stimmen das dauert natürlich. Na gut, hatte mehr Sinn als die Pause im Film ;-). Und das Wieder-Reinkommen-in-den-New-Model-Army-Weihnachtskonzert-Himmel hat mit dem Start des zweiten Teils des Abends ungefähr 10 Sekunden gedauert.. Denn es ging um 21:50 h weiter mit - Ballad! Und zwar Justin mit akustischer Gitarre, Gastmusiker Nr. eins, Tobias Unterberg, am Cello und Gastmusikerin Nr. 2, Shir Ran Yinon an der Geige. Wow, Gänsehaut. Die Halle war ruhig, alle waren hin und weg. Danach ähnlich leise weiter mit Someone like Jesus. Das nächste wurde dann mit voller Besetzung bestückt: Into the wind (naja ;-) ). "Die volle Besetzung" meint hier nicht nur die Band, sondern neben den beiden bereits Genannten (die aktuell gemeinsam im Projekt Ensemble Melancholia spielen) noch Andy Woodard, der die zusätzlichen Percussions bediente und Tom Monger (Dank an Frank für den Namen!) an der Harfe (spielt sonst bei Florence & The Machine). Die eigentlich erwarteten Mark Feldham und Ed Alleyne-Johnson waren nicht mitgekommen aufs Festland, hatten nur in Nottingham und London unterstützt. Na gut, Shir Ran war definitiv hübscher als Ed und das Kleid hätte ihm auch nicht so gut gestanden ;-). Weiter ging es mit Orange tree roads und dem March in September. Danach kamen die Trommeln: Devil's Bargain mit gleich drei Leuten an den Drums, Andy, Ceri und Michael. Wahnsinn!! Wurde aber noch besser, sei schon hier verraten. Justin philosophierte ein bisschen, dass das folgende Lied ja schon alt sei, zu einer Zeit, als sie selber noch jung waren, jetzt seien viele von uns schon selber Eltern und er hofft nicht, dass die heutigen jungen Leute so denken über ihre Elterngeneration: a liberal education. Danach wurde es wieder trommellastig (Michael, Andy, Ceri) mit No mirror, no shadow. Ich muss sagen, ich mag das Lied. Ich mag von der Platte eigentlich nicht so viel, aber dieser Song gehört definitiv dazu und live mit einer solchen Trommelstärke sehr beeindruckend. Wir blieben bei der High mit One of the chosen. Nicht sooo gut, aber trotzdem noch besser als into the wind ;-). Sorry, das Lied - zumindest der Chorus - ist live schon ziemlich gut. Justin erzählte dann, dass es um diese Zeit des Jahres ja immer irgendwie um Familie geht und man froh sein kann, wenn man eine hat, dass es aber durchaus eben auch anders sein kann: Family life (nur Justin). Danach das geniale No pain gefolgt von Angry Planet. Das nächste Lied war Purity, es fing an, es hörte sich komisch an in der Streichersektion, es hörte wieder auf: Saite gerissen (gesehen hab ich's eher weniger, Palladium halt, aber irgendwas ist kaputt gegangen, kann auch Marshalls Gitarre gewesen sein, denn der turnte irgendwo rum und kam dann wieder. Für mich hörte es sich aber eher nach schräger Geige an als nach schräger Gitarre). Neuer Versuch. Purity. Dann ist das Gehopse aus dem Schubskreis auch bei mir angekommen, denn es kam Poison Street! Den Abschluss des Hauptsets machte Wonderful way to go. 23:13 h. Sehr sehr gut!

Das erste Zugabenset startete wieder mit einem absoluten Gänsehautmoment: Shir Ran und Justin, Geige und Akustikgitarre, alleine auf der Bühne einander gegenüber, rotes Licht, Vagabonds. Soooooo schön. Die Band stieg später mit ein und es gab sage und schreibe 6 Drummer: Tom, Ceri, Andy, Tobias und natürlich Michael, der noch unterstützt wurde von Marshal (den ich offen gesagt auf der Bühne gar nicht gesehen hatte, stand wohl in einem ungünstigen Winkel). Super gemischt, nicht zu laut, aber deutlich zu hören, ein sehr, sehr besonderer Moment. Dieses Lied ist einfach großartig (wenn Marshall es nicht am Ende abwürgt - was er dieses Mal ja nicht musste bzw. konnte, weil er trommeln durfte ;-)). Danach hatten sie Lust ein cover zu spielen:The Kinks Til the end of the day. Dafür holten sie Hugh Cornwell nochmal auf die Bühne, wohl als Ersatz für Ray Davis, der, wie Justin erzählte, immer mal versprochen hat, die Band bei diesem Song zu unterstützen, wenn sie denn in London spielen, es aber nie gemacht hat. Zum Schluss des ersten Zugabensets noch 225, auch in einer wunderschönen Version, die lyrics aber wieder zurück geändert aufs Original (TV) und nicht in der Variante aus Oktober (PC) - Erwähnung deshalb, weil ich vorher noch mit ein paar Leuten gesprochen hatte, die meinten, Justin hätte bei Between dog and wolf "dog and wolf" ausgetauscht und geändert in "death and war" (ich hab's nicht mitbekommen) und wir über die nächsten Textänderungen philosophiert haben (PC statt TV und Zeros statt Nineties). 23:30 h.

Dann Gänsehautmoment Nr. 3 mit Justin und Harfe und Streichern und Before I get old, sehr, sehr schön. Davor meinte Justin noch "the problem with getting old is... getting old". Auf den Punkt gebracht. Schräg vor mir stand übrigens jemand (ok, es war in Amsterdam und nicht in Köln, passt aber grade so schön), der ein T-Shirt an hatte auf dem stand "old is the new young". Genau.

Weiter mit Get me out und natürlich unser aller Weihnachtshymne Green and Grey, inklusive Türmchen (einem oder zwei, die Türmchenbauer hatten wohl dieses Jahr beschlossen, Köln auszulassen - denn in Amsterdam waren dann alle wohlbehalten dabei) und grünem Licht. Um 23:50 h war es dann leider wirklich vorbei und es war wirklich sehr, sehr schön und hat tatsächlich das Konzert vom letzten Jahr nochmal toppen können (wenn auch die Vorband das nicht geschafft hat). Was sagte Justin? "Next year we'll do.... something". Dessen bin ich sicher. Ich bin nur gespannt was ;-)

Schöne Weihnachten und herzlichen Dank an Markus Bykol, der mir netterweise seine Bilder zur Verfügung gestellt hat und an Frank E., der die Setlist von Hugh Cornwell ergänzt hat, den sechsten Drummer gesehen hat sowie den Namen des Harfinisten wusste!

Setlist:

Guessing
Rumour and rapture (1650)
Christian Militia
1984
Red earth
Stormclouds
No rest
Knievel
The Hunt
Family
Between dog and wolf
---
Ballad
Someone like Jesus
Into the wind
Orange tree roads
March in September
Devil's bargain
A Lib Ed
No mirror, no shadow
One of the chosen
Family life
No pain
Angry planet
Purity
Poison street
WWTG
---
Vagabonds
Til the end of the world (The Kinks-Cover)
225
---
Before I get old
Get me out
Green and grey

(c) bat 12/2014

Justin Sullivan Marshall Gill und Supportact Hugh Cornwell
Ceri Monger
Tobias Unterberg Dean White
die Drum-Section: Mann an der Harfe, Andy Woodard, Tobias Unterberg, Ceri Monger Michael Dean
Shir Ran Yanon Justin Sullivan

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New Model Army, 21.12.2014, Amsterdam, Melkweg

Weihnachtskonzert die zweite. Auch dieses Mal zum Glück kein Schnee, Amsterdam , ich komme ;-). Die Weihnachtskonzerte in Amsterdam sind immer etwas ganz Besonderes. Das Venue ist kleiner, die Bühne ist höher (d.h. ich seh was!) und die Leute sind wild durcheinander gemischt aus diversen Ländern, wobei die Hauptanteile England, Deutschland und die Niederlande stellen. Begegnet sind mir allerdings - wie auch gestern schon - auch Belgier und Italiener und bestimmt waren auch noch andere Nationalitäten vertreten, find ich immer sehr spannend und passend. Und wie's der Zufall will, steh ich wieder genau neben den beiden, die auch im Palladium in Köln schon neben mit gestanden und mitgetanzt und gesungen haben ;-). Die New-Model-Army-Welt ist am Ende halt doch ein Dorf !

Start dieses Mal schon um 20:10 h, keine Vorband. Wie schon in Köln der erste Satz ohne Gastmusiker, Setlist identisch (Guessing, Rumour and Rapture, Christian Militia, 1984, Red Earth, Stormclouds, No Rest, Knievel, The Hunt, Family, Between dog and wolf). Ende um 21:00 h. Unterschied hier: ich hab was gesehen - oder zumindest mehr als in Köln. Sehr schön. Ungewöhnlich war tatsächlich, dass die Setlist auch hier, wo sie doch ohne Rücksicht auf Gastmusiker hätten variieren können, identisch blieb. Normalerweise gibt es zwar eine Art Standard-Satz an Songs aber es gibt auch immer 5-6, die pro Konzert anders sind (wenn nicht gar mehr). Dieses Mal aber nicht. Hab das nach dem Konzert nochmal mit jemandem besprochen, der als Erklärung hatte, dass es dieses Mal so viele Songs seien und auch die müssten ja irgendwie auswendig gelernt und einstudiert und ggf. neu arrangiert werden. Na gut. Mir hätte ein bisschen mehr Variantion trotzdem gut gefallen, man darf ja wünschen, oder?

Nach der Umbaupause um 21:15 h ging es weiter. Hier schon eher schwierig, denn die Bühne war sehr viel kleiner. Die Streichersektion (Tobias Unterberg am Cello, Shir Ran Yinon an der Geige, Tom Monger an der Harfe an der Harfe) mitsamt Marshall und Dean (sehr selten: ganz vorn auf der Bühne!) daher etwas gedrängelt auf der linken Seite der Bühne (wenn man auf die Bühne schaut). Rechts war für Dean aber auch wirklich kein Platz, Michael hatte ein wirklich riesiges Gebilde an Drums dabei und thronte geradezu auf der Bühne.

Die Songs waren auch im Hauptset identisch, heißt: Start mit Ballad. Bevor sie angefangen sind, hat Justin angemerkt, dass er weiß, dass es absolut unmöglich ist, niederländische Menschen zum Schweigen zu bringen, es sei aber manchmal einfach nötig und angebracht (obwohl ich nicht sicher war, wer dieser ganzen versammelten Nationaliäten denn wirklich am meisten gequatsch hat ;-) Ich glaub, es war ziemlich gleich verteilt). Es folgte eine ausgiebige "shhhhhht"-Orgie, danach war es einigermaßen ruhig, so dass Ballad zu seinem Recht und zu seiner dem Song angemessenen Aufmerksamkeit kam. Justin war zufrieden. Hat auch bei Someone like Jesus noch gehalten. Bei Into the wind,Orange tree roads, March in September, Devil's bargain, A liberal education, No mirror, no shadow und One of the chosen war das mit dem ruhig-sein nicht ganz so wichtig, hat auch so gepasst. Großer Unterschied zu Köln - ich konnte was sehen, was nochmal zur Gesamtatmosphäre beigetragen hat, insbesondere was die "Streicher- und Harfensektion angeht, letztere war hier auch deutlich besser zu hören als in Köln. Allerdings ging das nur dann, wenn grade keine Türmchen gebaut wurden und es waren viele und sie waren alle nebeneinander, vor mir und quer vor der Bühne. Aber nur manchmal. Passte. Bei No pain war's dann wieder ruhiger. Weiter mit Angry Planet, Purity, Poison Street und Wonderful Way to go, also genau identisch zu Köln und doch anders. Vielleicht auch, wenn ich diesmal mitten zwischen Leuten stand, die zum einen getanzt haben und zum anderen mitgesungen haben, der Chor in Amsterdam war wirklich beeindruckend, selbst bei den noch recht neuen Songs (kann auch am hohen Anteil der englischen Fans gelegen haben, die es definitiv einfacher haben, sich die Liedtexte zu merken ;-) ). Ende des Hauptsets um 22:37 h.

Dann wieder diese geniale Version von Vagabonds und das Kinks-Cover Til the end of the world (was sie diesmal ruhig hätten tauschen können..). Im Anschluss hat Justin die Musiker, die sie unterstützt haben, vorgestellt und dann hat er einen Song gespielt, extra für die Niederländer, wie er sagte: High (was wohl einen Hintergrund hat: denn wenn man in Holland Berge sehen will ("high on the high hills"), muss man was dafür tun... ;-). Dann weiter mit 225, wie auch in Köln. Ende erste Zugabenreihe um 23:00 h.

Das letzte Set bestand wieder aus Before I get old ("the problem with getting old is... getting old"), auch hier wie bei Ballad und Vagabonds echt Gänsehaut. Der zweite Song war nochmal was zum Tanzen: Get me out und der dritte läutete Weihnachten ein: soooo schön: Green and grey.

Danke für diese tollen zwei Tage, ich freu mich auf die nächsten Gigs, bis dahin: schöne Weihnachten, guten Rutsch, happy birthday an Dave Monck und bis bald!

Setlist:

Guessing
Rumour and rapture (1650)
Christian Militia
1984
Red earth
Stormclouds
No rest
Knievel
The Hunt
Family
Between dog and wolf
---
Ballad
Someone like Jesus
Into the wind
Orange tree roads
March in September
Devil's bargain
A Lib Ed
No mirror, no shadow
One of the chosen
Family life
No pain
Angry planet
Purity
Poison street
WWTG
---
Vagabonds
Til the end of the world (The Kinks-Cover)
High
225
---
Before I get old
Get me out
Green and grey

(c) bat 12/2014


New Model Army, 30.07.2015, Osnabrück, Hyde Park
Support:
North Alone

So, Wacken im Regen hatten sie geschafft und als Belohnung gab es ein Konzert im Hyde Park mit Dach (selbst Justin erinnerte sich an das Konzert ohne Dach im strömenden Regen a.D. 2000).

Vorher aber erstmal die Vorband. North Alone alias Manuel Sieg mitsamt Band (Gitarre: Chris Knoke, Bass: Michael Groom, Geige: So-Kumneth Sim, Drums: Matthias Schmidt) startete um 20:00 h. Hatte nun schon das zweite Mal das Vergnügen, das erste Mal war er wirklich allein ohne Band als Support der Levellers in Münster im Gleis 22 (2012, hätte nicht gedacht, dass das schon so lange her ist). Dazwischen leider immer irgendwie zu weit weg, so dass die Platten reichen mussten. Als ich ankam, so gegen 6, waren sie grade noch dabei zu üben, wir durften aber nicht rein und zuschauen, schade. Opener war Old dog barking. Sehr zu empfehlen für alle, die Folk-Punk mögen und eine recht raue Stimme, North Alone wäre auch super geeignet als Vorband für die Levellers (hat er ja auch schon gemacht), für Gaslight Anthem oder Dave Hause (hat er wohl auch schon gemacht, wahrscheinlich genau das Konzert, bei dem ich nicht konnte) oder gerne auch in Dortmund im August für Chuck Ragan (tausche gerne gegen Northcote, der auch nicht schlecht ist, aber das hier hat mir deutlich mehr Spaß gemacht!). Heißt, wer mit dieser Aufzählung was anstellen konnte, sollte sich auf jeden Fall die Platte anhören und sich das Ganze wenn möglich auch mal live anschauen. Weiter ging's mit der aktuellen Single aus dem Album Cure and Disease: The Last Inch. Weiter dann mit einem Song für Männer mit Vollbärten, die diese tragen, weil ihre Freundin sie verlassen hat: Razorless. Dann gab's einen meiner Lieblingssongs von der Platte: Black Water. Das nächste hab ich ebenso wie Razorless nur mit freundlicher Unterstützung rausbekommen: Pictures and Places. Das folgende ist auch eines von der ohnehin tollen Platte, das ich sehr gerne mag: Scatter my ashes into the sea, gefolgt von Hydrogen Peroxide. Hier sei mal angemerkt, dass neben der tollen Musik auch die Texte zuhörenswert sind; leider noch nicht wirklich im Netz zu finden und beim download nicht dabei. Also: zuhören! Oder mal hier ein bisschen nachlesen, zwei nette Beschreibungen der beiden Platten (neben diversen anderen hab ich mir als Link mal diese ausgesucht: www. negativewhite.ch). Das nächste - Inscription - handelte von jemandem, der gestorben ist und von der Inschrift auf seinem Grabstein: er hat nie wirklich gelebt, konsequenterweise ist er jetzt tot. Dann Cure and Disease gefolgt von Missing heart shadow. Weiter mit Some other day, auch live echt schön, gefolgt vom genialen Road most traveled. Zum Schluss gab's noch ein Cover von Hot Water Music: Trusty Chords (nochmal Danke!). Vor diesem Song hat Manuel noch was Schönes gesagt: "Man kauft keine Ramones-T-Shirts bei H&M". Wie er nun ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt darauf kam, ist mir verborgen geblieben, entweder es hatte mit dem Song zu tun oder mit dem Mädel hinter dem Merch von Army... wenn er sie nicht gesehen hat, hatte er danach zumindest einen Diskussionspartner ;-). Vorbei war's dann um 20:45 h. Hat mir gut gefallen, gerne wieder.

Die New Model Army machte weiter um 21:15 h. Vorab: ein eigentlich normales Set, bis auf No greater Love keine wirklichen Überraschungen (ich hatte ein bisschen damit gerechnet, dass Justin aufgrund der aktuellen Flüchtlingsentwicklungen Another Imperial Day einbauen würde, hat er aber nicht - habe aber mittlerweile gesehen, dass er auch für Wacken keine extra Wacken-Setlist gebastelt hat sondern sein Ding durchgezogen hat - wie's angekommen ist, weil's ja doch irgendwie gar nicht so recht passt, würde mich mal interessieren von denjenigen, die dabei waren!). Dennoch war es super, tolle Stimmung, richtig nette Location (von innen und ohne die Betrachtung der Toiletten und der Belüftung zumindest) - breite Tanzfläche vor der Bühne, man konnte super sehen. Das einzige, das ich zu Beginn etwas irritierend fand: diese Halle hat doch tatsächlich OBERLICHTER!!! Heißt, es war hell. Sehr seltsam. Gab sich dann mit der Zeit ;-). Justin meinte irgendwann, sie hätten jetzt schon 35 (???) Mal in Osnabrück gespielt, und in dieser Halle auch schon mehrfach, allerdings in immer einer anderen mit gleichem Namen (Abriss, Neuaufbau, Abriss...) und am Ende würde sie immer wieder genauso aussehen. Immerhin hätte sie dieses Mal ein Dach (siehe Konzert im Hyde Park von 2000). Und 2043 würden sie wieder kommen und wieder in einer dann neuen Hyde Park-Halle spielen, die wieder genauso ... ;-))). War auch das längste, was er überhaupt erzählt hat. Und weil es so schön war und halt auch irgendwie schon wieder ein halbes Jahr her, ist das Fotos machen irgendwie zu kurz gekommen, siehe unten.

Start mit Stormclouds, danach States Radio, gefolgt von March in September. Danach no greater love. Ich kann mich nicht erinnern, das überhaupt schon mal live gehört zu haben, wow. Weiter mit den neuen Songs Devil's Bargain und Guessing. Danach Orange Tree Roads und No mirror no shadow. Dann war Tanzen angesagt (bzw. aufpassen, dass der 2 Meter 20-Typ, der leicht wiegend neben mir stand, mir nicht nochmal mit Anlauf auf den Fuß springt): Wonderful Way to Go, gefolgt von einem ganz ruhigen, von dem ich gedacht habe, dass sie sich das für Justin-Solo-Gigs aufsparen: Summer Moors, großes Kino, wirklich sehr, sehr schön. Blieb aber nicht ruhig, im Gegenteil: Christian Militia, Angry Planet waren nicht wirklich Kuschellieder, dafür dann aber - zumindest der Anfang - Between Dog and Wolf, was Justin ja immer als Liebeslied verkauft. Gefolgt von High. Justin meinte, es sei immer irgendwie schwierig, neue Songs zu schreiben, die mal sowas wie Hoffnung zum Thema hätten, bei den aktuellen Zuständen in England, deshalb halt ein altes Lied: Purity, immer wieder gerne. Danach I love the world und was soll ich sagen, es hat gar nicht gestört, im Gegenteil, war echt schön. Trotzdem gibt es originellere Möglichkeiten - aber auf einen Zuruf mit Musikwunsch meinte Justin: ihr müsst doch mittlerweile wissen, dass wir nie spielen, was ihr euch wünscht, also hab ich es erst gar nicht versucht ;-). Ist aber auch egal, weil bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen die Songs alle gut sind und nur, weil man einen oder zwei nicht mehr dauernd hören kann, muss das ja nicht den anderen Leuten im Publikum und der Band auch so gehen - jedem Recht machen kann man es eh nicht ;-).

Tja, und dann war 22:35 h und das Hauptset war irgendwie schon vorbei. Komisch, hatte doch grade erst angefangen. Und schon waren wir bei den Zugaben. Akustisch Knievel, danach noch Stupid Questions (noch so eins aus der Kategorie man könnte auch was anderes... und noch so eins, das diesmal einfach gut war! ;-) ) und Get me out. Und dann sind sie um 22:51 h verschwunden und die Musik ging an (leise). Ich war fest davon überzeugt, dass sie nochmal wieder kommen. Sind sie aber nicht. Das war irgendwie komisch, das einzige, das ich vielleicht zu meckern hab. War mir zu abrupt und zu wenig Green and Grey. Mal sehen, ob sie das morgen wieder rausreißen ;-).

Hier nochmal die Songs:

Stormclouds
States Radio
March in September
No greater Love
Devil's Bargain
Guessing
Orange Tree Roads
No mirror, no shadow
WWTG
Summer Moors
Christian Militia
Angry Planet
Between Dog and Wolf
High
Purity
I love the world
---
Knievel
Stupid Questions
Get me out

PS: Dank an Manuel für die Unterstützung bei der North-Alone-Setlist und der Namen der Bandmitglieder!

North Alone Full Band North Alone Bass und Geige North Alone - Manuel Sieg
Justin Sullivan Justin Sullivan Justin Sullivan

(c) bat 08/2015


New Model Army, 31.07.2015, Hannover, Maschseefest, Löwenbastion
Support:
John Winston Berta

Die Überschrift über einem Zeitungsartikel könnte lauten: New Model Army spielen volles Set - umsonst und draußen! Von vorn. New Model Army haben heute eigentlich einen Tag frei. Aber da ist Jan und er organisiert, dass sie an diesem freien Tag auch was Sinnvolles zu tun bekommen - nur in Pubs rumsitzen und trinken ist sowas von ungesund! ;-). Und da die Jungs immer noch Lust dran haben auf der Bühne zu stehen hat das geklappt (bei Gelegenheit würde mich mal interessieren, wie viel an Überredungskunst es gekostet hat! ;-) ). Vorher gab es aber einen Support - auch dank Jan - der keinesfalls unerwähnt bleiben sollte.

Vielleicht sollte ich aber vorher ein bisschen was über die Location schreiben. Ok. Maschseefest. Der Maschsee ist ein See mitten in Hannover, riesig (mindestens so groß wie unser heimischer Baldeneysee oder vielleicht der Aarsee in Münster? Ich hab's nicht nachgemessen oder nachgelesen, aber es war jedenfalls kein Teich ;-)). Drumherum am Ufer Buden und Bänke so weit man es überblicken konnte. Allein ein Shuttlebus, der glaub ich am Ufer des Sees entlang mindestens 8 Haltestellen hatte. Und in diesem Riesengelände hieß es nun die Löwenbastion zu finden, auf der Army auftreten sollten. Gestaltete sich irgendwie schwieriger als gedacht, weil auch die eigentlich Einheimischen das nicht so wirklich wussten, von Shuttlebussen noch nie was gehört hatten oder auch die Leute ans andere Ufer (nicht Osten sondern Westen) schicken wollten. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Pech bei der Auswahl derjenigen, die wir befragt haben ;-). Nun gut, irgendwie sind wir alle angekommen und selbst die Army hatte für ihren Merchandise vor Eingang auf die Löwenbastion-Halbinsel ein kleines nettes weißes Holzverkaufshäuschen! Mal was anderes. Die Löwenbastion selber war zweimal mit Sperren gesichert, die man bei Überfüllung hätte schließen können (einmal die "Halbinsel" direkt und einmal der Bereich direkt vor der Bühne) - also lieber mal rechtzeitig da sein und dort auch bleiben. Fress- und Getränkebuden gab es auch hier ausreichend. Die Bühne selber war so eine typische Volksfest-Bühne mit einem Zeltdach und einer Art Holzdielenboden davor. Dahinter dann 2 Bierstände unter einer riesigen alten Kastanie. Echt schön, leider aber auch echt begrenzt, was den Platz anging. Eine Ebene tiefer dann noch weitere Bänke und Sitzmöglichkeiten, genauso hinter der Plattform, auf der die Bühne stand. Bänke direkt am See mit Blick auf den Sonnenuntergang. Sehr schön. Nur wie gesagt vor der Bühne eher eng, daher war ich bei Army deutlich zu weit hinten und habe deutlich zu wenig gesehen...

Beim Start des Support-Acts John Winston Berta war aber noch genug Platz, so dass ich auch das eine oder andere Foto machen konnte - was bei Army dann deutlich schwieriger wurde... Er startete um 20:00 h und spielte gut eine Dreiviertel-Stunde. Er ist 17 (!), hat aber eine Stimme, die deutlich reifer klingt, spielt Gitarre und Mundharmonika, hat neben Covern von Coldplay, Tracy Chapman, Red Hot Chilli Peppers, Bob Dylan (hab ich glaub ich gehört) auch eigene Sachen gespielt und ich muss sagen, richtig gut! Hat bislang wohl als Straßenmusiker rund um den Maschsee gespielt und dort eben auch auf sich aufmerksam gemacht, ist aber natürlich nicht sein erstes Konzert gewesen. Eine Karriere in diesem Business ist für ihn glaub ich vorprogrammiert. Auch sein Vater spielt in einer Band (Denny's Beat Company) und hier hat er wohl schon in jungen Jahren auch live unterstützt, was ihm sicherlich jetzt zu Gute kommt, wenn er auf einer Bühne vor so vielen Leuten steht. Obwohl er zugegeben hat, dass er nervös sei und sich erstmals eine Setlist gemacht hat! ;-). John, gemerkt hat man von der Nervosität nichts! Echt netter Gig. Schade nur, dass gegen Ende aufgrund der vorher erwähnten drohenden Sperrung schon ganz viele Army-Fans da waren - was ja auch gut war - die aber leider dem Geschehen auf der Bühne nicht mehr die ihm gebührende Aufmerksamkeit gewidmet haben... War dennoch ein gelungener Start.

Dann - um 21:00 h - kamen New Model Army und Justin erzählte von seinem theoretisch freien Tag - den er jetzt eben nicht hat und dass er eben jetzt statt in einem Pub zu sitzen hier auf der Bühne steht. Wir haben es ihm gedankt, tolle Stimmung, toller Gig - nur die Jungs neben mir waren ein bisschen nervig, haben halt, wie das so ist auf solchen Stadtfesten, das letzte Mal von New Model Army zu Zeiten der Impurity gehört und zum ersten Mal vermutlich zur Thunder and Consolation. Was das mit der Setlist dann schwierig machte, weil sie erst gegen Ende wieder Lieder kannten und zwischendrin zumindest ein bisschen rumgenörgelt haben.Nach Ende des Konzerts waren sie aber wieder voll dabei und werden bestimmt nie wieder nörgeln sondern sich stattdessen mit den Platten seitdem beschäftigen werden, damit sie nächstes Mal nicht erst gegen Ende des Konzerts Spaß haben. Der Gig war damit also eine gute Tat! ;-)

Das Set startete wie gestern in Osnabrück - ich hatte echt damit gerechnet, dass es hier eine Art light-Set geben würde mit Songs für eine Stunde und mit Sachen, die eben die nörgelnden Jungs neben mir kennen - aber nein, sie lieferten das volle Programm ab und mehr! Wow! Start also mit Stormclouds, States Radio, March in September, No greater love. Dann, man lese und staune, tauchte Shir Ran Yinon auf mitsamt Geige und Kleid vom Weihnachtskonzert! Justin erzählte nochmal, dass sie ja hier wären statt einen freien Tag zu haben und in Pubs zu sitzen, aber immerhin seien sie morgens durch Hannover gelaufen und hätten rein zufällig Shir Ran getroffen, die rein zufällig ihre Geige und ihr Kleid dabei hatte und auch einen freien Tag hatte - der dann ebenfalls Geschichte war. Nette Story - Wahrheitsgehalt zweifelhaft! ;-). Damit dann also die nächsten Songs mit Geigenuntermalung: Devil's Bargain, Guessing, Orange Tree Roads, No mirror, no shadow, Wonderful Way to go. Die Menge vor der Bühne hopste und tanzte wie immer, der Holzboden bebte - zum Glück war er nur auf den darunterliegenden Boden aufgelegt und stand nicht auf irgendwelchen Stützen, er wäre ansonsten sicherlich zusammengekracht. Auch Leute, die gar nicht tanzten oder tanzen wollten, wippten unfreiwillig mit ;-). Wurde bei Summer moors dann etwas weniger, bei Christian Militia und dem Lied für die unter-Dreißigjährigen ("song about your future, good luck with that") Angry Planet, nahm das Gewippe natürlich wieder deutlich zu. Angry Planet mausert sich mehr und mehr zum Nachfolger (oder mindestens als Ergänzung für) von Here comes the war, das sie auch dieses Mal nicht gespielt haben. Weiter dann mit dem Love song Between dog and wolf, das hier genau richtig zum Dämmerlicht und zum Sonnenuntergang kam. Weiter dann mit High und Purity (Hurra, endlich ein Klassiker für meine Nachbarn ;-)), gefolgt von I love the world. Purity richtig schön mit Geigenuntermalung, ich fand die Geige allerdings bei diesem Song zeitweilig irgendwie ein bisschen schräg, oder war das nur mein Eindruck? Und dann war es um 22:18 h schon vorbei mit dem Hauptset. Als Zugabe schritt Justin mit Shir Ran auf die Bühne und ich ahnte schon Gutes: jawohl! Vagabonds!!! Sehr genial! Auch wenn ich Knievel ganz gerne mag, war das hier ein definitiv sehr gelungener Tausch in der Setlist! Und immerhin mit 3 Drummern, wenn auch nicht mit 6 wie Weihnachten: Michael wurde tatkräftig unterstützt von Ceri und Darren! ;-). Weiter dann mit Stupid Questions und Get me out wie auch in Osnabrück. Und dann war wieder Ende - 22:35 h. Aber die Leute haben nicht aufgegeben und dieses Mal - trotz freiem Tag und allem Umsonst und Draußen - gab es tatsächlich noch eine Zugabe mehr: "weil sie da ist" oder so sprach Justin und spielte mitsamt Geige und grünem Licht und allem was sonst noch dazu gehört Green and Grey! Dafür hat sich jeder Stau gelohnt! Ein sehr, sehr schöner gelungener Gig in einer mal ganz und gar anderen Location. Vielleicht hätten sie nur aufgrund der doch eher gemischten Zuschauer, die eben vielleicht wirklich lange nichts mehr mit der Band zu tun gehabt haben, die Setlist einfach auf den Kopf stellen sollen und mit den "Klassikern" anfangen sollen - dann wären die Leute im Rausch gewesen und hätten die neuen Songs vielleicht einfacher verdauen können. Egal wie rum, am Ende - um 22:45 h - haben sie sie alle auf ihrer Seite gehabt! Nochmal herzlichen Dank an Jan ;-).

Hier nochmal die Songs:

Stormclouds
States Radio
March in September
No greater Love
Devil's Bargain
Guessing
Orange Tree Roads
No mirror, no shadow
WWTG
Summer Moors
Christian Militia
Angry Planet
Between Dog and Wolf
High
Purity
I love the world
---
Vagabonds
Stupid Questions
Get me out
---
Green and Grey

John Winston Berta
John Winston Berta
John Winston Berta
John Winston Berta Justin Sullivan und Ceri Monger
Türmchenbauen auch auf Stadtfesten
New Model Army Dean White, Justin Sullivan, Ceri Monger

(c) bat 08/2015


New Model Army, 19.12.2015, Köln, Palladium
Support:
Radio Havanna und The Godfathers

Back to normal

So könnte man das diesjährige Weihnachtskonzert nennen. Vorbands ganz gut, Hauptset mit New Model Army und zwar nur New Model Army. Kein Schnick, kein Schnack, was Justin auch selber kommentiert hat ("letztes Jahr hatten wir 45 Musiker - und dieses mal nur.. uns") und eine eher seltsame Setlist.

Ich fang aber mal vorne an. Vorband Nr. 1, Radio Havanna, macht deutschen Punkrock. Was ich gehört hab, hat mir ganz gut gefallen, ich hab aber die meiste Zeit mit Reden verbracht mit Leuten, die ich ewig oder aber mindestens einen Monat (da war das letzte Levellers Konzert) oder irgendwas dazwischen nicht gesehen habe. Gehört mindestens genauso zu einem Weihnachtskonzert dazu. Normalerweise bin ich nicht so ignorant den Vobands gegenüber, habe dabei nämlich durchaus schon sehr gute entdeckt, die es gelohnt haben, weiter in ihre Musik einzutauchen. Weihnachten bei Army gelingt mir das aber nur selten. Radio Havanna, gegründet bereits 2002, starteten um 19:15 h und spielten eine Dreiviertelstunde bis 20:00 h. Danach The Godfathers, von 20:20 h bis 21:25 h. Hier muss ich das gleiche beichten wie bei Radio Havanna. Das was ich gehört habe, hat sich ganz nett angehört, solider Punkrock, vielleicht ein bisschen langweilig und in den 80ern hängengeblieben? War aber durchaus passend fürs Gesamtkunstwerk Weihnachtskonzert. Und offen gesagt hat's mir besser gefallen als letztes Jahr mit Hugh Cornwell.

So, dann war Schluss mit Quatschen, es wurde ernst und ich musste mich noch ein bisschen weiter nach vorne wühlen - ist mir dieses Mal nur bedingt gelungen und wie Ihr an den Bildern sehen werdet, hab ich auch nicht sooo viel gesehen, bin aber zuversichtlich, dass mindestens der Musikinstikt dank versiertem Abgesandten schöne Fotos veröffentlichen wird, also schaut unbedingt dort vorbei. Auch wenn das Licht nicht so gelungen war (deutlich zu viel Rot, wie ich fand).

New Model Army starteten um 22:02 h eher ungewöhnlich mit Bloodsports; wenn man die aktuelle politische Lage betrachtet aber genauso wie das folgende Christian Militia vielleicht ganz passend. Danach Breathing. Muss ich nicht haben. Hab ich schon beim Lesen der Setlists aus Nottingham und London gedacht (die immer gerne Vorlage sind für die beiden nachfolgenden Konzerte, wie auch dieses Mal). Aus irgendeinem Grund war aber dieses Weihnachtskonzert das Revival der High mit immerhin 6 songs (wenn sie wenigstens Dawn gespielt hätten stattdessen...). Hoffentlich kommen sie nächstes Jahr nicht auf die Idee, das Weihnachtskonzert unter das Motto der Carnival zu setzen... Weiter ging es dann mit March in September und No greater love. Dann schon wieder die High mit Nothing dies easy. Muss ich noch weniger haben als Breathing. Weiter mit Devil's bargain und immerhin einem zusätzlichen Drummer: Ceri - der gleichzeitig auch noch die Haarfarbe von Pink zu Rot gewechselt hat, was ihm ausgezeichnet steht - durfte mit trommeln. Mir hat's gefallen, auch wenn mir bekannte Drummer nach dem Konzert behauptet haben, es sei aus dem Takt gewesen (ich weiß allerdings nicht mehr ganz genau ob bei diesem oder einem anderen Lied). Ich hab nix gehört, was sich komisch angehört hat, kann aber auch daran gelegen haben, dass ich so laut mitgesungen habe ;-). Weiter mit einem meiner Lieblingsstücke von der Eight Orange Tree Roads. Dann schon wieder die High mit No mirror no shadow, was ich tatsächlich sogar ganz gerne mag und das auch zunehmend ins Standardset aufgenommen zu sein scheint, ebenso wie das folgende One of the Chosen, beide wie auch das folgende ebenfalls ganz passend zur Lage der Welt. Dann Licht aus, Spot an, Justin alleine: Another Imperial Day. Sehr intensiv, in der Halle Ruhe und danach tosender Applaus. Wow. Ceri durfte im Anschluss bei Stormclouds wieder mit trommeln. Danach ein Lied, das sie am Weihnachtstag vor 30 Jahren geschrieben haben, wie Justin erzählte. Trotzdem nicht wirklich ein Weihnachtslied: Heroes. Gefolgt von Between Dog and Wolf und Angry planet ("be scared of the future"). Den Abschluss machten Family und Get me out (23:23 h). In den Zugaben dann Start mit Fate und der ersten Abwandlung (zusätzlich) zu den Konzerten vorher: High. Gefolgt von Wonderful way to go. 23:42 h. Und ja, sie haben versucht, Musik anzumachen, war aber nur Show. Weiteres Zugabensetz mit Green and Grey und einem Gänsehautchor, sooo schön. Danach noch Stupid Questions (zusätzlich im Vergleich zu den vorherigen Gigs) und I love the world. Ende um 00:04 h. Schön war's natürlich. Versöhnt war ich spätestens bei Green and Grey, aber ein typisches Weihnachtskonzert war es nicht. Irgendwie waren es gefühlt weniger alte Songs als sonst, es war deutlich zu viel von der High dabei (oder zumindest 2 Songs von selbiger Platte auf die ich gut hätte verzichten können), die Mischung mit den neuen Sachen dagegen fand ich ganz gelungen (die mag ich aber auch ;-) ). Im Vergleich zu den Gigs, die ich dieses Jahr schon gesehen habe, war dieser tatsächlich der schwächste. Ups, hab ich das jetzt wirklich geschrieben? Nicht dass ihr meint, ich sei unzufrieden gewesen oder nicht hin und weg danach. Nein, aber es war ein Gig, der wieder Luft nach oben lässt. Mal sehen, was Amsterdam morgen so bringt.

Link zu Radio Havanna:

Link zu The Godfathers

Setlist:

Bloodsports
Christian Militia
Breathing
March in September
No greater Love
Nothing dies easy
Devil's bargain
Orange tree roads
No mirror no shadow
One of the chosen
Another imperial day
Stormclouds
Heroes
Between dog and wolf
Angry planet
Family
Get me out
---
Fate
High
Woderful way to go
---
Green and grey
Stupid Questions
I love the world

Die im folgenden gezeigten tollen Bilder (und das trotz der Lichtverhältnisse) stellt mir und damit Euch freundlicherweise Markus Bykol zur Verfügung (ich erlöse euch damit von meinen ;-) )

(c) bat 12/15


New Model Army, 20.12.2015, Amsterdam, Melkweg
Support:
Mankes

In Amsterdam gab es nur eine Vorband, Mankes (ein Mann und eine Frau, Gitarre und Keyboard, esoterischer Punk sagt die Seite, ich fand es nicht wirklich punkig). Hat mir ganz gut gefallen, leider hab ich nicht alles mitbekommen. Sie haben eine halbe Stunde gespielt (20:00 h bis 20:30 h). Weiter unten hab ich eine Seite verlinkt mit Songs von ihnen. Werde hier nochmal etwas ausführlicher reinhören.

New Model Army starteten um 21:00 h. Die Halle hier ist deutlich kleiner als das Palladium und sie hat Stufen. Eine davon hab ich dann mal genutzt um nicht nur tanzen zu können sondern um die Band auch mal zu sehen. Und wie ich schon mal festgestellt hab, trägt das Venue stark dazu bei wie gut ein Konzert wird - vielleicht ein bisschen so wie die Fans beim Fußball... Sie spielten fast die gleiche Setlist wie gestern, aber trotzdem war es irgendwie schöner. Vielleicht, weil Amsterdam immer so was wie ein Urlaubstag ist und man mit anderer Stimmung ankommt oder weil die Halle übersichtlicher ist oder weil man die Band sieht. Keine Ahnung, ist auch egal, führt mich nur - wenn nicht ganz viel Schnee liegt und das war dieses Jahr mit ca. 13 Grad doch eher unwahrscheinlich - immer wieder hierher.

Start mit Bloodsports gefolgt von Christian Militia, danach das erste von der High - Breathing, das ich immer noch nicht wirklich in einer Setlist brauche, das mir aber schon nicht mehr ganz so fremd vorgekommen ist wie gestern. Weiter mit March in September und No greater love. Auch hier wieder gefolgt von Nothing dies easy (naja) und Devil's bargain. Ceri durfte wieder mit ran an die Drums und die Haarfarbe hat wirklich von pink zu rot gewechselt, es war gestern nicht nur das Licht ;-). Weiter mit Orange Tree Roads und No mirror no shadow. Justin war hier ein bisschen sprachloser als gestern, aber hat auch hier kommentiert, dass sie ja in diesem Jahr ganz alleine sind und nicht mit 43 anderen Musikern, wie im letzten Jahr (zwischen Köln und Amsterdam scheinen zwei verloren gegangen zu sein - würde mich mal interessieren, wie viele es nun wirklich waren ;-) ). Weiter mit One of the Chosen ("watch out for the holy fools") und dem eindrucksvollen Another Imperial Day - hier allerdings nicht ganz so eindrucksvoll wie in Köln, irgendwie war in der Halle mehr Gequatsche. Danach Stormclouds und Heroes (Weihnachten geschrieben). Dann das zweite der Liebeslieder: Between Dog and Wolf, gefolgt vom Angstmacher Angry Planet. Auch hier Abschluss des Hauptsets mit Family und Get me out. 22:23 h. Zugaben waren Fate, High (diesmal ohne den Kommentar mit dem Berg und Holland - siehe letztes Jahr - sondern, dass man in Zeiten wie diesen manchmal ein bisschen Perspektive benötigt). Abschließend Wonderful way to go. Start der Hintergrundmusik, die uns aber nicht vom Klatschen abgehalten hat. Natürlich kamen sie wieder und Justin meinte: ja, wir spielen es, es ist Weihnachten: Green and Grey. Das Lied ist einfach schön und Weihnachten besonders. Trotzdem war's nicht das letzte, sondern es ging weiter mit Purity (guter Tausch gegen Stupid Questions) und den Abschluss machte auch hier I love the world um 23:00 h. Schön war's. Die Setlist immer noch seltsam aber nicht mehr ganz so seltsam wie gestern. Vielleicht muss man sie nur häufiger hören ;-). Und nein, auf der Heimfahrt hab ich nicht die High gehört!.

Schöne Weihnachten, guten Rutsch und bis nächstes Jahr!

Setlist:

Bloodsports
Christian Militia
Breathing
March in September
No greater Love
Nothing dies easy
Devil's bargain
Orange tree roads
No mirror no shadow
One of the chosen
Another imperial day
Stormclouds
Heroes
Between dog and wolf
Angry planet
Family
Get me out
---
Fate
High
Woderful way to go
---
Green and grey
Purity
I love the world

Link zur Homepage von Mankes

Die im folgenden gezeigten tollen Bilder darf ich Euch mit freundlicher Genehmigung von Frank R. zeigen (meine hab ich gaaaanz schnell gelöscht ;-) ).
Mehr davon auf http://www.fb.com/pixiac: Link

(c) bat 12/2015


New Model Army, 26.08.2016, Groß-Gerau, Volk im Schloss

Es ist wieder die Zeit der open-air-Konzerte und New Model Army machen auch wie schon im letzten Jahr einige Festivals mit, die an eher ungewöhnlichen Orten für einen kleinen wenn nicht gar keinen Eintritt stattfinden. Orte, von denen noch nie ein Mensch gehört hat oder zu denen er im normalen Leben vermutlich auch nie reisen würde. Gut, dass es die NMA gibt, sonst würden wir eine Menge idyllische Orte verpassen ;-).

Erste Veranstaltung in diesem Reigen ist das Volk-im-Schloss-Festival in Groß-Gerau. Wie sagte Justin: ein echtes Shakespeare-Festival, das sie neben Auftritten auf Rock-, Heavy-Metal- (Wacken!), Folk-, Goth-, Hippie-Festivals nun auch aufzählen dürfen als Orte, an denen sie aufgetreten sind. Und wirklich wurde im Tagesprogramm eine freie Interpretation von "-Viel Lärm um nichts geboten".

Wie sind wir nun darauf gekommen, von sehr weit her (und die Fans aus England waren doch von deutlich weiter angereist als ich mit meinen 2,5 Stunden!) auf gut Glück an einen Ort zu reisen, von dem nicht klar war, dass man - weil umsonst und draußen bei sehr schönem Wetter - überhaupt noch aufs Gelände kommt? Netterweise wurde vorher extra für die New Model Army Fans angeboten, die Festivalbändchen reservieren lassen zu können und am Tag des Konzerts zwischen 15:00 h und 18:00 h persönlich (gegen Ausweis!) abholen zu können. Sehr, sehr nett!! Wirklich super Orga, tolles Ambiente und ein sehr sehr schönes Konzert. Bei ca. 30 Grad und dem Tag, an dem das neue Army-Album "Winter" erschienen ist ;-). Hatte es natürlich morgens noch nicht in der Post, wollte aber auch nicht warten, habe es also vorab nochmal in digitaler Form erstanden, damit ich mich auf der Fahrt nach Groß-Gerau schon mal einstimmen konnte. Wir waren natürlich deutlich zu früh da (wegen der Bändchen ;-)), Einlass war erst um 18:00 h, New Model Army waren erst um 22:30 h dran, aber dafür haben wir zumindest schon mal gehört, dass sie 2 der neuen Stücke spielen wollten, eine Geige dabei war und auch Vagabonds wohl wieder einen Auftritt in der Setlist haben würde - Probe am Nachmittag, beim Vorbeilaufen deutlich zu hören. Um 18:00 h dann Einlass, nettes Unterhaltungsprogramm vorab (hab Volk-im-Schloss mal verlinkt, da könnt Ihr gucken. Ich hab ein bisschen gequatscht, was gegessen und getrunken und auf 22:30 h gewartet, war nicht ganz so aufmerksam in Bezug auf das restliche, sicher sehr gute, sonstige Programm). Das einzige, das nicht wirklich schön war, waren diese fürchterlichen Mücken, die irgendwie insbesondere meine Füße sehr lecker fanden! Und es hatten natürlich alle Sonnenmilch dabei, aber niemand Mückenspray! Kurz vor Bandauftritt hat sich dann doch noch jemand gefunden, aber da war der Schaden schon angerichtet ;-). Trotzdem danke!

Noch kurz zu der Sache wie vielleicht Stammgäste diesen Einfall der New-Model-Army-Fans gefunden haben könnten: Es gab auch einen Herrn, der vom Veranstalter aus Fotos gemacht und Interviews geführt hat (nein, es war nicht Jochen Melchior, der die Band wohl hierher gelockt hat, wie Justin nachher verriet). Bei einem dieser Interviews - hab ich im Vorbeigehen gehört - sagte ein Gast: es sei ja wirklich ein schönes Ambiente hier, aber die Gäste dieses Jahr seien irgendwie anders als sonst... damit waren wohl dann wohl die ganzen Leute mit schwarzen T-shirts oder Army-Shirts gemeint ;-). Ich hoffe, es hat ihr trotzdem gefallen!

So, genug des Vorgeplänkels. Stellt euch vor, es ist endlich 22:30 h, das Schloss, die Bäume und die New Model Army Bühne sind erleuchtet, wir haben einen guten Platz am rechten Rand (Ceri-Seite) der Bühne und es kann endlich losgehen. Start um kurz nach halb mit White light gefolgt von Guessing. Justin meinte, es sei auf Festivals immer wieder nett, Leuten zu begegnen, die man so kennt und die man direkt einspannen kann: Shir-Ran mit Geige, welch Zufall. Hab ich ihm schon letztes Jahr in Hannover nicht abgenommen, aber trotzdem eine schöne Geschichte: Damit also das nächste Lied mit Geigen-Unterstützung: Orange Tree Roads (die weiteren Songs natürlich auch, hier war nur ihr erster Einsatz). Weiter dann mit March in September. Ich muss sagen, ich fand das alles übrigens sehr idyllisch, angestrahlte Bäume, eine kleine oben halbrunde Bühne, Lichter wie Sterne, 25 Grad auch ohne Sonne, sehr sehr schön und sehr sehr warm ;-). Daher ja auch, wie Justin sagte, heißt die neue CD "Winter" und sie hätten extra bis heute, zum wärmsten Tag des Jahres, gewartet, um sie zu veröffentlichen. Einleitung zum Titeltrack Winter. Großartiger song! Weiter mit Devil's Bargain. Danach wollte Justin nichts zum Brexit sagen, aber passend dazu folgendes Lied spielen: Burn the castle. Ebenfalls wie das folgende vom neuen Album und richtig gut geeignet live. Das nächste - Part the waters - und ich müssen miteinander noch warm werden, finde ich auf der Platte nicht so auffällig gut und hat mich bislang auch live noch nicht gepackt (wie auch, hab es ja erst einmal gehört ;-)). Kommt bestimmt noch. Weiter mit grünem Licht, besonders schöner Geige und einem besonders schönen Publikumschor: Green and Grey. Danach ein bisschen lauter mit Stormclouds, between dog and wolf (winter love song, passt super!) und angry planet (rotes Licht). Danach die etwas ältere Liederabteilung mit Purity, Family und Wonderful Way to go. 23:53 h. Natürlich gab es Zugaben, zunächst mal zwei: Rivers (naja) und 225. 00:07 h. Und dann nochmal, weil es so schön war und weil sie es nachmittags schließlich ja auch geübt hatten: Vagabonds mit einem großartigen Intro auf der Geige und Justin, der nur auf seine Gitarre klopfte. Nach und nach dann Einstieg der ganzen Band, Marshall unterstützte Michael an den Drums (hier war auch ein junger, neuer Typ dabei, ob er aber wirklich schon irgendwas getan hat, weiß ich nicht, war jedenfalls hinten bei Michael an den Drums zu sehen während des Konzerts) und Darren und Ceri bearbeiteten die Bongos (oder wie immer diese Trommeln auch heißen - siehe zugehöriges Foto - das letzte der Bilder! Jetzt weiß ich's dank Stefan: Floortoms! Danke dafür!). Sehr grandios! Schluss um 00:15 h und es hat sich auf jeden Fall gelohnt anzureisen. Morgen geht's weiter in Waltrop beim Parkfest, bis dahin!

(c) bat/08/16

Ach ja, da war noch was: ich hab Fotos gemacht. Sind aber ein paar viele, die ganz nett geworden sind und die ich euch nicht vorenthalten will. Daher auf einer separaten Seite versammelt. Folgt dem Link!


New Model Army, 27.08.2016, Waltrop, Parkfest

Teil zwei der open-air-Konzerte für kleines Geld. Diesmal kosteten drei Tage mit diversen Bands und ganz viel Ständen, Essen, Kram, Mittelalter, Trinken, Riesenrad und so 8,-. Kann man nicht meckern! :-) Army dieses Mal mit etwas mehr Wiese und mehr Leuten davor als noch gestern in Groß-Gerau. Wetter immer noch warm, leider auch ein bisschen schwül, Unwetterwarnung war für abends ebenfalls ausgegeben.

Army sollten hier immerhin schon um 21:00 h spielen - das Problem war allerdings die Vorband - naja, Problem wäre vielleicht zu viel gesagt, in jedem Fall war die Vorband oder die Band vor New Model Army sehr anders. Wer aus dem Pott kommt oder Stammgast ist bei Bochum Total oder auch in Wacken wird ihn kennen: Mambo Kurt. Oh Schreck, hab ich mir gedacht. Das kann ja heiter werden! ;-) War es auch, wenn man es nimmt wie es ist: Comedy mit Heimorgel. Der Mann hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Heimorgel wieder nach vorn zu bringen und das indem er möglichst viele Lieder, die definitiv nicht zu einer Heimorgel passen, covert. Und dazwischen Zeugs erzählt und Leute zum gemeinsamen Tanz motiviert. Will gar nicht mehr lange rumreden, der Mann hat uns eine Stunde lang unterhalten mit covern von Depeche Mode, Rage Against The Machine, Abba, Slayer, Deichkind, Nirvana, Europe, Van Halen und ich hab bestimmt noch einiges vergessen. Glücklicherweise hat er sich nicht getraut, NMA zu covern, ich glaube, dann wäre der eine oder andere doch bislang nur ein kleines bisschen irritierte Fan völlig entsetzt gewesen ;-).

Um kurz nach 21:00 h dann New Model Army. Deutlich größere Bühne - mit einem runden Zeltdach davor, das ganz hübsch war, uns aber im späteren Verlauf des Abends nichts gebracht hat, weil nicht über sondern irgendwo hinter uns ;-). War von der Bühne aus aber bestimmt nett anzusehen. Gut war, dass dieses Mal Dean und auch die Bongos, die Ceri durchaus häufiger eingesetzt hat als ich gestern noch gedacht und gesehen habe, besser sichtbar waren. Schlecht war, dass ich zwar wieder ungefähr 2 Reihen vor der Bühne stand, aber dieses Mal eine eher große Frau vor mir stand und meine große Kamera zu Hause war. Daher gleich nur ein paar eher schlechte Fotos und der Verweis auf gestern - so richtig verändert haben sie sich seitdem nicht ;-).

Also, Start wie gestern mit White light gefolgt von Guessing.Weiter auch hier mit Shir-Ran und der Geigenunterstützung und Orange Tree Roads. Gefolgt von March in September. Justin freute sich auch hier über den schönen warmen Tag, war auch bestimmt ähnlich idyllisch wie gestern, er konnte zwar nicht auf angestrahlte Bäume schauen, dafür aber auf ein beleuchtetes Riesenrad, auch nicht schlecht. Wieder der Hinweis darauf, dass das neue Album, das am heißesten Tag des Jahres gestern veröffentlicht worden ist, Winter heißt und sie jetzt den Titeltrack spielen. Immer noch sehr schön. Weiter mit Devil's Bargain. Durch die Wärme fing es übrigens irgendwann dann mal an zu blitzen. Nur Wetterleuchten, kein Donner, alles gut zumindest noch. Im Anschluss als Kommentar auf den Brexit, zu dem sie nichts weiter sagen wollten: Burn the castle, von der neuen Platte. Live richtig gut. Das nächste ebenfalls neu: Part the waters. Noch immer nicht mein Favourite von der neuen Platte - immerhin hab ich sie mittlerweile zwischen 5 und 10 mal gehört - aber live werden wir uns bestimmt noch aneinander gewöhnen, dafür gibt es genug andere Beispiele ;-). Weiter mit grünem Licht, besonders schöner Geige und einem besonders schönen Publikumschor - der  Satz gilt auch hier: Green and Grey. Und: mit Regen! "Did I bring you the Winter"? Fragte Justin und grinste. Klar, sie waren ja auch im Trockenen! ;-) War aber alles gut, zwar ziemlich nass, aber nicht kalt und eigentlich eher erfrischend. Hat zwar weiter geblitzt, aber noch immer nicht gedonnert. Ging passend weiter mit Stormclouds, auch hier gefolgt von Between Dog and Wolf und Angry Planet. Der Regen hatte wieder nachgelassen, wir waren wieder ein bisschen getrocknet. Dann kam Purity und "the rain's moving eastwards..." scheinbar war das unsere Richtung, denn es fing wieder an - aber nur kurz. Weiter wie schon gestern mit Family und Wonderful Way to go. 22:18 h. Zugaben gab es auch hier: den Start machte wieder das wunderbare Vagabonds mit der wunderbaren Geige (also der wunderbaren Shir-Ran mit Geige), die nicht nur den Anfang sondern auch das Ende verzaubert - und gegen Ende so lange vor sich hingeigt, dass sich Justin erstmal ein bisschen auf den Bühnenrand hockt ;-). Wirklich eine tolle Version, kein Vergleich zu Marshalls brutalen Gitarreneinsätzen (wobei ich nur das Ende meine, den Anfang hat er immer ganz gut hinbekommen ;-) Nicht böse sein, Marshall, aber ich bevorzuge definitiv die Sache mit der Geige!). Hier dann statt Darren der Typ von gestern im Einsatz an den Floortoms zusammen mit Ceri, Darren hatte wohl andere Dinge zu tun... Die zweite Zugabe dann abweichend von gestern I love the world. Auch schön (und das von mir!), war irgendwie passend. Schluss um 22:34 h, danach sollte schließlich noch eine Band kommen (High Five). War platt, bin fast direkt danach gefahren - und nochmal richtig nass geworden - kann also nicht sagen, was für eine Art von Musik hinter Army kam - vermutlich wieder was komplett anderes ;-).

Sehr schön war's, obwohl es mir gestern besser gefallen hat, kann aber nicht sagen, woran das gelegen hat, vielleicht, weil es ein bisschen übersichtlicher war. Heute morgen war dann übrigens der Winter auch bei mir im Briefkasten und ich kann die Zeit bis zum nächsten Konzert am 30.09. in Maastricht damit glaub ich ganz gut überbrücken und Texte üben! ;-) Bis dahin!

Hier noch die traurigen Fotoversuche von heute - wenn Ihr schönere sehen wollt, schaut euch lieber die von gestern an ;-).

(c) bat/08/16


New Model Army, 30.09.2016, Maastricht, Muziekgieterij

New Model Army haben Ende August ihre neue Platte mit dem passenden Namen Winter veröffentlicht (siehe oben) und nun startete die Tour mit zwei kleineren Gigs in den Niederlanden um dann am 02.10. in Coesfeld in Deutschland fortgesetzt zu werden. Den Start machte die Muziekgieterij in Maastricht mit einer Kapazität von vielleicht 500 Leuten, sehr nett, sehr schöne Größe, netter Klub, ganz ohne Graben vor der ziemlich niedrigen Bühne, also so richtig nah dran am Geschehen, sehr schön. Und wie immer in kleineren Venues in ungewöhnlichen Orten trifft man Leute, die man ewig und drei Tage nicht gesehen hat - neben denen natürlich, die man immer trifft ;-). Auch dieses Mal hat sich das für mich wieder bestätigt, immer wieder schön!

Es gab eine Vorband, Mann - CAI - mit Gitarre und Gesang und pinken Haaren, Frau - LUCY - mit Bass, die sich den Fuß vertreten hatte und deshalb sitzen musste sowie ein Drummer - LAWRENCE. Name: Kagoule aus Nottingham, England, gegründet 2012. Es war ihr erstes Konzert in den Niederlanden, wie sie erzählten. Stil? Grunge/Rock. Cai meinte, es ginge nicht weiter weg von der Musik von Army, würde ich aber nicht unterschreiben, da haben wir schon andere Sachen zu hören bekommen, z.B. im Hyde Park ;-). War ganz ok und ich fand's nicht soo weit weg, es hat gut unterhalten. Ist aber auch nichts, dass ich mir als Solo-Konzert nochmal anschauen würde dafür war's mir zu... leierig, kann ich nicht anders beschreiben, am besten hört ihr mal rein, dann ahnt ihr vielleicht, was ich meine ;-). Start war um 21:00 h, Ende um 21:30 h. Dazwischen lagen 8 songs, werde mal versuchen, sie aufzuzählen. Die mit Fragezeichen weiss ich nicht (nur Textfetzen) - also eigentlich fast alle, das Sprechen hat man nicht so gut verstanden, obwohl Cai den einen oder anderen Song angekündigt hat:

1 When will you realize?
2 Lee
3 Balance
4 Away from me
5 ? Why can't I?
6 Back to?
7 ? you get so scared, feld the pain (Lucy hat gesungen)
8 It knows it (?)

New Model Army starteten um 22:03 h. Die Bühne übrigens dekoriert mit zwei sich anschauenden Krähenköpfen. Der Hintergrund der Bühne gemauert, ein bisschen wie in der Christuskirche. Angestrahlt sehr schick. Start mit einem Intro, der erste song dann Burn the Castle, als opener auch wirklich sehr geeignet. Als nächstes der Titeltrack der neuen Platte, Winter. Hier waren die Leute schon recht textsicher das komplette Lied durch, bei den anderen neuen Sachen mindestens mal beim Chorus. Weiter dann mit einem älteren, das ich auf Konzerten eher seltener gehört habe: Space. Hier waren natürlich alle textsicher ,-). Weiter wieder mit der neuen Platte und Part the waters. Das Lied und ich sind immer noch keine Freunde, ich kann auch nicht versprechen, dass das so schnell was mit uns wird. Das nächste hingegen find ich auf der Platte und live großartig: Eyes get used to the darkenss. Danach wieder was älteres mit Fate und was neues mit Devil. Danach rotes Licht und springende Menschen: Angry Planet, scheint Get me out und War ablösen zu wollen. Danach wieder zurück zur neuen Platte mit Drifts, Marshall hier mal zwischendrin mit Mundharmonika. Bei diesem Lied bin ich mir auch noch nicht so recht sicher, ob es meins wird. Den Text find ich ja ganz gut, aber die Melodie? Ich weiß nicht... ;-). Next: Born feral, großartig, intensiv, anstrengend! Ceri durfte trommeln, drückte Marshall den Bass in die Hand und los ging's. Justin war danach platt, also erstmal was ruhigeres: Die trying. Ceri an der akustischen Gitarre, auf dem Platz von Marshall, der bei diesem Song Pause hatte. Sehr sehr schön und mit dem Chor echt Gänsehautfeeling. Neben Winter und Devil das dritte der Lieder, die in der graphic Novel, die ebenfalls jetzt veröffentlicht wurde, umgesetzt worden sind. Danach ein Song, bei dem es sich fast anfühlt, als sei er alt und schon immer Bestandteil der Setlist gewesen, dabei ist er erst vom letzten Album: Stormclouds, live einfach großartig. Ceri durfte hier wieder mit ran an die Trommeln/Floortoms. Danach ein song, der live nicht mehr gar so häufig zum Einsatz kommt, aber derjenige, von dem das Lied ursprünglich stammt, ist in der letzten Woche gestorben, daher wurde 51st state ihm gewidmet - und natürlich begeistert mitgegröhlt: Ashley Cartwright (The Shakes). Hier findet sich dazu übrigens ein Nachruf von Justin.

Danach die beiden Lieder, in denen die Sache mit dem Sand und der Flut vorkommt, die aber unterschiedlicher nicht sein könnten: White Coats, gefühlt lange nicht mehr live gehört und Autumn mit Dean an der Gitarre. Vor mir zwei Mädels, die definitiv in ihrer Freizeit einen Bauchtanzkurs machen und passend zum Schunkelrhythmus von Autumn das Gelernte auch angewendet haben, sehr witzig ;-). Jetzt dann die Sache mit dem Brexit und dem dazu passenden Lied: we gotta get off the Island. Ende Hauptset um 23:17 h. Vor der ersten Zugabe fragte Justin dann, wer denn aus den NIederlanden sei. Es zeigten einige auf. Wer denn aus Belgien sei: es zeigten gefühlt mehr auf als Niederländer (oder Belgien war nur lauter ;-) ) "so, why don't we play in Belgium?" Auch in Maastricht waren sie übrigens das erste Mal, wie Justin erzählte. Dann kamen noch UK und Deutschland an die Reihe, sowie "somewhere else" mit ungefähr 10 Meldungen - die ersten 4 hielten sich glaub ich ungefähr die Waage ;-). Dann Start mit Strogoula, war aber nix. "that's why we play concerts in the middle of nowhere between different countries - we have to practise" ;-) oder so hat Justin das kommentiert und beim nächsten Mal hat es dann auch geklappt. Tolles Lied, auf der Platte und live. Danach noch between dog and wolf, auch entsprechend bejubelt. 23:33 h. Nochmal Pause für die Jungs und Arbeit fürs Publikum, nämlich das gegen die einsetzende Musik Anklatschen und -rufen. Hat natürlich geklappt, letzter Song: Poison Street, 23:40 h. Sehr, sehr schön. Live gefallen mit die neuen Sachen wirklich gut, bis auf die beiden o.g. Ausnahmen, die aber auch nichts sind, über das ich wirklich meckere. Sie sind nur ein bisschen weniger gut als der Rest - imho ;-). Aber: es war seit sehr, sehr, sehr langer Zeit mein erstes Konzert ohne Green and Grey und das kann ich nicht wirklich gut finden ;-). Hoffe, dass es wenigstens Weihnachten zum Einsatz kommt, ist sowas wie meine "jetzt ist Weihnachten"-Hymne!

Fazit: nette Location, nette Leute wieder getroffen und neu getroffen und ein sehr, sehr schönes Konzert, das noch ein bisschen poliert werden kann, was ich aber grade so charmant fand. Freue mich auf Übermorgen.

Hier also nochmal die Songs:

Burn the castle
Winter
Space
Part the waters
Eyes get used to the darkness (oder eguttd wie auf dem setlist-Zettel stand)
Fate
Devil
Angry Planet
Drifts
Born feral
Die trying
Stormclouds
51st state
White coats
Autumn
Island
--
Strogoula
Between Dog and Wolf
--
Poison Street

das eine oder andere Bild gibt es auch noch:

(c) bat/10/16


New Model Army, 02.10.2016, Coesfeld, Fabrik

Nun also der deutsche Tourauftakt in Coesfeld. Deutlich größer, deutlich voller, deutlich wilderes Gehopse - ausverkauft. Vorband diesmal eine - fast - lokale: Gulls aus Münster. Postpunk wie sie selber über sich sagen. Mitglieder: sibbe-guitar, Rudi - bass, Bibi - Drums, Andre - vocals. Start um 20:02 h. Den ersten song hab ich noch halb gehört, hat mir auch richtig gut gefallen, da das Konzert dieses Mal aber mal wieder so ein kleines Klassentreffen war, sind wir zum Quatschen raus gegangen und ich muss euch sowohl meine weiteren Eindrücke als auch die Setlist vorenthalten. Sorry.

NMA starteten um 21:14 h. Wieder mit Intro. In Summe dieses Mal schon ein bisschen eingespielter, etwas andere Stories und etwas andere Songs bzw. Reihenfolge der songs. Start aber wieder mit Burn the castle, scheint sich bewährt zu haben. Danach Weak and Strong, in Maastricht noch nicht auf dem Programm. Auch von der neuen Platte. Als Drittes statt Space White light gefolgt von Winter. Der Chorus und das Lied an sich hier nicht mit ganz so viel Chor aus dem Publikum mitgesungen, kann aber auch an der Akustik gelegen haben. Danach wieder Part the waters und Eyes get used to the darkness.

Das Licht hier im übrigen meist rot oder blau, fand die Beleuchtung in Maastricht fast schöner. Die Bühne deutlich höher, mit Graben davor und böse guckender Security. Trotzdem durften die Fotografen länger als nur die ersten Lieder bleiben und ein Mädel war dabei, das sicherlich erst um die 15 war, wenn überhaupt. Vielleicht irgendein Projekt für eine Schülerzeitung oder so? Das Publikum war altersmäßig erstaulich gemischt, auch diverse jüngere - und nicht nur die Schulkameradinnen der Fotografin oder die Kinder der Fans, auch Leute Anfang/Mitte 20, fand ich erstaunlich und erfreulich ;-). Sie scheinen mit den letzten beiden Platten doch auch den Nerv der aktuellen Zeit getroffen zu haben.

Zurück zu den Songs: weiter wie in Maastricht mit Fate, Devil, Angry Planet, Drifts. Bei Angry Planet hier deutlich aggressiveres Hopsen als in Maastricht, aber im Gegensatz zum letzten Konzert hier ließen die Ordner es dieses Mal durchgehen, auch bei den noch folgenden Songs. Nach Drifts wieder das geniale Born Feral mit dem eindrucksvollen Die trying im Anschluss. Justin meinte vor dem song, dass wir mindestens mal den Chorus gerne mitsingen sollen, wenn wir ihn denn kennen, dafür sei's gedacht. Nach dem song meinte er, dass das doch sehr verhalten gewesen wäre, woran's denn liegt. Irgendwer brüllte erwartungsgemäß, dass sie was "altes" spielen sollen - und dieses alt und neu und was ist eigentlich alt zog sich dann wie ein roter Faden durch den Rest des Konzerts ("wie alt soll's denn sein?" oder "auch dieser alte song war irgendwann mal neu"...war gut gemacht, fand ich!). Das dann folgende "alte" Lied war von 2006: Autumn. Shalalalalalaala. Die Mädels mit dem Bauchtanzkurs aus Maastricht waren übrigens auch wieder da, habe aber dieses Mal leider keine Performance sehen können - hab sie aber glaub ich auch erst nach diesem Song entdeckt ;-). Dann war's wieder wie nach-Hause-kommen mit Stormclouds. Weiter mit White coats und 51st state, wieder Ashley Cartwright gewidmet. Das Ende machte auch hier der Brexit-Song Island. 22:33 h. Zugaben: Family und Get me out (es wurde nochmal wild). 22:45 h. Wieder Anklatschen und -pfeifen gegen einsetzende Musik, wir hatten uns also die zweite Zugabenreihe redlich verdient. Justin sagte, er werde jetzt drei Liebeslieder spielen, beginnend von hinten: das erste über ein gebrochenes Herz, das zweite über Leidenschaft und das dritte über die erste große Liebe: Strogoula, Between Dog and Wolf, Poison Street. Ende um 23:02 h. Wieder mal sehr, sehr schön. Und wieder ohne Green and Grey. Wollte es nur mal erwähnt haben. Schon Konzert Nr. 2 - und wenn ich auf dieser Tour noch mehr Konzerte mitnehmen könnte, wären es wahrscheinlich noch deutlich mehr, denn ich habe nicht das Gefühl, dass das Lied seinen Eingang in die Setlist finden wird, egal, wie viel sie tauschen... Ihr könnt ja mal berichten ;-).

setlist:

Burn the castle
Weak and Strong
White Light
Winter
Part the waters
Eyes get used to the darkness
Fate
Devil
Angry Planet
Drifts
Born feral
Die trying
Autumn
Stormclouds
White coats
51st state
Island
--
Family
Get me out
---
Strogoula
Between Dog and Wolf
Poison Street

Hier noch ein paar Bilder von Markus Bykol, lieben Dank dafür!:

(c) bat/10/16


New Model Army, 17.12.2016, Köln, Palladium

"...und diesmal gibt's kein Weihnachten"

New Model Army waren zum alljährlichen Klassentreffen der New-Model-Army-Family natürlich auch wieder in Köln. Diesmal wirklich sehr basic: keine Geige, kein Cello und das, obwohl Shir-Ran auf den Konzerten der vorausgegangenen Winter-Tour das eine oder andere Mal für uns Zeit gefunden hat. Wirklich schade. Tja, und Weihnachten wird’s auch nicht, denn der eine entscheidende Song (siehe meine alten Berichte der Jahre zuvor) wurde einfach nicht gespielt. Nicht, dass ich es mir nicht schon gedacht hätte und nicht, dass ich nicht auch verstehe, dass eine Band vielleicht von einem Song auch mal eine Pause braucht.. aber Weihnachten ist halt nur dann. Und das Anhören des Songs auf der Rückfahrt aus der Konserve war halt dann doch nicht das gleiche ;-). Aber von vorn.

Start mit der ersten Vorband um 19:00 h – dank eines Staus auf der A3 hab ich zunächst mal die ersten 20 Minuten verpasst. Douglas Firs aus Belgien, gegründet 2012, 2 Platten. Jazz meets Indie meets Americana meets Stimme wie Travis. Eher getragen war das, was ich gehört habe. Habe aber nicht viel gehört, weil es ja das Klassentreffen-Konzert war und ich, die ich sonst immer auch brav die Vorbands höre, weil da in der letzten Zeit ein paar richtig gute Sachen dabei waren, bin in Köln immer weniger diszipliniert und gehe lieber quatschen, wenn mich die Band – sofern mir unbekannt - nicht grade total umhaut oder Levellers oder Philip Boa oder North Alone heißt ;-).

Spielten bis 19:45 h. Dann Umbaupause und dann die Herrschaften von Abwärts, die für Plan B, die eigentlich vorgesehen waren, eingesprungen sind. Ich kannte sie nicht, auch wenn man mir mehrfach erzählt hat, dass ich sie aber eigentlich kennen müsste. Würde es auch nicht ganz und gar ausschließen, zumindest hab ich aber dann die Songs nicht mit der Band in einen Zusammenhang gebracht. War vom Sound ok, passte auch – vermutlich sogar noch besser als Plan B, von denen ich zugegebenermaßen nur „Beam me up, Scotty“ behalten habe, obwohl ich mal eine Platte auf Kassette hatte… soll ich das hier wirklich stehen lassen? Man, bin ich alt! ;-). Die Texte hab ich aber leider nicht verstanden, obwohl ich versucht habe, bei mindestens mal einem Song zuzuhören. Beim Rest leider wieder wie oben – ich war quatschen. Haben gespielt von 20:10 h bis 21:10 h… Kommen übrigens aus Hamburg, sind schon 1979 gegründet worden und ähnlich wie bei NMA ist nur noch der Sänger schon immer dabei gewesen, alle anderen sind irgendwann mal dazu gestoßen. Hier allerdings gab es ganz interessante Mitglieder wie F.M. Einheit und Marc Chunk, die man von den Einstürzenden Neubauten vielleicht eher kennt sowie derzeit noch immer (?) Rod von den Ärzten und Martin Dog Kessler (ex H-Bloxx) - bin mir aber nicht sicher, ob die beiden wirklich auch mit im Palladium auf der Bühne waren (habe nicht wirklich hingeschaut, weil zu weit weg von der Bühne).

NMA starteten wie angekündigt um 21:50 h. Wer sie übrigens Weihnachten verpasst hat und das Konzert trotzdem nochmal hören möchte: Die Winter-Tour wird fortgesetzt im Frühling (hat ja konsequenterweise auch im Sommer am heißesten Tag begonnen und der nächste Winter kommt bestimmt ;-)) und die Setlist des Weihnachtskonzerts hat denen der Konzerte, die sie zwischen August und November gespielt haben, doch sehr ähnlich gesehen. Für mich geht’s im März nach Dortmund (neu auf dem Plan, war auf dem Plakat im Palladium schon angedruckt, Karten konnte ich dafür aber erst gestern – Montag – erwerben) und Bielefeld, der Rest ist mir dann doch ein bisschen zu weit oder zu sehr in der Woche gelegen.

Also, die Setlist. Sie war eine für ein Weihnachtskonzert eigentlich eher ungewöhnliche Setlist fand ich, denn sie war – ich sagte es schon – eigentlich fast genauso wie die Setlist der Konzerte der regulären Tour (immerhin 17 gleiche Stücke wie im Oktober, ist 'ne Menge). Ok, meinst bin ich vorher nicht schon auf 4 Konzerten gewesen, aber dennoch hab ich mir eingebildet, dass die Weihnachtssetlist immer eine leicht veränderte ist, die deutlich mehr Alben mischt. Dieses Mal lag der Schwerpunkt eindeutig auf dem neuen, auch wirklich sehr gelungenen, Werk „Winter“. Erstaunlicherweise haben sie aber den Song, der das Weltgeschehen aktuell doch eigentlich recht gut beschreibt – Die Trying – nicht gespielt. Gut dazu gepasst hätte auch noch Another Imperial Day, war aber ebenso wie die Erwähnung des Brexit dieses Mal kein Thema.

Start mit Burn the Castle, weiter mit White light und Winter, dem Titelsong der neuen Platte. Weiter mit Part the waters, das mir immerhin mittlerweile ein bisschen sympathischer geworden ist, das imho aber neben Drifts immer noch nicht grade zu den Highlights der neuen Platte zählt. Drifts kam dann auch direkt im Anschluss. Danach Fate, was zum Mitsingen auch für die, die vor ein paar Platten ausgestiegen sind :-). Justin erzählte dann, dass er sich früher den Teufel immer mit Hörnern vorgestellt hat, was aber wohl irgendwie so nicht ist, es ist alles viel subtiler: Devil. Danach wurde das Licht rot: Angry Planet. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass ich zwar nicht richtig weit vorne stand, aber ausnahmsweise mal einen Platz erwischt habe, bei dem ich sowohl Justin als auch Marshall als auch Ceri und sogar Michael gesehen habe? Zwar nicht immer alle gleichzeitig, aber immerhin! Dean hat sich eher wieder rar gemacht, von ihm hab ich nur ein- oder zweimal kurz etwas erblickt. Bilder gibt’s trotzdem keine, weil ich eben zu weit weg war und meine Lieblingsfotografen Markus, Thomas, Frank und Frank entweder gar nicht da waren oder frei hatten und stattdessen das Konzert genossen haben. Tz. Hoffe noch ein bisschen auf die Monkeypress, werde nachher mal nachschauen und evtl. einen Link nachliefern.

Nach Devil dann das geniale Born Feral, ebenfalls wie auch schon Burn the castle, winter, part the waters, drifts, Devil, von der aktuellen Platte Winter. Und weil bei Born Feral auch so richtig schön wild getanzt wird, haben sie gleich noch eins hinterher gereicht, damit den Leuten nicht kalt wird: No rest. Aber dann muss sich das alles wieder ein bisschen beruhigen, man muss sich ausruhen, darf aber auch nicht zu sehr auskühlen, also gibt’s was zum Schunkeln und auch zum Mitsingen, wenn man das Lied nicht kennt: shalalalalalaaala, ihr ahnt es: Autumn, vorletzte Platte, und es passt einfach nie, egal, wohin man es in der Setlist auch stellt, weil es einfach eine für NMA doch eher, sagen wir, ungewöhnlich fröhliche Schunkelmelodie hat – vielleicht am ehesten noch zu Drifts ;-).

Danach dann das schöne Stormclouds von der letzten Platte und ausnahmsweise (naja, nicht in dieser Tour) mal 51st state, weil der Autor des Songs wie so viele andere auch in 2016 verstorben ist (Ashley Cartwright, siehe auch weiter oben in den Konzertberichten).

Weiter dann mit einem Liebeslied, wie Justin erklärte – diesmal nicht das Dreigestirn von erster großer Liebe über Leidenschaft hin zum gebrochenen Herzen, sondern erstmal nur die Leidenschaft-Variante - erste große Liebe kam später – Between dog and wolf. Zum Schluss nochmal zwei ältere zum Mitsingen für die Weihnachtskonzert-Besucher: Bad old world und Wonderful Way to go. 23:09 h

Sie kamen natürlich wieder und Justin sagte was Wahres: hier drin, in dieser Halle, jedes Jahr wieder, sei alles wie immer, in Ordnung, Familie auf eine Weise, in einer Welt, in der leider nichts mehr in Ordnung ist. Und spielte Family. Gefolgt vom Erste-Große-Liebe-Liebeslied der Dreieinigkeit aus den Vorgängerkonzerten: Poison Street (das gebrochenes-Herz-Lied ist übrigens Strogoula von der aktuellen Platte, auch sehr, sehr hörenswert!). Nach Poison Street dann noch Get me out. Ok, diese drei waren dann schon recht typisch Kölner Weihnachtskonzert. 23:33 h. Sie kamen freundlicherweise nochmal wieder und Justin spielte High – manchmal kommt es halt auf die Perspektive an: () the winners write their history – but from high on the high hills it all looks like nothing. Danach wieder Weihnachtskonzert-like: Purity und I love the world. Und damit endeten sie dann. Ohne Green and Grey. Ohne damit Weihnachten einzuläuten. Meine Weihnachtshymne! Ich musste letztlich mal für eine Firmenveranstaltung mein Lieblingslied benennen und auch warum es das denn ist. Habe Green and Grey genommen, weil ich das in Verbindung bringe mit dem NMA-Familie treffen und Weihnachten einläuten. Jetzt ist die ganze Geschichte kaputt. Sowas!

Es war natürlich mal wieder gut, es war aber auch wirklich back to the roots, ohne jeglichen Zusatzschnickschnack mit für mich eher belanglosen Vorbands und mit einer Setlist, die mir auf den Konzerten im Verlauf des Jahres sehr gut gefallen hat, von der ich mir aber gewünscht habe, dass sie, nicht nur für Köln, sondern für alle 5 Weihnachtskonzerte, die Alben ein bisschen mehr durchmischt.

Freue mich jetzt erstmal auf den Jahresausklang und natürlich auf die Konzerte im März – gerne dann auch wieder mit einer ähnlichen Setlist, vielleicht mit Strogoula und Eyes get used to the Darkness statt Part the Waters und Drifts – ist ja Weihnachten, man darf sich was wünschen – wenn schon nicht Green and Grey ;-).

Hier noch die setlist:

Burn the castle
White light
Winter
Part the waters
Drifts
Fate
Devil
Angry Planet
Born Feral
No rest
Autumn
Stormclouds
51st State
Between dog and wolf
Bad old world
Wonderful Way to go
---
Family
Poison Street
Get me out
---
Purity
I love the world

cu in March, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch!

(c) 12/16 bat


New Model Army, 18.03.2017, Dortmund, FZW

Weihnachten im März

Fortsetzung der Winter-Tour nach kurzer Weihnachtsunterbrechung: New Model Army waren im FZW, wie zuletzt vor 4 (!) Jahren. Vorband waren Brookland aus Dortmunds Norden, Flix Viscious, Schlagzeug und Bob Rotten, Gitarre und Gesang. Lasst mich raten, wer wohl Vorbild sein könnte bei den Namen? Naja, zumindest fast ;-)... Gegründet wohl 2014, viel mehr ist nicht rauszufinden, auch nicht die wirklichen Namen, aber das soll dann wohl so ;-). Start um 20:00 h, hatten eine halbe Stunde Zeit. Die zwei Songs, die ich leider nur gehört habe (rainbow in your head und irgendwas mit you're not alone) haben mir ganz gut gefallen, Indie/Pop/Rock und 'ne schöne Stimme. Wenn jemand 'ne Setlist hat, freu ich mich und werde mein Geschreibsel gerne drum ergänzen. Normalerweise hab ich ja den Ehrgeiz, auch den Vorbands zuzuhören, vor allem, wenn sie mir direkt zu Anfang ganz gut gefallen... wäre da nicht der Umstand gewesen, dass wirklich eine Menge Leute da waren, die ich seit Weihnachten oder sogar noch länger nicht gesehen habe. Und Quatschen und bei der Vorband - die noch nie vor so viel Leuten gespielt hat - den Eindruck zu erwecken, dass es völlig wurscht ist, ob sie nervös sind und ihr Bestes geben, finde ich nicht nett. Also hab ich leider nur diese beiden rock/indie/Pop-Songs gehört, fand's aber beachtenswert.

New Model Army starteten um 21:17 h, leider ohne Shir-Ran, die nur auf einigen der Konzerte dabei sein kann (morgen zum Beispiel, yes!). Start abgewandelt vom ersten Teil der Tour im letzten Jahr. Ich glaube, diesen Song hab ich live nur zur Eight-Tour live gehört und gefühlt auch damals das letzte Mal von CD, wird wie Peakakeriki Beach beim CD-Hören eher, sagen wir, übersprungen, hört sich besser an als ignoriert: R&R. Ungewöhnliches Opening; die Leute quatschen noch und Justin fängt munter an mit dem Sprechgesang. Aber ich muss sagen, es hat mir sogar gefallen, hätte ich gar nicht gedacht. Weiter ging's mit Winter und dann direkt - damit erst gar keine Langeweile aufkommt - Here comes the war. Weiter mit Part the waters, ich gewöhne mich dran, wirklich - obwohl auf den Konzerten davor an dieser Stelle auch Strogoula im Angebot gewesen ist, hätte ich durchaus vorgezogen. Sollte ich an dieser Stelle evtl. den Eindruck erweckt haben, dass ich aber auch immer was zu Meckern hab: nein, tu ich nicht, wirklich nicht, das meint ihr nur. Ich fand's gut, aber man kann nicht immer schreiben: oh, das war ja wieder sooo toll und überhaupt ist es noch nie sooo schön gewesen. Sag ich zuhause immer und mittlerweile kann mein Schatz das auch mitsprechen. Gerne auch, bevor ich es sage. "Na, wie war's? Super, toll, wie immer wahnsinnig genial". Sagt er dann, ohne dass ich weiter gekommen wäre als Luft zu holen ;-). Also muss ich auch mal was anderes schreiben - wenigstens so tun als sei ich ein bisschen kritisch ;-). Weiter ging es nämlich mit dem absolut genialen The Charge, immer mal wieder gehört, aber nicht so häufig, wie ich es gerne hätte. Danach Angry Planet und das großartige Born Feral. Ich mag Trommeln. Justin wirkte irgendwie geladen, voller Energie, äußerte sich insbesondere bei diesen beiden Songs - und es überträgt sich immer auch auf's Publikum. In unserer Ecke, links, bei Marshall, war's noch relativ friedlich, ein kleiner besoffener Mann hinter uns der uns ein bisschen mit seinem Bier duschte, sonst aber erstmal alles gut, Platz zum Tanzen und Singen (der arme Typ mit dem Handy vor mir, der Videos machen wollte. Solltet Ihr wo auch immer ein Video sehen, bei dem im Hintergrund jemand echt schräg mitsingt und es ist von links aus Marshalls Ecke aufgenommen, könnte es sein, dass ich schuld bin.. ;-)). Nach Born feral weiter mit dem ebenso genialen Eyes get used to the darkness. Dann ein"song for the broken-hearted" - also für alle, wie Justin feststellte, wir seien ja alle in dem Alter, dass man das schon mal hinter sich gebracht hätte. Na, herzlichen Dank ;-). No pain. Bei dem Song kann man ihm natürlich nicht wirklich böse sein, sehr schön. Dann wieder was zum aktuellen Zeitgeschehen mit Die trying, Justin mit akustischer Gitarre. Der Song macht mir echt Gänsehaut. Weiter mit Did you make it safe? und dem ebenfalls genialen Burn the castle, wieder von der aktuellen Platte. Danach Devil, wieder mit der Sache mit den Hörnern, die der wahre Teufel aber gut zu verbergen weiß. Noch immer in der Setlist ist 51st state, der verstorbene Autor wird aber nicht mehr erwähnt. Ist so eine britische Sache, sagt Justin. Und, dass er demnächst dann wohl eine extra Genehmigung braucht, um noch bei uns auftreten zu dürfen. "Refugees welcome" schrie jemand. Passend ;-). Den Schluss des Hauptsets bildeten Between Dog and Wolf und Get me out - wieder was für die eher aggressive Grundnote, geniale Lieder. Leider durften oder mussten wir zu diesem Zeitpunkt erleben, wie Situationen eskalieren können, wenn man zwei kleinen Mädchen, die es wohl nicht vertragen, zu viel Alkohol gibt und sie nicht wissen, wo die Grenzen des guten Benehmens auf Konzerten und überhaupt sind. Hat die Stimmung kurzzeitig ein bisschen leiden lassen, um es mal freundlich zu formulieren. Egal. 22:33 h war's übrigens, als das Hauptset vorbei war. Zugabe Nr. 1 war stupid questions, Zugabe Nr. 2 war - yes, Weihnachten! ;-) - Green and Grey. Zwar ohne Shir-Ran, dennoch großes Kino. Viele Handys und Kameras wurden in die Luft gereckt, man hat vor lauter Bildschirmen Justin fast gar nicht mehr gesehen, der sich das anschaute, den Kopf schüttelte und meinte, dass es doch viel schlauer sei, den Moment zu genießen und nicht ihn für später zu konservieren. Hat auch ein bisschen gewirkt, fand ich. Oder? Wie viele Videos habt Ihr bei youtube schon gefunden? ;-).

Sie verschwanden und kamen nochmal zurück mit Into the wild und mit einem wie Justin fand passenden Song: I love the world.

Schluss um 23:00 h. War gut, trotz des Dramas, das A-Hörnchen und B-Hörnchen zwischendrin betrieben haben, weil sie sich betrunken nicht im Griff hatten, aber spätestens bei Green and Grey war's wieder vergessen. Bin gespannt auf morgen in Bielefeld, werde aber auf jeden Fall die andere Seite der Bühne nehmen, nur so vorsichtshalber ;-). Bis morgen!

Songs:

R&R
Winter
Here comes the war
Part the waters
The charge
Angry Planet
Born feral
Eyes get used to the darkness
No pain
Die trying
Did you make it safe?
Burn the castle
Devil
51st State
Between Dog and Wolf
Get me out
---
Stupid questions
Green and Grey
---
Into the wild
I love the world

Hier noch ein paar Fotos, bin aber zuversichtlich, dass Ihr bei Frank (www.musikinstinkt.de) und Frank (www.pixiac.de) unglaublich viele schöne finden werdet,also einfach in den nächsten Tagen dort mal nachsehen ;-)

(c) bat 03/17


New Model Army, 19.03.2017, Bielefeld, Ringlokschuppen

Vom Unterschied, den Frauen machen

Bielefeld. Nächster Stop unserer Mini-Tourbegleitung aus zwei Konzerten. Wir waren ja sooo müde. Und überhaupt sind wir viel zu alt für so was. Sofa, Tatort, so ungefähr waren die Themen auf der Hinfahrt. Dann hat mein Ticket auch noch gelogen und den Einlass und Konzertstart um eine Stunde nach vorne verschoben – großes Lob an meine beiden Begleiter, dass sie mich nicht direkt vor Ort auf dem Parkplatz vor der verschlossenen Ringlokschuppentür einen Kopf kürzer gemacht haben…

Sehr nette Halle, dieser Ringlokschuppen, haben das Warten – nachdem wir dann doch drin waren – gut mit netten Leuten und netten Gesprächen verbracht. Was leider wieder dazu geführt hat, dass wir die Vorband nicht gesehen und gehört haben (Sister Wolf nehme ich an, zumindest gab es davon CDs und T-Shirts zu kaufen).

Start New Model Army um den Dreh wie gestern (21:18 h). Also nix mit früh ins Bett kommen, weil am Tag drauf Montag ist. Egal. Schon als sie auf die Bühne kamen – ich stand heute übrigens rechts auf der Ceri-Seite, besser ist das ;-) – war es ein anderes Gefühl, mit Shir-Ran Yinon gleich viel… entspannter, gelöster, fröhlicher, weniger angespannt… und so. Start also trotzdem mit R&R, weiter mit Winter, gefolgt von Here comes the war. Die Geige von Shir-Ran (sehr futuristisch aussehendes Teil übrigens) war zwischendrin schon zu hören, hat das Ganze irgendwie runder gemacht und auch im Zusammenspiel auf der Bühne durchaus eine Bereicherung ;-). Die Leute um mich rum sehr lieb und nett und begeistert, nicht besoffen, nicht auf Krawall aus, hatten einfach Bock auf ein schönes Konzert. Hab das sehr genossen, danke an die Umstehenden rechts am Bühnenrand vor Ceri ;-).

Die Setlist war im Hauptteil erstmal recht identisch, auch die Sachen, die Justin so erzählt hat, waren nicht groß anders, ich hatte aber tatsächlich den Eindruck, dass er lockerer war als am Tag zuvor. Das Licht war toll und der Sound war auch genial, wirklich nix zu meckern, außer, dass Bielefeld jetzt nicht grade um die Ecke ist ;-).

Weiter also mit Part the Waters, The Charge, Angry Planet, Born feral ("a man of a certain age, hopefully not we, hopefully not you"), Eyes get used to the darkness und no pain für die Sache mit dem Herzschmerz, den wir ja alle schon hinter uns haben, wie Herr Sullivan beschlossen hat. Dabei waren durchaus Menschen dabei, die noch recht jung waren, einen fand ich besonders witzig, sah aus wie Axl Rose vor gefühlten 100 Jahren ;-).

Im Anschluss das wunderschön-traurige, Gänsehaut-machende Die trying. Hier dann die erste Abänderung des Sets mit Devil’s Bargain. Und weil wir grade beim Teufel sind, ging es dann direkt weiter mit Justins Geschichte vom Teufel in seinen vielen Verkleidungen, heute wurde sogar Faust herangezogen: Devil.

Dann noch Burn the castle, 51st state, Between Dog and Wolf und – zweite Abänderung des Sets – Wonderful Way to go. Und schwupps, war es schon 22:39 h und die Zeit war wie im Fluge vergangen, wirklich, es war so schnell vorbei, ganz merkwürdig, wie das manchmal so ist mit der Zeit und ihrer Wahrnehmung. Sehr, sehr schön, Shir-Ran und die Geige, ein echter Gewinn!!

Sie verschwanden und kamen wieder und spielten – Chuck Berry! Er, der gefühlt schon 173 Jahre alt war,wie Justin meinte, ist in der letzten Woche gestorben – mit 90 - und ihm zu Ehren gab es Memphis Tennessee in der New-Model-Army-Edition, gesungen u.a. von Marshall Gill. Sehr schöne Gesangsstimme. Wir hatten grade am Tag vorher noch über seine Band Blackballed gesprochen und dass sie "Rockmusik" machen, da passte das Cover ganz hervorragend. Die Jungs sind übrigens bald auf Tour und suchen noch Clubs für die Tage zwischen denen, die sie schon gebucht haben. Liebe Clubbesitzer meldet euch doch bei den Herren, insbesondere, wenn ihr nicht ausgerechnet im Süden oder in der Mitte Deutschlands sitzt, sondern vielleicht ein kleines bisschen mehr Richtung Westen ;-)

Nach Chuck Berry dann auch geändert zu gestern Poison Street, auch hier wieder grandios mit der Geigenuntermalung.

Sie verschwanden, kamen wieder bzw. es blieb dunkel, ein Spotstrahler ging an und… wir hörten leise Geigentöne. Shir-Ran und das Intro von Vagabonds, ganz leise, ganz alleine, ganz und gar großartig! Als nächster betrat dann Justin die Bühne und beide wurden eingehüllt in rotes Licht, beide einander gegenüberstehend, Geige und Gitarre, ein sehr intimer Moment, sehr, sehr schön anzuschauen und anzuhören. Die restlichen Herren kamen nach und nach auf die Bühne, das Lied nahm entsprechend Fahrt auf und hätte wegen mir noch ewig so weitergehen können. Wirklich, wirklich toll. Zum Schluss – und zum wieder runterkommen – dann noch I love the world und das war’s dann um 23:05 h.

Die Zeit verging im Fluge, die Müdigkeit von vorher war weg, ich war sehr froh, dass wir uns gegen Sofa und Tatort entschieden hatten und es war nochmal besser und schöner und vor allem mehr Frau mit Geige als in Dortmund.

Wobei das scheinbar eine durchaus strittige Frage ist: die Umfrage zum Konzertende unter 4 Damen und 5 Herren hat ergeben, dass alle 4 Damen heute besser fanden, von den 5 Herren stimmte einer für heute und vier tatsächlich für gestern, hätte ich nicht gedacht! Hängt vermutlich doch immer davon ab, wo man steht, was grade so das Lieblingslied ist, wer sich um einen rum wie benimmt und wie man selber grade so drauf ist. Ich fand’s gestern toll und heute grandios und das lag sicher zu einem großen Teil auch an der Frauenpower auf der Bühne!

Und bin jetzt mal gespannt auf Hengelo ;-).

hier noch die Songs:

R&R
Winter
Here comes the war
Part the waters
The charge
Angry Planet
Born feral
Eyes get used to the darkness
No pain
Die trying
Devil's bargain
Devil
Burn the castle
51st State
Between Dog and Wolf
Wonderful Way to go
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Memphis Tennessee
Poison Street
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Vagabonds!!!!!
I love the world

(c) bat 03/2017

Bilder gibt es auch ein paar, die schönen aber wieder bei Frank: www.pixiac.de

(c) bat 03/2017


New Model Army, 29.03.2017, Hengelo, Metropool

Hengelo ist gar nicht so weit weg

Brexit-Tag. Da ist es eine gute Idee, sich eine englische Band anzuschauen. Naja, nicht nur deshalb natürlich. Passte aber irgendwie trotzdem. War gespannt, wie und ob Justin das kommentieren würde.

Also: Teil 3 meiner Mini-Tourbegleitung des 2. Teils der Winter-Tour von New Model Army verschlug mich dieses Mal nach Hengelo. Vorher nie gehört, vor allem nicht gewusst, dass es ja mal gar nicht sooo weit weg ist vom Ruhrgebiet, danke nochmal an die netten Menschen, die mich in Bielefeld drauf hingewiesen haben und dann FAST ALLE NICHT DA WAREN!!! ;-). Ihr habt echt was verpasst!

Einlass war um 19:00 h, Start um 20:00 h, um ca. 19:45 h waren noch nicht soo viele da, vielleicht 20. Hmm. Die "Jupiler-Stage" sollte 800 Leute fassen mit Empore – die man vorsichtshalber mal nicht geöffnet hat. War auch gut so, denn es waren vielleicht 400 da, sehr geniales Club-Konzert, viel Platz, auch für die Hopser vor der Bühne, die endlich mal wieder ihren "Faster, faster, like a whirling dervish spinning round, faster, faster, until the centre cannot hold" Tanzkringel ausleben konnte (zumindest hab ich’s diesmal mal wieder sehen können). Bühne direkt ohne Graben, sehr nett.

Start aber natürlich dann doch mit einer Vorband um Punkt 20:00 h. Aus den Niederlanden, Name leider unbekannt, kein Plakat, kein Merch, kein nix, das hätten sie pfiffiger anstellen können, sie waren nämlich eigentlich ganz gut. Gitarre und Gesang, Drums und Bass. Der Bassmann hatte ein Dead-Guitars-T-Shirt an, die Musik hat mich auch ein bisschen dran erinnert, Gitarren- /Melodieverläufe Indie-Pop/Wave, ein bisschen hab ich zwischendrin mal Cure gehört, also schon was für mich. Der erste Song etwas seltsam, kaum Gesang, dafür im Hintergrund Sprechsamples, die nächsten dann mit Gesang und das gar nicht mal schlecht, ein Cover war dabei (das ich auch als solches erkannt habe: Instrumental, "No more time", Seven, cover: Chris Isaak: Wicked game, und noch ein fünftes Lied). Gesprochen haben sie leider nur Niederländisch, das einzige, das ich glaube verstanden zu haben war, dass es klasse ist, dass sie Vorband sind von eine so "fette fucking band" wie New Model Army ;-). Der Schluss war auch etwas seltsam, es wurde als Sample lauter Applaus eingespielt, danach murmelten sie noch irgendwas von New Model Army und waren verschwunden. Das hätte man irgendwie anders lösen können, dann hätten sie vielleicht noch mehr echten Applaus kassieren können.

Start NMA wie schon gewohnt mit R&R um 21:13 h. Ich hatte den Eindruck, sie haben Bock, immer noch und obwohl nach den ausverkauften Gigs in Dortmund und Bielefeld "nur" 400 geschätzte Personen in Hengelo waren – war vermutlich eh eher so eine Art "da-kommen-wir-halt-vorbei-auf-dem-Weg-von-Bremen-nach-Rotterdam"-Zwischenstation. Ich fand’s gut ;-).

Nach R&R weiter mit den schon bekannten Songs der Setlist Winter und Here comes the war. Dann die erste Abwandlung, die wir uns schon seit Dortmund wünschen: Strogoula, yes! Sehr schön. Hat mir schon bei dem ersten Test in Maastricht letztes Jahr gut gefallen. Dann wieder weiter im schon bekannten Text mit The Charge, wirklich großartig, Angry Planet und dem genialen Born Feral. Eyes get used to the darkness und No pain schlossen sich an, soo schön ;-). Dann erzählte Justin, dass er normalerweise jetzt und hier Die trying spielt, ein song über die Flüchtlingssituation, hier aber mal was mitbringt, was auch dazu passt, aber schon 30 Jahre alt ist: higher wall. Haben sie auf der Tour auch schon gebracht, ich hatte bei meinen beiden Stationen vorher noch nicht das Vergnügen, hat mich daher sehr gefreut. Ein tolles Lied. Wie auch Die trying, das mit immer noch Gänsehaut macht. Dann wieder weiter im Standardprogramm mit Did you make it safe? Burn the castle, Devil und 51st state. Es war wieder sooo schnell vorbei, schon waren wir bei den beiden letzten Liedern angelangt, bei denen nochmal gut getanzt werden konnte: Between Dog and Wolf und Get me out. Zwischendrin fragte Justin das, was er gerne in unbekannteren kleineren Orten oder kleineren Venues fragt: und, wie viele von Euch sind aus Hengelo? Mit der Erwartungshaltung, dass gefühlte 2 aufzeigen (hatten wir letztes Jahr ich glaube in Coesfeld oder war es Maastricht?). Hier zeigten aber eine ganze Menge auf und er war für einen kleinen Moment ein bisschen aus dem Konzept gebracht hatte ich den Eindruck ;-). Hat dann aber souverän seine Story von der Band (also NMA), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen, die von anderswo her kommen an Orten zusammen zu bringen, von denen sie gar nicht wussten, dass sie existieren – hier schrie dann jemand "Bielefeld" – zuende gebracht. Den Zwischenruf mit Bielefeld an genau dieser Stelle – denn Bielefeld existiert ja schließlich eigentlich gar nicht – hat er glaub ich nicht verstanden ,-).

Dann wurde es komisch. Die Band verschwand um 22:30 h und es klatschte niemand oder schrie Zugabe. Ja, es waren viele Leute da, die immer da sind, und die auch wissen, dass die Band sowieso wieder kommt, aber irgendwie hätte ich es – auch als Band – nett gefunden, wenn man sich als Fan trotzdem die Mühe macht. Viel Gemurmel, ein bisschen Geschrei und Gepfeife, aber kein Klatschen. Auch vereinzelte Versuche wurden partout nicht aufgegriffen, es blieb applauslos, bis die Herren dann endlich wieder auf der Bühne waren. Dann hat’s geklappt mit dem Klatschen ;-). Zugaben dann zum Start Family gefolgt von Poison Street – sehr großartig, mit großartigem Chor. Dann kurzes Gemurmel von Justin mit den Jungs auf der Bühne – und es gab Green and Grey! Hurra! Sah irgendwie nicht richtig geplant aus, vielleicht haben sie auch überlegt, dass sie nicht nochmal wieder kommen (frei nach dem Motto "wenn keiner applaudiert, können wir auch früher Feierabend machen", waren vielleicht doch ein kleines bisschen beleidigt ;-)) und haben deshalb statt eine weitere Zugabensession einzuschieben, das Green and Grey einfach drangehängt. Denn sie kamen tatsächlich nicht wieder, kein I love the world (hab's jetzt nicht soo vermisst, hätte aber schon gerne noch ein Lied gehabt oder zwei oder fünf.. ), Ende damit etwas früher um 22:48 h mit einem Song weniger. Aber was für einer. Ich liebe dieses Lied und auch wenn ich Shir-Ran wirklich vermisst habe und die wunderschöne Version von Vagabonds, so war's doch ein würdiger Abschluss eines gelungenen Abends, klein, fein und voller guter Laune. Und der Chor und das andächtige Mitsingen war echt Gänsehaut! Die beiden betrunkenen Herren, die das nicht so feierlich fanden wie der Rest, wurden entsprechend schnell aufgeklärt, dass jetzt Zeit zum Klappe halten ist ;-). Hat funktioniert.

Wünsche euch noch tolle Konzerttage in England – hier war im übrigen Justins einziger Kommentar zum heutigen Brexit-Antrag: Sie machen mit ihrer Tour jetzt nach noch einem Gig weiter in Großbritannien, der Insel, die gefühlt immer weiter im Atlantik verschwindet. Tja, schade. Er hatte dazu eine etwas andere Wortwahl.

Bis bald und Grüße nochmal nach Köln!

PS: habe mich überreden lassen, mir das Vollplaybacktheater anzuschauen: die Drei ??? und der Grüne Geist. Justin sah bei Green and Grey – von oben weißes Licht und von unten grünes – einen Moment lang ein bisschen so aus, wie ich mir den grünen Geist vorstelle – war ein sehr unpassender Gedanke bei diesem schönen Lied, er kam aber trotzdem einfach so vorbei ,-).

Songs:

R&R
Winter
Here comes the war
Strogoula
The Charge
Angry Planet
Born Feral
Eyes get used to the darkness
No pain
Higher Wall
Did you make it safe?
Burn the castle
Devil
51st State
Between Dog and Wolf
Get me out
---
Family
Poison Street
Green and Grey

Bilder gibt's dieses Mal nur von mir (gibt's auf Anfrage auch in höherer Auflösung). Schöne aktuell auch noch auf der Metropool-Homepage.

(c) bat 03/2017


New Model Army, 16.12.2017, Köln, Palladium

Es weihnachtet...

...und also war wieder Army-Zeit! Dieses Mal leider wieder nur Köln, aber wenn's darum geht, möglichst alle Fans, die man auf den unterjährigen Konzerten nur in Teilen trifft, auf einen Haufen zu sehen, ist Köln sowieso genau _der_ Ort dafür!

Also dann. Vorband. Ja, nur eine. Auch wenn in den letzten Jahren immer 2 Bands vorher das Publikum unterhalten durften, gab es dieses Mal nur eine und das aus gutem Grund. NMA hatte sich entschieden, sehr zu Wohlgefallen der Fans, zwei Sets zu spielen und damit selber die zweite Vorband zu stellen. Gute Idee, gerne wieder, gerne immer, gerne auch drei sets und damit so ganz ohne Vorband.

Vorband also die Young Gods. Dachte bei dem Dämmerlicht erst, dass Justin schon auf der Bühne steht, längere graue Haare, nicht mehr zwanzig.. aber nein, musikalisch nicht vergleichbar und leider auch nicht meins, obwohl ich sie mir 4 Lieder lang angehört und wirklich versucht habe, sie gut zu finden, denn sie wurden mir vor dem Konzert noch wärmstens ans Herz gelegt, von jemandem, auf dessen Musikgeschmack ich mich eigentlich sehr gut verlassen kann. War aber so gar nicht meins, in jedem Lied war irgendwas, was mich genervt hat, sehr schwierig zu beschreiben. Die Band selber stammt aus der Schweiz, drei Mitglieder aktuell, Franz Treichler (u.a. Gesang), Cesare Pizzi (sampler, computer) und Bernard Trontin (Drums). Es gibt sie schon seit 1985, sie sind mir bislang aber definitiv nicht untergekommen.

Gespielt haben sie pünktlich ab 19:00 h bis 20:00 h, dann war Umbaupause und das erste New-Model-Army-Set startete um 20.43 h. Sehr genial, wir hatten dieses Mal tatsächlich einen Platz, von dem aus ich im Palladium (zwei Dinge, die sich eigentlich sehr heftig widersprechen) die Band komplett sehen konnte und das ohne dass mir jemand beim Tanzen auf die Füße gehopst ist (ok, Marshall war meist etwas im Nebel, aber dafür war Ceri durchaus sehr deutlich sichtbar und im ersten Set auch Michael). Daher gibt es tatsächlich Bilder, die richtig guten aber aus dem Graben findet ihr mal wieder bei Monkeypress. Dort findet ihr auch vermutlich etwas enthusiastischere Worte zum Thema Young Gods.Wem's also gefallen hat...

Für das erste Set hatte Michael ein separates Drum Kit rechts auf der Bühne aufgebaut, das Hauptschlagzeug noch verhüllt. Dieses extra Kit in metallic-rot, sehr schön und vor allem war auch Michael endlich mal sichtbar! Fand ich prima.

Die Setlist war analog zu denjenigen in Paris und London, auch hier unterstützt von Shir-Ran Yinon, wieder sehr großartig an der Geige. Der vorher angekündigte Plan war, mal Lieder zu spielen, die sich nicht gar so häufig auf der Setlist wiederfinden, schon gar nicht in Köln, wo es doch häufig darum geht, die "Klassiker" zu spielen, weil natürlich auch sehr viele der Fans genau dieses eine Konzert im Jahr anschauen, vielleicht die neuen Platten nicht mehr ganz so intensiv verfolgen und sich freuen, wenn was Bekanntes zum Mitsingen von der Ghost of Cain oder der Thunder and Consolation oder der Impurity gespielt wird. Andere machen mit Sascha Weihnachtssingen im Stadion in Dortmund, bestimmt auch schön, die NMA-Fans aber gehen nach Köln und singen Stupid Questions – jedem seine Weihnachtslieder ;-). Werde gleich nochmal nachschauen, wann ich diese seltenen Schätze denn tatsächlich das letzte Mal live gehört habe – oder zumindest werde ich mal dasjenige Lied raussuchen, das ich schon am längsten nicht mehr live gehört habe, sonst wird's vielleicht ein bisschen zu langweilig ,-).

Start mit Long Goodbye, gefolgt von Running in the rain und all of this. Schon mal sehr gelungen. Nicht allerdings die Klatschversuche des Publikums, ich glaube, es war bei all of this, wo das Klatschen sicherlich sehr schön war, für diejenigen, die geklatscht haben, aber leider war es nicht im Takt ;-). Danach Wechsel zur aktuellen Platte mit Strogoula, das ich sehr mag und after something, das auf den Touren zur Platte tatsächlich etwas zu kurz gekommen ist. Nicht minder schön allerdings. Dann was über Familie, das Lied ist eines, das in Köln gefühlt sehr selten fehlt: Inheritance. Aber mit Geige und in neuem Gewand. Hat mir gut gefallen. Weiter mit Over the wire und dann wurde es alt und B-seitig mit Courage und Modern Times, großartig! Das nächste war eleven years, Ceri zusätzlich mit Trommel (da er sie in der Hand hatte, könnte es eine bodhran gewesen sein, vielleicht gibt es ja mal wieder jemanden unter euch, der mir da helfen kann – hat doch schon mal geklappt).

Den Abschluss bildete die Ballad of Bodmin Pill, ein Lied, das die ganze Stimmgewalt der Halle hinter sich vereinen konnte – sehr schön.

Ende des ersten Sets leider schon um 21:30 h, die Zeit ist wieder geflogen, man hatte den Eindruck, dass es doch aber grade erst losgegangen war. Immer ein Zeichen dafür, dass das Konzert und die Band einen in seinen Bann gezogen hat!

Weiter ging's dann mit dem großen Drum Kit, das kleine rote wurde in der Zwischenzeit abgebaut und Michael verschwand wieder hinten in der Mitte der Bühne in dem Berg aus Trommeln, diesmal farblich eher in gold gehalten.

Start um 22:03 h mit Angry Planet, gefolgt von Lights go out und Innocence. Dann wieder was Neues mit Winter, Titelsong der aktuellen Platte. In den letzten Jahren selten gehört – und auch gar nicht vermisst – war das nächste Lied Prayer Flags, gefolgt von Ambition und Ghosts (für alle, die jemanden verloren haben), Ceri wieder mit an den Drums, ein echtes Gänsehautlied. Weiter mit Higher Wall und March in September. Dann Justins kurzer Ausbruch über Inselaffen und den Brexit mit Island, gefolgt von Summer Moors, noch ein Gänsehautmoment. Das könnte ich mir durchaus vorstellen als (temporären) Ersatz für Green and Grey, wenn sie wirklich dabei bleiben, das Lied erstmal eine Weile aus dem Programm zu nehmen, war sehr, sehr schön. Das nächste ganz anders, aber auch genial: Born Feral, wieder mit Trommelgewalt, weil Ceri wieder tatkräftig unterstützt hat. Das Lied ging ohne Unterbrechung direkt über in Eyes get used to the Darkness, beides songs vom aktuellen Album, das mir wie auch schon der Vorgänger ausgesprochen gut gefällt. Den Abschluss bildeten zwei bekannte songs zum Mitsingen, Poison Street und 225. Ich glaube, hier war es dann auch, dass Justin anmerkte, dass wir aber mal so richtig schlecht sind im Klatschen und Takt halten – aber gut im Singen und dass wir doch vielleicht einfach sehr gerne mitsingen könnten bei 225 – aber nicht klatschen. ;-) Hat tatsächlich funktioniert, natürlich kommen wir solchen Wünschen gerne nach, wenn der Meister es sagt ;-).

Ende um 23:15 h

Aber es kamen ja noch die Zugaben, und hier wurde ein kleines bisschen variiert im Vergleich zu London und Paris, ein song war es mehr:

Start mit Vagabonds – also mit Shir-Ran mit ihrer Geige auf einer in rotes Licht getauchten, leeren Bühne. Nach einer Weile wurde sie unterstützt von Justin an der Gitarre und nach und nach erst trudelte auch der Rest der Band wieder ein. Etwas andere Version, etwas anderes Intro, sehr, sehr großartig. Danach Stupid Questions – hier hätte ich mir mit No greater Love tatsächlich eher die Variante der Vorabende gewünscht, aber in Köln kommt man ohne Stupid Questions oder I Love the world nicht nach Hause. Danach Get me out, 23:32 h.

Trotz des halbherzigen Versuchs, doch schon mal Musik anzustellen, kamen sie natürlich nochmal wieder für nochmal drei songs: Believe it, Purity und Betcha als Abschluss. Bis 23:52 h.

Sehr, sehr genial, gerne wieder, auch gerne wieder als Doppelset, hat mir gut gefallen, obwohl ich tatsächlich noch immer ein bisschen um meinen Green-and-Grey-Abschluss jammere, aber dieses Mal war's schon nicht mehr ganz so schlimm ;-)..

Und jetzt noch das Lied, das ich am längsten nicht gehört habe: gar nicht so einfach, Modern Times und Courage und Long goodbye in einem set hab ich (Justin Solo mal nicht mitgezählt) tatsächlich das letzte Mal 2010 auf dem Doppelkonzert in Köln gehört.. und Prayer Flags glaub ich live noch gar nicht. Ihr könnt ja auch mal suchen ;-)

Ich wünsche euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch, freue mich schon auf die Konzerte mit Justin im Januar und hier gibt’s noch ein paar Fotos, als Überbrückung bis die Monkeypress die Bilder hochgeladen hat - wobei mir einfällt: neuestes Bandmitglied ist ja der Security-Mann. Immer mitten im Bild, ohne eine Miene zu verziehen einfach IM WEG!!! Mir ist auf den letzten Konzerten nicht aufgefallen, dass die Security mitten vor der Bühne auf einer Stufe steht und wie ein Geier die Menge betrachtet, sehr skurril. Mal sehen, vielleicht taucht er ja auf einem der im folgenden gezeigten Bilder auf, dann wundert euch nicht. Ich jedenfalls habe ihn sehr HÄUFIG!! fotografiert ;-):

Vorher nochmal die Songs:

Long goodbye
Running in the rain
All of this
Strogoula
After something
Inheritance
Over the wire
Courage
Modern times
Eleven Years
Ballad of Bodmin Pill
---
Angry Planet
Lights go out
Innocence
Winter
Prayer Flags
Ambition
Ghosts
Higher Wall
March in September
Island
Summer Moors
Born Feral
Eyes get used to the darkness
Poison Street
225
--
Vagabonds
Stupid Questions
Get me out
--
Believe it
Purity
Betcha

Young Gods Young Gods
Ceri und Michael Marshall und Justin
einmal alle Justin und Shir-Ran
Shir-Ran, Justin und Dean an der Gitarre Justin, Shir-Ran und Ceri
Shir-Ran, Ceri und der Security-Mann Justin

(c) bat, 12/17


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New Model Army, 13. und 14.04.2018, London, Round Chapel
Night of a thousand voices

Night of a thousand voices - es war magisch...

Ich bin eigentlich nicht verlegen um Worte, aber hier für dieses Event die richtigen Worte zu finden, das wiederzugeben, das wir da erleben durften, ist echt richtig, richtig schwierig. Vielleicht sind da Fotos besser geeignet als Worte – schaut in die Gesichter auf den Fotos von Jochen Melchior (rock‘n motion auf facebook), das trifft's sehr gut. Die Leute – und auch die Band - waren verzückt, geflashed, die Atmosphäre war magisch, andächtig, spirituell… ein Londoner Taxifahrer, dem ich von dem Event erzählt hatte, hat gefragt, ob die Veranstaltung irgendwas Religiöses sei und ich hab gesagt, nein, nein, das ist eine Rockband. Wenn ich das aber nochmal Revue passieren lasse… vielleicht ist religiös nicht ganz passend, aber magisch und ein bisschen wie aus einer anderen Welt war es allemal.

Worüber rede ich eigentlich? Denn natürlich versuche ich das mit den Worten und höre jetzt nicht einfach auf, nur weil Jochen ja Bilder gemacht hat ;-).

Also: irgendwann letztes Jahr verkündeten New Model Army, dass wir uns mal am Wochenende 13.04./14.04.2018 nichts vornehmen sollen bzw. das Wochenende mal für was NMA-Spezifisches blockieren sollten. Hmm. Machte dem einen oder anderen schon ein bisschen Angst… Abschiedskonzert? Oder was anderes? Aber was? Dann hörte man eine ganze Weile nichts. Dann war Weihnachten und die Zeit der Weihnachtskonzerte. Justin lobte insbesondere die Sangeskunst des Publikums in Köln. Uns hat's gefreut, auch, weil es doch irgendwie ungewöhnlich war, denn normalerweise sagt er immer nur, dass wir nicht in der Lage sind, im Takt zu klatschen. Wieder ein bisschen später ließ die Band dann die Katze aus dem Sack: sie wollten eine Art Sing-Along-Konzert veranstalten in einer eigens dafür angemieteten Halle (Halle ist dabei das falsche Wort, ein wunderschöner alter Saal mit Stuck an der Decke, Empore mit schmiedeeisernen Bögen und Säulen und einer Orgel in rund, früher als Kirche im Einsatz, heute Veranstaltungsort für alles mögliche: die Round Chapel, genaueres kann man hier nachlesen). Band ganz leise, wir ganz laut. Verfügbare Karten pro Abend ca. 750 Stück (jeweils für Freitag und Samstag – der Sonntag kam als Matinée später noch dazu, und es wurde auch nochmal auf ca. 800 aufgestockt), Verkauf nur über den NMA-Shop. Am Tag X. Mit einem vorherigen kurzen Interview mit Justin über Facebook. Führte prompt dazu, dass der Shop zusammenbrach und an dem geplanten Tag X auch nicht mehr als Laufen gebracht werden konnte und die Leute in den facebook-Gruppen ganz wuschig waren: "klappt's bei Dir?" "Nein!" "Oh je, dann ist es bestimmt schon ausverkauft!" Dean, der sich kümmerte, war leicht genervt, obwohl er sich als Engländer natürlich sehr höflich ausgedrückt hat: "Geht jetzt endlich alle mal aus dem Shop!" Der dann ein paar Tage später angesetzte Wiederholungsversuch hat nach anfänglichen Schwierigkeiten, viel Geduld und vereinzelten Erfolgsmeldungen in der o.g. New-Model-Army-FacebookNewsgroup, die einen wieder hoffen ließen, dann doch zum gewünschten Ergebnis geführt und die Karten waren erstanden – und sind auch angekommen. Jippie! Was haben wir viele Fotos von Karten gesehen, die überall und nirgends ihr Ziel erreicht hatten!

Gefühlt war das aber alles noch soo weit weg, ich glaube der Kartenverkauf war irgendwann im Januar, die Vorfreude hatte jedenfalls eine Menge Raum, sich zu entfalten und zu wachsen und der Tag der Tage kam immer näher.

Und dann war er plötzlich da. Reise nach London, was an sich ja schon ganz schön ist. Aber mit der Aussicht, viele Leute zu treffen, die man eben auf diesen Konzerten so trifft und an einem solchen ungewöhnlichen Event teilzunehmen, das war nochmal was anderes.

NMA selber hatten im Februar mit ein paar Freiwilligen eine Generalprobe veranstaltet (in Bradford), bei mir war aber nichts angekommen, wie es denn wohl gewesen ist, welche songs ausprobiert wurden, was geklappt hat und was vielleicht auch nicht. Vielleicht haben sie ja auch alle ein Schweigegelübte abgelegt, wer weiß. Machte das alles natürlich noch viel spannender ;-). Auf den Konzerten von Justin im Januar (Essen und Düsseldorf) haben wir uns aber schon bei jedem Stück gefragt, ob es sich denn wohl für das große Mitsing-Konzert, die "night of a thousand voices" eignen würde oder nicht – und am Ende kam natürlich alles ganz anders, zumindest in Bezug auf die angedachte Songauswahl.

Einlass in die Round Chapel sollte um 19:00 h sein, Start des Gesinges um 20:00 h bis 23:00 h mit einer längeren Pause in der Mitte – damit wir ungeübten Sänger auch Zeit zum Erholen haben, und natürlich zum Austausch mit den anderen Glückseligen, die jetzt erstmal alle ganz erwartungsvoll auf den Einlass gewartet haben und ganz gespannt waren darauf, was sie denn so erwartet. Hat man sehr deutlich gemerkt, dieses Kribbeln, das in der Luft lag.

Gegen Kartenvorlage gab es beim Einlass dann das vorher angekündigte Songbook, das alle Texte – durchaus in einer freundlichen Größe und gedruckt (irgendwer schrieb in der Newsgroup, man möge an seine Lesebrille denken) – enthielt, die für die drei Tage vorgesehen waren.. was wann gespielt werden würde, sah man dem Buch erstmal nicht an, alles sehr spannend :-). T-Shirts gab's auch mit dem Aufdruck "night of a thousand voices" auf der Rückseite – die girlie-Edition und ein normales T-Shirt – alles aber schon Mitte des ersten Abends weggekauft - es soll aber wohl eine Neuauflage geben.

Die Round Chapel , ein wirklich wunderschöner Bau mit Empore, Bögen, weißen Säulen und Decken mit Stuck, Holzboden war unten im Kreis bestuhlt, die Platzwahl war frei, in der Mitte eine kleine Bühne, auf der die Band stand – im Kreis, sich gegenseitig anschauend. Bestimmt auch eher ungewohnt für Justin, Dean, Michael, Ceri und Marshall, letzterer übrigens mit Melone und roter Feder, sehr schön. Und ein ungewöhnlich kleines Schlagzeug für Michael, aber die Band wollte sich ja auch zurückhalten. Drumherum und auf der Bühne Mikrofone zum Einfangen des Gesinges, Scheinwerfer für eine stimmungsvolle Beleuchtung, Kameras, ein Kameramann, der rumlief und Aufnahmen machte. Und Jochen auf der Jagd nach guten Fotos.

Am ersten Abend hab ich unten Platz genommen, so, dass ich seitlich von Dean und Michael saß, dafür aber Justin von vorn im Blick hatte. Die Bühne daher eher nah, ein Lautsprecher ein bisschen sehr im Bild, dafür aber mitten im Geschehen.

Start um kurz nach 20:00 h mit Justin, der sich beeindruckt, wie ich fand, umschaute und dann das erste Lied verkündete: Ballad of Bodmin Pill, super Start, direkt für alle ein sehr bekanntes Lied zum Warmwerden. Viele konnten die Texte natürlich auswendig, aber auch die hartgesottenen Fans hab ich dabei beobachtet, wie sie auch bei bekannteren Liedern ab und an mal ins Songbook geschielt haben – vielleicht ging es ihnen so wie mir, dass man bei dem einen oder anderen Song den Text zwar kann, da aber ab und an irgendwo eine oder auch zwei Zeilen sind, bei denen man irgendwas murmelt, was im Konzert ja auch gar nicht so auffällt, denn da ist es laut. Hier aber dann vielleicht ja doch – vor allem, wenn es dann noch aufgenommen werden soll. Alle hatten ganz, ganz viel Spaß, ob mit Songbook oder ohne - spätestens nach Lied 2 haben unten alle gestanden und das fast durchgängig. Bei langsameren Songs hätte ich mich durchaus auch mal gesetzt – aber wenn sie vor Dir stehen und Du die Band nicht siehst, wird das nix. War aber auch gut so, bei NMA sitzen ist doch irgendwie komisch. In Summe hatte ich das Gefühl, dass am ersten Abend die eher einfacheren, schnelleren, lauteren Lieder dran waren, am zweiten Abend dann die etwas leiseren, bei denen Justin durchaus auch etwas mehr anleiten musste. Einige Lieder sind freitag und samstag gespielt worden, weil es natürlich schon so ein paar gibt, die man dann niemandem vorenthalten will, egal ob er nun freitags oder samstags (oder sonntags – hier hab ich aber die setlist noch nicht gesehen) da ist.

Nach der Ballad of Bodmin Pill ging's weiter mit Fate, auch wohlbekannt, und mit Autumn, das shalala natürlich in so einer Kulisse nochmal doppelt beeindruckend. Dann lights go out. Was mir - heute ist Montag - übrigens noch immer im Kopf rumschwirrt. Justin, der Ankündiger, kündigte dann a liberal education an, musste das aber nochmal zurücknehmen, denn zuvor kam noch Winter, wie seine Kollegen ihm sagten, auch sehr toll, leiser aber sehr beeindruckend mitgesungen. Ich muss sagen, dass das unten und mittendrin wirklich toll war, um einen rum haben alle gestanden und gewippt und gesungen und waren völlig versunken im Augenblick. Akustisch war's am Tag drauf oben auf dem Balkon schöner, aber eben nicht ganz so mittendrin – hier wurde zumindest in unserer Ecke auch eher gesessen und andächtig gelauscht und/oder gesungen als getanzt. Andächtigt trifft's glaub ich wirklich gut. Wir hatten am zweiten Abend kurzfristig noch jemanden überreden können mitzukommen, der eigentlich gar nicht wollte und die Band auch gar nicht mal so mag, aber er sagte später, er habe es nicht bereut, schon alleine die Freude und Glückseligkeit in den Gesichtern der Zuschauer und Mitsinger zu sehen wäre es wert gewesen. Aber jetzt bin ich schon wieder am Samstag. Zurück zum Freitag. Nach a liberal education kam Ballad und dann Drag it down, auch sehr eindrucksvoll. Dann Space (sagte Justin) – ach nein, doch erst Headlights (sagte ihm die Band) und dann erst space. Bei space sind wir dann ein kleines bisschen durcheinander gekommen bei der Sprechgesang-Stelle: the white twisted clouds and the endless shades of blue in the ocean. das war nicht ohne und brauchte etwas stärkere Führung von Justin, bevor wir uns total verheddern im Song. War aber egal, machte Spaß, alles grinste und strahlte die ganze Zeit, toll. Dann vor der Pause noch Stranger (sehr schön) und Die trying (wow, richtig melodisch und gefühlvoll!).

Pause von 21:12 h bis 21:54 h.

Nach der Pause erstmal wieder was, das alle kennen: Heroes, genauso wie The Charge, großartig. Weiter mit Believe it, Lovesongs, no greater love und eleven years. Better than them und Rivers waren die nächsten. Und dann Summer moors. Gänsehautmoment. Langsam, ruhig, noch recht neu. Und sooo schön. Wirklich, ich war hin und weg. Bei den meisten songs vorher war einfach Wucht dahinter, Inbrunst, Leidenschaft, Hingabe – laut war's, schön war's nicht immer, aber die ruhigen Songs haben mich echt sehr positiv überrascht. Weiter mit Long goodbye, auch schön. Bei Bad old world waren wir tatsächlich nicht so gut, hätte ich bei diesem Song nicht erwartet. Überhaupt haben manche Sachen super geklappt, wo ich vorher vermutet hätte, dass das aber knifflig werden könnte und bei anderen, die auf Konzerten immer sooo einfach sind und bei denen wirklich alle den Text können, haben wir uns ganz schön… versungen ;-). Bin gespannt ob und wie sich das auf den hoffentlich erscheinenden Aufzeichnungen / DVDs anhört. Zum Schluss kamen dann noch drei absolute Knaller: Poison Street (und wenn alle auf den Text gucken, klappt das auch mit dem Blind man sees und dem Man makes fire in der richtigen Reihenfolge :-)). Nach Poison Street meinte Justin dann, wir mögen doch bitte, bitte etwas vorsichtiger sein mit dem Fußboden, sie hätten versprochen, dass er ganz bleibt – guter Hinweis, denn das nächste war 225 und der Boden wurde dann doch nochmal ein bisschen mehr strapaziert als vielleicht gut für ihn war ;-).

Zum Schluss und zu meiner ganz besonders großen Freude gab's noch Green and Grey und das in dieser Atmosphäre hat natürlich nochmal einen besonderen Gänsehauteffekt gehabt. Schluss um 22:59 h.

Ein ganz, ganz toller, emotionaler Abend mit ganz vielen schönen Liedern, die einen so ein bisschen staunend zurücklassen: was bleibt für morgen? Ist das noch zu toppen?

Auf dem Weg zurück zum Hotel im Bus haben wir - Menschen, die sich genau hier getroffen haben und bei denen man das Gefühl hatte, man kennt sie schon ewig. Was nicht ganz falsch war, denn wir waren schon ganz häufig auf den selben Konzerten ;-) - darüber auch nochmal philosophiert, wenn wir nicht grade verträumt vor uns hingeschaut haben, viele Grüße nochmal an die neuen Bekannten in der NMA-Familie, es war beide Abende im Bus 254 sehr unterhaltsam mit euch!

Hier nochmal die Songs:

01 Ballad of Bodmin Pill
02 Fate
03 Autumn
04 Lights go out
05 Winter
06 A liberal education
07 Ballad
08 Drag it down
09 Headlights
10 Space
11 Stranger
12 Die trying
…..
13 Heroes
14 The Charge
15 Believe it
16 Lovesongs
17 No greater Love
18 Eleven years
19 Better than them
20 Rivers
21 Summer moors
22 Long goodbye
23 Bad old world
24 Poison Street
25 225
26 Green and Grey

Am nächsten Abend waren wir schon ein bisschen vertrauter mit dem Ort des Geschehens, ich hatte mich dieses Mal dafür entschieden, mir das ganze nochmal von oben anzuschauen (die Leute, die am Vortag neben mir gesessen haben übrigens auch, hab sie oben wieder getroffen, wenn auch gegenüber ;-) ). Start um 20:10 h wieder mit einem – leider ach so aktuellen wie Justin meinte – Klassiker zum Abholen und Warmsingen. 51st State. Weiter mit Lights go out, ist auch zweimal schön. Dann Seven times und – sehr selten gehört live – zumindest ist das mein Eindruck – Courage. Dann der Afternoon Song und Knievel. Alles eher ruhige Songs, die aber wirklich gut mitgesungen wurden, hat mir gut gefallen. Weiter mit Waiting und erneut mit Drag it down, was mich am zweiten Tag noch mehr bewegt hat als am ersten. Ganz, ganz großartig auch die nächsten beiden: Drummy B und Ghost of your father. Und dann kam etwas, das hat mich echt umgehauen. These words. Nicht unbedingt einer meiner Lieblingssongs. Aber hier der absolute Hammer! Der leise Part leise, die lauten Parts laut, richtig toll gemacht und ich glaube, selbst die Band war hier beeindruckt. Was muss das alles auch für die Band, für den, der die Sachen geschrieben hat, für ein Gefühl sein? Denn hier bekamen die Musiker glaub ich nochmal deutlich mehr davon mit als auf einem klassischen Konzert: sie selber längst nicht so laut, das Licht deutlich heller als gewöhnlich, die Leute nah genug dran, dass sie sehen konnten, wie begeistert, berührt, beglückt die Leute waren. Auch das darauffolgende White coats war natürlich beeindruckend (auch wenn wir einen kleinen Aussetzer beim Einsatz hatten, wenn ich mich recht erinnere), aber bei einem solchen Song hatte ich auch mehr damit gerechnet, dass es der Hammer wird, bei These words kam das unerwartet.

Pause von 21:02 – 21:45 h

Weiter mit Higher Wall und – Bloodsports. Ersteres ja sowieso großartig. Auch das zweite war gut, aber hier brauchten wir doch ein bisschen mehr Anleitung, überhaupt war bei den Songs, die nicht die totalen "Gassenhauer" sind, die Strophe manchmal doch ein bisschen verhalten gesungen, der Chorus dafür umso lauter. Hatte auch was. Das nächste fand ich auch sehr beeindruckend – ich mag's aber auch sehr gerne: Pull the sun. Und wider Erwarten beeindruckt war ich von High. Lean back and fall hingegen fand ich nicht so gut gelungen, hier haben wir uns ein bisschen angestellt, haben wir dann bei Family life aber wieder gut gemacht. Beeindruckend: nur Justin an der Gitarre, die anderen hatten Pause, haben einfach dagesessen oder gestanden und die Leute angeschaut und das Ganze genossen. Justin selber hat bei diesem Song fast gar nicht selber mitsingen müssen, haben wir auch so hinbekommen. Auch das darauffolgende Family war ordentlich, glaub ich :-). Justin fragte dann mal rum, woher die Leute denn so sind – wie weit denn wohl die weiteste Anreise war. Südwales ist durchgefallen, direkt danach kam dann Brasilien (!!!) und damit hörte das Gefrage auch auf, das war nicht mehr zu toppen. Wow. Beim nächsten Lied – After Something – musste Justin wieder ein bisschen mehr eingreifen, war aber auch wunderschön. Und dann kam wieder so ein Gänsehautmoment wie Summer Moors gestern: Marrakesh, wieder nur Justin an der Gitarre. Auch eines, das sie selten live spielen, aber hier echt unglaublich schön. Paekakariki Beach war auch gut, brauchte aber wieder mehr Anleitung. Und nach Impurity bebte die Halle, so viel nicht enden wollenden Applaus hat's dafür gegeben. Justin erwähnte wieder den armen Boden, bat um guten Umgang mit demselben – und spielte nochmal Poison Street – zwischendrin haben sie sich dann verspielt bzw. war der Text weg und ein geistesgegenwärtiges Mädel in der ersten Reihe hat Justin unser Songbook zugeworfen, damit er nachlesen kann – großartig!!! Sowas kann man eigentlich nicht vorher proben ;-). Dann Vagabonds – wieder akut gefährdeter Fußboden :-). Zum Schluss – von Michael nochmal bewusst angeheizt – nahm das die Geige ersetzende Papaapapaapapaapapapapaaa kein wirkliches Ende, die Melodie wurde nochmal aufgegriffen und die ganze Halle bebte vor lauter Applaus. Irre. Hier hatte ich wieder den Eindruck, dass auch die Band ein kleines bisschen berührt war und sich vielleicht auch ein bisschen kneifen musste, ob das alles auch wirklich so geschieht. Zum Schluss noch Fate, auch das sehr, sehr großartig. So großartig, dass dieses Mal auch nach dem Abgang und dem Licht-heller-drehen noch geklatscht und nach Zugabe gerufen wurde, aber es war schon 22:57 h und sie durften nicht mehr. Wahnsinn! Ich kann nicht sagen, welcher Tag mir besser gefallen hat, das Ende des zweiten war auf jeden Fall furios, beim ersten war die Erwartung vielleicht noch höher, die Unsicherheit, was das so kommt und wie es denn so wird, aber es war einfach an beiden Abenden so unglaublich beeindruckend.

Im Bus waren wieder alle ganz verzückt und glücklich und ein bisschen traurig, weil ja jetzt alles vorbei war und die ganze Vorfreude und Erwartung und Verzückung irgendwie jetzt verpufft ist. Eine CD oder DVD von dem Abend wird das Gefühlt, das wir dabei hatten, nicht ersetzen, aber es wird - wie auch Fotos wie die von Jochen - uns helfen, uns zu erinnern, also beeilt euch bitte mit der Produktion ;-). Justins Andeutung, man könne das ja vielleicht auch nochmal woanders.. aber hört nicht auf das Geschwätz von Menschen, die auf Bühnen stehen… haben wir ein bisschen zwiegespalten aufgenommen: Ja, gerne und sofort nochmal und am liebsten bei uns vor der Haustür – wobei, was soll dann der arme Mensch aus Brasilien sich wünschen? Vielleicht so: noch jeweils zwei in jedem Land, das an den ersten drei Abenden in London vertreten war? :-). Aber dann ist es auch gut, nicht zu oft, sonst verliert es den Zauber des Besonderen!

Hier noch die Samstags-Songs:

01 51st state
02 Lights go out
03 Seven times
04 Courage
05 Afternoon song
06 Knievel
07 Waiting
08 Drag it down
09 Drummy B
10 Ghost of your father
11 These words
12 White coats
---
13 Higher Wall
14 Bloodsports
15 Pull the sun
16 High
17 Lean back and fall
18 Family life
19 Family
20 After Something
21 Marrakesh
22 Paekakariki Beach
23 Impurity
24 Poison Street
25 Vagabonds
26 Fate

Aus dem Textheft fehlen damit nur noch Horsemen und Someone Like Jesus - wie gerne wäre ich auch sonntag noch dabei gewesen!

Ich schwebe immer noch und hoffe, dass der Sonntag genauso toll gewesen ist wie die anderen beiden Tage (was sich ja durchaus so liest, wenn man die Kommentare anschaut) und dass die Fotos und die kommenden DVDs und CDs – sofern die Aufnahme nicht einfach so gewesen ist – denen, die nicht dabei sein konnten, wenigstens einen Eindruck vermitteln können, wie schön es war. Und ich gelobe hochheilig, nie wieder über meine Bekannte zu schmunzeln, die immer vor Weihnachten zum Rudelsingen zu irgend so einer Frau fährt, vielleicht macht das ja ähnlich glücklich ;-)

Bis bald, schöne Grüße insbesondere an die Bus-Crew 254 und ich hoffe, ich hab's einigermaßen beschreiben können.

Hier noch ein paar Fotos von mir - aber schaut euch lieber die von Rock'n Motion an, ist oben verlinkt.

Wer die Bilder dennoch in höherer Auflösung haben möchte, melde sich gerne.

Die Round Chapel von außen Die Band
Ceri, Justin, Marshall Jochen bei der Arbeit
Samstag: die Band von oben Samstag: die Band von oben
Samstag: die Band von oben Samstag: Marshall spielt Mundharmonika
Samstag: Band mit Architektur Samstag: Justin spielt alleine
Samstag: die Band von oben Samstag: Justin hat den Text von Poison Street vergessen
Die Orgel der Lichtstrahl zur Decke

(c) bat 04/2018


New Model Army, 15. 12.2018, Köln, Palladium

Es weihnachtet...

...schon wieder! Und auch dieses Jahr schaffe ich wieder nur Köln.

Ich bin ein bisschen zwiegespalten, was ich denn so schreiben soll und wie ich es denn nun gefunden habe - deshalb hab ich vermutlich auch erstmal drei Tage gewartet. Passiert mir sonst nicht.

Zunächst mal war es natürlich mal wieder super, alle Leute auf einen Haufen getroffen zu haben, auch wenn dieses Jahr der eine oder die andere fehlte - und vielleicht lieber Amsterdam gemacht hat als Köln. Ich bin dieses Mal wieder deutlich daran erinnert worden, warum ich diese Halle eigentlich gar nicht mag. Dazu kommt noch, dass ich glaube, dass es ein Fehler war, mir die DVD aus London - die natürlich genau in der Woche vor dem Konzert angekommen ist, jippie - vor dem Konzert anzuschauen. Ich war wieder so ergriffen von der Stimmung damals im April, von der Ergriffenheit der Leute und der Inbrunst des Mitsingens, dass ich vielleicht einfach zu viel erwartet habe. Es war halt ein Weihnachtskonzert. Es war schön, es war voll, eigentlich wie immer. Aber wir waren dieses Mal viel zu weit hinten. So weit hinten, dass ich erst nach etwa Zwei Dritteln des Konzerts - also eigentlich erst während der ersten Zugabe - auf dem Display des Handys meines Vordermanns gesehen habe, dass Justin einen Blazer anhatte?! Ernsthaft? Irgendwie seltsam. Aber na gut, unwichtige Details.

Es gab Vorbands. Zwei. Erst Gold, dann Triggerfinger aus Belgien. Ersteres hörte sich durch die Tür von draußen ganz nett an, letzteres war nicht so meins. Beides aber nur am Rande gehört, sorry Vorbands.

Ich glaube, wenn es anders herum gewesen wäre, hätte ich vielleicht eher in die Halle gefunden und hätte dann auch weiter vorn gestanden. Werde Gold jedenfalls nochmal zuhause im Wohnzimmer anhören, haben sie glaub ich verdient. So war's einfach ein verpasster Moment - oder es war wirklich voller als sonst? Keine Ahnung. Zumindest stand ich scheinbar an der Grenze der Leute, die mitsingen und für die Band da sind und der Leute, die zum Quatschen da sind, das aber gerne bei Musikuntermalung machen und zwar nicht draußen, sondern in der Halle. Da war's auch wärmer, vielleicht war das der Grund? Wie gesagt, ich hätte die DVD und diese andächtige Stimmung nicht vorher anschauen sollen ;-).

Dabei versprach die Setlist so einiges, mit einigen ungewöhnlichen Songs und einigen, die man immer wieder gerne hört - und Green and Grey! Das ist definitiv das Schöne an New Model Army: sie nehmen keine Rücksicht, sie machen die Setlist so wie sie Lust haben und nicht wie es zum Rahmen passen könnte, sehr angenehm, auch wenn das ab und an heißt, dass ich auf mein Lieblingslied verzichten muss ;-). Aber sie haben sooooo viele Lieblingslieder im Programm, da passt das dann schon :-).

Start um 21:55 h mit Whirlwind, gefolgt von Burn the castle. Netter Einstieg. Eigentlich hatten wir gehofft, dass sich das mit der Menge nochmal sortiert, wenn sie erstmal anfangen zu hopsen. War aber nicht. Ich konnte allerdings nicht sehen, ob sie nicht gehopst sind oder ob die ersten Songs dafür einfach zu ruhig waren? Wobei ruhig bei beiden vermutlich eher das falsche Wort ist.... Wenig überraschend gibt's von mir daher übrigens keine gescheiten Fotos, ich hoffe aber noch auf Frank R., der mir hoffentlich seine Fotos für Euch zur Verfügung stellt.

Weiter ging's mit Drag it down, sehr schön, auch ganz schön im Gesang. Als nächstes kamen Devil und States Radio, eher nicht mit großem Chor, zumindest nicht weiter hinten in der Halle (naja, ich meine wir waren etwa auf Höhe der zweiten Säule, trotzdem war die Sangesgewalt irgendwie eher gebremst )- bis auf jemanden hinter uns, der wirklich laut und inbrünstig bei der Sache war, richtig schön! Waren auch eher ungewöhnlichere Songs für Weihnachten. Danach wieder was, was alle mitsingen konnten: a liberal education. Danach das eher seltener gespielte Brother (wir haben überlegt, ob wir das in dieser Bandkonstellation überhaupt schon mal live gesehen haben? Habe noch nicht nachgesucht. Wirklich klasse!). Und das sehr schöne Winter, dem aber irgendwie nicht die verdiente Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Danach wieder was für alle mit White Coats, immer wieder großartig und dann nur Justin mit akustischer Gitarre (zumindest hab ich glaub ich niemand anderen mehr auf der Bühne entdeckt) und dem Song, der mich in London im April so unerwartet geflashed hat: These Words. Grade hier war die Grenze zwischen den begeisterten Zuhörern und den begeisterten Geschichtenerzählern sehr deutlich: immer wenn der song leise wurde, hörte man das Gemurmel. Schade. Aber eigentlich ganz normal, wenn da nicht vorher diese DVD gewesen wäre.. ich sag ja: Fehler! :-)

Weiter mit Too close to the sun und Guessing, wieder eher ungewöhnlichere Songs (und ich muss zugeben, dass ich bei dieser Setlist texttechnisch echt selber teilweise auf dem Schlauch gestanden habe - die Leute um mich rum leider auch, was 'ne Menge anrichtet mit der Stimmung - hab ich das schon erwähnt? Sorry! ;-)). Weiter mit Today is a good day - immerhin diese Zeile war narrensicher in Bezug auf das Mitsingen - und das Schunkellied Autumn, extra in der Weihnachtsedition mit dreimaligem Shalalalala. Dann wurd's noch schöner mit Fate und meinem Liebling Green and Grey. Und Justins Anmerkung: don't let them divide us! Genau. Sehr schönes Lied und hinter mir eine sehr nervige Frau, die lieber ihrem Kumpel Sachen erzählen wollte. Ist aber nach der Hälfte irgendwohin verschwunden, was mich sehr gefreut hat. Tja und hier ungefähr hatte mich das Konzert dann doch gepackt. Problem: das war das Hauptset. 23:10 h. Aber es ist Köln, es ist Weihnachten und natürlich gab es Zugaben. Erstmal Drummy B. Großartig!!! Wunder- wunderschön! Dann passend zu der Sache mit dem Brexit Island und - jetzt aber endlich Tanzen - Get me out. Ende erstes Zugabenset um 23:26 h. Sogar mit einsetzender Musik. Nicht Euer Ernst. Nein, natürlich nicht. Weiter mit dem auch hier wunderschönen Purity. Und nein, es gibt kein Vagabonds, wie Justin sagte (wenn auch später). Dieses Mal nicht. Vielleicht nächstes Jahr. Wobei, wer weiß was kommt? Wie Justin meinte in Bezug auf die ganze Diskutiererei zwischen England und der EU. Egal. Ich hoffe dann doch eher auf die neue Platte, die Justin angekündigt hat im Kurzinterview auf der NMA-Homepage, der Rest wird sich schon finden ;-).

Stattdessen also Stupid Questions. Auch gut. Und Angry Planet mit schönem roten Licht, aber der Chor hier war im Gegensatz natürlich zum Song davor eher wieder zurückhaltend. Danach wieder Ende, 23:46 h. Musik, Licht, Leute begannen zu verschwinden. Aber: sie kamen nochmal wieder!! Mit Betcha. 7 Zugaben, wow! Nochmal was Heftiges zum Schluss um 23:56 h - habe, da ja Leute schon weg waren, tatsächlich was gesehen von der Bühne - also ein Stück Justin mit einer Gitarre, die er auf dem Rücken gehalten hat. Ob er sich da auch gespielt hat, kann ich nicht sagen. Und Marshall ohne Hut, ganz ungewohnt ;-).

Ja, es war natürlich schön, niemals werde ich es über mich bringen etwas anderes zu behaupten. Schon alleine, alle wieder zu treffen. Aber: die Halle ist mir zu groß und zu unübersichtlich und ich glaube, im nächsten Jahr besteht eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass ich statt Köln Amsterdam besuchen werde! Fand eigentlich nur ich, dass der Sound dieses Mal irgendwie nicht so doll war? Teilweise fand ich Justin zu leise, dann den Bass zu laut, dann die Musik irgendwie schneller als es zum Lied gepasst hätte? Oder war ich dieses Mal nur besonders kritisch? Und das, obwohl sie doch _die_ Band sind und es einfach nix gibt, das besser wäre und mich mehr zu packen weiß. Und das wird auch immer so bleiben :-).

In diesem Sinne: Schöne Weihnachten - denn Weihnachten kommt, es gab ja green and grey! Bis zum nächsten Mal und sorry, dass ich dieses Mal die allgemeine Begeisterung nicht so richtig habe teilen können - selber schuld, ich weiß, denn die Songauswahl oder die Anzahl derselben war's definitiv nicht. Und die Band schon gar nicht :-)

Hier nochmal die Songs:

Whirlwind
Burn the castle
Drag it down
Devil
States Radio
a liberal education
Brother
Winter
White Coats
These Words
Too close to the sun
Guessing
Today is a good day
Autumn
Fate
Green and Grey
--
Drummy B
Island
Get me out
--
Purity
Stupid Questions
Angry Planet
--
Betcha

Fotos diesmal leider nicht, der eine Fotograf hatte Lust, mal das Konzert zu genießen und der andere hatte Probleme mit dem Equipment :-(:

(c) bat 12/2018


New Model Army, 10.10.2019, Dortmund, FZW

Und sie ist live richtig klasse!

New Model Army haben seit Ende August eine neue Platte. "From here". Tolles Cover. Tolle Musik. Obwohl ich tatsächlich einige Anläufe gebraucht habe, sie gut zu finden. Neben den beiden vorab veröffentlichten Songs End of Days und Never arriving sind mir doch recht schnell Where I am und Great Disguise ans Herz gewachsen, aber sie gefällt mir in Summe und mit jedem Hören mehr. Nur nicht Hard Way, wir werden glaub ich keine Freunde. Die Diskussion im Forum war durchaus gemischt. Von "ganz und gar großartig, bestes Album ever" (sinngemäß) bis hin zu "hör mir auf mit diesen Tribal-Trommeln" (auch sinngemäß) war alles dabei. So mag halt der eine das eine und der andere das andere. Ich war in jedem Fall sehr, sehr gespannt, wie sie sich denn live anhören würden, unsere neuen Song-Freunde und war sehr glücklich, als es denn dann endlich so weit war und sie in Dortmund im FZW das Album vorstellen wollten.

Unter den Fans auch hier gespannte Erwartung, war, wenn ich es richtig im Kopf habe, der Start der Deutschland-Strecke der Tour, auch wenn sie vorher schon das eine oder andere Festival gespielt haben, bei denen auch schon die neuen Songs ausgetestet wurden.

Start hier allerdings erstmal um 20:00 h mit einer Band namens Black Vulpine. Zwei Damen mit Gitarre (Sarah Voß ist die Sängerin, Daria Stirnberg macht die Backing Vocals), ein Herr - Stefan Zacharias - am Bass, und ein weiterer - Rüdiger Stirnberg - an den Drums. Musikalisch etwas härter als NMA – Dortmunder Stoner-Metal - der Gesang dafür aber eher tragend und langsam, nicht immer ganz einig mit der Musik, aber interessanter Kontrast. Schöne Stimmen, ich fand sie nur im Vergleich zur Musik zu leise. Die Lieder eher ähnlich, aber das hat man ja häufig, wenn man eine Band zum ersten Mal hört. War als Vorband ok, haben auch durchaus viel Applaus geerntet. Spielen durften sie bis 20:47 h, wenn ich richtig gezählt habe, waren es 11 Songs, der letzte wurde angesagt: Liar. Bei den anderen habe ich leider nicht wirklich verstanden, was sie denn da gesungen haben (eher leise, ich erwähnte das glaub ich schon mal), so dass ich mich nicht an einer Setlist versuchen kann, weil man dafür mindestens mal einen Teil des Texts braucht. Und Liar ist auch genau das, was jemand bei setlist.fm für dieses Konzert als einziges aufgeschrieben hat...

Bevor es weitergeht mit NMA erstmal ein Lob an dieses tolle Bühnenbild (und damit an Joolz für das großartige Cover). Die Bäume vom Cover wunderbar umgesetzt, aber so, dass sie nicht nur in blau und grün, sondern in allen Farben leuchten konnten oder auch glitzern, als wäre der Wald im Hintergrund lebendig. Wirklich großes Kino, sowohl das Bühnenbild an sich als auch die wunderbare Beleuchtung des Bühnenbilds haben mir sehr gut gefallen. Eher ungewöhnlich für NMA, die sich eigentlich nicht so sehr mit Bühnenbildern oder einer tollen lightshow abgeben sondern Musik machen. Und das ist ja auch das eigentliche Ziel des Ganzen, aber geschadet hat der großartige Hintergrund nicht.

Start eigentlich um 21:18 h. Alles kam auf die Bühne, es gab das erste Gitarrenriff – danach aber nix mehr. Schweigen, Menschen, die an Knöpfen drehen, eine Band, die sich umdreht und wieder verschwindet, ein Publikum, das "Zugabe" schreit. Hmm. Start dann nochmal um 21:24 h, Tonprobleme scheinbar erstmal behoben. Zwischendrin haben sie aber nochmal am Knöpfchen gedreht, guckten unzufrieden, Justin war zeitweise zu leise – alles schon mal gehabt beim Tourstart zur Between Dog and Wolf - in Münster war's glaub ich. Muss sich halt erst noch finden so am Anfang einer Tour mit neuen Songs. Aber die technischen Probleme hielten sich in Grenzen, nur ein bisschen lauter hätte Justin schon sein dürfen – aber aufgefallen ist mir das nur bei einigen Songs, nicht immer.

Start mit One of The Chosen, eines der wenigen, das es von der Today is a good day doch noch recht häufig auf die Setlist schafft. Danach Never arriving, fast schon vertraut, hab's wohl oft genug gehört im Vorfeld. Hat mir live sehr gut gefallen. Genauso wie das nächste, The Weather. Dann eines, bei dem der ganze Saal mitgesungen hat: The Charge, nach wie vor großartig. Dann weiter mit einem neuen Song, Watch and Learn, auch live richtig gut. Dann das obligatorische "nein ich will nicht über den Brexit reden" 51state und Believe it. Diesmal – als Nachtrag zum Weihnachtskonzert – ist der Blazer von Herrn Sullivan aber direkt nach Song eins verschwunden, war wohl doch zu warm auf der Bühne. Davor auch! Dann ging's weiter mit dem über 7 Minuten langen Titeltrack des neuen Albums From here. Und dann den einen der beiden Lieblingssongs dieses Albums (zumindest nach aktuellem Stand) Where I am, großartig auch live. Das zweite, so hoffte ich, würde noch als Zugabe kommen, zumindest war das am Tag vorher der Fall gewesen. Zunächst aber mal ein "happy song" – naja – für Dortmund by the Sea: Wipe out. Alles, was mit Wasser zu tun hat, ist für Justin ein happy song. Hätte doch Seemann werden sollen - andererseits, wenn ich mir die Folgen überlege... Nein. :-)

Dann Justin ganz alleine mit Gitarre – großartig – mit Over the wire. Dann wieder zwei neue, Maps und Setting sun. Maps mit eher ungewöhnlicher Melodieführung und Setting sun, das mich immer und die ganze Zeit an irgendein anderes Lied erinnert, das ich aber noch nicht identifiziert habe. Beide live sehr schön und wieder so, als wären sie alte Bekannte, die man schon –zig mal live gehört hat. Komisch. Danach das großartige Winter – ich muss zugeben, dass ich diese Platte doch noch ein ganz kleines bisschen lieber mag. Und dann was zum Tanzen, Schreien, Springen: Here comes the war. Danach ein eher seltsamer Bruch mit States Radio und Fate und tatsächlich schon zum Schluss Angry Planet. 22:46 h. Die Zeit ist echt verflogen. Hätte stundenlang so weitergehen können. Aber wozu gibt es Zugaben? Ballad of Bodmin Pill war die erste, Get me out die zweite. Und dann war es 22:59 h und sie waren weg. Kein Great disguise, kein Betcha, kein Courage (was die Zugaben gewesen wären vom Tag zuvor). Das hat mich dann schon ein bisschen enttäuscht, great disguise hätte ich sehr, sehr gerne gehört. Aber vermutlich mussten sie einen Zeitplan einhalten und die anfangs mit den Technikproblemen vertrödelten Minuten wieder einholen. Ich kann mich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal nur ein Zugabenset gegeben haben. Schade.

In Summe aber ein sehr großartiges Konzert, Justin sprühte vor Energie – war allerdings zwischendrin auch leicht außer Atem, vielleicht haben sie deshalb das eine oder andere Lied getauscht, dass nach einem schnellen mal wieder was langsameres kam. Egal, schön war's und ich bin zuversichtlich, dass ich great disguise schon nochmal irgendwann live hören werde.

Viel Spaß auf der weiteren Tour für alle Glücklichen, die zeitlich mehr als ein Konzert hinbekommen und bis bald.

One of the Chosen
Never arriving
The Weather
The Charge
Watch and Learn
51st state
Believe it
From here
Where I am
Wipe out
Over the wire
Maps
Setting sun
Winter
Here comes the war
States Radio
Fate
Angry Planet
--
Ballad of Bodmin Pill
Get me out
--
nix mehr!?!

Hier noch einige Bilder, ich war nah genug dran – diesmal allerdings auf der Ceri-Seite, daher eher weniger Bilder von Marshall und von Michael hat man mal wieder nur den Trommelberg gesehen. Wenn Ihr genau hinschaut, seht Ihr vielleicht einen Fuß ;-)

(c) bat/10/2019


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